Bürgermeisterchronik Altenbeken von 1691 - 1999

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Die ehrenamtlichen Bürgermeister in Altenbeken. Rund 300 Jahre datiert die erste Eintragung über das Amt eines „Vorstehers“ aus „Oldenbecke“ zurück. Sie steht in einem amtlichen Schreiben aus dem Jahre 1691, hier wird ein Johann Mikus erwähnt. Ein weiteres Schriftstück sagt aus, dass dann im Jahre 1722 ein Conrad Witten, der von Beruf Baumeister war, als Ortsvorsteher fungierte. Ihm folgte dann der Bauer Conrad Mieks. In den Urkunden des Hochfürstlichen Richters Pelizeus aus den Jahren 1772 und 1781 wird dann ein Vorsteher Busch genannt. Hierbei handelt es sich um Christoph Claes dem damaligen Besitzer des Bauernhofes Busch (jetzt Struck). Aus einer alten Quittung, geht hervor, dass bis zum Jahre 1791 ein Nikolaus Claes das Amt des Vorstehers bekleidete. Dessen Nachfolger wurde dann Johann Thöne vom Holschenhof. Als nächster Bürgermeister wird dann der Mittelmüller Christoph Claes genannt, der dieses Amt ab 1802 versah. In dieser Zeit war es nicht einfach einen Ort zu leiten, denn die weltliche Herrschaft der Bischöfe wurde durch die Preußen beendet. Ferner wurde 1806 das Hochstift von den Franzosen besetzt und das „Königreich Westfalen“ ausgerufen. Durch viele Abgaben, trat auch in Altenbeken eine Verarmung der Bevölkerung ein , dieses war ein Grund, dass er sein Amt niederlegte. Dann übernahm der Besitzer der Eisenhütte Anton Ulrich den Posten des Bürgermeisters (Commune Maire). Er war auch Mitglied des Reichstages in Kassel, als einer der vier Deportierten der Provinz Paderborn. Als Ulrich sein Werk im Jahre 1818 verkaufte und verzog, wurde ein Otto Bertlins als Bürgermeister eingesetzt. Er stellte sein Amt aber nach dreijähriger Tätigkeit wieder zur Verfügung. In dieser schweren Zeit war unter den 700 Einwohnern keiner bereit, den verantwortungsvollen Posten zu übernehmen. Not und Elend beherrschte die Gegend um Altenbeken und es dauerte lange Jahre bis sich die verarmte Gemeinde von den Lasten und Folgen dieser Zeit erholt hatte. Aus diesem Grunde wurde der Ortsbeamte Georg Ritzenhoff aus Buke in den Jahren 1822 bis 1829 kommissarisch mit den Geschäften beauftragt. Endlich übernahm der Sohn des Hüttenbesitzers Christian Langen den Bürgermeisterposten und bekleidete ihn bis zum 1. April 1833. Sein Nachfolger wurde Christian Borchmeyer, der das Amt 10 Jahre innehatte. Von 1843 bis 1852 fungierte der Vietsbauer Johann Nolte als Vorsteher. Ihm folgte 1853 der Besitzer des Bessenhofes Josef Klahold und nach dessen Tod am 9. Februar 1867 wurde zunächst sein Vorgänger Johann Nolte kommissarischer Bürgermeister. Er wurde aber im folgenden April vom „Mieksmeier“ Anton Höschen abgelöst. Als dieser am 31. August 1876 nach Amerika auswanderte, führte der Hoferbe des Bessenhofes Franz Klahold die Bürgermeistergeschäfte. Am 20. Oktober 1900 wurde der Zugschaffner Johann Hoischen Bürgermeister. Er legte nach fünf Jahren den Posten nieder und die nötig gewordenen Neuwahlen konnte der Bauer Josef Höschen (Jostmeier) für sich entscheiden. Nach 10jähriger Tätigkeit wurde am 1. August 1915 sein Nachbar Ignaz Claes (Holschenbauer) als Bürgermeister gewählt. Die Familie trägt heute noch den Beinamen „Vorstehers“. Als dieser dann nach der Machtergreifung der Nazis am 1. April 1933 zurück trat, wurde der Malermeister Franz Volkhausen gewählt. Nach Beendigung des Krieges wurde zunächst Anton Gehlhaus kommissarisch als Bürgermeister eingesetzt und bei der ersten freien Wahl am 1. Oktober 1946 wählte der Gemeinderat den Bessenbauer Josef Driller. Bei der nächsten Wahl am 1. April 1948 löste ihn der Geschäftsführer der Konsumgenossenschaft Anton Freitag ab. Dieser hatte das Amt acht Jahre inne, bis in der Ratssitzung am 15. November 1956 der Sattlermeister Heinrich Menne gewählt wurde. Als er zusammen mit dem Amtsdirektor Friedrich Driller auf einer Dienstreise mit dem Auto tödlich verunglückte, wählte der Rat am 25. Mai 1975 den Architekten Anton Finke zum neuen “Stadtoberhaupt“ von Altenbeken, das mittlerweile durch die kommunale Gebietsreform zur Großgemeinde „aufgestiegen“ war. Er bekleidete dieses Amt eine Legislaturperiode und am 18. Oktober 1979 übernahm der Lokbetriebsinspektor Willi Ernst den Bürgermeisterposten. In der Ratssitzung am 26. Mai 1993 gab er dann wegen einer schweren Krankheit seinen Rücktritt bekannt. Die Ratsmitglieder waren überrascht aber auch betroffen. Wie schwer diese Krankheit war, wurde jedem deutlich, denn am 24. August 1993 starb Willi Ernst. Bis zur Neuwahl eines Bürgermeister übte dann sein Stellvertreter Rudolf Koch die Amtsgeschäfte bis dann am 6. Juli 1993 der Bundesbahnamtmann Werner Niggemeier neuer Bürgermeister wurde. Er bekleidete dieses Amt zwei Jahre und trat dann aus beruflichen Gründen zurück. Ihm folgte am 27. September 1995 die Architektin Dagmar Kleinemeier und sie bekleidete dieses Amt bis zur Wahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters im Jahre 1999. Seit dieser Zeit gibt es keine ehrenamtlichen Bürgermeister mehr, sondern der Bürgermeister ist gleichzeitig Verwaltungschef und wird von der Bevölkerung gewählt (z.Z. ist Hans Jürgen Wessels, HBM). Bilder der ehrenamtlichen Bürgermeister ab 1905 - 1999 Die Bürgermeiseter von (l.n.r.) 1905-1915 Josef Hösche, 1915-1933 Ignatz Claes, 1933-1945 Franz Volkhausen, 1945-1946 Anton Gehlhaus, 1946-1948 Josef Driller, 1948-1956 Anton Freitag, 1956-1975 Heinrich Menne, 1975-1979 Anton Finke, 1979-1993 Willi Ernst, 1993-1995 Werner Niggemeier, 1995-1999 Dagmar Kleinemeier.

Bilder: Archiv Heimatpflege

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