Historisches aus Schwaney - Hochwasser 1965

geschrieben von  Frank Striewe
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Blick in die Paderborner Strasse in westliche Richtung Blick in die Paderborner Strasse in westliche Richtung

 

  Bild 1: Blick in die Paderborner Strasse in westliche Richtung Bild 2: Überschwemmte Ostorstrasse Im Sommer 1965 waren viele Gemeinden im Kreisgebiet Paderborn/ Büren von Hochwasser betroffen. Auch die damals eigenständige Gemeinde Schwaney blieb nicht verschont. Unser damaliger Heimatpfleger und Chronist Heinz Küting schrieb dazu in der Chronik : „Bis zum 15. Juli konnten für das erste Halbjahr höchsten drei Wochen warme und sonnige Witterung verzeichnet wurden. Am Mittwoch gab es ein längeres, mittelschweres Gewitter mit schauerartigem Regem. Am Donnerstag folgte ein neues Gewitter mit heftigen Regenschauern. Am Freitagmorgen (16. Juli) kamen schwere Wolkenbrüche, die einige Stunden anhielten und alle Bäche des Dorfes im wahrsten Sinne des Wortes zu reißenden Flüssen werden ließen. Gegen Mittag glichen Teile des Dorfes einer großen Seenplatte. Der Bach, der hinter dem Hause Heinrich Rehermann (Homanns Nr. 10) fließt, trat weit über die Ufer, drückte die gurgelnden Wassermassen durch Garage, Stall und Deele des Hofes Chrisitian Rustemeyer (Schmittgers Nr. 21) sowie zwischen Maria Rustemeyer (Nr. 20) und Josef Niggemeier (Biuern Nr. 22) hindurch, sodaß die Flut bald einen halben Meter die Hauptstraße zwischen Rehermann und der Kumbach unter der Kirche überspülte. Die Dorfbrücke (Straßenbrücke am östlichen Dorfausgang) stürzte zur Hälfte ein und mußte gesperrt wurden. Alle Keller vom Pastorat (Nr. 24), Heinrich Lerch (Klaoken Nr. 122,), Kirche und Unterdorf standen voll Wasser. Beim Hause Lerch lief das Wasser bis in den Laden. Der Genossenschaft trieben über 100 Zentner Koks fort. Autos lagen fest in der schäumenden Flut, die sich bei Anton Drewes (Nr. 117) an der Post vorbei wälzte und hinter Johannes Striewe (Humbiägs Nr. 103) wieder in den vollen Bach lief. Im Unterdorfe herrschte akuter Notstand, insbesondere bei Johannes Koch (Priggers Nr. 70), der Mühle (Nr. 71) und auf dem Ükern. Viele mußten evakuiert wurden. Die Feuerwehr, auch zeitweise die von Altenbeken, war den ganzen Tag und fast die ganze folgende Nacht im Einsatz. Auch von dem Rotenbach und dem oberen Broke polterte das Wasser, auf dem Balken, Bretter und Fässer schwammen und strebte über die überfluteten Ellerwiesen nach Dahl. Die Brücke bei Hermann Bölte (Giämen Nr. 87) im Altendieke stürzte ein. Alles im allen: ein grausiges, unmenschliches und angsterregendes Bild, das seit Menschengedenken nicht mehr erlebt worden war. Aber trotzdem ging das Unwetter an Schwaney noch gnädig vorbei. Verheerender wirkte es sich in Paderborn, Neuhaus und einigen Orten des Kreises Büren, insbesondere in Etteln aus ...“ Fotos: Archiv-Heimatpflege Schwaney

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