Im Jahre 1948 – veranstaltete erstmals das Reichsbahn Sozialwerk Altenbeken die Nikolausfeier. Diese Tradition soll nun in die Hände des Bahn-Orchester Altenbeken gelegt werden.

geschrieben von  Rudolf Koch
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Zur Historie: Am 6. Dezember 1948 fand zum ersten Mal die weit über die Grenzen Altenbekens bekannte Nikolausfeier statt. Über die Organisation dieser Feier lesen wir im Protokollbuch folgende Eintragung: (wörtliche Wiedergabe) „Auf der Sitzung am 23. November 1948 im Unterrichtsraum des Bahnhofs wurde beschlossen: Die Beschaffung von drei Zentner Weizen für die Spekulatien wird Johann Freitag übertragen zum Preis von dreißig Mark der Zentner. Das Mehl und die Zutaten werden dem Bäckermeister Cramer geliefert. Die Musik für den Zug stellt die Reichsbahn Sozialwerk- Kapelle Altenbeken gratis. Den Eselwagen stellt Johannes Volkhausen und das Auto zum Transport der Tüten die Firma Josef Rudolphi. Als Festplatz wird der Marktplatz bestimmt und die Anlage der Beleuchtung übernimmt die Firma Kriegesmann. Für Sicherheit und Ordnung sorgt die Bahnpolizei und den Schimmel für St. Nikolaus stellt der Bauer Heinrich Schrader. Die Anfahrt des Sonderzuges erfolgt von der „Kippe“ nach Gleis 6 Süd bei Eintritt der Dunkelheit. Aufstellung der Kinder am Bahnhofsvorplatz, dann Abmarsch des Zuges durch das Unterdorf zum Marktplatz. Dort ist dann die Feier und Bescherung.“ Über die erste Nikolausfeier selbst lesen wir dann u.a.: (wörtliche Wiedergabe) „Am 6. Dezember um 16,45 Uhr startete die Feier. Die Kinder hatten sich mit brennenden Fackeln auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt und ganz Altenbeken war auf den Beinen. Groß war der Jubel als St. Nikolaus mit seinem hellerleuchteten Zug und der funkensprühenden und laut pfeifenden Dampflokomotive in den Bahnhof einfuhr. Die Musik spielte das Nikolauslied und die Kinder sangen alle mit......“ Der Gedanke, in Zeiten der Not und Entbehrungen den Kindern eine Freude zu machen, hat mit dieser Feier ihren Ursprung bis heute erhalten. Das Amt des Nikolaus bekleideten in den ersten Jahren Josef Hüsken, ihm folgte Friedrich Marx ( diese waren auch im Anfang die Initiatoren der Nikolausfeier),ferner Willi Seboth und Walter Knabe. Besonders Ferdinand Küting, (er bekleidete dieses Amt 35 Jahre) ist den Altenbekener noch gut in Erinnerung. Ihm folgte dann Ferdinand Vahle und nun erfreut die Kinder als hl. Nikolaus Horst Lendeckel. Nun hätte nicht viel gefehlt und die gute, alte Nikolaus -Tradition wäre nicht mehr durchgeführt worden. Schon im letzten Jahr wurde zur Auflage gemacht, dass der Nikolausumzug nicht mehr vom Bahnhof kommend die Bahnhofstraße hinunter bis zum Marktplatz stattfinden darf. Die Sicherheitsbestimmungen würden hier nicht eingehalten. Da auch das Bahnsozialwerk unter Nachwuchsmangel leidet – die Eisenbahn hat sich ja bekanntlich aus Altenbeken immer mehr zurückgezogen – war es den Verantwortlichen unter ihren Vorsitzenden Heinz Josef Dreier personell nicht möglich, die Auflagen zu erfüllen. Nun springt das Bahn – Orchester ein und will die Organisation übernehmen. Auf dem Bahnhofsvorplatz soll dann die große Bescherung sein, wenn der Nikolaus mit einem Zug der Euro-Bahn um 16,53 Uhr eintrifft. 

 

Das Bild aus dem Jahre 1950 zeigt Ferdinand Vahle als Nikolaus. Ferner auf dem Bild: Bahnpolizist Leo Lamkowitz, Heinrich Middeke als Bahnjungwerker Johannes Meier Vorsitzender des Sozialwerkes und Heinz Winsel als Bahnjungwerker.

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