Widerindienstnahme des restaurierten Kreuzreliquiars in Schwaney

geschrieben von  Frank Striewe
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Widerindienstnahme des restaurierten Kreuzreliquiars in Schwaney Frank Striewe

Das Kreuzreliquiar der Schwaneyer Pfarrkirche: Dank finanzieller Unterstützung des Pfarrgemeinderates und der Erzdiözese Paderborn konnte das lange verborgene Kreuzreliquiar der Pfarrei Schwaney vom Goldschmied Schnorrenberg in Paderborn restauriert werden und nun wieder seinen gebührenden Platz im liturgischen Gebrauch einnehmen. Historisch ist Folgendes über dieses Kunstwerk zu berichten: August Friedrich Meyenberg, Pfarrer von Schwaney (1850–1869), bemühte sich sehr der Pfarrkirche ein kostbares Heiltum, eine Partikel vom Kreuz des Welterlösers zu sichern. Diese Reliquie war eine Stiftung von Fräulein Elisabeth Apen, Paderborn, die diese von ihrem Onkel erhalten hatte, der von 1822 bis 1841 Vikar in Altenbeken in der Pfarrei Buke war, wo seit langer Zeit das Heilige Kreuz verehrt wird. Fräulein Apen vermachte das Heiligtum auf ihrem Sterbebett Pfarrer Meyenberg auf Vermittlung der Schwaneyer Lehrerin Fräulein Theresia Blomenkamp (1854-1896) als Geschenk, mit der Bitte diese Partikel allzeit als Erinnerung an ihren Onkel in Ehren zu halten. Diese Übergabe erfolgte 1860. Die darüber von Bischof Konrad Martin am 17. April 1860 ausgefertigte Urkunde befindet sich im Pfarrarchiv Schwaney. Dieses Dokument bestätigt die Echtheit der Reliquie und berichtet von der Einfassung in ein Kristallkreuz, versehen mit dem Siegel des Bischofs. Dieses Kristallkreuz erhielt dann als Rahmen ein mit Edelsteinen geschmücktes vergoldetes gotisches Kreuz – so ist es bis heute erhalten. Über die Herkunft der Reliquie ist bekannt: Eine Urkunde von Bischof Franz Drepper (Paderborn) vom 12. Januar 1849 bestätigt, dass Abt Hilarion mit Erlaubnis von Papst Innozenz X. (1644-1655) dem Sanctuarium der Heilig-Kreuz-Kirche in Jerusalem diese Partikel entnommen hat, sie dem Kardinal Maidalchinus übergeben hat und sie dann dem Erzbischof und Kurfürsten von Köln, Joseph Clemens von Bayern (1688-1723) als Geschenk übereignet wurde. Über Joseph Clemens Neffen, sein Nachfolger in Köln und als Clemens August I. von 1719 bis 1761 auch Fürstbischof von Paderborn, kam diese Reliquie über seine Residenz Schloß Neuhaus wohl in unsere Heimat. (zusammengefasst nach Heinz Küting: Schwaney und Pfarrarchiv Schwaney) Das Kreuzreliquiar ist ein kostbares Erbe, das uns einlädt, es in Zukunft wieder mehr in Ehren zu halten. Es verbindet uns sichtbar und gedanklich mit dem Kreuz des Erlösers, mit dem Herrn Jesus selbst – in historischer Weise auch mit den beiden anderen Pfarreien des Pastoralverbundes. Es soll an besonderen Festtagen als Altarkreuz dienen. Übrigens: Die landläufige Meinung, dass alle Kreuzpartikel auf der Welt zusammen ein Schiff ergeben würden ist unwahr, die als echt beurkundeten Partikel machen in ihrer Gesamtheit vielmehr noch lange kein ganzes Kreuz aus.  

Text: Pastor Frank Schäffer

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