Rudolf Koch

Rudolf Koch

Sonntag, 11 Dezember 2016 00:00

Vier neue Messdiener/innen in Schwaney

Von : Ortsheimatpfleger Frank Striewe: Am Samstag, den 03. Dezember 2016, wurden im Rahmen des Familiengottesdienstes vier neue Messdiener/innen in der Pfarrei St. Johannes Baptist Schwaney feierlich in ihr Amt eingeführt. In den vergangenen Wochen waren sie von Andreas Stein und Gemeindereferent Andre Hüsken auf ihre neue Aufgabe vorbereitet worden. Als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Messdiener legte ihnen Pfarrer Bernhard Henneke ein Kreuz um und sie wurden der Kirchengemeinde vorgestellt. Zugleich wurden während des Gottesdienstes zwei Messdiener/innen, die im Laufe des vergangenen Jahres ihr Amt als Ministrant beendet hatten, von Gemeindereferent Andre Hüsken am Altar verabschiedet. Für ihre geleistete Arbeit erhielten sie als Dankeschön einen Geschenkgutschein und eine Urkunde. (siehe Bild) Gegenwärtig leisten 22 Jungen und Mädchen aktiv den wichtigen Dienst am Altar für unsere Kirchengemeinde.

Das Gruppenfoto im Anhang zeigt die neuen Messdiener/innen mit Pfarrer Henneke von links: Konstantin Weber, René Hucht, Jonas Lang und Tessa Katt mit Pfarrer Bernhard Henneke

Wie kam es dazu?

Ab Mai 1976 zum Fahrplanwechsel ging die Ära der Dampflokomotiven zuende. Für die Altenbekener Eisenbahner war dieses schon ein trauriges Ereignis. Im früheren Bahnbetriebswerk Ottbergen wurden dann die Lokomotiven von den Lokschlossern in Teile zerlegt und verschrottet.

Als der frühere Bürgermeister Anton Finke bei der Einweihung einer Freizeitanlage im Driburger Grund anregte für die Kinder auch eine Lok aufzustellen, schlug der Maschinenfabrikant Anton Driller vor, eine ausgemusterte Dampflok zu erwerben und stellte sofort 10.000 DM zur Verfügung. Der damalige Ratsherr und Schriftführer der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) Rudolf Koch weihte sofort seinen Vorsitzenden Franz Wolff ein und in einem Brief an das frühere Zentralamt in Minden mit Datum vom 26. Oktober 1976 erkundigten sie sich über die Kosten. Sie schrieben u. a.

" dass seit mehreren Generationen Lokführer des BW Altenbekens (Lokbetriebswerk) auf der Baureihe 44 Dienst verrichtet haben, die jetzt in der letzten Fahrplanperiode endgültig im Bereich Altenbeken - Ottbergen außer Dienst gestellt worden ist. Die Altenbekener Lokomotivführer hängen derartig an dieser typischen Baureihe, dass sie eine solche Lok sichtbar für Jeden aufstellen möchten, es sind schon 10.000 DM vorhanden. Selbstverständlich haben sich Lokomotivführer bereit erklärt, in Freischichten die Lok aus Ottbergen zu holen und hier für ihre Pflege Sorge zu tragen."

Mit Datum vom 8. November 1976 schrieb das Zentralamt der Deutschen Bundesbahn zurück, dass sie gerne bereit wären den Erwerb einer ausgemusterten Dampflokmotive zu ermöglichen und das der Kaufpreis 14.800 DM zuzüglich 11% Mehrwertsteuer betragen würde, wörtlich dann weiter:

"Dieser äußerst kalkulierte Preis basiert auf den reinen Schrottwert. Die Tatsache, dass sie als Eisenbahner mit dem Kauf der Lok eine dauernde Erinnerung an die Dampflokära in Altenbeken schaffen wollen, wurde bei der Preisermittelung entsprechend berücksichtigt".

In dem Schreiben wurde weiterhin mitgeteilt sich eine Lok in Ottbergen reservieren zu lassen. Die Kosten für den Transport von Ottbergen nach Altenbeken könnte entfallen, da die Überführung von den Lokführern geschehen könnte. Am 1. Dezember 1976 wurde dann die Vertragsurkunde und die Rechnung über Anzahlung zugeschickt. (siehe Beilage) Der Schriftführer Rudolf Koch führte dann ein Gespräch mit Herrn Werner Klahold. (damaliger Leiter der Volksbank) Im Vorstand waren natürlich mehrere Eisenbahner, so auch der Vorsitzende Ferdinand Küting (selbst Lokomotivführer) Sie spendete dann den symbolischen Kaufpreis und somit war Kauf und auch die Materialkosten der Restauration gesichert. Der Kaufvertrag und sonstige Schreiben besonders aber auch die Überweisungsabschnitte der Geldbeträge wurden vom GDL Schriftführer aufbewahrt und geben Zeugnis vom Kauf der heutigen Museumslokomotive: 44- 389.

Die Lok wurde dann im Bahnbetriebswerk unter Leitung von Ferdinand Heinekamp restauriert, vorher wurde sie dann per Vertrag der Gemeinde übertragen. In den nachfolgenden Jahrzehnten bis 2005 wurde sie dann von der "Initiative Museumslokomotivr", die aus früheren Mitarbeitern des Bahnbetriebwerkes Altenbeken bestand, unter der Leitung von Heimatpfleger Rudolf Koch liebevoll gepflegt.

Aus Altersgründen wurden diese Arbeiten aufgegeben, für technische Fragen und Gutachten steht die "Initiative Museumslokomotive" aber weiterhin zur Verfügung.

Das Bild zeigt den Ortsheimatpfleger und damaliges Vorstandsmitglied der GDL Rudolf Koch mit der Vertrags - Urkunde vor der Altenbekener Dampflokomotive.

 

Dienstag, 29 November 2016 00:00

Die Chorgemeinschaft „Cäcilia“ Schwaney

Die Chorgemeinschaft „Cäcilia“ Schwaney lädt am Sonntag, 11.12. um 17.00 Uhr zum   Vorweihnachtlichen Konzert in die Pfarrkirche ein. Es wirken mit: Bundesschützen-Garde-Musikkorps,   Arte Musica, Kinder-/Eltern-Projektchor KITA und Grundschule, an der Orgel   Willi Schäfers, sowie die Chorgemeinschaft. Der Eintritt ist frei. Die   Kollekte des Konzerts ist für das Aids-Waisen-Kinderheim „Star of Hope“ in   Juja, Kenia bestimmt
Dienstag, 29 November 2016 00:00

Ein schönes Geschenk zu Weihnachten.

Altenbeken Gestern und Heute, so lautete der Titel eines 466 Seiten in DIN A 4 Format gedruckten Buches, welches jetzt pünktlich zur Vorweihnachtszeit von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch herausgegeben wurde.

Die letzten Jahrzehnte haben das Altenbekener Dorfbild sehr verändert. Früher wohnte der Großteil unserer Vorfahren in Fachwerkhäusern, die inzwischen zum größten Teil abgerissen oder durch den Bombenhagel auf den Viadukt (1944/45 zerstört worden sind. Auch viele heutige Häuser haben sich grundlegend verändert, sie sind erweitert oder aufgestockt worden. Als die Ortskernsanierung kam, mussten mehrere Gebäude in der Ortsmitte weichen. Neben Wohn - Geschäfts - und Bauernhäusern sind auch öffentliche Gebäude wie Kirchen und Schulen in diesem Bildband aufgeführt.

Eine solche Häuserchronik war natürlich nur möglich, weil der frühere Ortsheimatpfleger Heinrich Neuheuser eine umfangreiche Häuserchronik hinterlassen hat. Ferner haben der Kaufmann Kriwett und der Drogist Blaschke viel Bildmaterial hinterlassen. Auch viele Privatleute haben mit alten Bildern dazu beigetragen, dass dieser Bildband erstellt werden konnte. Da natürlich nicht alle Straßen in diesem Exemplar platziert werden konnten, ist zuerst ein Teil 1 herausgegeben. Da es natürlich ein großes Anliegen ist, alle vergangenen Zeiten wieder aufleben zu lassen, sowie die neue Zeit aufzuzeigen, wird ein Band 2 folgen.

Der Bildband ist bei der Buchhandlung Kuhfuß in Altenbeken und beim Ortsheimatpfleger zu erwerben.

Sonntag, 27 November 2016 00:00

100 Jahre Kindergarten in Altenbeken

Seit dem Jahre 1914 wirken die Schwestern vom "Kostbaren Blut" im Nachbardorf Neuenbeken. Zwei Jahre später - also vor 100 Jahren - im Jahre 1916 eröffneten sie in Altenbeken einen Kindergarten. Der damaligen Pfarrer Franz Ewers hatte zuerst den großen Saal des Jugendheimes zur Verfügung gestellt und später den ehemaligen Turnraum im Untergeschoss, daneben wurde ein kleiner Spielgarten angelegt. Da kein eigenes Schwesternhaus vorhanden war, kamen sie täglich von Neuenbeken zu ihrer Einsatzstelle ins Jugendheim. Erst im Jahre 1929 ließen sich vier Schwestern vom Kostbaren Blut als dauerhafter Konvent in Altenbeken nieder. Sie wohnten im Hause von Martha Meirich in der Ortwaldstraße, hier sind sie am 4. Januar 1929 feierlich von Dompropst Dr. Linneborn eingeführt. Im Mai 1936 konnte das Haus Tegethoff in der Ortwaldstraße erworben und als Schwesternhaus eingerichtet werden. Schwester Kleta als Leiterin und Schwester Blanda haben 80 bis 100 Kleinkinder betreut und damit die Familien erzieherisch unterstützt. Spielzeug gab es noch nicht und auch die Einrichtung war sehr dürftig. Die politische, aber auch die kirchliche Gemeinde waren seinerzeit im ersten Weltkrieg 1914/18 nicht in der Lage die erforderlichen geldlichen Mittel aufzubringen, sogar die Beheizung des Jugendheimes verursachte damals erhebliche Schwierigkeiten und Kosten. Aus diesen Gründen musste der Kindergarten sogar kurz vor Weihnachten 1917 vorübergehend geschlossen werden. Als sich nach den Kriegs - und Inflationsjahren die Verhältnisse wieder besserten, stellte dann die Gemeinde die erforderlichen Geldmittel zur Verfügung und nahm eine geringfügige Gebühr von 0,50 Pfennig - 1,00 Mark. Nach Schwester Blanda, der mehrere Helferinnen zur Seite standen, (siehe Bild aus den Anfangsjahren) wirkten dann in späteren Jahren als Leiterinnen:

Schwester Felicia von 1931 - 1932,

Schwester Regina von 1932 - 1935,

Schwester Felicia und Schwester Johanna von 1936 - 1948.

Schwester Bertram von 1948 bis 1957.

Danach wirkte hier ab 1957 wieder Schwester Felicia bis zum 20. Dezember 1974. Nachfolgerin im Amt war dann Schwester Agatha. Im März 1958 wurde mit dem Bau eines neuen Hause begonnen, die Kosten betrugen 130.000 DM. Am 9. November 1958 ist es vom damaligen Pfarrer Wilhelm Sudhoff feierlich eröffnet worden. Doch Jahre später war auch dieses zu klein und am 16. September 1985 ist dann eine weitere vierte Gruppe in den unteren Räumen des Pfarrheimes eingerichtet. Vier Jahre später war die Kinderzahl, besonders durch den Zuzug von Aus - und Übersiedlern wieder stark angestiegen. Aus diesen Grund ist am 7. August 1989 ein 2. Provisorium in der Pfarrbücherei als 5. Gruppe geschaffen. Dieses konnte jedoch kein Dauerzustand sein, so dass man beschloss, einen zusätzlichen Kindergarten zu bauen. Als Grundstück wählte man die Gärten der früheren Posthäuser an der Adenauerstraße in eine Größe von 2374 Quadratmeter. Am 22. Januar 1991 wurde mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen und am 1. September 1992 konnte der 3gruppige Kindergarten bezogen werden. Die feierliche Schlüsselübergabe durch Architekt Willi Wiemers an Pfarrer Hubertus Wiedeking erfolgte am 17. November 1991. Die Kosten beliefen sich auf ca. 1,1 Millionen DM. Schwester Agatha, die vom Januar 1975 bis zum 31. Juli 2004 den Kindergarten als Leiterin vorstand - also fast 30 Jahre - war die letzte Ordenschwester, die dieses Amt ausführte. So endete die fast 90 Jahre dauernde Erziehungsarbeit der Ordensschwestern. Heute werden die Kindergärten zum 100. Geburtstag von "weltlichen" Kindergärtnerinnen geführt und betreut.          

Freitag, 25 November 2016 00:00

Advent

Die jüdische Familie Ikenberg wohnte viele Jahre in Altenbeken. Doch dann kam ein Schreiben von der Geheimen Staatspolizei, dass am 13. Dezember 1941 tausend Juden „evakuiert“ werden sollen.

„Die zur Abschiebung bestimmten Juden sind am 10. Dezember 1941 in ihren Wohnungen abzuholen und bis 16,00 Uhr nach Bielefeld zum Kyffhäuser am Kesselbrink (Großer Saal“) zu überführen. Die Transporte sind mit der Eisenbahn durchzuführen. Bargeld, Wertgegenstände sind einzuziehen. Die Judenwohnungen sind zu versiegeln.- soweit einen Ausschnitt aus dem Schreiben der Geheimen Staatspolizei in Münster - Außenstelle Bielefeld vom 12. November 1941.

Gemeinsam mit Juden aus Bad Lippspringe und Paderborn, insgesamt 76 aus den vier Hochstiftkreisen, musste sich auch die Altenbekener Familie Ikenberg bis 11,30 Uhr erst einmal an der Sammelstelle Paderborn einfinden, dem Städtischen Schlachthof am Tegelweg.

Der um 14,30 Uhr am Hauptbahnhof Paderborn eingesetzte Zug mit Juden aus dem Kreis Büren nahm die Wartenden am Nordbahnhof, abseits von städtischer Besiedlung, auf.

In Begleitung von zwei Oberwachtmeistern und vie Hauptwachmeistern erfolgte der Transport nach Bielefeld. Um Aufsehen zu vermeiden hatten die Beamten ausdrücklich Zivilkleidung zu tragen. Im Saal der Gaststätte "Kyffhäuser" sammelten sich die ersten Opfer, die von der Gestapo zur weiteren bürokratischen Abwickelung der Deportation übernommen wurden:

Identifizierung und Leibesvisitation, Durchsuchung des Gepäcks, Beschlagnahme von Geld, Wertgegenständen, sowie persönlicher Dokumenten. In der Regel wurden hierfür zwei bis drei Tage angesetzt. Bis zum Abtransport warteten die Opfer unter katastrophalen sanitären Bedingungen im "Kyffhäuser", dessen Boden nur notdürftig mit Stroh bedeckt war.

Vom Kesselbrink erfolgte am 13. Dezember 1941 der Abtransport mit Autobussen der Städtischen Verkehrsbetriebe zum Hauptbahnhof Bielefeld Der Transportzug mit Juden aus dem Regierungsbezirken Münster und Osnabrück traf gegen 15,00 Uhr ein. In den nahezu von 1000 Menschen überbelegten Abteilen müssen die in Paderborn Zugestiegenen einen Platz suchen. Bei dieser langen qualvollen Fahrt von Bielefeld über Hannover, Stendal, Berlin, Schneidemühl, Marienburg, Königsberg, Tauroggen und Mitau, die drei Tage währt, ist schnell das Trinkwasser verbraucht. Als der Zug am 16. Dezember 1941 am Bahnhof Skirotava, etwa 8 Kilometer von Riga entfernt, ankommt, herrschen Temperaturen um Minus 12 Grad. Nach Ankunft treiben die SS-Männer mit Hunden die Ankommenden für den langen Fußmarsch in das Ghetto Riga zusammen. Auf dem Weg werden bereits Alte und Kranke, die nicht weiter können, geprügelt, erschossen und liegen gelassen.

Von 13 Familienangehörigen aus Altenbeken überlebten die Verfolgung in verschiedenen Konzentrationslagern nur zwei - nämlich die Töchter Ilse und Rosa.

Hierüber ist auch eine Broschüre herausgegeben worden. Sie ist in der Altenbekener Buchhandlung Kuhfuß und beim Ortsheimatpfleger Rudolf Koch erhältlich

Die Deportation von der jüdischen Familie Ikenberg aus Altenbeken in das Ghetto Riga am 10. Dezember 1941 vor 75 Jahren. 

Hierüber wurde nun eine 2. Auflage des Heftes über diese Deportation zur 75jährigen Wiederkehr dieses grausamen Ereignisses von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch herausgebracht. Mitautorin war die Paderborner Historikerin Dr. Margit Naarmann.

Das Heft ist beim Ortsheimatpfleger und in der örtlichen Buchhandlung Kuhfuß für 5,80 Euro zu erwerben.

Hier ein Ausschnitt zur Historie :

Zur ersten Deportation aus dem Hochstift in das Ghetto Riga wurden Minna Ikenberg, ihre Söhne Josef und Walter, die Töchter Ilse und Rosa sowie Thekla Rose, geb. 22.8.1887 in Altenbeken, eine Schwester von Minna Ikenberg, aufgefordert. Gemeinsam mit Juden aus Lippspringe und Paderborn, insgesamt 76 aus den vier Hochstift-Kreisen, musste sich die Familie Ikenberg am 10. Dezember 1941 bis 13.30 Uhr an der Sammelstelle Paderborn einfinden, dem Städtischen Schlachthof am Tegelweg. Der um 14.30 Uhr am Hauptbahnhof Paderborn eingesetzte Zug mit Juden aus dem Kreise Büren nahm die Wartenden am Nordbahnhof, abseits von städtischer Besiedlung, auf. In Begleitung von zwei Oberwachtmeistern und vier Hauptwachtmeistern erfolgte der Transport nach Bielefeld. Um Aufsehen zu vermeiden, hatten die Beamten ausdrücklich Zivilkleidung zu tragen. Im Saal der Gaststätte „Kyffhäuser“ sammelten sich die ersten Opfer, die von der Gestapo zur weiteren bürokratischen Abwicklung der Deportation übernommen wurden: Identifizierung und Leibesvisitation, Durchsuchung des Gepäcks, Beschlagnahme von Geld, Wertgegenständen sowie persönlichen Dokumenten, sofern das nicht schon am Heimatort geschehen war. Bis zum Abtransport warteten die Opfer unter katastrophalen sanitären Bedingungen im „Kyffhäuser“, dessen Boden nur notdürftig mit Stroh bedeckt war. Vom Kesselbrink aus erfolgte am 13. Dezember 1941 der Abtransport mit Autobussen der Städtischen Verkehrsbetriebe zum Hauptbahnhof Bielefeld. Der Transportzug mit Juden aus den Regierungsbezirken Münster und Osnabrück traf gegen 15.00 Uhr ein. In den nahezu von tausend Menschen überbelegten Abteilen müssen sich die in Paderborn Zugestiegenen einen Platz suchen. Bei dieser langen qualvollen Fahrt über Hannover, Stendal, Berlin, Schneidemühl, Marienburg, Königsberg, Tauroggen und Mitau, die drei Tage währt, ist schnell das Trinkwasser verbraucht. Als der Zug am 16. Dezember am Bahnhof Skirotava, etwa 8 km südöstlich von Riga entfernt, ankommt, herrschen Temperaturen um Minus 12 Grad. Nach Ankunft treiben SS-Männer mit Hunden die Ankommenden für den langen Fußmarsch in das Ghetto Riga zusammen. Auf dem Weg werden bereits Alte und Kranke, die nicht weiterkönnen, geprügelt, erschossen und liegen gelassen. Der Abtransport der ehemals jüdischen Nachbarn war offenbar in breiten Kreisen der Bevölkerung bekannt geworden. Die Sicherheitsdienst-Hauptaußenstelle in Bielefeld berichtete darüber an die übergeordnete Dienststelle.

Geboren wurde er am 6. Dezember 1934 in Ottenhausen (Kreis Höxter) Hier verbrachte er auf dem Bauernhof seines Vaters seine Kindheit, besuchte ab 1941 die Volksschule und sein weiterer Bildungsweg war die Realschule Steinheim, das Leopoldinum in Detmold, wo er Ostern 1955 sein Abitur ablegte. Sein Studium der Philosophie und Theologie absolvierte er von 1955 bis 1960 in Paderborn, München und Innsbruck. Seine Priesterweihe empfing er im Hohen Dom zu Paderborn am 22. Juli 1960 durch den damaligen Erzbischof Dr. Lorenz Jäger.

Sein priesterliches Wirken war sehr vielseitig:

Nach der Priesterweihe war er 3 Jahre als Vikar in der Pfarrei St. Elisabeth zu Lippstadt tätig. Von Januar 1964 führte ihn sein Berufsweg ins Siegerland. Neben seiner Tätigkeit als Berufsschulpfarrer an den Kreisberufsschulen, war er zur gleicher Zeit als Subsidiar in St. Martin Wilnsdorf, St. Michael Siegen und St. Martin Netphen zuständig. Ferner war er Religionslehrer an der Pflege – und Pflegevorschule des Marienhospitals und Gefängnisseelsorger der JVA Siegen. Als Kolping-Bezirkspräses , Bezirkskaplan der Christlichen Arbeiterjugend, sowie als Präses des Jung-KKV ( Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung) in Siegen füllte Wiedeking leitende Positionen aus.                                                                                                                  

Am 15. August 1982 wurde er als Pfarrer in Hl. Kreuz Altenbeken eingeführt.

Seine Aufgaben waren in all den Jahren hier sehr zahlreich:

Als allseits beliebter Pfarrer betreute er ca. 3000 Pfarrangehörige.

Den älteren und behinderten Menschen in den beiden Seniorenheimen stand er als Seelsorger hilfreich zur Seite.                                                                                                             

Als Präses stand er allen kirchlichen Vereinen in der Pfarrgemeinde vor:

Schützen, Frauengemeinschaft, Caritas, Kirchenchor, Schönstattfamilie, Kolping und KAB. Sowohl in den kirchlichen als auch in den weltlichen Vereinen fand sein gern gehörtes Wort bei Ansprachen, Festreden und öffentlichen Veranstaltungen aufmerksame Zuhörer. Unter seiner Leitung wurden der Kindergarten St. Helena errichtet und der Kindergarten Hl. Kreuz ständig modernisiert. Der gesamte Innenraum der neugotischen Pfarrkirche erhielt in den Jahren 1996/97 eine neue Ausmalung, die holzgeschnitzten Hochaltäre und die anderen Sakralgegenstände wurden restauriert; Orgel und Kirchenbänke wurden dabei gründlich überholt. Eine neue Heizungsanlage wurde installiert. Der Kreuzweg erstrahlt nun wieder in seiner historischen Ausstattung. Auch die Kreuzkapelle in der Nähe des Viaduktes wurde in seiner Amtszeit innen und außen renoviert. Zahlreiche Pilgerfahrten führte er mit seinen Pfarrangehörigen im In – und Ausland durch. September 2004 trat der beliebte Geistliche nach mehr als 22 Jahren segensreichen Wirkens in der HL. Kreuz Gemeinde Altenbeken mit Erreichung der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhestand. Mit einem „großen Zapfenstreich“ wurde er seinerzeit von den örtlichen Vereinen verabschiedet. Sein priesterliches Wirken hatte er natürlich noch nicht aufgegeben. Erst wohnte er in Blomberg und war als Subsidiar im Pastoralverbund Lippe Süd tätig.Danach wechselte er nach Horn/Bad Meinberg und nahm Wohnsitz im Haus der St. - Elisabeth - Stiftung. Am 22. August 2010 feierte der langjährige Pfarrer der HL. Kreuz Gemeinde Altenbeken an seiner langjährigen Wirkungsstätte sein Goldenes Priesterjubiläum. In den vielen Jahren als Priester, hat er nun als Pilger nach über 80 Lebensjahren seine irdische Pilgerschaft vollendet.

Das Requiem wird am Samstag, den 5. November um 10,00 Uhr in der HL. Kreuz Pfarrkirche Altenbeken gefeiert, anschließend findet die Beisetzung inder Priestergruft auf dem Altenbekener Friedhof statt. Das Totengebet ist Freitag den 4. November um 18,00 Uhr in der Pfarrkirche.      

Am Samstag den 15. Oktober 2016 fand der Heimatgebietstag 2016 im LWL Freilichtmuseum Detmold statt. Heimatgebietsleiter Horst Dieter Krus begrüßte eine große Anzahl von Teilnehmern/Innen am Eingang und zuerst wurde ein Gruppenbild gemacht.Anschließend fand eine begleitete Führung zum Paderborner Dorf statt. Auch eine Planwagenfahrt wurde angeboten.Beim Eintreffen im Gasthaus "Im weißen Ross" wurden die Heimatfreunde/Innen vom Landrat des Kreises Höxter Friedhelm Spieker, sowie vom Leiter des LWL - Freilichtmuseums Prof. Dr. Jan Carstensen willkommen geheißen.Ein Rundgang durch das Paderborner Dorf durfte natürlich auch nicht fehlen.Das Museum schildert das ländliche Leben der Vergangenheit ! Ob der lippische Meierhof aus dem 16. Jahrhundert, das historische Fotoatelier von 1891 aus Rietberg oder die Tankstelle aus Siegen der 1960er Jahre. Dieses größte Freilichtmuseum Deutschlands zeigt auf mehr als 90 Hektar grüner Kulturlandschaft und in über 100 Fachwerkgebäuden 500 Jahre westfälische Alltagskultur. In diesem Jahr 2016 blickt das LWL Museum Detmold über den Schüsselrand, denn es werden in einer Sonderausstellung und an zahlreichen Geländestationen Klogeschichte(n) erzählt.

Ein gelungener Heimatgebiettag, der von Heimatgebietsleiter Horst Dieter Krus vorzüglich organisiert worden war. Herzlichen Dank dafür!

Rudolf Koch, stellv. Kreisheimatpfleger des Kreises Paderborn.