In Altenbeken herrschte vor 60 Jahren akute Wohnungsnot

geschrieben von  Rudolf Koch
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Die Kuhlbornsiedlung wurde errichtet.Im Amtsdeutsch: "Kleinsiedlung Altenbeken" Typ: "Kleinsiedlerstelle mit eingebautem Stall und mit Einliegerwohnung".

Die Kuhlbornsiedlung in heutiger Zeit. Die frühere selbständige Gemeinde Altenbeken (ohne Buke u. Schwaney) zählte vor 60 Jahren 3654 Einwohner. Dieses war ein enormer Zuwachs, denn nach dem Krieg hatten wir 453 Flüchtlinge und Vertriebene und 537 Evakuierte in unser Eggedorf aufgenommen. Dieses führte natürlich zu einer Wohnungsnot. Es wurde deshalb von dem Landwirt Hoesche (Jost) im Kuhlborn Bauland erworben. Die gemeindeeigenen Ländereien - nämlich die Hüttenwiese an der Hüttenstraße (bei der heutigen Firma Heinrich Oel), sowie eine Fläche in den Kleinen Eichen wurden mit ihm getauscht. Mit der Errichtung der sogenannten Kuhlbornsiedlung ist dann im Jahr 1949 – also vor 60 Jahren - begonnen worden. Wie alte Fotos aussagen, wurde der Keller noch von „Hand“ ausgeschachtet. Große Hilfe waren dabei auch die Feldbahnwagen, sogenannte „Loren“, die vorher beim Bau der Umgehungsbahn lang am Winterberg her, eingesetzt worden waren. Beim Bau der Häuser wurde vorgeschrieben, dass auch ein Stall für Viehhaltung mit errichtet werden musste. Fast jede Familie hatte zu dieser Zeit eine „Beamtenkuh“ (Ziege) im Stall, ferner wurde ein Schwein gefüttert, denn die Versorgung mit Lebensmittel war in dieser Zeit noch nicht gesichert. Das Hüten der Ziegen war eine Aufgabe der Schulkinder nach Ende des Schulunterrichts. In diesem Jahren waren in den sechs Klassen der Volksschule 600 Kinder untergebracht. Viele Lehrer waren überlastet und der Rohrstock wurde fleißig eingesetzt. 

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