Vor 70 Jahren – am 10. Dezember 1941 – wurde die jüdische Altenbekener Familie Ikenberg ins Ghetto Riga geschickt

geschrieben von  Rudolf Koch
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Die jüdische Familie Ikenberg wohnte viele Jahre in Altenbeken. Doch dann kam ein Schreiben von der Geheimen Staatspolizei, dass am 13. Dezember 1941 1.000 Juden „evakuiert“ werden sollen. „Die zur Abschiebung bestimmten Juden sind am 10. Dezember 1941 in ihren Wohnungen abzuholen und bis 16,00 Uhr nach Bielefeld zum Kyffhäuser am Kesselbrink (Großer Saal“ zu überführen. Die Transporte sind mit der Eisenbahn durchzuführen. Bargeld, Wertgegenstände sind einzuziehen. Die Judenwohnungen sind zu versiegeln.“- soweit ein Ausschnitt aus dem Schreiben. Gemeinsam mit Juden aus Bad Lippspringe und Paderborn, insgesamt 76 aus den vier Hochstiftkreisen, musste sich die Familie Ikenberg bis 11,30 Uhr erst einmal an der Sammelstelle Paderborn einfinden, dem Städtischen Schlachthof am Tegelweg. Bei dieser langen qualvollen Fahrt von Bielefeld über Hannover, Stendal, Berlin, Schneidemühl, Marienburg, Königsberg, Tauroggen und Mitau, die drei Tage währt, ist schnell das Trinkwasser verbraucht. Als der Zug am 16. Dezember 1941 am Bahnhof Skirotava, etwa 8 Kilometer von Riga entfernt, ankommt, herrschen Temperaturen um Minus 12 Grad. Nach Ankunft treiben die SS-Männer mit Hunden die Ankommenden für den langen Fußmarsch in das Ghetto Riga zusammen. Auf dem Weg werden bereits Alte und Kranke, die nicht weiter können, geprügelt, erschossen und liegen gelassen. Von 13 Familienangehörigen überlebten die Verfolgung in verschiedenen Konzentrationslagern nur 2 nämlich die Töchter Ilse und Rosa. Zur Erinnerung wurde an der Stelle, wo früher das Haus Ikenberg stand, ein Gedenkstein errichtet

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