Im Jahre 1908 wurde die Straße von Altenbeken über den Rehberg nach Langeland fertiggestellt

geschrieben von  Rudolf Koch
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Ein Gedenkstein auf der Ostseite des Rehbergs mit den Namen der Förderer des Straßenbaus errichtet , weist darauf hin, dass in diesem Jahr 2008 hundert Jahre seit der Fertigstellung der Landstraße 755 von Altenbeken über den Rehberg nach Langeland und Reelsen vergangen sind. Der Text lautet: „1908 ward diese Straße dem Verkehr übergeben. Die Ausführung ist besonders dem Grafen Cuno von Oeynhausen- Reelsen und dem Landrat Koerfer Höxter zu verdanken.“ Bider: (von links) Graf Cuno, Landrat Koerfer Dieses war ein Grund sich im Staatsarchiv Detmold nach Akten umzusehen, welche die näheren Umstände, die Genehmigung durch die Regierung und die Baugeschichte enthält. Vorläufer der heutigen L 755 , allerdings mit anderen Verlauf, war der Nieheimer Weg oder die Nieheimer Straße von Paderborn über Altenbeken, Schönenberg, Finstätte nach Nieheim, ferner der Fußweg nach Langeland und der Weg nach Erpentrup. Der weitere Verlauf der alten Straße nach Nieheim wurde bei diesem Neubau allerdings zwischen Schönenberg und Nieheim nicht weiter verfolgt, sondern über Langeland, Erpentrup und Merlsheim geführt. Auf der Westseite der Egge heißt ein Hohlwegbündel am Rehberg noch heute: „Alter Nieheimer Weg“. Über die Planung und den Ausbau dieser Straße soll hier berichtet werden. Am 14. Januar 1902 beauftragt der Landes – Wirtschaftsminister den Regierungspräsidenten in Minden eine Straße von Altenbeken über das Eggegebirge in Richtung Langeland und Reelsen zu bauen, da bis jetzt nur ein Wald – und Forstweg vorhanden ist. Dieser unterrichtet u. a. auch den Kreis Höxter und bittet um Stellungnahme. Der Königlichen Regierung wurde dann folgendes mitgeteilt: „Für den Kreis Höxter hat der Bau einer Chaussee nach Altenbeken wenig Interesse, denn Altenbeken hat für den Verkehr keine weitere Bedeutung, als durch einen Bahnhof. Im Kreis Höxter liegen aber auch die Bahnhöfe Driburg und Himmighausen für die in Betracht kommende Gegend viel näher und bequemer als der Bahnhof Altenbeken. Der Weg Langeland – Altenbeken hat nur für Langeland die Bedeutung eines Feldweges sowie für die Gräflichen von Oeynhausen’schen Forst auf der Egge als Holzabfuhrweg". Ferner werden die hohen Kosten aufgeführt. Auch die Gemeinden Reelsen und Langeland lehnen in ihren Ratssitzungen den Bau der Straße ab. Am 22. März 1902 lädt der Regierungspräsident zu einen Erörterungstermin in den Wartesaal des Bahnhofs Altenbeken ein. Es waren anwesen: Die Landräte der Kreise Paderborn und Höxter, der Oberförster Kamlah Durbeke, Altenbeken, die Amtmänner aus Driburg und Altenbeken sowie die Gemeindevorsteher der betroffenen Gemeinden. Es wurde vom Kreiswegemeister Lippenmeyer das „Projekt betreffend den Bau einer Chaussee von Altenbeken in Richtung Langeland vorgestellt, dessen Prüfung bei der Königlichen Regierung in Minden stattgefunden hat. Der Ausbau soll durch die Gemeinden Langeland und Reelsen unterhalb ihrer Bezirke durch die Staatsforst und durch die Gemeinde Altenbeken innerhalb der Feldmark Altenbeken erfolgen .“ Nach vielen Diskussionen und Eingaben befürwortet mit Schreiben vom 22. Februar 1904 Graf Cuno von Oeynhausen den Bau der Chaussee nach Altenbeken ferner schloss sich die Forstverwaltung an. Die Königliche Regierung übernimmt die Kosten außer der Unterhaltung. Nun sind auch die Gemeinderäte einverstanden. Im Protokoll mit Datum vom 3. März 1906 heißt es: Unter der Leitung des Regierungspräsidenten und Anwesenheit des Landrates Koerfer Höxter, dem Oberförster Kamlah, Durbeke Altenbeken, des Amtmanns aus Driburg , sowie die Herren der Gemeindevertretung aus den Gemeinden Reelsen und Langeland „Wir verpflichten uns dem Forstfiskus gegenüber die Straße Altenbeken – Langeland ausführen zu lassen, falls keine Kosten erwachsen“. Am 7. Mai 1906 konnte mit den Vermessungsarbeiten und Holzfällungen begonnen werden und am 30. Mai 1906 wurden dann „Gebote“ eingeholt. Es hatten sich nur 2 Firmen beworben: 1.Bauunternehmer August Maas aus Bökendorf 2.Bauunternehmer Johannes Backhaus aus Neuenbeken. Den Zuschlag erhielt die Firma Johannes Backhaus aus Neuenbeken. Ende des Jahres 1908 konnte dann die neue Chaussee, die mit Steinen aus der Egge ausgebaut wurde, dem Verkehr übergeben werden. Kraftfahrzeuge gab es zu dieser Zeit kaum, so dass die Straße in den ersten Jahrzehnten hauptsächlich von Pferdefuhrwerken befahren wurde. Eine Asphaltdecke wurde erst etwa 50 Jahre später aufgebracht, da der Autoverkehr immens zunahm. Mit Schreiben vom 8. November 1915 wollte die Eisenbahn bei Km 105 + 80 eine Wegeunterführung auf eigene Kosten bauen, und damit die Schranke beseitigen. Sie führte aus, dass dadurch zwar ein Umweg von 450 Meter eintreten würde, aber „das Warten und Halten vor geschlossener Schranke wäre dann nicht mehr gegeben“. Der Kreiswegemeister schreibt in einer Aktennotiz, dass Ende 1916 mit den Arbeiten noch nicht begonnen worden sei. Auch heute nach hundert Jahren noch nicht.in den ersten Jahrzehnten hauptsächlich von Pferdefuhrwerken befahren wurde. Eine Asphaltdecke wurde erst etwa 50 Jahre später aufgebracht, da der Autoverkehr immens zunahm. Mit Schreiben vom 8. November 1915 wollte die Eisenbahn bei Km 105 + 80 eine Wegeunterführung auf eigene Kosten bauen, und damit die Schranke beseitigen. Sie führte aus, dass dadurch zwar ein Umweg von 450 Meter eintreten würde, aber „das Warten und Halten vor geschlossener Schranke wäre dann nicht mehr gegeben“. Der Kreiswegemeister schreibt in einer Aktennotiz, dass Ende 1916 mit den Arbeiten noch nicht begonnen worden sei. Auch heute nach hundert Jahren noch nicht.

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