Rudolf Koch

Rudolf Koch

Als Ende des 19. Jahrhunderts die Eheleute Albert und Klara Schiller von Bauer Schrader das Grundstück erwarben, stand das Kreuz an der Ecke der jetzigen Adenauerstraße/Bahnhofstraße und wurde „Feldmeggers Kruize“ genannt. Im Jahre 1898 wurde das Gasthaus „Westfälischer Hof“ eröffnet und in diesem Zuge das gusseiserne Kreuz an den heutigen Standort versetzt. Da das Kreuz damals aber bereits sehr alt war, wurde es in den 20er Jahren von Bernhard und Rosa Brockmeyer durch ein massives Eichenkreuz mit einem sehr schönen Terrakotta-Corpus ersetzt. Die Zimmerarbeiten führte Josef Brockmeyer, jüngster Bruder des Gastwirtes, aus. Bis Anfang der 60er Jahre diente das Kreuz als Stationsaltar bei der Fronleichnamsprozession, dann musste der Altar jedoch dem Autoverkehr weichen.

Nach dem Tod des Ehepaares Brockmeyer wurde das Kreuz von den Nachkommen weiter gepflegt. Trotz mehrerer Anstriche im Laufe der Jahre musste es jedoch dringend erneuert werden. Die Neueinweihung vollzog am 1. Mai 1990 Pfarrer Hubertus Wiedeking im Beisein der ganzen Familie und vieler Altenbekener. Musikalisch wurde die Feier umrahmt vom Eisenbahner-Männergesangverein. Nachdem nun weitere 25 Jahre ihre Spuren an Kreuz und Corpus hinterlassen hatten, war eine neuerliche Grundsanierung notwendig geworden. Die Farbarbeiten wurden durch den pensionierten Malermeister Franz Lübbemeier vorgenommen, der die losen Farbschichten abtrug und stabilisierte sowie Kreuz und Corpus fachmännisch mit einem insgesamt neuen Anstrich versah. Franz Lübbemeier hatte bereits in den vergangenen Jahren mehrere Kreuze und Mahnmale in und um Altenbeken unentgeltlich restauriert. Ortsheimatpfleger Rudolf Koch und Heimatfreund Alfons Schreckenberg schnitten den über die Jahre zugewachsenen Standort behutsam frei und legten ein einrahmendes Kiesbett an. Ferner wurde eine Informationstafel angebracht, die künftig die Nachwelt über die Historie dieses über 100 Jahre alten Kreuzes informieren soll, das nun wieder zu einem Schmuckstück im Dorfmittelpunkt von Altenbeken geworden ist.

Das Bild zeigt: Ortsheimatpfleger Rudolf Koch und Malermeister Franz Lübbemeier.

Foto: Dirk Lübbemeier.

Die Gedenktafel auf dem Alten Friedhof in Altenbeken wurde am 10. Juni 2016 von der Firma Diwo wieder restauriert. Bei dem über 100 Jahre alten historische Grabstein war das Kreuz beschädigt. Vielen Dank an Herrn Theo Grebe vom Kulturamt der Gemeindeverwaltung für die schnelle Hilfe.

Zur Geschichte des Museums:

Das Altenbekener Egge – Museum wurde am 5. Juni 1976 mit viel Prominenz u. a. Heinrich Pohlmeier MdL, Landrat Köhler, Oberkreisdirektor Henke feierlich eingeweiht. „ Das hier ist kein Museum für Heizungsfachleute, was man angesichts der vielen Ofenplatten und Öfen vermuten könnte, sondern ein Museum, welches das Alltagsleben der Vergangenheit und auch des geistigen Lebens vergegenwärtigen soll. Ausgangspunkt war die Eisengewinnung und die Eisenverarbeitung“, so der damalige Geschäftsführer der Vereinigung Westfälischer Museen Dr. Siegfried Kesselmeier. Bis es soweit war, dass dieses Egge – Museum am Pfingstsamstag des Jahres 1976 endlich der Öffentlichkeit übergeben werden konnte, war viel Engagement und viel Geld und Geduld nötig. Der Grundstein wurde schon viele Jahre vorher gelegt, als der ehemalige Bürgermeister Heinrich Menne begonnen hatte, alten Hausrat, Werkzeuge, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, aber vor allem Ofenplatten und Gegenstände der früheren Altenbekener Eisenhütte zu sammeln. Als der Bauer Josef Driller den alten „Bessenhof“ aufgab und aussiedelte, erwarb die Gemeinde 1964 das alte Hofgebäude für 90 000 DM und hatte damit ein Domizil für das „Egge Museum“ gegründet. Mit den Erwerb war es natürlich nicht getan, denn es mussten noch erhebliche Umbauarbeiten durchgeführt werden.

Bis zur Eröffnung mussten über 1/2 Millionen DM ausgegeben werden. An den Kosten beteiligte sich der Kreis Paderborn und der Landschaftsverband Münster. In den folgenden Jahren mussten wieder erhebliche Mittel investiert werden. Das Dach wurde neu eingedeckt, die Fenster erneuert und die Außenfassaden neu gestrichen . Anfang der 90ger Jahren dienten die Nebenräume dieser kulturellen Einrichtung vorübergehend sogar als Wohnung für Aussiedler aus den osteuropäischen Ländern. Um die Attraktivität des Museums als Anziehungspunkt für Besucher zu festigen und zu erweitern wurden in den Jahren 1999/2000 wieder umfangreiche Arbeiten am „Egge Museum durchgeführt. Mit einem Kostenaufwand von 360.000 DM wovon 50% durch das EU- Programm „Leader II“ gefördert wurden, ist dann hier eine multifunktionelle Einrichtung entstanden. Hier fanden Kleinkunstveranstaltungen, Ausstellungen, Konferenzen und sonstige Aktivitäten statt. Auch die Eisenbahnfreunde haben hier ihr Domizil aufgeschlagen, um ein Stück Eisenbahnergeschichte zu präsentieren. Am 1. Mai 2000 wurde das Museum dann nach erfolgreicher Renovierung unter reger Beteiligung der Altenbekener Bürgerinnen und Bürger sowie der Europaabgeordneten Mechthild Rothe neu eröffnet. "Altenbeken hat jetzt eine Kulturstätte von überregionaler Bedeutung", so der Bürgermeister Wessels. Die Räume wurden vom ev. Pfarrer Pothmann und dem kath. Pfarrer Wiedeking eingesegnet. Doch als das Kulturbüro Altenbeken verließ, das von Carsten Hormes erfolgreich betrieben wurde, ist es still um das Altenbekener Ofenplatten - Museum geworden. Diese Kultureinrichtung , die mittlerweile in 14 Städten in der Region Kabarett und Musik veranstaltet, war eine Bereicherung für Altenbeken. Auf Beschluss des Gemeinderates ist hier nun ein gastronomischer Betrieb - die so genannten Museumsstuben - eingerichtet.

 Das Bild zeigt den alten Bessenhof - eingefügt sind Bauer Josef Driller (links) und Bürgermeister Heinrich Menne (rechts)

Donnerstag, 26 Mai 2016 00:00

Fronleichnam

Ein herrlicher und künstlerisch liebevoll gestalteter Blumenteppich war auf dem Kirchplatz in Buke zu bewundern.

Zur Fronleichnamprozession haben acht Buker Damen dieses Schmuckstück zur Ehre Gottes in vielen Stunden gestaltet. (Fotos: Winfried Marx)

 Siehe auch ein Gedicht von Therese Beine, Schwaney aus dem Jahre 1958


Fronleichnam !

Fest der höchsten Lieben,

wo der Herr im Sakrament

verlässt des Tabernakels Zelle,

Lob und Dank ihm ohne End.

Er durchwandert unsere Straßen,

die geschmückt mit Birkengrün,

Fähnlein flattern in dem Winde,

viele tausend Blumen blüh’n.

In geweihten Priesterhänden

funkelt golden die Monstranz,

in der Brotsgestalt verhüllet

ist der ewigen Gottheit Glanz.

Hell ertönt das Silberglöckchen,

feierlich der Glocken Klang,

Böllerschüsse dröhnen mächtig,

fromm ertönet Lobgesang.

Weihrauch erfüllt die Lüfte,

Frieden atmet die Natur,

Gott im Sakramente segnet

Menschen, Tiere, Feld und Flur.

Kreis Paderborn (krpb). Ihnen liegt die Natur- und Kulturlandschaft sowie das kulturelle Leben in der Region besonders am Herzen: Den Ortsheimatpflegerinnen und – heimatpfleger sowie Ortschronistinnen und Ortschronisten im Kreis Paderborn. Im Frühjahr und Herbst tagen sie auf Einladung des Kreisheimatpflegers Michael Pavlicic, tauschen sich aus und präsentieren ihren Heimatort. In diesem Frühjahr hieß Ortsheimatpfleger Vinzenz Heggen die Gäste im Paderborner Ortsteil Sande willkommen. Der Lippesee und die Geschichte des Ortes standen dabei im Fokus der Tagung. Der Einsatz für den Lippesee in der Vergangenheit habe sich gelohnt, so Heggen. Das rund zehn Hektar große Gebiet habe sich zu einem herausragenden Lebensraum für charakteristische und zum Teil gefährdete Tier- und Pflanzenarten entwickelt.In seiner Funktion als stellvertretender Landrat überbrachte Heggen anschließend auch die Grüße des Kreises Paderborn sowie Überraschungsglückwünsche an den „Chef“ in der Runde: Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic wurde kürzlich zum neuen Vorsitzenden des Verwaltungsrates im Westfälischen Heimatbund gewählt. „Seine 24-Stunden-Tage hatten wohl noch eine kleine Lücke“, schmunzelte Heggen, der Pavlicic auch für diese Aufgabe eine „glückliche Hand“ wünscht. „Wenn alle zusammenkommen, das ist Heimat.“, betonte anschließend Paderborns Bürgermeister Michael Dreier, der selber in Sandes Nachbarort Anreppen aufgewachsen ist und das Dorfleben zu schätzen weiß. Äußerst wichtig sei die Arbeit der Heimatpfleger. Denn Zukunft brauche Herkunft und Geschichte, die für nachfolgende Generation mit Leben gefüllt werden müsse. Es gelte, dieses Wissen weiterzugeben und zu erhalten, so Dreier. Heimatpflege ist auch Ortsbildpflege. Wie sich das Ortsbild von Sande entwickelt hat, stellte Vinzenz Heggen am Nachmittag dar. In den vergangenen 25 Jahren habe sich die Bevölkerung dort verdoppelt. Lebten 1970 noch 2.288 Einwohner in Sande, sind es heute mehr als 6.000. „Das Gesicht des Ortes hat sich völlig verändert“, sagte Heggen und zeigte Fotos und Karten. Ein Blick aus der Vogelperspektive bot ein 6-minütiger Film, der mit einer Drohne aufgenommen worden war.

 Neben der Erforschung und Dokumentation historischer und kultureller Sachverhalte setzen sich die Heimatpfleger und Ortschronisten für den Schutz der Landschaften, die Erhaltung der Bauwerke und Überlieferung der Bräuche ein.  Im Kreis Paderborn ist das Kulturamt mit Sitz in Büren Ansprechpartner für die Heimatpfleger. 

Bei der Rehberghütte im Eggewald oberhalb von Altenbeken hatte ein Sturm großen Schaden angerichtet. Ein Baum zerstörte die Wandertafel, die hier stand. Auch die historischen Aufzeichnungen und die Hinweistafel über die frühere optische Telegrafenstation wurden zerstört bzw. beschädigt. Ortsheimatpfleger Rudolf Koch, welcher sich um die Pflege dieser historischen Stätte in all den Jahren kümmerte, konnte nur noch die übrig gebliebenen Überreste in Gewahrsam bringen. Der Ortsheimatpfleger setzte sich sofort dafür ein, dass hier eine neue Wandertafel errichtet wurde. Er informierte die Landesstelle für Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge Herrn Scholz der ihm die Finanzierung zusagte. Hauptwegewart des Eggegebirgsvereins, Herr Josef Jakob, hat es sich als eine der letzten Amtshandlungen in seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit nicht nehmen lassen, sich auch um die Wiedererstellung dieser historischen Stätte zu verwenden. Nun steht sie wieder am angestammten Platz im Eggewald und gibt auch u.a. Zeugnis von den preußischen Telegrafisten in den Jahren 1833 - 1849. Die Kosten beliefen sich auf ca. 3.500 Euro. Selbstverständlich sind auch Hinweise über Wanderwege in der Egge angebracht. Die Bilder und Grafiken sind digital gedruckt, graffitiresident und gegen UV-Strahlen geschützt. Die Tafel steht nur wenige Meter vom Standort der alten Station entfernt. Hier wurde im Jahr 1992 ein Erinnerungsstein auf Initiative des Ortsheimatpflegers aufgestellt.

 

Das Bild zeigt die neu errichtete Hinweiswegetafel bei der Rehberghütte Altenbeken.

Mittwoch, 04 Mai 2016 00:00

Neuer Maibaum in Schwaney

Bei strahlendem Sonnenschein stellte der Löschzug   Schwaney am Maifeiertag den neuen Maibaum (Vereinsbaum) der Öffentlichkeit   vor. Der Baum besteht, wie schon berichtet, nicht mehr aus Holz, sondern aus   Metall, ist zwölf Meter hoch und stattliche 420 Kilogramm schwer.   Löschzugführer Markus Knoke und der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft und   Ortsvorsteher Hermann Striewe bedankten sich bei den Kameraden Josef Striewe,   Björn Böddeker, Andre Koch, Heinrich Striewe, Jörg Oldenettel sowie Patrik   Benstein, die den Baum in unzähligen Arbeitsstunden  hergerichtet haben.   Ein großes Dankeschön sprach Hermann Striewe auch dem Spender des Baumes   Markus Finke aus.  Lob und Anerkennung ging an alle anderen Kameradinnen   und Kameraden sowie den anderen Vereinen, die zum Gelingen des Festes   beigetragen haben. Im Anschluss wurde kräftig bei gekühlten Getränken sowie   bei Kaffee und Kuchen gefeiert. Für die Unterhaltung der kleinen Gäste war   mit einigen Aktionen bestens gesorgt.

Unter Federführung des Bahnorchesters (BOA) wurde auch in diesem Jahr der Maibaum wieder aufgestellt. Angeführt mit dem Flügelrad an der Spitze, richtete ihn das Bahnorchester mit Emblemen auf den Marktplatz auf. Das Flügelrad ist das Wahrzeichen der Eisenbahn und steht für Innovation, Geschwindigkeit und Moderne. Dieses hat sich auch das BOA für die nächste Zeit auf ihre Fahne geschrieben und stellte auch in diesem Jahr seine musikalische Qualität unter Beweis.

 

Samstag, 30 April 2016 00:00

Der Monat Mai

Maienglück

 

Am Wege buhlt ein Apfelbaum,

ein alter windzerzauster Recke,

im neuen Wams aus Blütenschaum

mit einer weißen Schlehdornhecke.

 

Es blüht an Busch und Baum und Strauch,

soweit die blanken Augen schauen,

nun blüht der erste Flieder auch

in meiner Heimat grünen Gauen.

 

Zwei Menschen wandern Hand in Hand,

vor lauter Glück wie traumverloren,

in`s weite, weiße Blütenland,

das uns der junge Mai geboren.

 

Um Wald und Feld und Flur und Hag

fließt weihevolles, tiefes Schweigen,

und farbenfroh versinkt der Tag

in einem Meer von Blütenzweigen.