Die Eisenindustrie in Altenbeken.

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Nach Aufzeichnungen aus dem Jahre 1392 soll in Altenbeken schon Eisenerz abgebaut worden sein. Das Eisenerz wurde in einfachen Luppenfeuern und Wolfsöfen an Ort und Stelle verarbeitet. Später baute man im Dorf kleine Hütten an der Beke, um die Wasserkraft für die Gebläse zu nutzen. Eine industrielle Periode und eine Zeit wirtschaftlichen und technischen Fortschritts erfolgte im Jahre 1607 – also vor 400 Jahren – als die Herren Heistermann und Ludwig vom Fürstbischof zu Paderborn mit dem Bergwerksrecht auf dem Rehberg bei Altenbeken belehnt wurden. Sie begannen mit der Förderung des Eisenerzes und bauten im Jahre 1610 eine Eisenhütte. 1642 kaufte Bernhard von Schildern aus Himmighausen ein Drittel und 1649 das gesamte Werk. Er vergrößerte die Hütte, geriet aber bald wegen hoher Schulden in Konkurs. Danach ruhte der Betrieb bis er dann 1683 von Otto Georg von Schilder weiter geführt wurde. Der Reichshofrat von Donop zu Wöbbel heiratete später eine Tochter aus dem Hause von Schilder, wodurch dann die Altenbekener Eisenhütte in den Besitz seiner Familie gelangte. Nachdem von Donop ab 1715 den Betrieb selbst geführt hatte, verpachtete er ihn 1732 an die Herren Moeser und Wackerhagen. Wegen Unstimmigkeiten wurde jedoch auf die Verlängerung des Pachtvertrages, der auf sechs Jahre abgeschlossen war, verzichtet und von Donop übernahm wieder die Führung. Von 1744 bis 1748 wurde es dann an die Gesellschafter Bertram, Lindenberg und Reisner verpachtet. Als dann die Eisenwerke Dr. Ulrich aus Brilon am 21. Mai 1749 pachtete, nahm die Altenbekener Eisenindustrie einen glänzenden Aufschwung. Nach dem Tod des Dr. Ulrich im Jahre 1755 konnte sein Bruder Ludwig in den Pachtvertrag einsteigen und ihn bis 1774 verlängern. Diese Zeit war eine Periode hoher wirtschaftlicher Entwicklung. Da Ludwig Ulrich nach Ablauf seiner Pachtzeit den Vertrag nicht verlängerte, übernahm der Faktor Johann Natorp aus Marsberg das Werk. Anton Ulrich, ein Sohn von Ludwig Ulrich, hatte inzwischen im Jahre 1774 in der Nähe des von Donopschen Werkes ein eigenes Hüttenwerk errichtet. Somit bestanden in Altenbeken zwei Hütten – und zwei Hammerwerke .Im Jahre 1802 wurde die Donopsche Eisenhütte für 1500 Taler von dem Hofagenten Joel Herford ersteigert und ging danach in den Besitz von Anton Ulrich über, der somit Besitzer beider Hütten wurde. Ein Schwerpunkt der Altenbekener Eisenindustrie war eindeutig die Herstellung von kunstvollen Öfen. (Einige Exemplare können heute noch im Eggemuseum bewundert werden) Im Jahre 1823 verkaufte Anton Ulrich, der auch von 1810 bis 1818 Altenbekener Bürgermeister, sowie Mitglied der Reichstände des Königreiches Westfalen von 1808 bis 1813 war, das Eisenwerk an den Regierungsrat Langen. Nach seinem Tod wurden als Erben Adolf Langen, Wilhelmine Hillebrand und Heinrich Mörs Besitzer eingetragen. Letzterer übernahm auch die Leitung bis im Jahre1873 Anton Hillebrand ein Sohn der Wilhelmine Hillebrand das Werk übernahm. Im Jahre 1906 verkaufte er die Hütte an die Firma Caspar Kropff aus Olsberg. Nach dem frühen Tod des neuen Hüttenbesitzers heiratete seine Frau Ida geborene Brünning den Geheimrat Federath, unter dessen Namen das Werk dann bis 1918 geführt wurde. Anfang 1919 wurde der Altenbekener Betrieb an die Frankschen Eisenwerke Adolfhütte in Niederschell (Dillkreis) verkauft, die ihn bis zum traurigen Ende im Jahre 1926 geleitet haben. Bild links: Hüttenarbeiter, Bild rechts: die ehemalige Hüttenvilla. Im Jahre 1934 wurde dann mit dem Abbruch der Eisenwerke begonnen. Das Werkgelände wurde in Parzellen aufgeteilt und als Baugelände verkauft. Heute erinnert nur noch die „Hüttenstraße sowie die alte „Hüttenvilla“ -(das Landgasthaus Friedenstal) an die Eisenhütten an dieser Stelle. Fotos: Archiv Heimatpflege

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