Heimatpflege

Heimatpflege

Der 7. Mai des Jahres 1895 gehört zu einem der schlimmsten Tage für unser schönes Eggedorf Schwaney. Zwar hatte es in den vergangenen Jahrhunderten mehrere Brände gegeben, doch neben dem Großbrand 1762, war dieser Brand von besonderem Ausmaß. Gegen 14.00 Uhr kam es zu einem Kaminbrand beim Ackerwirt Johannes Böddeker, Haus Nr. 127, wodurch sein Haus in Brand geriet. Begünstig durch einen starken Ostwind und einer längeren Trockenheit griff das Feuer schnell um sich. Innerhalb der ersten Stunde standen 37 Häuser in Flammen. Auch die Schwaneyer Kirche aus dem Jahr 1680 fiel den Flammen zum Opfer. Die Glocken fingen durch die große Hitze von selbst an zu läuten und sangen somit ihren eigenen Grabgesang. Es soll ein Geläut gewesen sein, so herzergreifend und traurig wie es vorher noch nie in Schwaney zu hören gewesen sei. Von den Glocken blieben nach dem Feuer nur etwa 20 Pfd. über. 

Der älteste Teil des Gebäudes stammt aus dem Jahr 1680. Der Turm wurde 1818 neu errichtet, und zwei Jahre später wurde an der östlichen Seite ein 7 Meter langer Anbau getätigt. Durch das Läuten der Glocken wurden die Männer, die sich bei der Feldarbeit befanden, auf die schwarzen Rauchwolken aufmerksam und eilten ins Dorf zurück. Mit ihrer Handdruckspritze standen sie den Flammen allerdings wehrlos gegenüber. Sie trieben das Vieh aus den gefährdeten Ställen und nur mit Mühe gelang, es einen Teil der Kirchenbücher und Dokumente aus dem Pastorat zu retten. Der Tabernakel mit dem Allerheiligsten konnte gerettet werden und wurde dem Herrn Kaplan Stahl mit einem Handkarren zur Kaplanei, Haus Nr. 5, gebracht. Auch die zur Hilfe gekommenen Wehren aus Paderborn, Bad Driburg, Lichtenau, Hamborn und Buke standen der Feuersbrunst machtlos gegenüber. Am Abend waren mehr als 50 Gebäude, darunter 39 Wohnhäuser, die Kirche und eine Reihe von Scheunen nur noch ein Haufen Schutt und Asche. Zum Glück drehte der Wind am Nachmittag nordwärts, andernfalls wären sicherlich noch weit mehr Gebäude ein Raub der Flammen geworden. Schwaney hatte zum Zeitpunkt des Brandes 192 Wohnhäuser und etwa 1000 Einwohner. Am nächsten Tag suchten die übernächtigten und erschöpften Einwohner in den Trümmern und Ruinen nach den kläglichen Resten ihrer Habe. Der Königliche Landrat Jentsch erschien ebenfalls und traf die möglichen Anordnungen und er versprach in bewegenden Worten, für die Abhilfe der nicht geringen Not nach besten Kräften tätig sein zu wollen. So konnte den 47 Brandgeschädigten bis zum Dezember 1895 rund 10.000 Mark zur Verfügung gestellt werden. Die Schwaneyer gingen sofort wieder an den Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser. Die meisten der abgebrannten Wohnhäuser wur­den im Jahre 1895 wieder aufgebaut, ebenso auch das Pfarrhaus. Am 14. Juni 1895 beschloss der Gemeinderat den Bau einer Notkirche im Hegerschen Garten. Diese bestand aus bescheidenen Fachwerkwänden mit Pappdach. Im Jahre 1897 konnte der Grundstein für die heutige Pfarrkirche Schwaney gelegt werden.

 

  Im Zuge der Ortskernsanierung in den 1980ger Jahren wurde die Beke von der Einmündung Sage ( Nahkauf - Markt) bis zum Kirchplatz neu ausgebaut. Diese diente dazu einen Hochwasserschutz für die Anlieger zu gewährleisten. Nun über 30 Jahre später soll nun auch der untere Teil neu renaturiert werden. In den ersten Monaten des Jahres 2012 wurde mit der Einrichtung der Bauellen, wie Zuwegungen, Fällen von Bäumen entlang des Baches etc. begonnen. Ein Teil der Parkplätze beim Marktplatz können nicht mehr benutzt werden, da hier Bürocontainer aufgestellt wurden. In den ersten Junitagen 2012 rückten nun die Bagger und die Baukolonnen an der Fußgängerbrücke am Alten Kirchweg beim Hause Amelunxen an, um von hier den Bekeausbau stromaufwärts in Richtung Marktplatz in Angriff zu nehmen. Es wird später der Abbruch der Brücken Kuhlbornstraße und zum Kirchplatz erfolgen. (hierüber ist noch zu berichten) Die Kosten dieser Bekerenatuierung sind mit 1,9 Millionen Euro angegeben. Das Land Nordrhein/Westfalen (NRW) Bewilligungsbehörde Bezirksregierung Detmold, hat eine Förderung von 80% in Aussicht gestellt. Der Gemeindeanteil beträgt somit 380.000 Euro. Die Arbeiten werden voraussichtlich laut Auskunft der Gemeindeverwaltung im Sommer 2013 vollendet sein. Ausführende Firma ist Gebrüder Schönhoff aus Brakel/Gehrden, die sich auf Gewässerausbau spezialisiert hat. Der Wasserverband Obere Lippe und die Gemeinde Altenbeken führen diese Gewässermaßnahme „Beke“ gemeinsam durch.

Vom 2. April bis zum 27. September 2013 finden umfangreiche Gleisbauarbeiten zwischen Altenbeken, Langeland und Himmighausen statt. Neben der Erneuerung von insgesamt acht Weichen werden in dieser Zeit rund 9.000 Meter Gleise, Schwellen und Schotter ausgetauscht. Gleichzeitig werden im Rehbergtunnel die Rettungswege, Löschwasserleitungen, Notbeleuchtungen und Kabelkanäle erneuert. Wegen dieser komplexen Arbeiten bleibt die Strecke in beiden Richtungen für den Zugverkehr gesperrt. Die Deutsche Bahn investiert in diese Baumaßnahmen insgesamt 12 Millionen Euro. Folgende Arbeiten werden durchgeführt • Erneuerung der Gleise (3.400 Meter, je Richtung 1.700 Meter) im Tunnel • Erneuerung von Schwellen, Schotter, Instandsetzung der Tiefenentwässerung und Einbau von korrosionsbeständigem verzinktem Befestigungsmaterial für die Schienen • Erneuerung von vier Weichen am Westportal Altenbeken • Modernisierung der Sicherheitstechnik im Rehbergtunnel durch Realisierung von brandschutztechnischen Maßnahmen in Abstimmung mit der örtlichen Feuerwehr: · Einbau von Löschwasserleitungen/ -behältern · Erneuerung der Kabelkanäle · Fluchtwegmodernisierung: Einbau von Gitterrosten in und zwischen den Gleisen Neubau von Rettungsplätzen an den Tunnelportalen · Notbeleuchtung Nach der Tunnelsanierung kann ab Dezember 2013 die Geschwindigkeit von derzeit 50 km/h auf 80 km/h erhöht werden. Weitere Baumaßnahmen im Streckenabschnitt Im Rahmen der Tunnelsperrung werden weitere Gleis- und Weichenerneuerungen entlang der Strecke gebündelt. Dies sind: • Gleiserneuerung zwischen Langeland und Himmighausen auf einer Länge von 4.000 Metern • Gleiserneuerung von Gleis 4 in Langeland mit einer Länge von 1.300 Metern • Erneuerung von vier Weichen zwischen Altenbeken und Himmighausen Ziel dieser Bündelung ist es, verschiedene Bauarbeiten an einem Streckenabschnitt gleichzeitig auszuführen, um so Anzahl und Dauer baubedingter Sperrungen zu minimieren. Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm leider nicht zu vermeiden. Die Deutsche Bahn wird den Baulärm auf das unbedingt notwendige Maß beschränken und bittet die Anwohner um Verständnis für die mit den Arbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten. Die Reisenden werden für die Erschwernisse im Reisezugverkehr Reisezugverkehr ebenfalls um Verständnis gebeten.

80 Jahre sind es her, als das Wahrzeichen Altenbekens – der Bekeviadukt – ein einzigartiges Schauspiel erlebte. Auch ganz Altenbeken war am 26. Juni 1931 auf den Beinen, um Franz Krukenbergs Weltrekordlers - nämlich den “Schienenzeppelin“ - zu bewundern. Der damalige Chronist Scholand beschrieb dieses Ereignis: „Alle Kinder und Erwachsene aus Altenbeken und Umgebung hatten sich an der Bahnstrecke eingefunden.. Der Wagen, der von Berlin kommend, in Richtung Westen fuhr, sah einem „silbergrauen Rennauto“ nicht unähnlich.“ Bei einer Länge von 25,3 Meter, und einer Höhe von 2,8 Meter wog das in Leichtbauweise hergestellte Gefährt nur 18,58 Tonnen. Angetrieben wurde der Schienenzeppelin von einem 404 Kilowatt starken BMW – Benzol Flugmotor. Im Heck des Fahrzeuges war eine Luftschraube angebracht , so dass der Wagen nach unten und nach vorne gedrückt wurde. Auf Versuchsstrecken erreichte er über 200 Stundenkilometer. Rudolf Koch, Ortsheimatpfleger Altenbeken

Als die ersten Menschen sich im oberen Beketal niederließen, war in dieser Zeit ohne Zweifel der Wasserreichtum des Tales für ihren Entschluss mitbestimmend. Zahlreiche klare Quellen und Bäche fließen das ganze Jahr hindurch, doch nach der stärkeren Besiedlung mit Bauernhöfen und Gewerbebetrieben nahm die Verschmutzung der Gewässer derart zu, dass die Verwendung für den täglichen Gebrauch als Trinkwasser fast nicht mehr möglich war. Im Jahre 1906 bis 1909 traten verstärkt Scharlach, Diphtherie und Typhus auf, so dass sich die Gemeindevertretung 1911 entschloss, eine zentrale Wasserversorgung zu bauen. Es wurde eine Baukommission gebildet, der Ingenieur Ernst Schluchtmann, Paderborn, Bahnmeister Vogt und Betriebswerkmeister Holzapfel, Altenbeken, angehörten. Mit der Ausführung der Arbeiten wurde der Spezialunternehmer für Wasserleitungsbauten Ingenieur Hermann Schäfers, Weimar, beauftragt. Als Bauleiter wurde Ingeneuer Ernst Schluchtmann bestimmt. Im Frühjahr 1911 konnte mit dem Bau der Quellfassungsanlage und der Verteilerleitungen begonnen werden.. Durch das günstige Gefälle von der Quelle bis zum Pumpwerk auf dem Grundstück der früheren „Oberen Mühle“ , konnte der Einsatz von teuerer elektrischer oder sonstiger maschineller Kraft vermieden werden .Hierzu zählte u.a. die 10.500 Mark teuere „Doppelt wirkende stehende Lambach’sche Wassersäulenmaschine“, die das Wasser durch eine Steigleitung in den 160 Kubikmeter fassenden Hochbehälter auf der Höhe der Ebene westlich der Warburger Eisenbahnstrecke beförderte. 7,2 Kubikmeter Wasser pro Stunde schaffte die Lambachpumpe in den Hochbehälter – rund 170 Kubikmeter pro Tag. Infolge der günstigen Witterung gingen die Bauarbeiten zügig voran, so dass am 1. März 1912 die Wasserversorgung in Betrieb genommen werden konnte. Die Kosten beliefen laut Rechnung des „Technischen Bureau“ Ernst Schluchtmann Paderborn vom 18. Juli 1912 auf 66.444,07 Mark. Es wurde eine „Polizeiverordnung über den Anschluß der bebauten Grundstücke innerhalb des Dorfes an die Gemeinde – Wasserleitung“ erlassen, welche einen Anschlusszwang vorsah. Hier wurde in § 4 angeordnet, dass mit einer Geldstrafe von 3 bis 30 Mark oder auch mit einer verhältnismäßigen Haft zu rechnen ist. Diese Polizeiverordnung wurde auf Veranlassung des Amtmanns Mersmann durch den Polizeisergeanten Winsel am 20. und 27. November 1911 durch „Ausrufen“ im Dorf den Einwohnern mitgeteilt. Die Einsprüche einiger Hausbesitzer mit eigenen Quellbrunnen gegen diese Satzung sah jedoch vor, dass diese Quellen nur als Viehtränke, jedoch nicht als Trinkwasser benutzt werden durfte. Die Wassergebühren wurden nach Satzung vom 15. Oktober 1913 nach der Einkommensteuer festgelegt und betrugen jährlich zwischen 4,00 bis 24,00 Mark. Hierzu kamen noch Zuschläge für eine Wassertoilette und Bad sowie für Gewerbebetriebe. Da der Bedarf an Trinkwasser immer mehr anstieg – man sprach sogar von einer „Wasservergeudung“ - konnte dieses erst durch den Einbau von Wasseruhren im Jahre 1951 gebremst werden. Altenbeken nahm in den folgenden Jahren durch die Ausweisung neuer Baugebiete immer mehr zu, auch das Leitungsnetz zeigte starke Undichtigkeiten, so dass die alte Lambachpumpe die Wassermengen nicht mehr schaffte und sie wurde außer Betrieb gesetzt und durch zwei Kreiselpumpen ersetzt. Damit hatte die „Historische Doppelt wirkende sehende Lambachsche Wassersäulenmaschine“ aus dem Jahre 1911 ausgedient, die über 50 Jahre die Bewohner des Beketales mit köstlichen Nass versorgt hatte. Die Stadtwerke Paderborn erwarben dann diese „Historische Wassersäulenmaschine“ und in Zusammenarbeit mit den technischen Schulen am Bischofsteich in Paderborn wurde sie restauriert und als technisches Denkmal auf den Schulhof der Richard von Weizsäcker – Schule aufgestellt. Am 28. Mai 1997 übergaben dann die Stadtwerke dem Leiter der Schule Dieter Leiweke, im Beisein von Altbundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker, die alte „Doppeltwirkende stehende Lambach’sche Wassersäulenmaschine.(siehe Bild) Der Hochbehälter aus dem Jahre 1912,(siehe Bild) wurde im Jahre 1999 im Zuge einer ABM- Maßnahme auf Initiative des Ortsheimatpflegers Rudolf Koch restauriert und bleibt somit der Nachwelt erhalten. Eine gegossene Hinweistafel wurde angebracht und eine neue Eisentür eingebaut. In all den Jahren wurde die Wasserversorgung in der Eggegemeinde immer weiter ausgebaut und versorgt heute 25.000 Menschen.

Zur Erinnerung an die optische Telegrafenstation wurde am Standort Rehberg auf Initiative des Ortsheimatpflegers Rudolf Koch ein Erinnerungsstein aufgestellt Dieser wurde am 27. September 1992 zusammen mit der Abteilung des Altenbekener Eggegebirgsvereins eingeweiht. Der Standort wurde durch Nachgrabung zusammen mit Prof. H. W. Wichert genau ermittelt. Mauern, Ziegelreste und vor allem Reste von Solling – Dachsteinen wurden als Indiz für den Standort angesehen., der vorher mit Hilfe von Kantasterkarten sowie einer Karte des Forsteinrichtungswerkes aus dem Jahre 1833/34 im Forstamt Hochstift abgeklärt worden war. Um hierzu einen Beitrag zu leisten, ist auf dem Rehberg bei Altenbeken zusätzlich zu dem Erinnerungsstein ein Hinweisschild mit der Geschichte des Standortes aufgestellt worden. Zusätzlich weist ein von der Landstraße Altenbeken – Langeland sichtbares Schild auf den technikhistorischen Punkt am Rehberg hin. Nun wurde zusätzlich auch ein Wegweiser aufgestellt, welches von dem Revierförster Andreas Marten und dem Schreinermeister Anton Leninger gefertigt und in diesen Tagen vom Ortsheimatpfleger aufgestellt wurde, um interessierten Heimatfreunden den „richtigen Weg“ zu weisen. (siehe Bild). Umfangreiche Reinigungsarbeiten wurden durchgeführt und eine Schneise in Richtung zur Station Nr.: 32 Oeynhausen (Kreis Höxter) geschaffen.. Somit ist der Nachbartelegraf in Richtung Berlin zu sehen. Es lässt sich jetzt anschaulich erfahren, welche Leistung die Telegrafisten in der Zeit von 1833 bis 1849 erbringen mussten, die je Minute einmal die jeweilige Nachbarstation durch ein Fernrohr zu beobachten hatten.

Die im Bildstock am Friedhof in Schwaney bis April 2011 eingestellte Statue ist im Laufe der Jahre durch Witterungseinflüsse beschädigt worden. Bei der Statue handelt es sich um ein Bildnis der heiligen Katharina von Alexandrien. Die Attribute Krone, Palmwedel und Buch sind beiden Märtyrerinnen zuzuordnen. Das Schwert ist jedoch ein Attribut der heiligen Katharina. Palmzweig, Rad und Schwert sind Attribute des Martyriums, die Krone ein Zeichen des Sieges über das Fleisch sowohl im Martyrium als auch in der gottgeweihten Jungfräulichkeit. In dem Schwaneyer Heimatbuch „Geschichte eines tausendjährigen Siedlungsraumes“ aus dem Jahre 1963 vom damaligen Ortsheimatpfleger Heinz Küting ist eine völlige andere Figur abgebildet. Hierbei handelt es sich wohl um eine Statue der heiligen Agatha. Der Verbleib ist nicht bekannt. Die Statue wurde aus Lindenholz von Josef Scherer, Birkenweg 10 geschnitzt. Die Initiative für die Beschaffung dieser stattlichen Figur ging vom ehemaligen Löschzugführer der Feuerwehr Schwaney, Johannes Striewe, Osttorstraße, 10 aus. Allen, die zum Gelingen beigetragen haben, herzlichen Dank. Die heilige Agatha hat sich in frühchristlicher Zeit für den Weg mit Jesus entschieden, was sie das Lebens kostete. Wir können durchaus sagen: sie war Feuer und Flamme für Christus und, wie ihr Name bedeutet, gut zu denen, die sie in Bedrohung um Hilfe anflehten. Auch die Feuerwehrleute bauen auf die heilige Agatha, wenn sie ihre gefahrvolle Aufgabe zu erfüllen haben. Am 2. Sonntag im Mai geht die Gemeinde Schwaney alljährlich die „Agatha-Prozession“. Im Hochamt weihte Pastor Frank Schäffer die neue Statue der heiligen Agatha. Im Rahmen der Prozession wurde sie im Bildstock eingestellt.

Am 18. August 2004 wurde dem Bürgermeister der Gemeinde Altenbeken Hans Jürgen Wessels vom Ortsheimatpfleger Rudolf Koch das neu restaurierte Bahnwasserwerk am Sommerberg übergeben. Es wurde von der Deutschen Reichsbahn im Jahre 1935 errichtet und hatte die Aufgabe die Dampflokomotiven mit Kesselwasser zu versorgen. In der damaligen Dampflok – Ära waren in dieser Gebirgsgegend täglich ca. 2 000 cbm Wasser allein für den Dampflokbetrieb erforderlich. Gespeist wurde der Wasserhochbehälter hauptsächlich von der Apuhlquelle an der Hüttenstraße. Versorgt wurden von hier aus auch die Stellwerke und Wohnhäuser an der Strecke nach Paderborn. Auch der Bahnhof Neuenbeken und das Dorf selbst wurden von hier aus mit Wasser beliefert. Die Wasserleitung in Richtung Neuenbeken wurde lang des Viaduktes angelegt. Das Innere des Hochbehälters ist in zwei Kammern aufgeteilt: 11,40 Meter Tiefe X 7,40 Breite und einer Höhe von 3,50 Meter = 600 Kubikmeter Fassungsvermögen. Der Rat der Gemeinde Altenbeken hat beschlossen, diesen Wasserbehälter zu restaurieren, um ihn der Nachwelt zu erhalten. Besonders soll er an die Zeit erinnern, als die Eisenbahn in Altenbeken in voller Blüte stand. Diese Arbeiten werden von freiwilligen Helfern durchgeführt. Den Anfang machte die Jugendfeuerwehr, die das Mauerwerk im Zuge einer Übung reinigte. Den Haupteinsatz leisten aber Teilnehmer der Maßnahme „ Jump Plus“, in der jugendliche Arbeitslose über gemeinnützige Arbeit qualifiziert werden Sie werden vom Kreis Paderborn, der Arbeitsagentur und dem Technologie – und Berufsbildungszentrum organisiert. Die Eingangstür wurde von der Firma Berni Freienstein gestiftet. Die fachmännische Beratung der Malerarbeiten und die kostenlose Lieferung der Farben besorgte der Malermeisterbetrieb Markus Kraft. 
  
Die Leitung und Betreuung lag in den Händen von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch. So dankte dann auch Bürgermeister Wessels den Helfern für das Engagement und betonte, dass dadurch die Gemeinde wieder ein Kleinod mehr habe. Wer das Bahnwasserwerk besichtigen will, möge sich bei Ortsheimatpfleger Rudi Koch melden.

Fotos: Heimatarchiv, Hugo Düsterhus

„Altenbeken war meine erste Liebe!“ So bekannte Schwester Theodula, als sie am 11.11.2004 im voll besetzten Pfarrheim auf Einladung der KAB über das „Glaubenszeugnis junger Altenbekener Christen“ sprach. Von 1941 bis 1947 weilte sie auf ihrer ersten Stelle im Schwesternhaus Altenbeken und war im katechetischen Dienst der Gemeinde an Kinder und Jugendlichen eingesetzt. Hier erlebte sie die schicksalsschweren Jahre der Kriegs- und Nachkriegszeit. Hier erfuhr sie auch das mutige Glaubenszeugnis von Jugendführern und –führerinnen zusammengefunden, die sich aus christlichem Geiste dem Ungeist der Nazis widersetzte. Die Jugendlichen hätten die „Programmpunkte der Nationalen Reichskirche“ (N.R.) und die Predigten des Bischofs Graf von Galen, des Löwen von Münster, heimlich auf Speichern und in Kellern vervielfältigt und verbreitet, ein Unterfangen, das mit Todesgefahr verbunden war. Hausdurchsuchungen und Verhöre bei der Gestapo in Bielefeld brachten keine Beweise zu Tage. Ein Jugendlicher habe die zirkulierende Dokumente unter dem Bienenstock vergraben, aufbewahrt. Verdächtige und wegen ihrer Gesinnung als „undeutsch“ geltende Jugendliche seien als Soldaten zur Baukompanie eingezogen, wo sie an vorderster Front der Schützengräben gefallen oder als vermisst gemeldet seien. Die Nazis wollten keine Märtyrer. Namentlich erwähnte Schwester Theodula den Theologiestudenten Alfons Bieling, der nach eidesstattlichen Zeugenaussagen von seinem Kompaniechef im März 1945 erschossen wurde, da er eigenmächtig seinen Trupp zurückverlegt hatte, offensichtlich um das leben der Soldaten zu retten. Es sei ihr ein Herzensanliegen, so Schwester Theodula, die vorbildliche Haltung junger Altenbekener Christen aus der dunklen Nazizeit herauszustellen und ihr Zeugnis in der Erinnerung zu bewahren. So sucht die 86-jährige Schwester heute auf ihrem Heimaturlaub nach Zeitzeugen und Dokumenten, um die damaligen Ereignisse dem Vergessen zu entreißen. Der gespannt lauschenden Zuhörerschaft, die an die Hundert ging, legte sie selbst Kopien der „Programmpunkte der Nationalen Reichskirche“ und Auszüge aus der Euthanasie-Predigt des Bischofs von Münster vor. Verständlich, dass sich ihrem Vortrag eine lebhafte Diskussion mit manchem persönlichen Erlebnissen einiger Zeitzeugen anschloss. Schwester Theodula (A. Müller) vom Missionsorden in Neuenbeken ist seit 1951 in der Missionsarbeit Südafrikas tätig. Als Professorin für Religionspädagogik an der Universität Transkai und als Verfasserin von Religionsbüchern hat sie sich einen Namen gemacht und wurde mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt. Die Universität verlieh ihr als erster Frau auf diesem Lehrstuhl den Titel „Professor Emeritus“ und von der Kirche erhielt sie den Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“. Noch heute hält sie „Workshops“ für Lehrer und Katecheten. Mit Plänen für neue Religionsbücher geht sie, wie sie selbst sagt, noch schwanger. Sie sollen dem Thema „Christlicher Jüngerschaft heut“ gewidmet sein.
  

 

Fotos: Archiv Heimatpflege

Ortsheimatpfleger Rudolf Koch blätterte im Protokollbuch des EGV und im Eggegebirgsboten. In der Jahreshauptversammlung der Altenbekener EGV Abteilung am 9. Februar 1941 wurde der Beschluss gefasst eine „der Natur angepasste Schutzhütte“ zu bauen. Schon am 22. Februar wurde mit Revierförster Josef Butter der vorgesehene Platz besichtigt. Es wurde eine "Einzahlungliste" angelegt und auch der Hauptvorstand bewilligte einen Betrag von 1000 Reichsmark.   

Im Eggegebirgsboten 19. Jahrgang Nr. 107 Dezember 1941 konnte dann über die Fertigstellung berichtet werden. (wörtliche Wiedergabe) „ Wanderhütte auf dem Rehberge. Die Abteilung Altenbeken hat im letzten Sommer auf dem Rehberge eine Schutzhütte gebaut. Sie steht gleich am Eggewege, nahe der Kreuzung Landstraße Altenbeken – Langeland und Eggeweg. Schilder sind angebracht, die auf den Platz hinweisen, so daß sie leicht von jedem Wanderer aufgefunden werden kann. Trotz des Krieges ist es der Abteilung gelungen, den Bau fertig zu stellen. Dank des Entgegenkommens der Gemeindeverwaltung Altenbeken und des Einsatzes eifriger Heimatfreunde konnten alle Schwierigkeiten in augenblicklicher Zeit überwunden werden. Die Hütte wurde gegliedert in den eigentlichen Schutzraum und einen Vorraum. Ersterer ist aus Fichtenholz, letzterer ist aus Eichenholz hergestellt. Die Außenverkleidung besteht aus halbrunden Fichtenlatten, die von der Innenseite mit dünnen Deckleisten abgedichtet sind. Das Dach soll noch mit Schindeln bedeckt werden. Vom Vorraum, auch wohl Veranda genannt, schaut man auf einen geräumigen Vorplatz, auf dem einige Bänke aufgestellt sind. Eine breite Treppe, von beiden Seiten mit Farnkraut eingefasst, führt von der leichten Anhöhe zum Eggewege hinunter. Nicht weit entfernt, etwa 5 Minuten weit, liegt die schöne Aa=Quelle, die gleichzeitig von der Abteilung gesäubert wird. Ein Fußweg mit besonderer Bezeichnung führt den Eggewanderer zu diesem Bergquell, der auch wohl noch heute Steigerbrunnen genannt wird. Dieser Name wird von dem früheren Bergbau, der hier am Rehberge betrieben wurde, herrühren. Der Hauptvorstand dankt im Namen des ganzen Eggegebirgsvereins der rührigen Abteilung Altenbeken für die Mühe mit der sie die schöne Hütte in unserm Heimatgebirge errichtet hat. Wir freuen uns , dass unsere Abteilung Altenbeken in der Errichtung der schönen Wanderhütte zugleich der Öffentlichkeit zeigt, wie uneigennützig die ganze Arbeit des EGV ist. Sie heißt auch weiterhin „Arbeit für unser schönes Eggeland.“ Am Sonntag dem 24. August wurde die Schutzhütte in Anwesenheit des Vertreters des Landrats von Paderborn, Verwaltungsdirektor Ohlendorf und Mitgliedern des Hauptvorstandes des EGV in Benutzung genommen. Der Vorsitzende der Abteilung Altenbeken Zahnarzt Dr. Schulze, schilderte in einer Ansprache das Werden und Wachsen der Schutzhütte, die mit Einsatz und Opfer der Altenbekener Eggefreunde fertiggestellt worden sei. Der stellvertretende Vorsitzende des Hauptvereins, Medizinalrat Dr. Hofschulte, beglückwünschte die Altenbekener Abteilung zur Ingebrauchnahme der Schutzhütte. Er dankte den Mitarbeitern für ihren selbstlosen Einsatz im Interesse der Wandersache. Möge die Hütte ihren Zweck dienen und allen Eggewanderern Schutz und Ruhe gewähren. Verwaltungsdirektor Ohlendorf überbrachte die Grüße des Landrats, der am Erscheinen verhindert war. Der Eggegebirgsverein, der schon so vieles für die Heimat = und Wanderbewegung getan habe, habe durch die Errichtung dieser Schutzhütte wiederum bewiesen, dass er trotz der Kriegsverhältnisse in seinen schönen Bestrebungen, für die Heimat = und Wandersache zu arbeiten, fortfahre. Damit ist die Schutzhütte für die Benutzung freigegeben. Mit der Benutzung wird den Volksgenossen gleichzeitig die Pflege der Schutz= und Erholungsstätte empfohlen. Es wird gebeten, die Ruhebänke und Anlagen zu schonen, Papier und Reste nicht umherzuwerfen und dafür Sorge zu tragen, dass aus der Schutzhütte keine Schmutzhütte werde! Die Schutzsuchenden mögen sich immer daran erinnern, dass die Hütte aus dem Opfersinn einiger Eggefreunde entstanden ist, die ihre Heimatliebe zur Tat werden ließen. Ein älterer Heimatfreund hat diese mit vieler Mühe errichtete Schutzhütte auch seinerseits in Schutz genommen, damit sie nicht durch roher Buben Hände irgendwie beschädigt wird. Tagtäglich werden auf den verschiedensten Anstiegswegen zum Rehberge von Eggefreunden Sparziergänge zur Hütte gemacht. Sie überzeugen sich, ob in dem Raum und auch drum herum alles in tadelloser Ordnung bleibt. So wird jeder Wanderer, der unsere schöne Egge durchstreift, hier ein angenehmes Schutz= und Rastplätzchen finden. Diese Schutzhütte ist die erste, die augenblicklich im Eggegebirge errichtet ist. Ihr Bauplan wurde daher allseits begrüßt. Infolge der zentralen und unmittelbaren Lage am Eggewege bei Altenbeken hat die Hütte für die Wandertätigkeit großen Wert. Jetzt im Kriege ist es nicht angebracht, dieses Bauwerk, wie wohl sonst im Frieden großartig einzuweihen, zumal viele Eggeleute eingezogen sind, die an einer solchen Vereinsfeier sehr gerne teilnähmen. Dieses soll für die Friedenszeit zurückgestellt werden. Der Vorstand der Abteilung Altenbeken hat sich entschlossen, von der Fertigstellung dieser Hütte allen EGV Mitgliedern im Eggegebirgsboten Kenntnis zu geben. Möge diese Arbeit unserer Altenbekener Eggefreunde dazu beitragen, die Wandertätigkeit aller Volksgenossen, besonders jedoch die der EGV Mitglieder zu fördern. Eine Wanderung durch die Egge zur Altenbekener Schutzhütte wird sich immer lohnen. Allen fleißigen Mitarbeitern sei an dieser Stelle der herzliche Dank für ihr reges Interesse ausgesprochen. Sie haben wirklich in dieser Kriegszeit neben ihrer beruflichen Tätigkeit Heimatarbeit geleistet, wie sie bislang in der Abteilung kaum geleistet sein dürfte.“ (Dr. Schulze Vorsitzender der Abteilung Altenbeken). Nun ist diese Wanderhütte in den letzten Tagen des Jahres 2007 abgerissen worden, da sie nach 66 Jahren nicht mehr standfest war. Ein neues Fundament wurde gegossen und an gleicher Stelle ist eine neue „Hütte“ errichtet worden. (s.Bild oben rechts mit den Eggemusikanten).

Fotos: Heimatarchiv, Hugo Düsterhus

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