Feierstunde zum 140. Geburtstag des Rehbergtunnels

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Einem der bedeutendsten Bauwerke der Eisenbahnergemeinde Altenbeken ist nun ein Erinnerungsstein gewidmet, der am Sonntagnachmittag , dem 8. August feierlich enthüllt und geweiht wurde. Der Viadukt ist zwar das Wahrzeichen Altenbekens – weitaus wichtiger für die Bedeutung Altenbekens ist aber der 1640 Meter lange Rehbergtunnel. In seiner Ansprache erinnerte der Altenbekener Ortsheimatpfleger Rudolf Koch vor ca. 300 Gästen und Wanderern des EGV an den Bau und an die bewegte Geschichte dieses Bauwerkes. „Der Rehbergtunnel ist in den 140 Jahren der Eisenbahn mit ca. 15 Millionen Mark Erhaltungsaufwand immer sehr teuer, der Gemeinde aber als Voraussetzung zum Knotenpunkt sehr wichtig gewesen.“ Dieses hatte auch der damalige Chronist erkannt, als der Tunnel seiner Bestimmung übergeben wurde. „Altenbeken, bisher über die Grenzen des Paderborner Landes kaum den Namen nach bekannt, ist seit dem Bau und durch die Eröffnung der Altenbeken – Holzmindener Bahn am 1. Oktober 1864 als Eisenbahn – Knotenpunkt in allen Kursbüchern aufgenommen und allgemein bekannt geworden.“ Wie Koch weiterhin ausführte waren die „ Arbeiten am 11. Juni 1864 beendet und die erste Lokomotive konnte am 24. Juni 1864 den Tunnel passieren.“ Die Kosten der einzelnen Gewerke sind fein säuberlich von dem damaligen Bahnbaurat Simon aufgezeichnet worden. Die Gesamtkostenkosten sind hier mit 788.872 Talern angegeben. Der Ortsheimatpfleger bedankte sich bei der Forst, die es ermöglichte diesen Stein hier aufzustellen und beim Bauhof der Gemeinde, die den schweren Findling an Ort und Stelle brachte. Sein ganz besonderer Dank ging an Günther Mertin, der die Bronzeplatte in seiner Firma angefertigt und kostenlos zur Verfügung stellte. Ferner der Firma Brechmann aus Paderborn für die kostenlose Beschriftung des Steines. Bürgermeister Hans Jürgen Wessels dankte Ortsheimatpfleger Rudolf Koch für die Aktivitäten innerhalb der Gemeinde. Er betonte dass durch die „ Aufstellung dieses Findlings die Wanderer darauf hingewiesen werden, dass sich ganz in der Nähe ein bedeutsames Bauwerk befindet. Schließlich, so Wessels , läge es in der Natur eines Tunnels , dass er von außen nicht immer wahrgenommen werde. Mit der Aufstellung dieses Erinnerungssteines soll das nun anders werden. Er macht die Wandersleute auf den Riesen im Berg aufmerksam. „ So wird Altenbeken auch für den Tourismus immer interessanter“, führte Bürgermeister Wessels aus und meinte weiter „ Eisenbahngeschichte und Eisenbahngegenwart werden hier erlebbar und verwies auf den IC-Verkehr , der heute den 140 Jahre alten Tunnel nutzt. Pfarrer Hubertus Wiedeking schilderte vor der Segnung des Steines die Überlieferung der Heiligen Barbara, dessen Bildnis auf dem Stein angebracht ist und von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch gespendet wurde. Sie sei die Schutzpatronin der Bergleute, die diesen Tunnel bauten. Die Segnung gelte daher vor allen Dingen den Menschen, die den Tunnel tagtäglich benutzten und diejenigen, die ihn erhalten. „ Damit dieses Bauwerk auch in Zukunft nicht Ort tragischer Unfälle werde besonders angesichts der Gefahren, die auch im Bahnverkehr lauern“, so der Pfarrer. Die Feier wurde umrahmt vom Bahn – Orchester - Altenbeken, dem Eisenbahn-Männergesang-Verein Altenbeken und den Altenbekener Jagdhornbläsern. Hierüber freute sich Rudolf Koch ganz besonders, da sie sich unentgeltlich zur Verfügung stellten. „Doch das zeichnet uns hier in Altenbeken auch aus, dass es noch Vereine gibt, die sich dem Allgemeinwohl und der Heimat verpflichtet fühlen“ so das Fazit des Ortsheimatpflegers.


Fotos: Archiv Heimatpflege

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