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Montag, 17 November 2014 01:00

Die alte Kapelle

Wo des Dorfes Häuser enden
wo die hohe Brücke steht
zwischen moosbewachs’nen Wänden
sich im Bach ein Mühlrad dreht.
Wo der Sonne Strahlen sinken
hinter Wäldern geh’n zur Ruh
ihre letzten Grüße winken
einem alten Kirchlein zu.
Zwar vermisst man Raum und Größe
stolze Dome Pracht und Zier.
Baumesschatten deckt die Blöße
dieses kleinen Kirchleins hier.

Still und traut, so recht zum Beten
alle Unrast liegt so fern.
Generationen flehten
hier zu ihrem Gott und Herrn.
Auf der Straße rauscht das Leben
immer ruhlos, rastlos, laut.
Doch die frommen Pilger streben
zur Kapelle, still und traut.
Wenn wir uns’re Straßen wallen
durch das Leben groß und klein,
möge die Kapelle allen
immer Hort und Heimat sein.

Ein Gedicht über die alte Kreuzkapelle
vom früheren Ortsheimatpfleger
Anton Niggemeier

Im Raum Altenbeken reichen der Abbau von Eisenerz und die Verarbeitung von Roheisen weit zurück. Ja - bis in das Mittelalter hinein, geben zahlreiche Schlacke- und Abraumhalden - die so genanten Pingen -  Zeugnis aus der damaligen Zeit.

Eggestein

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1392. Einen Eisengehalt von 25 - 36 % hatte das abgebaute Erz und es verfügte auch aufgrund des hohen Kalkgehaltes über günstige Eigenschaften bei der Verhüttung. Dieses im Tagebau gewonnene Eisenerz wurde direkt vor Ort in offenen Herdfeuern oder in niedrigen Schachtöfen zu Roheisen geschmolzen. Später ging man dazu über eine Verlagerung der  Roheisenproduktion in den Ort Altenbeken zu verlegen. Dieses ist erstmals nachweislich in einer schriftlichen Urkunde überliefert. So steht aus dem Jahr 1578 geschrieben:
"Innerhalb des Dorfes bewegt (die Beke) Wasserräder, durch deren Antrieb auf maschinelle Weise Hämmer das Eisen schlagen, dessen Rohmaterial an benachbarten Orten gefördert und geschmolzen wird. Es werden auf gleiche Weise Blasebälge bewegt, durch deren Wind sich das Eisen im Feuer verflüssigt."
Die Verarbeitung nahm zu und es wurden immer größere Produktionsmengen verarbeitet. Doch man musste in immer tiefere Schichten vorstoßen, was erheblichen Kosteneinsatz abverlangte. Das erste Hüttenwerk musste wohl deshalb den Betrieb vor 1600 eingestellt haben. Erst im Jahre 1607 wurden die Herren Heistermann und Ludwig mit der Förderung von Eisenerz vom damaligen Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg belehnt. Wenige Jahre später war ausreichend Eisenerz gefördert worden, so dass die Gewerke ab 1910 einen Hochofen betreiben konnten und im Jahre 1614 ein Hammerwerk. Diese Werke waren bedeutende Arbeitgeber für Altenbeken, bis sie gegen Ende des 30jährigen Krieges in finanzielle Schwierigkeiten gerieten und  an Hermann Bernhard von Schildern aus Himmighausen verkauft wurden. Dieser ließ einen neuen Stollen anlegen und die Werke florierten mit großem Erfolg. Doch nach 1670 wurde nur noch unregelmäßig Eisenerz gefördert, welches wohl auf das Grubenwasser zurück zuführen ist. Dadurch wurden die Stollen in größeren Tiefen überflutet. Erst durch die Übernahme der Schilderschen Güter durch Reichshofrat von Donop im Jahre 1715 wurden neue Initiativen zur Instandsetzung des Betriebes gestartet. Zuerst errichtet er mehrere Wohn - und Hüttengebäude und so steht geschrieben, er brachte es "zum guten stande". Er baute zuerst für 2000 Taler im Jahre 1730 einen neuen Stollen, der zwei Jahre Bauzeit benötigte.
Danach verpachtete er seinen Betrieb an zwei Harzer Gewerke, die bis 1738 gusseiserne Öfen in großer Zahl und bester Qualität produzierten. Jahre später jedoch gingen die Donopschen Werke in Konkurs und wurden von einem Konkursverwalter geführt. Es kamen immer wieder neue Pächter, bis dann das Berg- und Hüttenwerk im Jahre 1749  an Dr. Ulrich aus Brilon verpachtet wurde. Dieser baute für 7.000 Reichstaler  einen neuen Stollen und es war dadurch möglich das Hüttenwerk dauerhaft mit Eisenstein zu versorgen. Nach dem Tod Ulrichs im Jahre 1755 wurde das Berg- und Hüttenwerk von seinem Bruder Ludwig Ulrich bis 1774 weitergeführt. Es begann weiter eine Blütezeit und statistische Angaben sagen aus, dass große Mengen Eisenstein von großer Qualität gefördert wurden, die im Hochofen zu Roheisen verarbeitet werden konnten. Der Gesamtwert der Anlagen wurde mit 60.000 Reichstalern veranschlagt. Im Jahre 1767 wurde die Bedeutung der Eisenwerke Altenbeken durch die Anlage eines zweiten Berg- und Hüttenwerkes noch gesteigert. Als der Sohn des Hüttenbesitzers von der Hofkammer die Erlaubnis erhielt, einen Stollen (Antoniusschacht) an Köhlerberg anzulegen, wurde 1778 ein neuer Hochofen in Betrieb genommen. Gegen die Errichtung dieses Bergwerks legte von Donop klage ein, da er auf dem Standpunkt stand, das ganze Revier seinerzeit vom Fürstbischof konzessioniert bekommen zu haben. In einem über 20jährigen Verfahren wurde jedoch vom Reichskammergericht die Erteilung zum Bau eines Stollens von Anton Ulrich für rechtmäßig erklärt. Im Jahre 1803 kam es wegen hoher Schulden der Donopschen Güter zu einem Verkauf der Altenbekener Eisenwerke und sie gingen in den Besitz des Konkurrenten Anton Ulrich über.  Dieser ließ sein Werk abbrechen ( Standort Ecke Bollerbornstraße heute Haus Spieker) und ließ die Donopschen Anlagen modernisieren.
Im Jahre 1823  verkaufte Ulrich sein Werk in Altenbeken an den Regierungsrat Langen, der es dann bedeutend vergrößerte. Nach seinem Tod  wurden die Erben Adolf Langen, Witwe Wilhelmine Hillebrand und Heinrich Moors Besitzer. Im Jahre 1906 wurde dann das Werk an die Firma Kropff aus Olsberg verkauft. Als der neue Besitzer früh starb und die Witwe den Geheimrat Federath heiratete war sie Besitzerin bis sie dann Anfang 1919 den Betrieb an die Frankschen Eisenwerke verkaufte. Im Jahre 1926 wurden dann die Tore dieses jahrhunderte alten Eisenwerkes geschlossen, das vielen Generationen in Altenbeken "Arbeit und Brot" gegeben hatte. Heute erinnern noch das alte Herrenhaus (Gasthaus Friedenstal)  und das alte Hammerhaus unterhalb des Viaduktes, sowie die Straßenbezeichnungen "Hüttenstraße" und "Am Hammer" an die Eisenindustrie.
Auch nach den Besitzern und Pächter sind mehrere Straßen und Wege benannt.eisen
Hüttenanlage in Altenbeken im Jahre 1839. Federzeichnung von Franz Josef Brand.

Hüttenarb

Vor der Schließung der Werke im Jahre 1926 stellten sich die Hüttenarbeiter dem Fotografen. Das untere Bild zeigt die Eisenhütte um 1900.

Eisenh

 

Es war das 2. Mal, dass dieses wichtige Bauwerk eine Vollsperrung erfahren musste. Die erste war im Jahre 1905, als nach einem Wassereinbruch ein Stück Gewölbe herunter stürzte und einen Personenzug zum Entgleisen brachte. Es dauerte ein Jahr, bis der Tunnel wieder befahrbar war.

1 Zug

Durch den Rehbergtunnel fahren täglich ca. 120 Züge mit 4.500 Reisenden, sowie zusätzlich in der Regel ca. 50 bis 60 Güterzüge. In den sechs Monaten wurde der Oberbau (Schienen und Schwellen) erneuert und das Schotterbett vollständig ausgetauscht. Hierfür waren in dem 1632 Meter langen Tunnel 15.000 Tonnen Schotter erforderlich.
Ein weiterer Anlass war die notwendige Nachrüstung  der Sicherheitstechnik.
Hier wurden „die Anforderungen des Brand – und Katastrophenschutzes für Eisenbahntunnel“ angewandt.
Es wurde deshalb im Rehbergtunnel ein feuergeschützter Kabelkanal verlegt, der die Sicherheitsbeleuchtung speist.
Außerdem wurden eine Löschwasserleitung mit Entnahmestellen von 125 Meter Abstand eingebaut, die von den Löschwasser-Zisternen, welche auf den Rettungs-plätzen an beiden Portalen eingebaut sind, gespeist wird.
Außerdem sind Steckdosen (Elektranten), Fluchtwegkennzeichen und Tunnelfunk - Antennen für die Feuerwehr installiert.
Insgesamt investierte die DB – Netz – AG für die Sanierung des bedeutenden Eisenbahnknotenpunkts 22 Millionen Euro. Bis Februar 2014 stehen noch Rest-arbeiten an, die den Zugverkehr aber nicht beeinträchtigen. Es werden an beiden Portalen noch Rettungsplätze angelegt, ferner zwischen den Schwellen noch Gitterroste eingebaut.
Die Reisenden können sich auf jeden Fall freuen, dass der Schienenersatzverkehr nun eingestellt werden konnte, bei dem sie zwangsweise vom Zug in den Bus umsteigen mussten. Hiervon betroffen - so wurde bekannt gegeben bei der Wiedereröffnung des Tunnels -  waren 700.000 Fahrgäste.
Hierfür wurde den Reisenden ein großer Dank ausgesprochen.
Ulrich Conradi, Verbandsvorsteher des Nahverkehrsverbundes Paderborn/Höxter, wies auf die Bedeutung des Tunnels für den Schienenpersonennahverkehr hin.
„Ohne ihn sei ein funktionierender und nachfragegerechter Verkehr in Ostwestfalen – Lippe nicht vorstellbar.“

Tunneler

In diesem Jahr wird der 200. Geburtstag des Heimatdichters Friedrich Wilhelm Weber gefeiert. Aus diesem Anlass finden und fanden zahlreiche Gedenktage statt, die durch private Initiative oder durch heimatverbundene Vereine, sowie natürlich durch die rührige Friedrich -Wilhelm - Weber – Gesellschaft ausgerichtet werden.

Weberstein

Der Arzt, Dichter und Politiker hat viele Spuren hinterlassen in unserer Region. Auch Altenbeken ist sehr mit ihm verbunden. So lesen wir in der Festschrift, die zum 200. Geburtstag herausgeben wurde, einen Auszug seiner Biografie das Dorf Altenbeken betreffend von Prof. Dr. Julius Schwering:
Wörtliche Wiedergabe:
„An einem Julitage des Jahres 1848 ritt Weber nach dem ungefähr eine Meile von Driburg entfernten Dorfe Altenbeken. In unmittelbarer Nähe dieses Ortes, da wo der Fahrweg an einer Eisenhütte vorbei nach der Thalmulde lang sich hinstreckenden Dorfe hinabführt, blickt aus prächtiger Waldung ein von einem hübschen Garten umgebenen Landhaus, welchs damals von dem Leiter des benachbarten Eisenwerkes, dem Direktor Simmersbach bewohnt wurde. Da Weber dessen Hausarzt war und auch sonst zu ihm und seiner Familie in freundschaftlichen Beziehungen stand, so wollte er die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, bei ihm vorzusprechen. In dem Augenblick, als er sich dem Haus näherte, wandelte zwischen den sonnenbeschienenen Beeten des Gartens eine schlanke Mädchengestalt, die einen Knaben an der Hand führte. Die junge Dame vernahm den nahenden Hufschlag und aufblickend gewahrte sie den Reiter, in dem sie sofort nach den Schilderungen, die man ihr von Dr. Weber gemacht hatte, den volkstümlichen Driburger Arzt vermutete. Als sie eine Weile nachher in das Haus zurückkehrte, wurde ihr der Doktor im Familienzimmer vorgestellt und Weber sah nun zum ersten Male diejenige, welche bestimmt war, seine treue Lebensgefährtin zu werden.“
Wir sehen also.........Friedrich Wilhelm Weber hat seine Frau in Altenbeken kennen gelernt !! Darum wurde auch eine Straße nach ihm benannt und ein Gedenkstein aufgestellt.

 Eisenh

 

Im 19. Jahrhundert waren alle Staaten in Deutschland bestrebt, viele Eisenbahnverbindungen zu schaffen. So auch das Königreich Hannover, welches zwar schon westwärts über Minden zum Ruhrgebiet und nach Köln sowie nordwärts nach Hamburg und ostwärts über Braunschweig und Magdeburg nach Berlin angeschlossen war. Ferner ging eine Strecke über Göttingen nach Kassel und Frankfurt. Nur der Südwestzipfel des Königreiches über die alte Rattenfängerstadt Hameln, Bad Pyrmont in Richtung Altenbeken mit Anschluss an die Preußisch Westfälische Staatsbahn musste noch das neue Verkehrsmittel entbehren.
So trat dann 1868 ein Comite’ unter der Leitung des Erblandmarschalls Grafen Münster zusammen, das den Bau der Hannover – Altenbekener (HAE) durch eine Aktiengesellschaft beschloss. Ihr wurde eine Beteiligung „durch einen erheblichen Betrag durch den Herrn Strousberg aus Berlin“ in Aussicht gestellt. Hier taucht zum erstmals für die HAE der Name des deutschen „Eisenbahnkönigs“ Henry Bethel Strousberg auf.

Eisenbahn

Nachdem die Durchführung der Strecke dann durch Staatsverträge mit den Herzogtum Braunschweig, mit den Fürstentümern Lippe, Waldeck ect. geregelt worden waren, erhielt die HAE auch von der Königlich, preußischen Regierung am 25. November 1868 die Konzession zum Bau dieser Eisenbahn - Strecke.(siehe Vertrag)

Tunnel794

Mit dem ersten Spatenstich wurde am 25. November 1868 bei Weetzen begonnen. Dann ging es in mehreren Etappen weiter und die Strecke bis Hameln konnte am 13. April 1872 eröffnet werden. Am 10. August 1872 war man in Steinheim angekommen und die restlichen 21 Kilometer bis Altenbeken schaffte man dann am 19. Dezember 1872.
Von der Hannover – Altenbekener Eisenbahn wurde dann im Rehbergtunnel, der von Anfang an für den lichten Raum zweier Gleise gebaut worden war, das 2. Gleis verlegt.

Tunnelportal1

Auf dem Bild ist zu erkennen, dass der Rehbergtunnel vor 1872 mit nur einen Gleis ausgestattet war. Es stammt also aus der Zeit vor 1872.
Ferner wurden in Altenbeken einige Dienstgebäude für das eigene Weichensteller- und Zugpersonal erstellt. Damit erwarb sie das Recht zum Mitbetrieb zwischen der Tunnelstation (Langeland) und dem Bahnhof Altenbeken.

Arm wie das Dorf -  war auch sein Kirchlein, das inmitten des stillen Friedhofes am
Berghange stand. Hart vorbei führte der alte Postweg, der sich heute noch recht deutlich verfolgen lässt und hier einst als schlechteste Strecke auf der Reiseroute Paderborn-Bad Driburg galt. Wohl wegen seiner Armut hat dieses Gotteshaus eine Reihe von Jahrhunderten überdauert, harte Zeiten mit Fehden, Glaubenswirren und Kriegen. Werte oder Schätze barg es nicht. Mit dem Pastor Hermann Tylen wurde Buke schon 1510 als Pfarrdorf erwähnt. Turm und Dach der kleinen Kirche trugen ursprünglich wohl Stroh und Schindeln. Erst viel später deckte man den Turm  mit Schiefer, während das Dach Docken mit Holzziegeln erhielt. Aus dem Stein der Heimat gefügt und innen roh verputzt, hatte die Kirche nur sehr kleine Fenster, sicherlich eine Fortbildung von früheren Schießscharten. 1842 ersetzte man das Steinpflaster vor dem Hochaltare durch Kalkguss, und wenige Jahre später stellte man in der Kirche eine kleine Kommunionbank auf, die man aus zwei großen Stühlen anfertigen ließ. Der kleine Altar war in dieser Zeit so morsch geworden, dass er durch einen neuen ersetzt werden musste. Von der großen inneren Dürftigkeit des Gotteshauses tief beeindruckt, soll sich ein Paderborner Bischof, der anlässlich der Firmung in Buke weilte, geäußert haben, dass es sich wirklich nicht um eine Kirche, sondern um einen Stall handele. Jedenfalls war und blieb dieser ärmliche und verwitterte Bau für das weit ärmere Bergdorf Buke Jahrhunderte lang der überragende Mittelpunkt des Dorfes, die stille Stätte des Glaubens, der Andacht und der Gnade. In den Augen der schlichten, bäuerlichen Einwohnerschaft schien es immer noch weit prächtiger und prunkvoller, als einst der dürftige Stall von Bethlehem. Gewiss, das Kirchlein war dumpf, dunkel und kalt und nicht zuletzt viel zu klein. Diese Frage wirkte sich doppelt drückend aus, als dann Altenbeken, das Dorf der Hütten - und Hammerarbeiter, nach der Abpfarrung von Neuenbeken auch noch diesem Bergkirchlein zugewiesen wurde. Wie der Volksmund erzählte, erfror in der Strenge des Winters einst ein Kind, das man zur Taufe nach Neuenbeken trug. Daraufhin baten die Altenbekener ihren Bischof um Überweisung nach Buke, weil es näher an Buke lag. So diente die alte Buker Pfarrkirche zwei Gemeinden, obschon sie kaum eine Gemeinde fassen konnte. Kurz vor der Jahrhundertwende um 1890 befand sich das Gotteshaus in derart schlechtem Zustand, dass sich die Buker Pfarrgemeinde entschloss, den Grundstein zu einer neuen Kirche am Standort des Pastorats zu legen. Nach der Bauzeit von 1894-1896 weihte der Paderborner Bischof Dr. Hubertus Simar die neu erbaute Kirche. ( siehe Bild) Daraufhin wurde das alte Kirchlein abgerissen. Sie hatte ihre Zeit mehr schlecht als recht erfüllt.

Gefunden in alten Unterlagen von: Ortschronist Norbert Keuter

Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2005 den 27. Januar offiziell zum internationalen Holocaust – Gedenktag erklärt. In Deutschland wird dieser Gedenktag bereits seit 1996 am Jahrestag der Befeiung des Konzentrationslagers Auschwitz 1945 durch die Rote Armee begangen. Auschwitz steht als das größte Vernichtungslager der Nazis symbolhaft für den Völkermord und für die Millionen Menschen, die durch das Nazi – Regime entrechtet, verfolgt, gequält oder ermordet wurden. Der Bundestag begeht den Tag jährlich im Rahmen einer Gedenkveranstaltung. In diesem Jahr berichtete der Zeitzeuge Marcel Reich-Ranicki im Bundestag speziell über seine Erlebnisse im Warschauer Getto. Das Warschauer Getto, von den deutschen Behörden „Jüdischer Wohnbezirk in Warschau“ genannt, wurde im zweiten Weltkrieg von den Nazis für polnische und deutsche Juden errichtet und war das bei weitem größte Sammellager dieser Art. Es wurde Mitte 1940 im Stadtzentrum von Warschau errichtet. Hierher wurden vor allem Juden aus ganz Warschau, aus anderen unter nationalsozialistischer Gewaltherrschaft stehenden polnischen Regionen sowie aus dem deutschen Reichsgebiet und den besetzten Ländern deportiert. Bereits am 2. Oktober 1940 befahlen die Deutschen allen jüdischen Einwohnern der Stadt innerhalb von sechs Wochen den Umzug in ein Gebiet westlich vom Zentrum. Dort mussten die nichtjüdischen Bewohner ihre Wohnungen verlassen. Das Warschauer Getto wurde ab der Nacht vom 15. auf den 16. November 1940 in der Folgezeit mit einer 18 Kilometer langen und 3 Meter hohen Umfassungsmauer hermetisch abgeriegelt und die anfangs 22 Tore von SS-Wachen unter dem Kommando Paul Moders bewacht. Heinz Auerswald, ein deutscher NS-Jurist, wurde als Kommissar über den nun so genannten „Jüdischen Wohnbezirk“ eingesetzt. Das Getto erhielt – wie andere Sammellager im besetzen Europa – eine nur nominelle „Selbstverwaltung“ in Form eines den Deutschen vollkommen unterstellten Judenrats, dem wiederum eine unbewaffnete jüdische „Ordnungspolizei“ unterstand. Die Aufgaben des „Judenrats“, mit Adam Czerniaków als Ältestem, waren vielfältig: sie reichten von der Armenfürsorge über alltägliche Ordnungsdienste, die Einhaltung von Arbeitsbestimmungen bis hin zur „Bereitstellung“ der von den Deutschen geforderten Anzahl an Juden auf dem „Umschlagplatz“ für die Abtransporte nach Treblinka. Trotz Überfüllung wurden immer mehr Menschen in den „jüdischen Wohnbezirk“ Warschaus geschafft. Dessen Bevölkerung lag bei etwa 350.000 Menschen, insgesamt wurden etwa 500.000 Menschen in das Getto verschleppt. Bei einem Aufstand am 16. Mai 1943 wurde das Ghetto von den Nazis dem Erdboden gleichgemacht und seine Bewohner ermordet.

Flaggen auf Halbmast – auch am Altenbekener Rathaus - , Schweigeminuten und Mahnwachen: Deutschland gedenkt an diesen Samstag, dem 13. August 2011 den Beginn des Mauerbaus vor 50 Jahren. Als die Machthaber der früheren DDR den Befehl gaben, die Mauer zwischen Ost und West zu bauen, hielt die Welt den Atem an.
Es hat sich aber gezeigt, dass keine Macht der Welt auf Dauer Menschenwürde und Freiheit stoppen können. So gehören der Tag des Mauerbaus am 13. August 1961 und der Tag des Mauerfalls am 9. November 1989  untrennbar zusammen.
Rudolf Koch, Gemeindeheimatpfleger 

Das  erste Bahnhofsgebäude aus heimischen Sandstein wurde mit der Fertigstellung des Rehbergtunnels im Jahre 1864  fertiggestellt.  Dieses Empfangsgebäude wurde unter Denkmalschutz gestellt und wird auch noch von verschiedenen Bahnbediensteten,der Bahnhofsmission, etc. genutzt.
Im Jahre 1898 ließ die preußische Staatsbahn neben dem Empfangsgebäude, optisch dazu passende Neubauten errichten, um weitere Räumlichkeiten für das Dienstpersonal zu schaffen. Auch die Post war in früheren Jahren dort unterbracht. Es waren eine Kantine mit Küche eingerichtet sowie Büros, Unterrichts – und Sozialräume .
Nachdem im Laufe der letzten Jahre die Dienststellen in Altenbeken aufgelöst worden sind, brauchte man diese Gebäude nicht mehr und sie verfielen. Die Decken kamen herunter, die Fenster und Türen verfaulten  .....es sah schlimm aus!! Es wurde nicht mehr investiert.
Vor über 5 Jahren hat man zum Schutz der Reisenden ein Gerüst hier aufgestellt und eine Abzäunung erstellt. 
Eine Unterschutzstellung auch dieser Gebäude war aus Sicht der Heimatpflege nicht mehr zu vertreten, da die Kosten einer Instandsetzung in keinem Verhältnis stehen.. Es blieb daher nur noch der Abriss, da auch schon Unfallgefahr bestand. Auf wiederholte Anfragen bei den zuständigen Bahnmanagern fehlte es aber an finanziellen Mitteln, um diesen Missstand zu beheben. Für die Gemeinde Altenbeken war dieses keine gute Visitenkarte mehr.
Nun kam ab 18. Januar 2011der Bagger, um die aus Backsteinen erbauten Nebengebäude abzureißen. Um den normalen Zugverkehr tagsüber nicht zu behindern, können diese aufwendigen Abbrucharbeiten nur Nachts durchgeführt werden. Am Tage wird dann der Schutt mit einem Waggon über die Gleise abtransportiert. Diese Arbeiten, die ca. 400.000 Euro kosten, wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
„Trotzdem ist auch Wehmut zu spüren, dass so ein Stück Altenbekener Heimat – und Bahnhofsgeschichte von über 100 Jahren dem Bagger zum Opfer fällt.“
Was nun mit der ca. 800 Quadratmeter großen  freigewordenen Flächen in Zukunft geschehen soll, konnte auch Martin Nowosad, Leiter des Bahnmanagements Ostwestfalen aus Bielefeld, noch nicht sagen.
Hoffen wir aber, dass der Bahnhof wieder eine echte Visitenkarte für Altenbeken und des Paderborner Landes wird.

Ein kleiner Auszug aus seinem Wirken

Der Bundespräsident hat Michael Pavlicic für seinen jahrzehntelangen Einsatz im kulturellen und kommunalpolitischen Bereich das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Landrat Manfred Müller überreichte im Rahmen einer Feierstunde die Ordensinsignien und richtete gleichzeitig die Glückwünsche der Ministerpräsidentin und der Regierungspräsidentin Detmold aus.


„Traditionen aus der Vergangenheit leben und für die Zukunft erhalten, das Gestern festhalten, im Heute leben und an die Zukunft denken“, sei das Motto seines Handelns. Seit über 30 Jahren engagiere er sich in der Heimat- und Kulturpflege. Er werde als ein sehr präsenter, sich gern unter Menschen aufhaltender, aktiver, vielseitiger, zuverlässiger sowie sehr heimatbezogener Mensch beschrieben, der den Ort Schloss Neuhaus, die Stadt Paderborn, ja den ganzen westfälischen Raum im politischen sowie kulturellen Bereich aktiv mitgestalte, so der Landrat.. Als echter „Neuhäuser Junge“ habe er auch sein eigenes Wohnhaus mit Sachverstand und Herzblut als ortsbildprägendes Baudenkmal erhalten.


Bereits mit 26 Jahren wurde ihm vom Bezirksausschuss Schloss Neuhaus das Amt des Ortsheimatpflegers übertragen. Im Jahre 1994 wurde er zum Stadtheimatpfleger und im folgenden Jahr erstmals zum Kreisheimatpfleger des Kreises Paderborn gewählt. Sämtliche Ämter hat er bis heute inne. Landrat Manfred Müller nannte beispielhaft seine Mitarbeit in 2010 bei der Resolution gegen die Schließung des Museums Kaiserpfalz in Paderborn sowie die Mitorganisation des Westfalentages in Schloss Neuhaus im Jahr 2009. In der Funktion des Kreisheimatpflegers ist Pavlicic zugleich stellvertretender Vorsitzender des Vereins „die warte e.V.“. Der Verein ist verantwortlich für die viermal im Jahr erscheinende, gleichnamige Heimatzeitschrift über die Geschichte, Landschaft, Wirtschaft und Kultur der Kreise Paderborn und Höxter. Pavlicic gehört zudem der Bewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ an. Aufgrund seiner Ämter im Bereich Heimatpflege wurde er 2005 in den geschäftsführenden Vorstand des Westfälischen Heimatbundes berufen und bereichere seither mit seiner Sachkenntnis und Kreativität die Tätigkeit des Gremiums. Seit 1983 ist er stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Schloss Neuhaus e.V. und engagiert sich auch als Redakteur und Lektor der Heimatzeitschrift „Die Residenz“. Er war der Hauptinitiator der vom Heimatverein im Obergeschoss des nordöstlichen Schlossturmes eingerichteten Heimatstube. Er verfüge über ein fundiertes Wissen über die Ortsgeschichte von Schloß Neuhaus sowie großes Spezialwissen zur Familiengeschichte vieler Bürger. Vieles davon habe er in Publikationen verwertet und ausgearbeitet. In besonderem Maße habe er sich in der Heimatpflege wie auch in der Lokalgeschichtsforschung und -schreibung des Raumes Paderborn, insbesondere aber des ehemaligen fürstbischöflichen Residenzortes Schloß Neuhaus, engagiert.
Gewürdigt wird auch sein politisches Engagement: Er ist seit1989 Mitglied des Rates der Stadt Paderborn. Als Ratsmitglied wurde er 1999 (bis heute) in die Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe gewählt und engagiert sich seitdem im Kulturausschuss.


Neben Heimat und Politik ist Pavlicic auch im kirchlichen Bereich sehr aktiv. Bereits seit 1985 ist er ununterbrochen Mitglied im Kirchenvorstand der katholischen Gemeinde St. Heinrich und Kunigunde in Schloß Neuhaus. Bereits seit 1972 ist Pavlicic Mitglied im Bürgerschützenverein Schloss Neuhaus und wurde im März 2006 zum Oberst gewählt. Unter seiner Führung wurde u.a. das 100-jährige Jubiläum der Bruderschaft gefeiert sowie eine Jubiläumschronik gefertigt. Zuletzt wurde er 2011 mit dem Schulterband zum St. Sebastianus Ehrenkreuz ausgezeichnet..
Mit seinem nahezu 30-jährigen Einsatz für Heimatpflege im Kreis Paderborn und in Westfalen sei er ein hoch angesehener und geschätzter Experte, der fachliche Argumente für Heimat– und Kulturpflege in sachlicher und verbindlicher Art auf allen Ebenen vorzutragen verstehe. Ausgezeichnete Kooperationsbereitschaft sowie Zuverlässigkeit werde ihm von vielen Seiten bestätigt. Mit seiner ursprünglichen und sympathisch-unverblümten Art in Kombination mit seinem Sachverstand gelinge es ihm immer wieder, die unterschiedlichsten Menschen, ob jung oder alt, von kulturellen, historischen und auch natur- und heimatkundlichen Gegebenheiten zu begeistern, bekräftigte Landrat Müller abschließend.

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