Rudolf Koch

Rudolf Koch

Am Samstag, den 23. April 2016 unternahm zum dritten Mal der Arbeitskreis "Zeit- und Regionalgeschichte des Kreisverbandes Paderborn im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ eine (militär)-historische Entdeckungsfahrt durch den Kreis Paderborn. Die Leitung hatten Hermann-Josef Bentler (als Koordinator des Arbeitskreises), Norbert Ellermann (Historiker und Museumspädagoge), Wilhelm Grabe (Stadt- und Kreisarchivar) und Heinrich Vogt (Geschäftsführer des Kreisverbandes Paderborn).

Der Anfang der mit über 40 Teilnehmenden sehr gut besuchten Tagesfahrt mit dem Bus wurde gemacht in der Eisenbahnergemeinde Altenbeken, wo die Gruppe vom Gemeindeheimatpfleger Rudolf Koch empfangen wurde. Hier galt das Interesse dem Viadukt, der in den Kriegsjahren eine wichtige West-Ost-Verbindung war. Seine Zerstörung galt daher für die Alliierten mit als kriegsentscheidend. Der Heimatpfleger berichtete über die mehrmalige Bombardierung dieses Bauwerks in den Jahren 1944 und 1945, die er noch selbst miterlebte. Am Sonntag, den 26. November 1944 wurde zum ersten Mal der Viadukt zerstört. Während der nachfolgenden Aufräumarbeiten wurden durch einen weiteren Luftangriff am 29. November 1944 der Viadukt und auch der Bahnhof wieder schwer getroffen. Viele Tote waren zu beklagen und das Umfeld glich einer Ruinenlandschaft. Der Viadukt wurde dann mit Stahlkonstruktionen wieder befahrbar gemacht. Aber kaum rollte der Verkehr wieder, kam der nächste Luftangriff am 9. Februar 1945. Die größte Zerstörung durch Bomben mit gewaltiger Sprengkraft erfolgte dann am 22. Februar 1945. Die Busgruppe besuchte in diesem Zusammenhang auch den so genannten Alten Friedhof, auf dem mehrere durch die Kriegsereignisse getötete Zivilisten ruhen. Das besondere Augenmerk galt weiterhin den Gräbern von elf ukrainischen „Fremdarbeitern“, die im Luftschutzstollen im Mühlenberg unterhalb des Viaduktes zusammen mit sieben jungen deutschen Flak-Helfern ihr Leben lassen mussten. Heute erinnert ein Gedenkstein an dieses traurige Ereignis.

Anschießend fuhr die Gruppe nach Paderborn-Mönkeloh, wo der Stadt - und Kreisarchivar Wilhelm Grabe die Geschichte des ehemaligen Flugplatzes vorstellte. Nach einer Mittagspause im Restaurant Wolke 7 am Haxterberg ging es zur ehemaligen Muna Ringelstein, wo der Ortsvorsteher Dirk Nölting die Geschichte der ehemaligen Munitionsanlage der Wehrmachts-Luftwaffe anschaulich sichtbar machte. Nach einer Kaffeepause im Cafe Stilbruch in Büren ging es zurück zum Kreishaus Paderborn.

Foto: Winfried Marx

Der Viadukt in Altenbeken ist wieder befahrbar.

 

Vor 70 Jahren - am 1. Mai 1946 - konnte der in den Kriegsjahren zerstörte Viadukt wieder befahren werden. Somit hatte die „Völkerwanderung“ durch Altenbeken ihr Ende gefunden. Nach Kriegsende genoss der Wiederaufbau des Beke – Viadukts höchste Priorität. Züge aus Paderborn endeten vorrübergehend an einem provisorischen Bahnsteig vor der Brücke. Die 120 Stufen zu diesem Bahnsteig und der beschwerliche Fußweg durch das Bekedorf zum Bahnhof wird noch manchen   Reisenden lange Jahre im Gedächtnis geblieben sein.

Um den Viadukt wieder befahrbar zu machen, waren ernorme Anstrengungen erforderlich. Es standen kaum Arbeitskräfte zur Verfügung und auch die Versorgung mit Baustoffen war mit größten Problemen verbunden. Zuerst einmal wurde auf die alten stählerne Behelfskonstruktion zurück gegriffen. Nach dem Richten und Vervollständigen der einzelnen Bauteile wurde Anfang 1946 mit dem Wiederaufbau zwischen die noch vorhandenen Reste des Bauwerks begonnen. Ausgeführt wurden die Arbeiten von den Firmen Backhaus, Paderborn, C.H. Jucho, Dortmund, welche die Stahlbauarbeiten erstellte und der Firma Wolfsholz aus Düsseldorf. Die Bauleitung lag in den Händen von Dr. Ing. Gerhard Mecklenburg. Bevor aber der Viadukt wieder – wenn auch nur mit 20 km/h – befahren werden konnte, wurde einen Tag vorher am 30. April 1946 mit zwei schweren Dampflokomotiven der Baureihe 44 eine Belastungsprobe durchgeführt. Eine dieser Lokomotiv - Typen steht jetzt am Eggemuseum und wurde von der Gewerkschaft der Lokomotivführer Ortsgruppe Altenbeken erworben. Der mutige Lokomotivführer war seinerzeit Edmund Schmolke vom Bahnbetriebswerk Altenbeken (siehe Foto), der sogar dafür mit einer Flasche Branntwein und mit einer Kiste guter Zigarren belohnt wurde. Das Bild zeigt dieses historische Ereignis.

Dienstag, 26 April 2016 00:00

Gedenkstein für Kriegstote beschädigt

Gedenktafel auf historischen Grabstein erinnert an die Ziviltoten des Krieges.

 

Man schrieb das Jahr 1944/45. Das waren traurige und schmerzhafte Jahre für die Eisenbahnergemeinde Altenbeken. Bei der Bombardierung des Viaduktes und bei der Einnahme Altenbekens durch die Siegermächte mussten 25 Bürgerinnen und Bürger ihr Leben lassen. Ein großer Teil von ihnen fand die letzte Ruhestätte auf dem "Alten Friedhof", da der Gottesacker am Anfang des Dorfes bei den Angriffen auf den Viadukt von den Bombengeschwadern verwüstet worden war. Aus diesem Anlass wurde hier ein auf Veranlassung von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch ein historischer Grabstein mit einer Gedenkplatte aufgestellt.         Dieser wurde nun am Dienstag, den 19. April 2016 erheblich beschädigt. Die Gemeindeverwaltung (Bauamt) will aber den Schaden von einen Bildhauer wieder in Ordnung bringen lassen. Hierüber wird dann noch zu berichten sein.

Freitag, 15 April 2016 00:00

Der "Todesstollen".

Unterhalb des Viaduktes wurde ein Luftschutzbunker während des Krieges 1944/45 in den Stapelsberg gegraben. Hierin fanden 18 Menschen bei Bombenangriffen auf das Bauwerk - darunter 7 junge Flakhelfer und 11 ukrainische Arbeiter - den Tod. Ein russischer Bergmann lebte noch, als man nach 11 Tagen Freilegungsarbeiten, die Verschütteten fand. Er deutete an, dass noch mehr Tote im Berg verschüttet wären. Die Altenbekener nennen deshalb diesen Bunker heute noch: "Todesstollen". Ein Gedenkstein erinnert an diesen schrecklichen Schicksalstag im Schatten des Viaduktes. Foto: Winfried Marx.

Freitag, 15 April 2016 00:00

Bergbau und Eisenverhüttung

Bergbau und Eisenverhüttung reicht im

Altenbekener Raum weit zurück.

 

Ein kleiner Rückblick von : Ortsheimatpfleger Rudolf koch

Im Raum Altenbeken reichen der Abbau von Eisenerz und die Verarbeitung von Roheisen weit zurück. Ja - bis in das Mittelalter hinein, geben zahlreiche Schlacke- und Abraumhalden - die so genanten Pingen - Zeugnis aus der damaligen Zeit. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1392. Einen Eisengehalt von 25 - 36 % hatte das abgebaute Erz und es verfügte auch aufgrund des hohen Kalkgehaltes über günstige Eigenschaften bei der Verhüttung. Dieses im Tagebau gewonnene Eisenerz wurde direkt vor Ort in offenen Herdfeuern oder in niedrigen Schachtöfen zu Roheisen geschmolzen. Später ging man dazu über eine Verlagerung der Roheisenproduktion in den Ort Altenbeken zu verlegen. Dieses ist erstmals nachweislich in einer schriftlichen Urkunde überliefert. So steht aus dem Jahr 1578 geschrieben:

"Innerhalb des Dorfes bewegt (die Beke) Wasserräder, durch deren Antrieb auf maschinelle Weise Hämmer das Eisen schlagen, dessen Rohmaterial an benachbarten Orten gefördert und geschmolzen wird. Es werden auf gleiche Weise Blasebälge bewegt, durch deren Wind sich das Eisen im Feuer verflüssigt."

Die Verarbeitung nahm zu und es wurden immer größere Produktionsmengen verarbeitet. Doch man musste in immer tiefere Schichten vorstoßen, was erheblichen Kosteneinsatz abverlangte. Das erste Hüttenwerk musste wohl deshalb den Betrieb vor 1600 eingestellt haben. Erst im Jahre 1607 wurden die Herren Heistermann und Ludwig mit der Förderung von Eisenerz vom damaligen Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg belehnt. Wenige Jahre später war ausreichend Eisenerz gefördert worden, so dass die Gewerke ab 1910 einen Hochofen betreiben konnten und im Jahre 1614 ein Hammerwerk. Diese Werke waren bedeutende Arbeitgeber für Altenbeken, bis sie gegen Ende des 30jährigen Krieges in finanzielle Schwierigkeiten gerieten und an Hermann Bernhard von Schildern aus Himmighausen verkauft wurden. Dieser ließ einen neuen Stollen anlegen und die Werke florierten mit großem Erfolg. Doch nach 1670 wurde nur noch unregelmäßig Eisenerz gefördert, welches wohl auf das Grubenwasser zurück zuführen ist. Dadurch wurden die Stollen in größeren Tiefen überflutet. Erst durch die Übernahme der Schilderschen Güter durch Reichshofrat von Donop im Jahre 1715 wurden neue Initiativen zur Instandsetzung des Betriebes gestartet. Zuerst errichtet er mehrere Wohn - und Hüttengebäude und so steht geschrieben, er brachte es "zum guten stande". Er baute zuerst für 2000 Taler im Jahre 1730 einen neuen Stollen, der zwei Jahre Bauzeit benötigte.

Danach verpachtete er seinen Betrieb an zwei Harzer Gewerke, die bis 1738 gusseiserne Öfen in großer Zahl und bester Qualität produzierten. Jahre später jedoch gingen die Donopschen Werke in Konkurs und wurden von einem Konkursverwalter geführt. Es kamen immer wieder neue Pächter, bis dann das Berg- und Hüttenwerk im Jahre 1749 an Dr. Ulrich aus Brilon verpachtet wurde. Dieser baute für 7.000 Reichstaler einen neuen Stollen und es war dadurch möglich das Hüttenwerk dauerhaft mit Eisenstein zu versorgen. Nach dem Tod Ulrichs im Jahre 1755 wurde das Berg- und Hüttenwerk von seinem Bruder Ludwig Ulrich bis 1774 weitergeführt. Es begann weiter eine Blütezeit und statistische Angaben sagen aus, dass große Mengen Eisenstein von großer Qualität gefördert wurden, die im Hochofen zu Roheisen verarbeitet werden konnten. Der Gesamtwert der Anlagen wurde mit 60.000 Reichstalern veranschlagt.

Im Jahre 1767 wurde die Bedeutung der Eisenwerke Altenbeken durch die Anlage eines zweiten Berg- und Hüttenwerkes noch gesteigert. Als der Sohn des Hüttenbesitzers von der Hofkammer die Erlaubnis erhielt, einen Stollen (Antoniusschacht) an Köhlerberg anzulegen, wurde 1778 ein neuer Hochofen in Betrieb genommen. Gegen die Errichtung dieses Bergwerks legte von Donop klage ein, da er auf dem Standpunkt stand, das ganze Revier seinerzeit vom Fürstbischof konzessioniert bekommen zu haben. In einem über 20jährigen Verfahren wurde jedoch vom Reichskammergericht die Erteilung zum Bau eines Stollens von Anton Ulrich für rechtmäßig erklärt. Im Jahre 1803 kam es wegen hoher Schulden der Donopschen Güter zu einem Verkauf der Altenbekener Eisenwerke und sie gingen in den Besitz des Konkurrenten Anton Ulrich über. Dieser ließ sein Werk abbrechen ( Standort Ecke Bollerbornstraße heute Haus Spieker) und ließ die Donopschen Anlagen modernisieren.

Im Jahre 1823 verkaufte Ulrich sein Werk in Altenbeken an den Regierungsrat Langen, der es dann bedeutend vergrößerte. Nach seinem Tod wurden die Erben Adolf Langen, Witwe Wilhelmine Hillebrand und Heinrich Moors Besitzer. Im Jahre 1906 wurde dann das Werk an die Firma Kropff aus Olsberg verkauft. Als der neue Besitzer früh starb und die Witwe den Geheimrat Federath heiratete war sie Besitzerin bis sie dann Anfang 1919 den Betrieb an die Frankschen Eisenwerke verkaufte. Im Jahre 1926 wurden dann die Tore dieses jahrhunderte alten Eisenwerkes geschlossen, das vielen Generationen in Altenbeken "Arbeit und Brot" gegeben hatte.Heute erinnern noch das alte Herrenhaus (Gasthaus Friedenstal) und das alte Hammerhaus unterhalb des Viaduktes, sowie die Straßenbezeichnungen "Hüttenstraße" und "Am Hammer" an die Eisenindustrie. Auch nach den Besitzern und Pächter sind mehrere Straßen und Wege benannt. 

Hüttenanlage in Altenbeken im Jahre 1839 im Bild                         Federzeichnung von Franz Josef Brand.

Montag, 14 März 2016 00:00

Nachkriegsjahre

Das Jahr 1946 in Deutschland und in Altenbeken.

von: Rudolf Koch, Ortsheimatpfleger

 

Zur Zeit wird viel diskutiert über Flüchtlinge, die nach Europa und vor allen Dingen nach Deutschland kommen. Auch das Paderborner Land und unsere Gemeinde Altenbeken sind natürlich gefordert. Doch dieses ist alles schon einmal da gewesen - besonders nach dem Krieg, als viele Menschen aus den Ostgebieten vertrieben wurden. Ungeachtet ihres Schicksals wurden sie zuerst Flüchtlinge genannt. Einer von ihnen - der spätere Schriftführer des Bundes der Heimatvertriebenen Ortsverband Altenbeken - Josef Dörfler schreibt in seine Chronik:

" Wer diese Vertreibung nicht selbst erlebte, kann sich dieses grausame Schicksal nicht vorstellen Von Ostpreußen bis zum Sudetenland bewegte sich ein Millionenheer mit ihrer letzten armseligen Habe, hungernd, frierend und verzweifelt westwärts, um irgendwo eine Bleibe zu finden." In Altenbeken waren im Frühjahr erst vereinzelt diese Menschen gekommen aber bis zum Herbst wurden es immer mehr.

Es wurde ein Flüchtlingsausschuss in Altenbeken gebildet. Ihm gehörten an: Der kath. Pfarrer Greinemann, der ev. Pastor Wensky, Bauer Driller, Lokführer Georg, Haumeister Brockmann, Bauer Schrader, Kaufmann Freitag und Bäckermeister Torbohm."Schon jetzt sind es 100 Personen, die hier Unterkunft gefunden haben", schreibt der damalige Chronist. Am 2. September 1946 kam ein großer Eisenbahn - Transport Schlesier - etwa 70 Personen. Sie wurden im Saal des Bahnhofshotel Höschen untergebracht, verpflegt und dann in zugewiesene Notwohnungen weitergeleistet. Die meisten dieser Menschen kamen aus Riegersdorf. "Wohltuend war, dass durch das "Rote Kreuz" und der "Caritas" eine kräftige Haferflockensuppe ausgegeben wurde. Dieses wird uns stets in guter Erinnerung bleiben, " so Josef Dörfler. Vom Rektor der früheren Volksschule wurden auch die Altenbekener Kinder angewiesen mit Handkarren das Gepäck zu den Quartieren zu transportieren. Es waren meist Frauen und Kinder. Die meisten Männer waren im Krieg gefallen oder noch in Gefangenschaft. Selbstverständlich wurde auch eine Familie, auf Wunsch des Pfarrers Greinemann, im Pfarrhaus untergebracht, wo sie lange Jahre wohnten.  Viele Häuser im so genannten Unterdorf beim Viadukt waren zerstört oder unbewohnbar. Auch diese Familien (Evakuierte) mussten versorgt und erst einmal unterkommen - also besonders in Altenbeken - waren große Schwierigkeiten zu überwinden. Die Einheimischen selbst waren nicht gerade feudal eingerichtet. Badezimmer gab es nicht und das "Plumsklo" war Gemeingut. Auch die Küche wurde gemeinsam benutzt. In Altenbeken standen auch noch mehrere Holzhäuser - Baracken genannt -, die in den Kriegsjahren von Wachsoldaten und Handwerkern bewohnt waren, die den Viadukt wieder aufbauten und nach dem Krieg leer standen. Viele standen auf dem Turnplatzgelände und auf Selkers Wiese. Selbstverständlich wurde die Turnhalle selbst als Wohnung eingerichtet. (siehe Bildergalerie)Zimmermeister Christian Lammers, der hier ein Sägewerk besaß, stellte neue "Holzbaracken" her, die dann im Gemeindegebiet aufgestellt wurden.  Eine dieser Notunterkünfte steht heute noch unbewohnt im Frankental. Sie wurde von dem damaligen Bewohner Paul Glaz und seiner Familie im Laufe der Jahre mit Backsteinen ausgemauert. (siehe Bild). Natürlich wurde in den meisten Häusern eine Ziege im Stallanbau gehalten, ein Schwein wurde gefüttert und Hühner und Gänse gehörten ebenfalls dazu. Die Schlesier integrierten sich schnell in Altenbeken. Besonders die Kinder in der Schule und in der Nachbarschaft schlossen schnell Freundschaften. Auch bei den Erwachsenen gab es keine Schwierigkeiten Mehrere Ehen zwischen Heimatvertriebenen und Einheimischen wurden geschlossen. Im Gemeinderat waren sie später vertreten und in Vereinen und anderen Körperschaften waren sie willkommen und bekleideten hier Vorstandsposten.Ein paar Zahlen aus der Statistik:

Drei Jahre nach Kriegsende Ende Dezember 1948 hatte Altenbeken: 3654 Einwohner - davon waren: 453 Heimatvertriebene und 357 Evakuierte.

Das Bergdorf Buke, dessen urkundlichen Erwähnung aus dem Jahre 1231 stammt, kann auf eine bewegte Geschichte zurück blicken. Die ersten Ansiedlungen waren im Schutze der großen Bodensenkung vor dem Eggegebirge mit seinen am Westhange gelegenen ausgedehnten Buchenwaldungen. Daher war auch die älteste Bezeichnung von Buke: "To den Buken" (bei den Buchen). Auch die alte Heerstraße führte mitten durch das Dorf und somit hatte Buke mit allerlei ungebetenen "Gästen" zu kämpfen. Als das Hochstift Paderborn von den Franzosen besetzt wurde, und Napoleon seinen Bruder Bonaparte als König von Westfalen einsetzte, war auch hier eine schwere Zeit angebrochen. Im Jahre 1809 waren die Einwohner durch hohe Steuern und Militäraushebungen sehr stark belastet und als sie 1812 zusätzlich noch 600 Taler aufbringen mussten, schürte dieses natürlich den Hass gegen die französischen Machthaber. Als dann Napoleon in den Weiten Rußlands im Krieg geschlagen wurde und sein Heer den Rückzug antreten musste, brach die Not erst richtig aus. Buke hatte durch Einquartierungen napoleonischer Soldaten hart zu kämpfen.

Eines Nachts - so ist überliefert - mitten im Winter des Jahres 1813 kam wieder ein Trupp französischer Soldaten ins Dorf Buke. Vorne weg - mehrere Pferdeschlitten mit Offizieren, die sofort in den größten Anwesen Quartier nahmen und die Bauernfamilien auf die Straße setzten. Voller Hass und Bitterkeit beobachteten sie das Treiben der fremden Soldaten und sahen, wie man eine große, schwere Kiste in eines ihrer Häuser trug. Auch Napoleon, so glaubt man, sei aus einer der Kutschen gestiegen. "Dieser Korse lag nun in ihren Betten und ließ es sich gut gehen, während ihre Söhne für ihn verblutet und erfroren waren. Viele waren noch vermisst, würden sie ihr Bergdorf Buke jemals wieder sehen", so fragten sie sich!

Am Morgen schallten mehrere Schüsse durch das stille Dorf. Ein Standgericht war abgehalten worden, denn man hatte die Posten, die Wache halten sollten, volltrunken aufgefunden. Es herrschte eine große Aufregung unter den fremdländischen Soldaten, denn die große, schwere Kiste, die sich als Kriegskasse Napoleons bei den Verhören der Buker herausstellte, war spurlos verschwunden. Die Bergdörfler aber schwiegen hartnäckig und da aber russische Kosaken den Franzosen auf den Fersen waren, zogen sie unter heftigen Verwünschungen aus Buke ab.

Einige Buker Bauern aber lachten sich insgeheim ins Fäustchen, hatten sie doch den Posten heimlich "Selbstgebrannten" zugesteckt, um sie außer Gefecht zusetzen. Nun hatten sie es dem Korsen heimgezahlt, für die Not und das Elend welches er ihnen gebracht hatte. Die Mehrzahl der Buker Bürger aber, die von dem Vorfall nichts erfahren hatten, wunderten sich , dass ein paar Bauern plötzlich über einen großen Reichtum verfügten.

150 Jahre später tauchte sie wieder auf - die alte Kriegskasse Napoleons. Man schenkte sie dem damaligen Bürgermeister des Nachbardorfes Altenbeken für sein Museum. Hier steht sie heute noch und ist Anlass für diese "sagenhafte" Geschichte.

 Das Bild zeigt: Herrn Franz Kurze + damaliger Direktor des Egge-Museums in Altenbeken, bei der Kriegskasse, um die sich diese besondere Geschichte rankt. 

 Rudolf Koch, Ortsheimatpfleger Altenbeken

Montag, 15 Februar 2016 00:00

Buker Schützen verabschieden sich

Als Dank und zur Erinnerung für sein priesterliches Wirken in den achteinhalb Jahren, auch in der Pfarrgemeinde St. Dionysius Buke, haben die Schützen Herrn Pastor Frank Schäffer eine Fotocollage mit Stationen seines Wirkens in Buke anlässlich der Verabschiedung überreicht. Das Bild zeigt Brudermeister Waldhof, Kaiser Bölte u. Oberst Keuter. Foto: Frank Striewe.

Samstag, 06 Februar 2016 00:00

Der historische Bollerborn

Eine alte Ansichtskarte mit dem Spruch, der am Denkmal auf einer gußeisernen Platte zu lesen ist. Dieser sagt aus, dass schon Karl der Große in Altenbeken war.