Heimatpflege

Heimatpflege

Wenn man über die Landstraße in Richtung Langeland zum Eggekamm wandert, sieht man kurz vor der Höhe noch deutlich die sichtbare Halde des Antoniusschachtes, die diese Straße durchschneidet. In diesem Revier findet man noch heute viele Schächte und Halden des alten Bergbaus, die zum Teil schon vor 1600 entstanden sind. Die Wälder rechts und links des Eggeweges führen den Natur-freund in die Geschichte dieser Region. Er erfährt von Bahn – und Tunnelbau, Kohlenmeiler und Erzschürfstellen. Viele Erdvertiefungen ( Pingen genannt) erzählen von der Eisenindustrie in Altenbeken. Ein Findling erinnert an die „Tele-Grafen“ (s.Bild mit Prof. Wichert), die hier von 1833 bis 1849 ihren Dienst versahen. Eine Wanderung zu diesen historischen Stätten unternahmen jetzt Ortsheimat-pfleger Rudolf Koch und der Beauftragte für Bodendenkmäler Prof. Hans Walter Wichert. Vom Eisenbahnbau sind noch Betonplatten zu sehen, auf denen aus-gediente Dampflokomotiven aufgestellt um das eindringende Wasser aus den Tiefen des Schachtes zu pumpen. Diese waren vorher vom Bahnhof Buke in die Wälder der Egge mit Pferdekraft befördert worden. Auch Glashütten waren hier angesiedelt und die nahe Aa-Quelle versorgte die Arbeiter, Knappen, Telegrafisten und Forstleute mit dem kühlen Nass. Die unmittelbar Rehberg-hütte am Eggeweg lädt die Wanderer zu einer kurzen Rast ein. Im Walde in der Nähe des Bahnhofs Langeland erinnert ein Trichter von einer Tallboy -Bombe (heute ein kleiner Teich) an die Schrecken des letzten Krieges.

Freitag, 26 Dezember 2014 00:00

Kreuz am Andreas – Kloster wurde eingesegnet

Das neu errichtete Wegekreuz am Andreaskloster wurde am Donnerstag, dem 2. Juni 2005 um 19,00 Uhr im Rahmen einer Andacht von den Pfarrern Werner Spancken Hl. Kreuz Altenbeken und Thomas Wulf St. Dionysius Buke gesegnet. Hierzu waren über 100 Gemeindemitglieder aus Altenbeken und Buke erschienen. Die feierliche Einsegnung wurde umrahmt von der Gesanggruppe "Klingelbeutel".

Verfolgung und Leid jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger Altenbekens in der NS- Zeit wurde jetzt von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch und der Historikerin Dr. Margit Naarmann in einer Dokumentation erarbeitet. Pünktlich zum 69. Jahrestag der Pogromnacht am 9. November 2007 übergab Rudolf Koch in der Aula der Altenbekener Hauptschule die ersten Exemplare der 38-seitigen Gedenk-schrift an die Schulen der Eggegemeinde. Er wünscht sich, dass damit im Unter-richt auch die lokale Geschichte aufgearbeitet werden kann. Der Rektor der Hauptschule Hermann Knaup erinnerte die Schülerinnen und Schüler bei der Übergabe der Dokumentation daran, dass mit der Pogromnacht vom 8. auf den 9. November 1938 das Fanal für die Judenverfolgung und den Genozid gewesen sei. Otsheimatpfleger Koch sagte, dass es wichtig sei, sich der Vergangenheit zu stellen, denn sonst könne man auch keine friedliche Zukunft gestalten. Er skizzierte das Schicksal der beiden jüdischen Familien Ikenberg und Süßmann. Von der Familie Ikenberg sind elf Angehörige ermordet worden, zwei Töchter überlebten den Holocaust. Der Familie Süßmann blieb ein ähnliches Schicksal erspart. Sie siedelten bereits 1936, zwei Jahre vor der Pogromnacht , nach Hamburg über, um von dort auszuwandern. Was viele Altenbekener gar nicht wissen: Nur ein Teil der Familie ist damals nach Amerika ausgewandert. Der Vater Moses Süßmann verstarb 1937 in Hamburg. Seine Frau Else und die Söhne Hans und Karl gelangten 1941 nach Barcelona. Hier starb die Mutter 1942 – die Söhne flohen dann allein nach Amerika. All diese Details sind in der Gedenkschrift auf-gearbeitet, die in den örtlichen Buchhandlungen und in der Sparkasse Pader-born zum Preis von 6 Euro erworben werden kann. Das Geldinstitut hat den 38 Seiten starken Band auch finanziell unterstützt. Ortschronist Hugo Düsterhus gestaltete das Layout. 

Einem der bedeutendsten Bauwerke der Eisenbahnergemeinde Altenbeken ist nun ein Erinnerungsstein gewidmet, der am Sonntagnachmittag , dem 8. August feierlich enthüllt und geweiht wurde. Der Viadukt ist zwar das Wahrzeichen Altenbekens – weitaus wichtiger für die Bedeutung Altenbekens ist aber der 1640 Meter lange Rehbergtunnel. In seiner Ansprache erinnerte der Altenbekener Ortsheimatpfleger Rudolf Koch vor ca. 300 Gästen und Wanderern des EGV an den Bau und an die bewegte Geschichte dieses Bauwerkes. „Der Rehbergtunnel ist in den 140 Jahren der Eisenbahn mit ca. 15 Millionen Mark Erhaltungsaufwand immer sehr teuer, der Gemeinde aber als Voraussetzung zum Knotenpunkt sehr wichtig gewesen.“ Dieses hatte auch der damalige Chronist erkannt, als der Tunnel seiner Bestimmung übergeben wurde. „Altenbeken, bisher über die Grenzen des Paderborner Landes kaum den Namen nach bekannt, ist seit dem Bau und durch die Eröffnung der Altenbeken – Holzmindener Bahn am 1. Oktober 1864 als Eisenbahn – Knotenpunkt in allen Kursbüchern aufgenommen und allgemein bekannt geworden.“ Wie Koch weiterhin ausführte waren die „ Arbeiten am 11. Juni 1864 beendet und die erste Lokomotive konnte am 24. Juni 1864 den Tunnel passieren.“ Die Kosten der einzelnen Gewerke sind fein säuberlich von dem damaligen Bahnbaurat Simon aufgezeichnet worden. Die Gesamtkostenkosten sind hier mit 788.872 Talern angegeben. Der Ortsheimatpfleger bedankte sich bei der Forst, die es ermöglichte diesen Stein hier aufzustellen und beim Bauhof der Gemeinde, die den schweren Findling an Ort und Stelle brachte. Sein ganz besonderer Dank ging an Günther Mertin, der die Bronzeplatte in seiner Firma angefertigt und kostenlos zur Verfügung stellte. Ferner der Firma Brechmann aus Paderborn für die kostenlose Beschriftung des Steines. Bürgermeister Hans Jürgen Wessels dankte Ortsheimatpfleger Rudolf Koch für die Aktivitäten innerhalb der Gemeinde. Er betonte dass durch die „ Aufstellung dieses Findlings die Wanderer darauf hingewiesen werden, dass sich ganz in der Nähe ein bedeutsames Bauwerk befindet. Schließlich, so Wessels , läge es in der Natur eines Tunnels , dass er von außen nicht immer wahrgenommen werde. Mit der Aufstellung dieses Erinnerungssteines soll das nun anders werden. Er macht die Wandersleute auf den Riesen im Berg aufmerksam. „ So wird Altenbeken auch für den Tourismus immer interessanter“, führte Bürgermeister Wessels aus und meinte weiter „ Eisenbahngeschichte und Eisenbahngegenwart werden hier erlebbar und verwies auf den IC-Verkehr , der heute den 140 Jahre alten Tunnel nutzt. Pfarrer Hubertus Wiedeking schilderte vor der Segnung des Steines die Überlieferung der Heiligen Barbara, dessen Bildnis auf dem Stein angebracht ist und von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch gespendet wurde. Sie sei die Schutzpatronin der Bergleute, die diesen Tunnel bauten. Die Segnung gelte daher vor allen Dingen den Menschen, die den Tunnel tagtäglich benutzten und diejenigen, die ihn erhalten. „ Damit dieses Bauwerk auch in Zukunft nicht Ort tragischer Unfälle werde besonders angesichts der Gefahren, die auch im Bahnverkehr lauern“, so der Pfarrer. Die Feier wurde umrahmt vom Bahn – Orchester - Altenbeken, dem Eisenbahn-Männergesang-Verein Altenbeken und den Altenbekener Jagdhornbläsern. Hierüber freute sich Rudolf Koch ganz besonders, da sie sich unentgeltlich zur Verfügung stellten. „Doch das zeichnet uns hier in Altenbeken auch aus, dass es noch Vereine gibt, die sich dem Allgemeinwohl und der Heimat verpflichtet fühlen“ so das Fazit des Ortsheimatpflegers.


Fotos: Archiv Heimatpflege

Am 31. Juli 2005 gedachten, trotz strömenden Regens, etwa 200 Bürgerinnen und Bürger der Gewalttat auf Klusweide, bei dem fünf Menschen am 20. Juli 1945 ihr Leben verloren. Klusweide bleibe ein Ort der Besinnung, Trauer und Erinnerung, mahnte Forstdirektor Franz Lödige in seiner Begrüßungsrede. „ Wir alle müssen dafür eintreten, dass Unrecht, Krieg und Mord nicht mehr in unseren Lebensraum gelangen können,“ so der Forstdirektor. Pfarrer Thomas Wulf erinnerte an die Opfer von Gewalt und Krieg vor 60 Jahren. „ Wer sein Gedächtnis verliere, verliere auch die Orientierung. Die Mahnung an die Geschichte vor 60 Jahren müsse wach gehalten werden, damit eine Wiederholung unmöglich gemacht werde“, so der Geistliche. Zum Gedenken an die Opfer segnete er ein von den Forstmitarbeitern aufgestelltes großes Eichenkreuz. Es soll an die ehemalige Kluskapelle erinnern, die ganz in der Nähe gestanden hatte. Die Gedenkrede hielt der Buker Ortschronist Norbert Keuter (s. Bild). In beeindruckenden Worten schilderte er die Geschehnisse vor 60 Jahren.Für die musikalische Umrahmung sorgte das Trompeterkorps der achten Husaren Buke Anschließend konnten sich die Besucher bei Kaffee und Kuchen und bei kühlen Getränken stärken, die mit Unterstützung der Buker Dorfgemeinschaft organisiert worden waren. Auch eine Ausstellung über die Geschehnisse vor 60 Jahren wurde gezeigt.

Auf Antrag der Heimatpfleger und des Beauftragten für Bodendenkmäler beschloss mit Datum vom 6. September 2007 der Hauptausschuss der Gemeinde Altenbeken das Wasserwerk Apuhl in die Denkmalliste aufzunehmen. Zuvor hatte das Amt für Denkmalpflege in Westfalen diesen Antrag befürwortet. Es führte hierzu aus, dass es sich hier um ein Baudenkmal im Sinne des § 2.1 DSchG NW handelt, an dessen Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Der Denkmalumfang wird wie folgt beschrieben:„Es handelt sich hier um einen kubischen Baukörper aus Sandsteinwerksteinen mit umlaufendem, abschließendem Simsband und Attikazone. Das Dach ist als Flachdach ausgeführt. Der Zugang erfolgt über eine südliche Stahltür, belüftet wird das Objekt durch eine nördliche Luke. Das Objekt steht zu 1/3 rückwärts im Hang und die Betondecke wird durch Pfeiler und eine Mauerscheibe getragen.“Zum Denkmalwert selbst führt das Amt aus, „ dass dieses Wasserwerk Apuhl in dem komplexen System Eisenbahn in Altenbeken einen wichtigen Bereich markiert und zwar die Versorgung der Dampflokomotiven mit Frischwasser. Diese Quellenanlage, die im Jahr 1941 von der damaligen Reichsbahn angelegt wurde, förderte stündlich 320 Kubikmeter Wasser. Auch der Bahnhof Neuenbeken und das Dorf, sowie die Stellwerke Richtung Paderborn wurden mit Apuhlwasser beliefert.“Wegen Neuordnung der Quellenanlagen wird der Historische Wasserbehälter nicht mehr gebraucht. Um ihm vor einen Abriss zu bewahren und der Nachwelt zu erhalten ist eine Unterschutzstellung von großer Wichtigkeit. 

Freitag, 26 Dezember 2014 00:00

Nachlese zum 100-jährigen Kirchenjubiläum

Mit einem feierlichen Pontifikalamt wurde das 100-jährige Jubiläum der HL. Kreuz Kirche gefeiert. Es wurde zelebriert von Weihbischof Paul Consbruch. 
Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim konnte viele Ehrengäste begrüßt werden. So auch noch lebende Geistliche, die in der HL. Kreuz Kirche Altenbeken ihre Primiz feiern konnten. Auch die aus Altenbeken stammende Ordenfrau Christhild Neuheuser und der frühere Vikar Franz Seidel, sowie Pfarrer i. R. Hubertus Wiedeking waren gekommen. 
Ortsheimatpfleger Rudolf Koch überreichte im Auftrag der Familie Albrecht zum Geburtstag wertvolle Ölgemälde von der alten Kirche . Sie stammen aus dem Nachlass von Frau Marianne Albrecht geborene Freytag. Die Familie Freytag versah in zwei Generationen 120 Jahre Küsterdienst in Altenbeken. Auch der 100-jährige Hugo Müller, der erste Täufling der Heilig Kreuz Kirche, war gekommen. Das Bild zeigt in zusammen mit Namensvetter Hugo Düsterhus ihn schmucker Kürassieruniform.

Freitag, 26 Dezember 2014 00:00

Neueinweihung des Schwarzen Kreuzes

Ullner-Kreuz wurde neu eingeweiht Eggedenkmal wurde anlässlich des 200-jährigen Firmenjubiläums restauriert Wer über die Egge wandert, erblickt an der Stelle, wo der Europäische Fernwanderweg X1 E1 (Eggeweg) und der Kreiswanderweg Höxter-Nord, auch „Hildesheimer Weg“ genannt, sich kreuzen, ein Wegekreuz mit einer Sitzgruppe. Eine alte Überlieferung erzählt, dass hier zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ein Köhler auf qualvolle Weise ermordet wurde. Um seine Schulden bezahlen zu können, habe er hier für die Altenbekener Eisenhütte Holzkohlen gebrannt. Eines Nachts hätte ihn eine Gruppe hessischer Marodeure überfallen, ausgeplündert, auf Holzscheite in Kreuzform aufgespießt und in einen rauchenden Meiler gestellt. Einige Tage später sollen Waldarbeiter den Köhler als „Schwarzes Kreuz“ verkohlt vorgefunden haben. Fromme Leute errichteten damals ein Holzkreuz, welches im Laufe der Jahre vermoderte. Es gibt dem Waldrevier seit dieser Zeit auch den Namen „Schwarzes Kreuz“. Der Eggegebirgsverein (Abteilung Paderborn) beschloss im Jahr 1921 auf Vorschlag ihres Vorsitzenden Gustaff Ullner (Bild), an dieser Stelle ein gusseisernes Kreuz zu errichten. Da der Eggefreund kurze Zeit später verstarb, machte es sich der Eggegebirgsverein zur Aufgabe, dem Wunsch des Verstorbenen nachzukommen und das Kreuz seinem Gedenken zu widmen. Der Sockel wurde vom Bildhauer Spalthoff hergerichtet und mit einer Widmung an Gustaff Ullner versehen. Die Baufirma Konrad Immig stellte das Kreuz am 24. August 1922 auf der Egge auf, woraufhin es dann am 17. September 1922 eingeweiht wurde. Auf eine Initiative des Altenbekener Ortsheimatpflegers Rudolf Koch wurde dieses bekannte Eggedenkmal nun vom Paderborner Großhandelsunternehmen Ullner u. Ullner anlässlich ihres 200-jährigen Firmenjubiläums restauriert. Gustaff Ullner zählte zu den früheren Inhabern des alteingesessenen Unternehmens und führte dieses durch die schwierigen Zeiten des ersten Weltkrieges. Mit Unterstützung der Firma VSF-Bau, Brakel, stiftete Ullner u. Ullner auch eine neue Sitzgruppe, die in unmittelbarer Nähe des Kreuzes aufgestellt wurde. „Die Restaurierung des Kreuzes haben wir vor allem dem Engagement unseres langjährigen Mitarbeiters Otto Wasserkort zu verdanken. Das Denkmal wurde von ihm auf der Egge abgebaut und in liebevoller Heimarbeit wieder hergerichtet“, so der Geschäftsführer Josef Bröckling. Auch der Forstverwaltung gebührt Dank für ihre Unterstützung. Bilder von der Feierstunde Fotos: Archiv-Heimatpflege Am Sonntag, dem 27. August 2006 fand um 15.00 Uhr im Rahmen einer Feierstunde die Neueinweihung dieses historischen Kreuzes statt. Wanderfreund und EGV-Mitglied Pfarrer i.R. Geistlicher Rat Hubertus Wiedeking vollzog den Weiheakt. Der Eisenbahn-Männer-Gesangverein und die Jagdhornbläser Altenbeken begleiteten die Feierstunde, an der auch mehrere EGV-Abteilungen teilnahmen. Etwa 300 interessierte Bürgerinnen und Bürger hatten sich zu der Feierstunde am Schwarzen Kreuz eingefunden (s.Bild).

Freitag, 26 Dezember 2014 00:00

Einsturz des Rehbergtunnels - am 23. Juli 1905

  Am 23. Juli 1905 stürzte in den frühen Morgenstunden nach langen und heftigen Regenfällen der Tunnel ein. Auf gut 20 Meter war die Tunneldecke ausgelöst von schweren Felsbrocken zusammengebrochen. Bemerkt wurde der Bergrutsch erst um 6,50 Uhr in der Frühe, als der Personenzug 346 aus Holzminden ohne Vorwarnung in die Schuttmassen hinein gerast war. Über dieses Unglück wurde dann auch in vielen regionalen und überregionalen Zeitungen berichtet: So konnte man lesen: „Der 23. Juli 1905 war für unsere Gegend ein Unglückstag. Durch den Tunneleinsturz in Altenbeken wurde ein Personenzug zum Entgleisen gebracht. Fast ein Wunder ist es zu nennen, dass dabei kein Menschenleben zu beklagen sei – ja – dass wenige schwere Verletzungen vorkamen. Bei all unseren staatlichen und privaten Betrieben muss doch darauf geachtet werden, dass alles so sicher funktioniert, damit überhaupt kein Menschenleben gefährdet wird. Dieses ist auch deshalb ein großer Unglückstag, weil der Verkehr auf einer der wichtigsten Verkehrsadern Preußens plötzlich zum Stocken gebracht wurde. Laufen doch von Osten her aus vier Richtungen Bahnstrecken in den Rehbergtunnel ein.“

Mit den Reparaturarbeiten wurde unverzüglich begonnen. Aus Sicherheitsgründen ließ die Eisenbahnverwaltung das Gewölbe auf einer Länge von 352 Meter herausbrechen und auf ganzer Länge anschließend erheblich verstärken. Deshalb zogen sich auch die Instandsetzungsarbeiten länger als geplant hin. Es mussten immer mehr Arbeiter eingestellt werden, denn entgegen den damaligen Bauberichten war das Gewölbemauerwerk schwächer ausgelegt, als angegeben. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, das am 22. Mai 1906 271 Bergleute (meist Italiener) 112 Mauerer und 192 Arbeiter – also zusammen 575 Leute im Tunnel beschäftigt waren. Hinzu kam noch das Personal der Eisenbahn. Bei den Baumaßnahmen kam es immer wieder zu Wasserweinbrüchen sowie einem weiteren Einsturz. Am 23. August 1905 behinderte ein Gerüstbrand die Arbeiten, so dass wegen der Verqualmung mehrere Tage die Arbeit ruhte. Wie es hierzu kam, konnte trotz Vernehmung der Arbeiter und Schachtmeister nicht geklärt werden. Auch Unglücksfälle waren zu beklagen, denn am 18. Januar 1906 fanden bei einem Gewölbeeinsturz drei Arbeiter den Tod. Hier wird in dem Bericht ausgeführt: „Nach dem Unfall haben 100 Arbeiter ihre Beschäftigung aufgegeben, in etwa 10 Tagen hofft aber der Unternehmer, dass bis dahin Ersatz beschafft werden wird!“ Nach gut zwölf Monaten am 1. Juli 1906 konnte schließlich der planmäßige Betrieb wieder aufgenommen werden. Für die Reisenden brachte der Tunneleinsturz erhebliche Zeitverluste mit sich. Viele nahmen den Weg zu Fuß über den Rehberg, der sogar ausgeleuchtet war. Man hatte sogar ein Bahnhofsrestaurant in Langeland – früher Tunnelstation genannt – errichtet. Hierzu schreibt das Westfälische Volksblatt mit Datum vom 6. Juli 1906 als Bildunterschrift: Die im Altenbekener Tunnel verschüttet gewesene Lokomotive „Aida“ geht jetzt auf dem hiesigen Bahnhof und dann in die Werkstätte zur Reparatur. Deren bedarf sie sehr, denn, wie schon bemerkt, ist sie stark verbogen und sonst lädiert , wenngleich sie ihre fast einjährige Einschließung besser überstanden hat, als zu hoffen wagte. Die blanken Messingteile sind ihr sämtlich genommen worden, wie man annimmt von den italienischen Arbeitern, die schwarz lackierten schweren Messingstücke sind dagegen geblieben. Hätten kundige Hände die Messingsachen beseitigt, würden sie sicher die wertvollsten Stücke nicht vergessen haben. Wir bringen ein Bild der Lokomotive in ihren jetzigen Zustand.

Fotos: Archiv-Heimatpflege

Freitag, 26 Dezember 2014 00:00

Die Eisenindustrie in Altenbeken.

Nach Aufzeichnungen aus dem Jahre 1392 soll in Altenbeken schon Eisenerz abgebaut worden sein. Das Eisenerz wurde in einfachen Luppenfeuern und Wolfsöfen an Ort und Stelle verarbeitet. Später baute man im Dorf kleine Hütten an der Beke, um die Wasserkraft für die Gebläse zu nutzen. Eine industrielle Periode und eine Zeit wirtschaftlichen und technischen Fortschritts erfolgte im Jahre 1607 – also vor 400 Jahren – als die Herren Heistermann und Ludwig vom Fürstbischof zu Paderborn mit dem Bergwerksrecht auf dem Rehberg bei Altenbeken belehnt wurden. Sie begannen mit der Förderung des Eisenerzes und bauten im Jahre 1610 eine Eisenhütte. 1642 kaufte Bernhard von Schildern aus Himmighausen ein Drittel und 1649 das gesamte Werk. Er vergrößerte die Hütte, geriet aber bald wegen hoher Schulden in Konkurs. Danach ruhte der Betrieb bis er dann 1683 von Otto Georg von Schilder weiter geführt wurde. Der Reichshofrat von Donop zu Wöbbel heiratete später eine Tochter aus dem Hause von Schilder, wodurch dann die Altenbekener Eisenhütte in den Besitz seiner Familie gelangte. Nachdem von Donop ab 1715 den Betrieb selbst geführt hatte, verpachtete er ihn 1732 an die Herren Moeser und Wackerhagen. Wegen Unstimmigkeiten wurde jedoch auf die Verlängerung des Pachtvertrages, der auf sechs Jahre abgeschlossen war, verzichtet und von Donop übernahm wieder die Führung. Von 1744 bis 1748 wurde es dann an die Gesellschafter Bertram, Lindenberg und Reisner verpachtet. Als dann die Eisenwerke Dr. Ulrich aus Brilon am 21. Mai 1749 pachtete, nahm die Altenbekener Eisenindustrie einen glänzenden Aufschwung. Nach dem Tod des Dr. Ulrich im Jahre 1755 konnte sein Bruder Ludwig in den Pachtvertrag einsteigen und ihn bis 1774 verlängern. Diese Zeit war eine Periode hoher wirtschaftlicher Entwicklung. Da Ludwig Ulrich nach Ablauf seiner Pachtzeit den Vertrag nicht verlängerte, übernahm der Faktor Johann Natorp aus Marsberg das Werk. Anton Ulrich, ein Sohn von Ludwig Ulrich, hatte inzwischen im Jahre 1774 in der Nähe des von Donopschen Werkes ein eigenes Hüttenwerk errichtet. Somit bestanden in Altenbeken zwei Hütten – und zwei Hammerwerke .Im Jahre 1802 wurde die Donopsche Eisenhütte für 1500 Taler von dem Hofagenten Joel Herford ersteigert und ging danach in den Besitz von Anton Ulrich über, der somit Besitzer beider Hütten wurde. Ein Schwerpunkt der Altenbekener Eisenindustrie war eindeutig die Herstellung von kunstvollen Öfen. (Einige Exemplare können heute noch im Eggemuseum bewundert werden) Im Jahre 1823 verkaufte Anton Ulrich, der auch von 1810 bis 1818 Altenbekener Bürgermeister, sowie Mitglied der Reichstände des Königreiches Westfalen von 1808 bis 1813 war, das Eisenwerk an den Regierungsrat Langen. Nach seinem Tod wurden als Erben Adolf Langen, Wilhelmine Hillebrand und Heinrich Mörs Besitzer eingetragen. Letzterer übernahm auch die Leitung bis im Jahre1873 Anton Hillebrand ein Sohn der Wilhelmine Hillebrand das Werk übernahm. Im Jahre 1906 verkaufte er die Hütte an die Firma Caspar Kropff aus Olsberg. Nach dem frühen Tod des neuen Hüttenbesitzers heiratete seine Frau Ida geborene Brünning den Geheimrat Federath, unter dessen Namen das Werk dann bis 1918 geführt wurde. Anfang 1919 wurde der Altenbekener Betrieb an die Frankschen Eisenwerke Adolfhütte in Niederschell (Dillkreis) verkauft, die ihn bis zum traurigen Ende im Jahre 1926 geleitet haben. Bild links: Hüttenarbeiter, Bild rechts: die ehemalige Hüttenvilla. Im Jahre 1934 wurde dann mit dem Abbruch der Eisenwerke begonnen. Das Werkgelände wurde in Parzellen aufgeteilt und als Baugelände verkauft. Heute erinnert nur noch die „Hüttenstraße sowie die alte „Hüttenvilla“ -(das Landgasthaus Friedenstal) an die Eisenhütten an dieser Stelle. Fotos: Archiv Heimatpflege

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