Ein Stück Heimatgeschichte ist der Bau der Rehberghütte am Eggeweg oberhalb Altenbekens.

geschrieben von 
Artikel bewerten
(1 Stimme)
Ein Stück Heimatgeschichte ist der Bau der Rehberghütte am Eggeweg oberhalb Altenbekens. Hugo Düsterhus

Ortsheimatpfleger Rudolf Koch blätterte im Protokollbuch des EGV und im Eggegebirgsboten. In der Jahreshauptversammlung der Altenbekener EGV Abteilung am 9. Februar 1941 wurde der Beschluss gefasst eine „der Natur angepasste Schutzhütte“ zu bauen. Schon am 22. Februar wurde mit Revierförster Josef Butter der vorgesehene Platz besichtigt. Es wurde eine "Einzahlungliste" angelegt und auch der Hauptvorstand bewilligte einen Betrag von 1000 Reichsmark.   

Im Eggegebirgsboten 19. Jahrgang Nr. 107 Dezember 1941 konnte dann über die Fertigstellung berichtet werden. (wörtliche Wiedergabe) „ Wanderhütte auf dem Rehberge. Die Abteilung Altenbeken hat im letzten Sommer auf dem Rehberge eine Schutzhütte gebaut. Sie steht gleich am Eggewege, nahe der Kreuzung Landstraße Altenbeken – Langeland und Eggeweg. Schilder sind angebracht, die auf den Platz hinweisen, so daß sie leicht von jedem Wanderer aufgefunden werden kann. Trotz des Krieges ist es der Abteilung gelungen, den Bau fertig zu stellen. Dank des Entgegenkommens der Gemeindeverwaltung Altenbeken und des Einsatzes eifriger Heimatfreunde konnten alle Schwierigkeiten in augenblicklicher Zeit überwunden werden. Die Hütte wurde gegliedert in den eigentlichen Schutzraum und einen Vorraum. Ersterer ist aus Fichtenholz, letzterer ist aus Eichenholz hergestellt. Die Außenverkleidung besteht aus halbrunden Fichtenlatten, die von der Innenseite mit dünnen Deckleisten abgedichtet sind. Das Dach soll noch mit Schindeln bedeckt werden. Vom Vorraum, auch wohl Veranda genannt, schaut man auf einen geräumigen Vorplatz, auf dem einige Bänke aufgestellt sind. Eine breite Treppe, von beiden Seiten mit Farnkraut eingefasst, führt von der leichten Anhöhe zum Eggewege hinunter. Nicht weit entfernt, etwa 5 Minuten weit, liegt die schöne Aa=Quelle, die gleichzeitig von der Abteilung gesäubert wird. Ein Fußweg mit besonderer Bezeichnung führt den Eggewanderer zu diesem Bergquell, der auch wohl noch heute Steigerbrunnen genannt wird. Dieser Name wird von dem früheren Bergbau, der hier am Rehberge betrieben wurde, herrühren. Der Hauptvorstand dankt im Namen des ganzen Eggegebirgsvereins der rührigen Abteilung Altenbeken für die Mühe mit der sie die schöne Hütte in unserm Heimatgebirge errichtet hat. Wir freuen uns , dass unsere Abteilung Altenbeken in der Errichtung der schönen Wanderhütte zugleich der Öffentlichkeit zeigt, wie uneigennützig die ganze Arbeit des EGV ist. Sie heißt auch weiterhin „Arbeit für unser schönes Eggeland.“ Am Sonntag dem 24. August wurde die Schutzhütte in Anwesenheit des Vertreters des Landrats von Paderborn, Verwaltungsdirektor Ohlendorf und Mitgliedern des Hauptvorstandes des EGV in Benutzung genommen. Der Vorsitzende der Abteilung Altenbeken Zahnarzt Dr. Schulze, schilderte in einer Ansprache das Werden und Wachsen der Schutzhütte, die mit Einsatz und Opfer der Altenbekener Eggefreunde fertiggestellt worden sei. Der stellvertretende Vorsitzende des Hauptvereins, Medizinalrat Dr. Hofschulte, beglückwünschte die Altenbekener Abteilung zur Ingebrauchnahme der Schutzhütte. Er dankte den Mitarbeitern für ihren selbstlosen Einsatz im Interesse der Wandersache. Möge die Hütte ihren Zweck dienen und allen Eggewanderern Schutz und Ruhe gewähren. Verwaltungsdirektor Ohlendorf überbrachte die Grüße des Landrats, der am Erscheinen verhindert war. Der Eggegebirgsverein, der schon so vieles für die Heimat = und Wanderbewegung getan habe, habe durch die Errichtung dieser Schutzhütte wiederum bewiesen, dass er trotz der Kriegsverhältnisse in seinen schönen Bestrebungen, für die Heimat = und Wandersache zu arbeiten, fortfahre. Damit ist die Schutzhütte für die Benutzung freigegeben. Mit der Benutzung wird den Volksgenossen gleichzeitig die Pflege der Schutz= und Erholungsstätte empfohlen. Es wird gebeten, die Ruhebänke und Anlagen zu schonen, Papier und Reste nicht umherzuwerfen und dafür Sorge zu tragen, dass aus der Schutzhütte keine Schmutzhütte werde! Die Schutzsuchenden mögen sich immer daran erinnern, dass die Hütte aus dem Opfersinn einiger Eggefreunde entstanden ist, die ihre Heimatliebe zur Tat werden ließen. Ein älterer Heimatfreund hat diese mit vieler Mühe errichtete Schutzhütte auch seinerseits in Schutz genommen, damit sie nicht durch roher Buben Hände irgendwie beschädigt wird. Tagtäglich werden auf den verschiedensten Anstiegswegen zum Rehberge von Eggefreunden Sparziergänge zur Hütte gemacht. Sie überzeugen sich, ob in dem Raum und auch drum herum alles in tadelloser Ordnung bleibt. So wird jeder Wanderer, der unsere schöne Egge durchstreift, hier ein angenehmes Schutz= und Rastplätzchen finden. Diese Schutzhütte ist die erste, die augenblicklich im Eggegebirge errichtet ist. Ihr Bauplan wurde daher allseits begrüßt. Infolge der zentralen und unmittelbaren Lage am Eggewege bei Altenbeken hat die Hütte für die Wandertätigkeit großen Wert. Jetzt im Kriege ist es nicht angebracht, dieses Bauwerk, wie wohl sonst im Frieden großartig einzuweihen, zumal viele Eggeleute eingezogen sind, die an einer solchen Vereinsfeier sehr gerne teilnähmen. Dieses soll für die Friedenszeit zurückgestellt werden. Der Vorstand der Abteilung Altenbeken hat sich entschlossen, von der Fertigstellung dieser Hütte allen EGV Mitgliedern im Eggegebirgsboten Kenntnis zu geben. Möge diese Arbeit unserer Altenbekener Eggefreunde dazu beitragen, die Wandertätigkeit aller Volksgenossen, besonders jedoch die der EGV Mitglieder zu fördern. Eine Wanderung durch die Egge zur Altenbekener Schutzhütte wird sich immer lohnen. Allen fleißigen Mitarbeitern sei an dieser Stelle der herzliche Dank für ihr reges Interesse ausgesprochen. Sie haben wirklich in dieser Kriegszeit neben ihrer beruflichen Tätigkeit Heimatarbeit geleistet, wie sie bislang in der Abteilung kaum geleistet sein dürfte.“ (Dr. Schulze Vorsitzender der Abteilung Altenbeken). Nun ist diese Wanderhütte in den letzten Tagen des Jahres 2007 abgerissen worden, da sie nach 66 Jahren nicht mehr standfest war. Ein neues Fundament wurde gegossen und an gleicher Stelle ist eine neue „Hütte“ errichtet worden. (s.Bild oben rechts mit den Eggemusikanten).

Fotos: Heimatarchiv, Hugo Düsterhus

Gelesen 1032 mal