Rudolf Koch

Rudolf Koch

Montag, 07 September 2015 00:00

Trunkenbolde betreffend .......

Eine Geschichte zum Nachdenken ... aus der guten alten Zeit.

Wenn man alte Akten in Stadt – oder Gemeindearchiven sichtet, dann stößt man unwillkürlich auch auf Vorgänge, die aus heutiger Sicht skurril erscheinen.

Zum Beispiel die Akte des Amtes Lippspringe: Trunkenbolde betreffend .............

So liest man dann mit Datum vom 15. Januar 1897, dass auf Vorladung bei der Amtsverwaltung in Lippspringe der Mauerer XY erschien, der eine dem Trunke ergebene Person sei und „dieserhalb“ ernstlich ermahnt wurde. Weiter heißt es dann weiter, „ Es wurde demselben mitgetheilt, dass im Wiederholungsfalle er für einen Trunkenbold erklärt , den Wirthen auf Grund der Ober =Präsidal= Verfügung vom 20. September 1841 als solcher bezeichnet werde und dann sämtliche Wirthschaften zu meiden habe“.

Da sich der Mauerer XY an diese Abmachung nicht hielt und der Polizeidiener Schröder mit Datum vom 29. April 1897 von der Ehefrau benachrichtigt worden war, daß ihr Mann dem Brantweingenuß weiter nachging und sie dann sogar schlage, meldete dieser das dem „Hochwohlgeborenen Amtmann“ und es wurde dann folgende Verfügung erlassen:

„Mit Datum vom 30. April 1898 wird der Nebenbezeichnete , da er im Wiederholungsfalle betrunken gewesen ist, so ist gegen denselben eine schriftliche Verfügung zu erlassen, daß er „ für die Dauer von 1 Jahre als eine dem Trunke ergebene Person erklärt sei und deshalb für diese Zeit sammliche Wirthschaften zu meiden habe. Gleichzeitig ist derselbe den Schankwirthen des Bezirkes als Trunkenbold zu bezeichnen unter ausdrücklicher Hinweisung der Wirthe auf die Vorschriften der Ober=Präsidial=Verordnung vom 20. September 1841, gemäß

welcher diejenigen Schankwirthe, welche einem von der Ortspolizeibehörde ihnen als Trunkenbold bezeichneten Individuum Branntwein zu verabreichen fortfahren oder demselben auch nur den Aufenthalt in der Gaststube gestatten in eine Polizeistrafe von 6 bis 15 Mark genommen und bei wiederholt bewiesener Nachlässigkeit gegen die in dieser Beziehung auferlegten Pflichten mit Entziehung der Conzession bestraft werden sollen.“

Nun mußte der Polizeidiener alle in dem Bezirk liegenden Gaststätten und Colonialwarenläden, die Branntwein verkaufen, von dieser Verfügung Mitteilung machen. Der Amtmann hatte ferner angeordnet, daß die Aushändigung dieser Verfügung von den Wirten zu bescheinigen sei.

Doch aus der Akte ist zu erfahren, daß der „Trunkenbold“ es immer wieder – wie der Polizeidiener berichtete:

„ im alkoholisierten Zustand immer zu Ärger Anlaß bot“.

Wie er an den Branntwein käme, könne er auch nicht sagen. Nun blieb der Obrigkeit nur noch das Mittel – so Amtmann Mersmann zu Lippspringe – ihn in eine Anstalt einzuweisen.

Diese war nach etlichen Bemühungen dann auch gefunden .

Man wies den Maurer XY in die Heilanstalt Bernardshof bei Maria – Veen ein.

Ob der „Trunkenbold“ von seinem Leiden nun geheilt wurde, darüber schweigen die Preußischen Akten des Amtmann Mersmann zu Lippspringe.

Sicher erweckt ein derartiger Vorfall aufgrund der Verfahrensweise und auch wegen seines aus dem allgemeinen Sprachgebrauch weitgehend verschwundenen Vokabulars beim heutigen Leser eine gewisse Heiterkeit. Macht man sich dann aber klar, welche Ausmaße Alkoholmißbrauch und Alkoholismus mittlerweile in allen Schichten unserer Gesellschaft angenommen haben, dann drängt sich die Frage auf, ob das damalige Verfahren der Behörden, wirklich so abwegig und erheiternd war, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

 

Ortsheimatpfleger Rudolf Koch ein Buch mit 135 Seiten in DIN A 4 Format herausgegeben. Neben mehreren Seiten Historie dieses 110 Jahre alten Bauwerks in der Dorfmitte Altenbeken, werden auch schöne Bilder von der Höhe des Kirchturms aus 150 Meter Höhe von dem Eggedorf präsentiert. Der Hauptteil dieser Broschüre behandelt natürlich die Arbeiten über die Restaurierung des Gotteshauses, die nun abgeschlossen sind. Es ist ab sofort beim Ortsheimatpfleger oder bei der örtlichen Buchhandlung Kuhfuß in der Ortsmitte zu erwerben. Der Reinerlös ist für die Restaurierung der Kirche bestimmt.

Vielfältige Spuren hat der 2. Weltkrieg - auch in der Altenbekener Natur - hinterlassen. Wo in einem 85 Meter langen U-förmigen Luftschutzstollen bei Bombenangriffen auf den Bekeviadukt Schutz gesucht wurde, fühlen sich inzwischen mehrere Feldermausarten sehr wohl, dass der Bunker zu den besonderen Schutzgebieten Europas zählt. Er ist zum Naturschutzgebiet "Egge Nord" eingestuft, welches 3100 Hektar umfasst. Nur wenige Altenbekener kennen diesen Stollen, dessen Zutritt in Kriegszeiten verboten war. In der Nähe war eine Flugabwehr mit Flakgeschützen stationiert und viele Beschäftigte der Bahn, sowie Handwerker und Zwangsarbeiter waren zu dieser Zeit (1944/45) beim Wiederaufbau des Viaduktes beschäftigt. Diesen diente die Stollenanlage im Kalksteingebirge als Schutz vor den Bomben. Die beiden Eingänge lagen ca. 50 Meter auseinander, einer brach in den Nachkriegsjahren ein. Den verbliebenen Eingang am Fuße einer meterhohen Steinbruchwand wurde komplett vom NRW - Umweltamt geschlossen. Hier haben seltene Fledermausarten, wie die Teichfledermaus oder das Große Mausohr sich eingenistet. Die mikroklimatischen Verhältnisse in ihm geben den Fledermäusen einen optimalen Schutz im Winter. Der Zugang zu diesem Gebiet ist deshalb nur diesen seltenen Tieren gestattet und stabile Gitter lassen den Fledermäusen einen Zugang, ansonsten ist der Eingang massiv gesichert.

Nur noch wenige ältere Altenbekener kennen dieses Gebiet, so Hellmut Niggemeier (78), dessen Vater nach dem Krieg als Eisenbahner hier Dienst verrichtete. Wegen des zerstörten Viaduktes mussten am Westende die Reisenden in Richtung Paderborn über 120 Stufen zu den Gleisen und hier in den Zug einsteigen. Da der Stollen nicht weit entfernt war, hat er und viele andere Kinder auch, diesen Bunker erforscht. Heute ist dieser nur auf "Schleichwegen" zu erreichen und das ist gut so, damit hier kein Unfug getrieben werden kann.

(Das Bild zeigt: Hellmut Niggemeier vor dem Eingang des 80 Meter langen Stollens. Er ist jetzt als Natura 2000 - Gebiet ein besonderes Schutzgebiet Europas.)

Bei einem Überholmanöver auf der Landstraße 755 in Richtung Neuenbeken am 8. April 2015 wurde das traditionelle Hammerkreuz total zerstört. Der heutige Eigentümer Herr Michael Reinke war sofort ansprechbar dieses historische Kreuz wieder aufzustellen. Nachdem von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch und dem derzeitigen Mieter des Hauses Herrn Peter Kneffel das Fundament wieder neu hergestellt worden war, wurde von Schreinermeister Sawatzki, Buke ein neues Kreuz errichtet, das nun auf dem Grundstück Reinke - früher Backhaus - wieder aufgestellt wurde. Die Kupferarbeiten für das Dach fertigte die Firma Bannenberg aus Buke. Nun steht es auch weiterhin für jeden sichtbar - etwas versetzt - am Anfang der Eggegemeinde Altenbeken neben der Hammerlinde. Darüber freute sich auch Ortsheimatpfleger Rudolf Koch, der die Wiederherstellung - Aktion leitete und die Historie dieses fast 200jährigen Mahnmals hervorhob: Das so genannte Hammerkreuz - benannt nach dem früheren Hammerwerk an dieser Stelle - wird erstmals in der Versteigerungs - Urkunde des Bauernhofes Niermeier vom Jahre 1811 erwähnt. Bei der Errichtung des Hammerkreuzes wurden, wie damals üblich, mehrere Linden angepflanzt, von denen eine die Jahrhunderte überdauert hat. Diese so genannte Hammerlinde misst einen Umfang von sechs Meter und steht heute unter Naturschutz. Das Hammerkreuz neben der Hammerlinde hat die Kriegsjahre und die Bombardierung auf den in unmittelbarer Nähe stehenden Viadukt in den Jahren 1944/45 fast heil überstanden. Das Fachwerkhaus ein paar Meter daneben wurde aber vollständig und das in unmittelbarer Nachbarschaft stehende Massivwohnhaus stark beschädigt, dass es zeitweise unbewohnbar war. In all den Jahren wurde das Hammerkreuz von den Eigentümern bezw. Mietern der Grundstücke liebevoll gepflegt, restauriert und für die am 25. April jeden Jahres stattfindenden Markusprozession festlich geschmückt. Bis zum Ende der 50-er Jahre fand diese Prozession noch statt, wurde dann aber wegen des stark zunehmenden Straßenverkehrs nicht mehr durchgeführt. Im Juni 1995 haben dann die Nachkommen der Familien Backhaus das Kreuz erneuern lassen. Am 11. August 1995 wurde es dann vor der Abendmesse, die in der "Alten Kirche" stattfand, von Pfarrer Hubertus Wiedeking neu eingesegnet. So war es selbstverständlich, das auch dieses Kreuz nach einer hl. Messe in der Alten Kirche in einer kleinen Feierstunde von dem Altenbekener Pfarrer Bernhard Henneke die kirchliche Weihe bekam. In seiner Predigt hob er besonders die Bedeutung von Wegekreuzen in der katholischen Heiligkreuz Gemeinde Altenbeken hervor. Das Bild zeigt nach der Einsegnung: v.l.n.r. Ortsheimatpfleger Rudolf Koch, Pfarrer Bernhard Henneke, Noah Kneffel (Kind) Michael Kneffel,( Mieter) und Grundstückseigentümer Sandra Büscher und Michael Reinke. Foto: Winfried Marx

Auf dem Bahnhof in Altenbeken werden zur Zeit umfangreiche Modernisierungsarbeiten durchgeführt. Diese Maßnahmen sollen 1,8 Millionen Kosten und werden zum größten Teil von der DB und vom Bund finanziert. Die Bahnsteige an Gleis 1 und Gleis 2 werden erneuert und auf einer Länge von fast 150 Metern angehoben. Für die Sicherheit der Reisenden wird eine Schranke zwischen den Gleisen installiert. Bis Mitte des Jahres 2017 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Im Rahmen der Modernisierungsoffensive 2 in Nordrhein - Westfalen zum barrierefreien Ausbau und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität von Verkehrsstationen profitiert damit auch der Bahnhof in Altenbeken.

Altenbeken-Buke: Unter Federführung des Hauptmanns Reinhard Simon von der St. Dionysius Schützenbruderschaft und des Ortsheimatpflegers Udo Waldhoff sowie durch tatkräftige Mitwirkung, insbesondere der Jungschützen, wurde der Eichborn grundlegend in ehrenamtlicher Arbeit saniert. Die gesamte Wegführung mit Wasserrinnen und Randbefestigungen wurde neu gestaltet, ausgekoffert und das historische Pflaster neu verfugt. Hierbei wurde die ehrenamtliche Arbeit durch den Bauhof der Gemeinde Altenbeken mit Baumaterialien großzügig unterstützt.Im Jahre 2002 wurde in einer beispielhaften Eigenleistungsmaßnahme der Buker Dorfgemeinschaft, unter Leitung des damaligen Ortsheimatpflegers Heinrich Bölte, der historisch bedeutsame Eichborn mit alter Waschstelle saniert und eine Mariengrotte neu errichtet und am 22. September 2002 vom damaligen Pastor Thomas Wulf in einer feierlichen Zeremonie eingeweiht. Für die Errichtung der Grotte mit Erstellung der historischen Waschstelle und Einfassung des Quellteiches und des Bachlaufes, wurden seinerzeit Kosten in Höhe von 35 000 Euro veranschlagt. Die Finanzierung erfolgte über Spenden und Eigenleistungen. Seitdem liegt die Pflege des Eichborns bei verantwortlichen Schützenbrüdern der Westkompanie und deren Familienangehörigen. In regelmäßigen Abständen finden Marienandachten dort statt.

Das Bild zeigt: v. l. n. r.: Heinrich Bußmann, Konrad Dommes, Fabian Kanne, Andre Drewes u. Udo Waldhoff. --- Foto: Johannes Nolte

Udo Waldhoff  erhielt für seine vielfältigen, jahrzehntelangen Verdienste insbesondere im kirchlichen Ehrenamt den päpstlichen Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“. Im Rahmen der Festmesse zum Schützenfest überraschte Präses Pfr. Bernhard Henneke alle Anwesenden mit dieser außergewöhnlichen, da seltenen Ordensverleihung. Der mit der Ehrung vollkommen überraschte Udo Waldhoff gehört seit 1988 ununterbrochen dem Kirchenvorstand, in dem er seit 1991 das Amt des stellvertr. Kirchenvorstandsvorsitzenden engagiert ausfüllt, an. Hierbei war er nicht nur federführend beteiligt bei Renovierung und Umgestaltung der Pfarrkirche und dem Umbau des Pfarrheims, sondern er übernahm in all den Jahren auch diverse Zusatzaufgaben, die über den Rahmen dieses Ehrenamt hinausgingen. So war und ist er für die Priester der Pfarrei Buke, wenn kirchlicherseits Hilfe und/oder Unterstützung benötigt wird, erster Ansprechpartner, der die anstehenden Aufgaben erledigt oder, falls es ihm selbst nicht möglich ist, aufgrund seiner weitreichenden Kontakte entsprechend koordiniert. 

Bei den Schützen der „St. Dionysius“ Schützenbruderschaft Buke engagiert der Geehrte sich als 1. Brudermeisters (seit 2007). Dieses Amt hatte er auch schon von 1997 bis 2000 inne, nachdem er sich von 1992 bis 97 als 2. Brudermeister aktiv in der Vorstandsarbeit bei den Schützen einbrachte. In seinem Amt kümmert er sich nicht nur um seine satzungsgemäßen Aufgaben, die in den kirchlichen Belangen der Bruderschaft liegen, sondern neben vielfältigem anderen Engagement ist ihm ein Herzensanliegen der Kontakt zu den älteren und kranken Mitgliedern, die sich gesundheitsbedingt nicht mehr so aktiv am Dorf- und Vereinsleben beteiligen können. Neben diverser Arbeit in anderen Vereinen u.a. Beisitzer im Vorstand des Fördervereins der 8. Husaren Buke prägt der Geehrte nun auch seinen Heimatort, in dem er seit dem 01. Jan. 2014 offiziell und tatkräftig das Amt des Ortsheimatpflegers übernommen hat.

 Im Bild von links 2.Brudermeister Martin Rüther, Ehrenpräses Pfr. Martin Göke, Oberst Hans Norbert Keuter, 1.Brudermeister Udo Waldhoff, Präses Pfr. Bernhard Henneke, amtierende Majestäten Johannes und Petra Bölte.

Am 23. Juni 1915 - also vor 100 Jahren - starb der 1. Pfarrer der HL. Kreuz Gemeinde Altenbeken Heinrich Bokel. Sein Geburtsort ist Eikeloh - heute ein Ortsteil von Erwitte im Kreis Soest - ein Dorf mit ca. 500 Einwohnern. Am 31. Dezember 1845 wurde er hier als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Nach dem Besuch der heimischen Grundschule ging er anschließend zum Gymnasium nach Rietberg und zum Theodonarianum Paderborn. Dann studierte er in Paderborn und Münster Theologie. Am 21. März 1874 wurde er dann im Hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht. Der Kulturkampf zwischen Reichskanzler Otto von Bismarck und dem Papst Pius IV. ging scharf gegen die kath. Geistlichkeit vor. Er dauerte von 1871 bis 1878 und zwang den jungen Geistlichen erst in Eikeloh zu bleiben, da in dieser Zeit keine hl. Messen gefeiert werden durften und Priester verfolgt wurden. Nach dieser schlimmen Zeit wirkte er dann im Bistum Regensburg. Am 23. Dezember 1884 wurde er dann als Vikar nach Altenbeken versetzt. Zu dieser Zeit gehörte das Dorf noch zur Pfarrei St. Dionysius Buke. Als durch seine Bemühungen Altenbeken zu einer selbstständigen Pfarrei zu machen Erfolg hatten, ernannte ihn das Erzbistum Paderborn am 4. September 1894 zum ersten Pfarrer Altenbekens. Ihm ist es zu verdanken, dass die Gemeinde, welche durch den Eisenbahnbau an Einwohnern stark zugenommen hatte und die Alte Kirche am Anfang des Dorfes nicht mehr ausreichte, in der Dorfmitte die heutige HL. Kreuz Kirche zu bauen. Im Oktober 1905 war das Werk vollendet und konnte dann am 25. Oktober 1905 durch Bischof Dr. Wilhelm Schneider konsekriert werden. Ferner baute er ein neues Pfarrhaus (1907) und ein neues Jugendheim an der Kuhlbornstraße. Pfarrer Bokel starb nach segensreicher Tätigkeit am 23. Juni 1915 - also vor 100 Jahren - im Alter von 70 Jahren. Er wurde auf dem neuen Friedhof nahe der Kreuzkapelle - seiner ersten Wirkungsstätte als Vikar - zur letzten Ruhe gebettet. Zu Ehren dieses verdienten Pfarrers wurde auch eine Straße mit dem Namen Bokelweg nach ihm benannt.

 Das Bild zeigt: Vikar Heinrich Bokel bei der Alten Kirche und der Vikarie - dem Wohnsitz der Geistlichen um 1900. Mit im Bild: Küster Freitag und der spätere Pater Freitag als Kind .

 

Donnerstag, 28 Mai 2015 00:00

Weil unsere Heimat es wert ist

Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic und Stellvertreter Rudolf Koch auf der Frühjahrstagung der Ortsheimatpfleger und Ortschronisten in Delbrück-Westenholz für fünf weitere Jahre im Amt bestätigt

von: Kreisverwaltung Paderborn (Öffentlichkeitsarbeit)

Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic aus Schloß Neuhaus und sein Stellvertreter Rudolf Koch aus Altenbeken werden sich auch in den kommenden fünf Jahren für die Bewahrung und Pflege des heimatlichen Kulturgutes einsetzen. Im Rahmen der diesjährigen Frühjahrstagung der Ortsheimatpfleger in Westenholz bestätigten die anwesenden 40 Heimatpfleger, Ortschronisten und Delegierten der Heimatvereine beide in ihrem Amt. „Wir leben in einem Raum mit einer hohen kulturellen Bedeutung, der es wert ist, dass wir uns um ihn kümmern“, sagt Pavlicic. Ihm mache die Arbeit sehr viel Spaß. Dabei setze er auch weiter auf die enge und mittlerweile 20-jährige Zusammenarbeit mit Rudolf Koch. Unterstützt werden beide künftig von Markus Müller aus Lichtenau-Holtheim, Konrad Lüke aus Nordborchen und Bernhard Troja aus Delbrück-Boke, die ab sofort in einem Beirat zusammenarbeiten.  Landrat Manfred Müller betonte, dass Heimatpflege ein aus der Verantwortung gegenüber der Schöpfung erwachsener Auftrag sei. „Heimatpflege sucht und gibt Antworten auf die Frage, was wir bewahren müssen, damit sich auch künftige Generationen ihres Herkommens und Werdens mit allen Sinnen vergewissern können“, so Müller. Er danke allen Ortsheimatpflegern, Ortschronisten und Vereinen, die diesen Auftrag mit großem Engagement annehmen würden. Das Beispiel Westenholz zeige, wie ein Ort durch entschlossenes, kluges gemeinschaftliches Handeln dorfwichtige Infrastruktur sichern könne. Das 600-jährige Westenholz habe die Grunderkenntnis, dass Arbeiten und Wohnen zusammen gehöre, beherzigt. Das helfe, das Dorf zu sichern. Auch Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz betonte, dass Heimatpflege davor bewahren könne, die Werte, „nach denen die Generationen vor uns gelebt haben, leichtfertig über Bord zu werfen“. Das Neue müsse selbstverständlich begrüßt, sich aber auch an der vorhandenen Kulturlandschaft messen lassen. „Wir haben hier ein wunderschönes Stück Natur, mit Menschen, die sich um all das mit Herzblut kümmern. Darauf können wir sehr stolz sein“, betonten Landrat und Bürgermeister. Pavlicic unterstrich, dass ein Generationenwandel einsetze. Zunehmend Jüngere setzten sich für die Heimatpflege ein. Auch Frauen seien, „wie überall, auf dem Vormarsch“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Viele würden erkennen, dass ein Engagement in der Heimatpflege dazu beitrage, den Ort so zu gestalten, wie man ihn für sich und seine Kinder wünsche. Wo die Wurzeln eines Ortes liegen, was ihn ausmacht und wo seine Zukunft liegen könnte, erläuterte Franz Sandmeyer am Beispiel von Westenholz, dem Ort der diesjährigen Frühjahrstagung. Neben einem Rückblick in die Geschichte des heute flächenmäßig größten Ortsteil Delbrücks, nahm Sandmeyer die Interessierten mit auf einen Rundgang durch den Ort. Sowohl der Westenholzer Dorfplatz als auch die Kirche St. Joseph waren Stationen der Besucher. Sandmeyer sprach auch Probleme wie Leerstand und Bröckeln der Infrastruktur an, die Dörfer im Zuge des demographischen Wandels erfahren. Der Wandel müsse gemeinsam gestaltet werden. Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz demonstrierte dann eindrucksvoll, was ein Berliner Journalist die Anmut der Provinz und den Liebreiz des Kleinen genannt hat: Für das anstehende Foto winkte er kurzerhand eine Hochzeitskutsche heran, die gerade vorbeifuhr und prompt für ein Foto hielt. Das strahlend weiße Gefährt als Metapher für den Willen, die Zukunft gemeinsam anzugehen, noch dazu vor tiefblauem Himmel. Besser hätten sie es wohl nicht treffen können. Die zweimal jährlich im Frühjahr und Herbst stattfindenden Kreisheimatpflegetagungen haben stets eine gute Resonanz. Sie sind für die Ortsheimatpflegerinnen und -pfleger, die Ortschronistinnen und -chronisten sowie Vorstände der Heimatvereine fester Bestandteil im Veranstaltungskalender. Sie bieten Gelegenheit, sich auszutauschen und über Entwicklungen und Initiativen sowie Kooperationsmöglichkeiten in der Heimatpflegearbeit informieren zu können.

Artikel:

Weitere Bilder: Frank Striewe, Heimatpfleger, Schwaney

An dieser Stelle - Mühlenweg - Ecke Pfarrer Dalkmann Straße steht schon lange ein Kreuz aus Sandstein. Im Sockel steht eingemeißelt: "Mein Jesus Barmherzigkeit." und auf lateinisch lesen wir" 0 Crux ave spesunica".   In früheren Jahren ging einmal im Jahr die Bittprozession hierhin. Im Laufe der Jahrzehnte verwitterten die Sandsteine des Kreuzes so sehr, dass sich die Familie Anton und Änne Rüther entschlossen hier ein neues Kreuz zu errichten. Dieses wurde nun im Zuge der Bittprozession, die am Dienstag, dem 12. Mai 2015 stattfand, von Pfarrer Bernhard Henneke eingesegnet. In seiner Ansprache ging er auf die Bedeutung von Kreuzen, besonders hier im Paderborner Land ein. Außerdem wies er darauf hin, dass der Nachbarort Altenbeken nach der Abpfarrung von Buke eine Heilig Kreuz Kirche in der Dorfmitte errichtete. So steht, das vom heimischen Tischler Harald Sawatzki gefertigte Kreuz, nun im Schatten der französischen Eiche, die der Landwirt Anton Rühter (Hossen) bei einem Besuch aus der Partnerstadt Betton vor ein paar Jahren mitbrachte und hier anpflanzte.

 

Das Bild zeigt: v.l.r. Die Ministranten - Pfarrer Bernhard Henneke, Anton Rüther, Harald Sawatzki (Tischlermeister) Änne Rüther.