Heimatpflege

Heimatpflege

Eine Kuriosität, die viele Jahrzehnte die Gemüter der Altenbekener Bürgerinnen und Bürger erhitzte war, dass sich der Verwaltungsamtssitz des „Amtes Altenbeken“ in Bad Lippspringe befand.Als Anfang des 18. Jahrhunderts das Amt Lippspringe gegründet wurde, gehörten hierzu die Gemeinden: Benhausen, Marienloh, Neuenbeken, Buke, Schwaney und Altenbeken. Als am 28. Januar 1921 Lippspringe als selbständige Stadt aus dem Amtsverbund ausschied, bildeten die übrigen Gemeinden das Amt Altenbeken. Amtsbürgermeister – also Verwaltungschef – war seinerzeit (bis 1939) Amtmann Peter Hachmann. Da Altenbeken die Räumlichkeiten fehlten und auch von der Verwaltung keinerlei Anstrengungen unternommen wurden, blieb der Amtssitz in Lippspringe. Mehrere Vorstöße der Altenbekener Gemeindevertretung das Amt in den Eggeort zu bekommen, scheiterten. Auch während der Nazizeit wurden mehrere Eingaben und Anträge unternommen, durch den Weltkrieg blieb es dann aber dabei. Erst nach dem Zusammenbruch (1945) ging man endlich resoluter daran, den Amtssitz nach Altenbeken zu verlegen. In einer Sitzung vom 28. Dezember 1946 hatte Amtsbürgermeister Claes die Mitglieder der Amtsvertretung eingeladen und es wurde mit 13 Stimmen dafür und 4 Neinstimmen der Verlegung nach Altenbeken zugestimmt. In der gleichen Sitzung wurde als neuer Amtsdirektor Dr. Josef Rose gewählt.


 

Bilder: v.l. Peter Hachmann, Dr. Rose, Heinrich Koch, Friedrich Driller, Fotos: Archiv Heimatpflege


 

Dieser löste Amtsdirektor Peter Hachmann ab, der von der Militärregierung wieder eingesetzt war und das 70. Lebensjahr erreicht hatte. Dem neuen Amtdirektor wurde die Bedingung gestellt auch seinen Wohnsitz in Altenbeken zu nehmen und einer Amtsverlegung nach Altenbeken mit allen Mitteln zu unterstützen. Es wurde ferner eine Arbeitsgemeinschaft der politischen Parteien, kurz ARGE genannt, gebildet, dessen Ziel es war, den Beschluss der Amtsvertretung auf höherer politischer Ebene zu vertreten. Die Bemühungen waren nicht erfolglos ! Am 18. April 1947 war es dann soweit, denn der Regierungspräsident Heinrich Drake aus Minden, Oberkreisdirektor Wilhelm Gerbaulet aus Paderborn, sowie der Landrat Josef Büssemeier waren gekommen, um sich an Ort und Stelle von den Anliegen der Altenbekener ein Bild zu machen – und es klappte. Der Regierungspräsident entschied, dass einer Verlegung des Amtssitzes nach Altenbeken nichts mehr im Wege stehe. Drake sagte wörtlich: „Nachdem der Kampf nun 27 Jahre gedauert hat, freut es mich, dass ich der Gemeinde endlich zu ihrem Recht verhelfen kann. Ich sehe die Nöte ein und kann mit diesem Beschluss eine rege Arbeit in ihre Hände legen“. Nach dieser Zusage musste schnellstens gehandelt werden ! Von dem damaligen Kreistagsmitglied und Vorsitzenden der örtlichen SPD - Bernhard Wittmann, der als Initiator der Aktion erwähnt werden muss, wurden sechs Lastkraftwagen und die dazu gehörigen Hilfskräfte organisiert, und in aller Eile – man konnte ja nie wissen – wurde das „Amt“ nach Altenbeken geholt. Die Bediensteten waren von dem Umzug völlig überrascht. Die Akten wurden auf die Wagen verladen, die Schreibtische und die Aktenschränke ebenso und die Straße vor der Amtsverwaltung war total blockiert von Lastkraftwagen und Bauernfuhrwerken. „In Altenbeken fanden wir ein Chaos vor“ so ein früherer Verwaltungsbeamter, „ die Akten waren ohne vorher gebündelt zu sein, auf der Kegelbahn des „Westfälischen Hofes“ in Altenbeken abgeladen worden und wir hatten monatelang zu tun, die Sache wieder in den Griff zu bekommen“. Die Verwaltung selbst wurde zunächst in einer Etage des Hotels untergebracht, bis dann die frühere „Alte Schule“ notdürftig für die Verwaltungsarbeit umgebaut wurde. So hatte ein jahrzehnte langer Kampf endlich zum Erfolg geführt – Altenbeken war Amtssitz!! Doch die Arbeit in den früheren Klassenräumen der „Alten Schule“ war für die Bediensteten technisch und verwaltungs- mäßig untragbar. Die Räume waren durch zwei Meter hohe Verschläge aus Holz- leisten und dünnen Holzfaserplatten in schmale Boxen unterteilt. Die für Dienstzwecke zur Verfügung stehende Grundfläche betrug ca. 100 qm. In einem Verschlag waren vier Behörden untergebracht, so dass für Besucher kaum Platz vorhanden war. Es konnte jedes Gespräch zwischen den Amtsangestellten der verschiedenen Ressorts mit ihren Besuchern, Vernehmungen, dienstliche Gespräche etc. überall mitgehört werden. Auch waren in der „Alten Schule“ auch noch die Polizeibehörde, sowie 6 Familien mit vielen Kindern untergebracht Als die Amtsvertretung diesem Übel nicht entgegentrat, fassten die Mitglieder der Gemeindevertretung Altenbeken unter Bürgermeister Anton Freytag in ihrer Sitzung am 17. Februar 1948 den Beschluss ein neues Amtsgebäude –das heutige Rathaus– zu bauen. Diese wurde 1952 bezogen.

Die ehrenamtlichen Bürgermeister in Altenbeken. Rund 300 Jahre datiert die erste Eintragung über das Amt eines „Vorstehers“ aus „Oldenbecke“ zurück. Sie steht in einem amtlichen Schreiben aus dem Jahre 1691, hier wird ein Johann Mikus erwähnt. Ein weiteres Schriftstück sagt aus, dass dann im Jahre 1722 ein Conrad Witten, der von Beruf Baumeister war, als Ortsvorsteher fungierte. Ihm folgte dann der Bauer Conrad Mieks. In den Urkunden des Hochfürstlichen Richters Pelizeus aus den Jahren 1772 und 1781 wird dann ein Vorsteher Busch genannt. Hierbei handelt es sich um Christoph Claes dem damaligen Besitzer des Bauernhofes Busch (jetzt Struck). Aus einer alten Quittung, geht hervor, dass bis zum Jahre 1791 ein Nikolaus Claes das Amt des Vorstehers bekleidete. Dessen Nachfolger wurde dann Johann Thöne vom Holschenhof. Als nächster Bürgermeister wird dann der Mittelmüller Christoph Claes genannt, der dieses Amt ab 1802 versah. In dieser Zeit war es nicht einfach einen Ort zu leiten, denn die weltliche Herrschaft der Bischöfe wurde durch die Preußen beendet. Ferner wurde 1806 das Hochstift von den Franzosen besetzt und das „Königreich Westfalen“ ausgerufen. Durch viele Abgaben, trat auch in Altenbeken eine Verarmung der Bevölkerung ein , dieses war ein Grund, dass er sein Amt niederlegte. Dann übernahm der Besitzer der Eisenhütte Anton Ulrich den Posten des Bürgermeisters (Commune Maire). Er war auch Mitglied des Reichstages in Kassel, als einer der vier Deportierten der Provinz Paderborn. Als Ulrich sein Werk im Jahre 1818 verkaufte und verzog, wurde ein Otto Bertlins als Bürgermeister eingesetzt. Er stellte sein Amt aber nach dreijähriger Tätigkeit wieder zur Verfügung. In dieser schweren Zeit war unter den 700 Einwohnern keiner bereit, den verantwortungsvollen Posten zu übernehmen. Not und Elend beherrschte die Gegend um Altenbeken und es dauerte lange Jahre bis sich die verarmte Gemeinde von den Lasten und Folgen dieser Zeit erholt hatte. Aus diesem Grunde wurde der Ortsbeamte Georg Ritzenhoff aus Buke in den Jahren 1822 bis 1829 kommissarisch mit den Geschäften beauftragt. Endlich übernahm der Sohn des Hüttenbesitzers Christian Langen den Bürgermeisterposten und bekleidete ihn bis zum 1. April 1833. Sein Nachfolger wurde Christian Borchmeyer, der das Amt 10 Jahre innehatte. Von 1843 bis 1852 fungierte der Vietsbauer Johann Nolte als Vorsteher. Ihm folgte 1853 der Besitzer des Bessenhofes Josef Klahold und nach dessen Tod am 9. Februar 1867 wurde zunächst sein Vorgänger Johann Nolte kommissarischer Bürgermeister. Er wurde aber im folgenden April vom „Mieksmeier“ Anton Höschen abgelöst. Als dieser am 31. August 1876 nach Amerika auswanderte, führte der Hoferbe des Bessenhofes Franz Klahold die Bürgermeistergeschäfte. Am 20. Oktober 1900 wurde der Zugschaffner Johann Hoischen Bürgermeister. Er legte nach fünf Jahren den Posten nieder und die nötig gewordenen Neuwahlen konnte der Bauer Josef Höschen (Jostmeier) für sich entscheiden. Nach 10jähriger Tätigkeit wurde am 1. August 1915 sein Nachbar Ignaz Claes (Holschenbauer) als Bürgermeister gewählt. Die Familie trägt heute noch den Beinamen „Vorstehers“. Als dieser dann nach der Machtergreifung der Nazis am 1. April 1933 zurück trat, wurde der Malermeister Franz Volkhausen gewählt. Nach Beendigung des Krieges wurde zunächst Anton Gehlhaus kommissarisch als Bürgermeister eingesetzt und bei der ersten freien Wahl am 1. Oktober 1946 wählte der Gemeinderat den Bessenbauer Josef Driller. Bei der nächsten Wahl am 1. April 1948 löste ihn der Geschäftsführer der Konsumgenossenschaft Anton Freitag ab. Dieser hatte das Amt acht Jahre inne, bis in der Ratssitzung am 15. November 1956 der Sattlermeister Heinrich Menne gewählt wurde. Als er zusammen mit dem Amtsdirektor Friedrich Driller auf einer Dienstreise mit dem Auto tödlich verunglückte, wählte der Rat am 25. Mai 1975 den Architekten Anton Finke zum neuen “Stadtoberhaupt“ von Altenbeken, das mittlerweile durch die kommunale Gebietsreform zur Großgemeinde „aufgestiegen“ war. Er bekleidete dieses Amt eine Legislaturperiode und am 18. Oktober 1979 übernahm der Lokbetriebsinspektor Willi Ernst den Bürgermeisterposten. In der Ratssitzung am 26. Mai 1993 gab er dann wegen einer schweren Krankheit seinen Rücktritt bekannt. Die Ratsmitglieder waren überrascht aber auch betroffen. Wie schwer diese Krankheit war, wurde jedem deutlich, denn am 24. August 1993 starb Willi Ernst. Bis zur Neuwahl eines Bürgermeister übte dann sein Stellvertreter Rudolf Koch die Amtsgeschäfte bis dann am 6. Juli 1993 der Bundesbahnamtmann Werner Niggemeier neuer Bürgermeister wurde. Er bekleidete dieses Amt zwei Jahre und trat dann aus beruflichen Gründen zurück. Ihm folgte am 27. September 1995 die Architektin Dagmar Kleinemeier und sie bekleidete dieses Amt bis zur Wahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters im Jahre 1999. Seit dieser Zeit gibt es keine ehrenamtlichen Bürgermeister mehr, sondern der Bürgermeister ist gleichzeitig Verwaltungschef und wird von der Bevölkerung gewählt (z.Z. ist Hans Jürgen Wessels, HBM). Bilder der ehrenamtlichen Bürgermeister ab 1905 - 1999 Die Bürgermeiseter von (l.n.r.) 1905-1915 Josef Hösche, 1915-1933 Ignatz Claes, 1933-1945 Franz Volkhausen, 1945-1946 Anton Gehlhaus, 1946-1948 Josef Driller, 1948-1956 Anton Freitag, 1956-1975 Heinrich Menne, 1975-1979 Anton Finke, 1979-1993 Willi Ernst, 1993-1995 Werner Niggemeier, 1995-1999 Dagmar Kleinemeier.

Bilder: Archiv Heimatpflege

Von: Ortsheimatpfleger Rudolf Koch Fotos: Kurt Blaschke sen. Das Hochkreuz am Westende des Wienackens wurde am 8. September 1969 aus Anlaß der 300jährigen Wiederkehr der Erneuerung der Kreuzkapelle und zur Erinnerung an die folgenschweren Luftangriffe im letzten Weltkrieg, bei der auch die Kapelle schwer beschädigt wurde , von den Schützen der Westkompanie aufgestellt. Die feierliche Einweihung durch Pfarrer Wilhelm Sudhoff fand am Samstag, dem 13. September 1969 unter Beteiligung von über 1000 Bürgerinnen und Bürgern Altenbekens statt. Pfarrer Wilhelm Sudhoff machte in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Kreuzes für die Christenheit aufmerksam und verlas den Wortlaut der für diesen Zweck angefertigten Urkunde, die dann unter den Klängen des Altenbekener BSW - Orchesters in den Kreuzsockel einbetoniert wurde. Sie hat folgenden Wortlaut: „Zur Ehre des Allerhöchsten und unseres Erlösers Jesus Christus ist dieses Kreuz errichtet worden am Vorabend des Festes Kreuzerhöhung - 300 Jahre nach der Errichtung der Kreuzkapelle durch den Fürstbischof von Paderborn - im Jahre des Herrn 1969 am 13. September, als Lorenz Kardinal Jaeger Erzbischof von Paderborn, Heinrich Menne Bürgermeister von Altenbeken, Wilhelm Sudhoff Pastor dieser Gemeinde und Franz Seidel ihr Vikar war. Männer der Westkompanie der ST. Sebastian Schützenbruderschaft haben unter der Führung des Oberst Frdinand Georg und des Hauptmanns Johannes Klahold das Kreuz aufgerichtet“. Das Hochkreuz wurde vom Zimmermann Franz Kurze hergestellt. Die Eiche lieferte das Forstamt für 200, - DM. Das 26 Zentner schwere Eichenkreuz hat eine Höhe von 11,90 Meter und der Querbalken ist 5,10 Meter lang. An dem Mahnmal wurde eine elektrische Beleuchtungsanlage montiert, so dass es an hohen Festtagen während der Dunkelheit hell erstrahlt über das Beketal leuchtet. Doch nach 40 Jahren war das Kreuz morsch geworden, so dass eine Neuerrichtung notwendig geworden war. So haben es sich die Schützen der Westkompanie nicht nehmen lassen, diese Arbeiten zu übernehmen. So lesen wir auszugsweise in einem Bericht der Westkompanie: „Im vergangenen Jahr musste das im Jahr 1969 errichtete Kreuz nach fast 40 Jahren aus Sicherheitsgründen – die Standfestigkeit war aufgrund des morschen Holzes nicht mehr gegeben – abgebaut werden. Unter der Regie der Schützenbrüder Winfried Gelhaus und Peter Claes wurde dann im Jahr 2008 ein neues Kreuz errichtet. Ergänzt wurde dieser Personenkreis durch Thomas Rudolphi, Jörg Kriegesmann, Christoph Scheipers, Bernhard Bannenberg und Michael Tegethoff, der das Kreuz gezimmert hat, sowie Olaf Kriegesmann, der die ganze Installation der Beleuchtung übernahm. Die Ausmaße des Kreuzes betragen 12 Meter in der Höhe und 6 Meter in der Breit , 16 Lampen dienen zur Beleuchtung an jedem hohen Kirchenfeiertag. Vorbereitende Arbeiten durch die Gemeinde Altenbeken im Umfeld des Kreuzes ermöglichten dann am 30. August 2008 ein rasches Aufstellen. Das Holz stellte die gräfliche Forst Bad Driburg bereit.“ Fotos: Bussen Anlässlich des Herbstfestes der Westkompanie wurde am Samstag dem 29. August 2009 um 17,00 Uhr das Kreuz nun von Pfarrer Bernhard Henneke neu eingesegnet. Anschließend fand ein Feldgottesdienst statt, der von Bahn – Orchester musikalisch umrahmt wurde. Der Schriftführer Markus Bussen schreibt in seinen Bericht folgenden Schlusssatz: „Möge das neue Kreuz auch in den nächsten 40 Jahren der Westkompanie und allen Altenbekenern ein stimmungsvoller Begleiter sein.“

Fotos: Hugo Düsterhus/Markus Bussen

Wegen Überlastung der weinig leistungsfähigen Nord – Südstrecken u.a. zwischen Hannover – Eichenberg kam es zu erheblichen Engpässen im Zugverkehr. Es wurde deshalb eine Entlastung für die Strecke gesucht und man entschied sich, die Züge vermehrt in Richtung Kassel über Altenbeken zu leiten. Sehr umständlich erwies sich jedoch, dass die Züge im Bahnhof Altenbeken die Fahrtrichtung ändern mussten (Kopfmachen). Dieser umständliche Betriebsablauf veranlasste die DB eine eingleisige Verbindungskurve zwischen der Strecke Altenbeken – Kassel und dem Westportal des Rehbergtunnels hinter den Häusern am Hang des Sagetals zu bauen. Die Altenbekener Eisenbahner waren erst besorgt, denn sie fürchteten, dass ihr Eisenbahnknoten an Bedeutung verlieren und viele Züge den Bahnhof nicht mehr passieren würden. Im Jahr 1956 begann die DB dann mit den Vorbereitungen dieser Altenbekener Verbindungskurve (Gleis 200) und es wurden umfangreiche Bodenuntersuchungen vorgenommen. Auch mit den Eigentümern der Häuser musste verhandelt werden, denn verschiedene Dächer hatten noch Hohlziegel und mussten deshalb wegen Feuergefahr neu eingedeckt werden. Die Züge wurden zu dieser Zeit noch überwiegend mit Dampflokomotiven befördert. Ferner mussten zwei Häuser abgerissen bzw. aufgekauft werden. Nachdem dann die Arbeiten ausgeschrieben waren, begann man am 18. Juni 1957 mit den Ausschachtungsarbeiten . Rund 115.000 cbm Fels und Bodenmassen mussten mit LKW, später auch mit Hilfe von Bauzügen u. a. nach Langeland, Buke und Kreiensen abgefahren werden. Der Aushub wurde u.a. zur Verstärkung von Bahndämmen und Aufschüttung ausgefahrener Forstwege verwendet. Sogar für die Trockenlegung und Höherlegung des Altenbekener Sportplatzes wurde das Steinmaterial verwandt. Es wurde mehr festerer Felsen vorgefunden, als man erwartet hatte. Doch trotz der schwierigen Bodenverhältnissen konnte die 1.147 Meter lange „Kurve 200“ oder „Abzweig 200“ genannte Gleisverbindung fristgerecht am 30. Mai 1958 – also vor 50 Jahren – dem Verkehr übergeben werden. Hierzu kam extra der Präsident der Bundesbahndirektion Hannover mit einen Sondertriebwagen angereist. Für die Anbindung an die Streckengleise in Richtung Kassel und Hannover mussten die beiden Stellwerke Altenbeken Tunnel (At) und Altenbeken Süd (As) eingerichtet werden. Zu erwähnen sei noch, dass in der Altenbekener Kurve nach der Inbetriebnahme verstärkt Lokpersonalwechsel stattfand. Hierzu hatte man extra mehrere kleine Unterkunftshütten aufgestellt, die mit Heizung und Telefonanschluss ausgerüstet waren. Vom nahen Bahnbetriebswerk war eine fußläufige Verbindung entlang der Gleise geschaffen worden. Die Bilder zeigen: 1. Der frühere Präsident der Bundesbahndirektion Hannover bei seine Ansprache. Er kam mit mehreren Führungskräften mit einem Triebwagen aus der Leinestadt Hannover angereist. 2. Am Gleis 200 wurden sogar Unterkunftshütten für das Lokpersonal gebaut, die hier bei Wind und Wetter – am Tage oder bei Nacht - Personalwechsel machten. 3. Es mussten extra auch zwei Stellwerke gebaut werden – (das Bildstellwerk gab es noch nicht) . Das Stellwerk am Tunnel hieß: Stellwerk Tunnel (At) und in Richtung Warburg-Kassel: Stellwerk Altenbeken Süd (As) Bericht, Fotos u. Repro: Rudolf Koch

Starkes Vertrauensvotum: Michael Pavlicic bleibt auch in den kommenden fünf Jahren Kreisheimatpfleger. Seine Wahl wie auch die seines Stellvertreters Rudolf Koch erfolgte einstimmig. Beide bekleiden ihre Ämter ohne Unterbrechung bereits seit 1995. 40 Ortsheimatpfleger, Ortschronisten und Heimatvereinsvorsitzende hatten sich zu ihrer traditionellen Frühjahrstagung im Bad Lippspringer Rathaus getroffen. Unter den Gästen waren auch der stellvertretende Landrat Wolfgang Schmitz und der gastgebende Bürgermeister Andreas Bee. Beide betonten in kurzen Grußworten die Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeit für die Gesellschaft insgesamt. Einen Ausblick auf Veranstaltungen und Aktivitäten der kommenden Monate gab Kreisarchivar Wilhelm Grabe. „Von oben herab“ ist der Titel einer imposanten Ausstellung mit ausgesuchten Luftbildern aus dem Kreis Paderborn, die am 3. Mai im Foyer des Kreishauses eröffnet wird. Zu sehen sein werden nicht nur aktuelle Aufnahmen, sondern auch historische Fotos, die bis ins Jahr 1906 zurückreichen. Gute Fortschritte macht Pavlicic zufolge die Bibliographie zum Schützenwesen im Kreis Paderborn. Einen besonderen Grund zum Feiern gibt es im Herbst, wenn das Kreisarchiv 30 Jahre alt wird. 

Freitag, 26 Dezember 2014 00:00

Altenbeken und der Viadukt im Bombenhagel

so lautet der Titel eines Buches, das jetzt von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch herausgegeben wurde. Die Bearbeitung lag in den Händen von Erich Aufenanger. Reich bebildert, schildert die Dokumentation auf 134 Seiten in DIN A 4 Format, besonders die schlimme Zeit der Bombentage im 2. Weltkrieg. „65 Jahre ist es her, dass dieser schreckliche Krieg vorbei ist, deshalb ist es sehr wichtig den Kindern und Jugendlichen über diese Zeit zu berichten.“, so Koch. „ es ist wichtig, die Erinnerung an diese schrecklichen Kriegstage in unserer Gemeinde Altenbeken nicht zu verlieren.“ Darum freute sich der Heimatpfleger auch, dass die Volksbank einen Klassensatz für die Hauptschule in Altenbeken Rektor Hermann Knaup zur Verfügung stellte. Hilfreich zu diesem Buch waren die Aufzeichnungen des damaligen Heimatpflegers und Chronisten Dr. Heinrich Schulze, der hier zum Teil wörtlich zitiert wird. Auch die Aufzeichnungen des späteren Ortheimatpfleger Anton Niggemeier, der zu der Zeit Dienststellenleiter des Bahnbetriebswerkes war und vom damaligen Chefs des Bahnhofs Collmann sind in dem Buch festgehalten. Selbstverständlich wird der Einmarsch der Alliierten und die Nachkriegszeit mit dem Wiederaufbau des Viaduktes geschildert. Den Überfall auf Klusweide und der Absturz eines amerikanischen Transportflugzeuges bei der Rehberghütte kann man nachlesen. „Auch für uns als heimische Volksbank ist es sehr wichtig, dass die Ereignisse dieser schrecklichen Kriegstage in Altenbeken in der Schule im Unterricht weitergegeben werden, um daran zu erinnern und zu mahnen, dass so etwas nie wieder passiert,“ betonte der Leiter der Altenbekenner Volksbank Wilfried Ridder „ Wir freuen uns sehr über die umfangreiche Dokumentation vieler Zeitzeugen. 65 Jahre nach dem Krieg möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern gerne einen Einblick in die Geschichte Altenbekens geben., so Rektor Hermann Knaup. Auch eine kleine Ausstellung wurde erstellt, die Bilder von der Zerstörung und Wiederaufbau des Viaduktes zeigen. Das Buch ist in der Buchhandlung Kuhfuß, beim Ortsheimatpfleger Rudolf Koch und in der Volksbank, selbstverständlich auch für interessierte Bürger/innen, zu erwerben. 

von: Rudolf Koch, Ortsheimatpfleger Rechtzeitig zum Tag des Denkmals am Sonntag, dem 14. September 2008 wurde in Zusammenarbeit der Heimatpflege und Bodendenkmalpflege, Forstbetreuung und Gemeindeverwaltung Altenbeken eine Sichtschneise vom Turmstandort der Telegrafenstation Nr.33 der Preußischen optischen Telegrafenlinie am Rehberg in Altenbeken in Richtung zur Station Nr. 32 Oeynhausen (Kreis Höxter) geschaffen. Somit ist der Nachbartelegraf in Richtung Berlin zu sehen. Es lässt sich jetzt anschaulich erfahren, welche Leistung die Telegrafisten in der Zeit von 1833 bis 1849 erbringen mussten, die je Minute einmal die jeweilige Nachbarstation durch ein Fernrohr zu beobachten hatten. In Ergänzung zur bisherigen Kennzeichnung des Standortes dieses Telegrafenturmes durch einen heimischen Sandsteinfindling mit den eingemeißelten Daten, der gemeinsam vom Heimatpfleger Altenbeken, der Telekom und der EGV Abteilung im Jahre 1992 veranlasst worden war, ist nunmehr zusätzlich ein aktuelles Schild mit der Geschichte des Standortes aufgestellt worden. Zusätzlich weist ein von der Landstraße 755 Altenbeken - Langeland sichtbares Schild auf den technikhistorischen Punkt am Rehberg hin. Die Schreinerarbeiten fertigte kostenlos Schreinermeister Anton Leniger aus Buke. Am Sonntag ( 14. September 2008) – dem Tag des Denkmals – wurde vom Heinz Nixdorf – Museums – Forum ein Impulslaser am Turmstandort aufgestellt, der mit Erfolg vom Nachbar- Stationsstandort Oeynhausen durch ein Fernrohr, das dem ursprünglich ab 1833 verwendeten ähnlich war, beobachtet. Unter großer Beteiligung zahlreicher interessierter Gäste wurde das Jubiläum 175 Jahre optische Telegrafenlinie 1833 – 2008) von Berlin über den Altenbekener Rehberg nach Koblenz gefeiert. Bild (links): Die Aufstellung des Informationsschildes durch Heimatpfleger Rudolf Koch, Heimatfreund Julius Schramm und den Beauftragten für Boden-denkmalpflege Prof. Hans Walter Wichert. Im Hintergrund des Erinnerungssteines erkennt man die Beobachtungsschneise zur Nachbarstation in Oeynhausen. Bild (rechts): An der Informationstafel für Wanderer wurde auch ein Hinweisschild in der Nähe der L755 angebracht. 175 Jahre optische Telegrafie 1833 – 2008 Um eine schnelle Verbindung in die preußischen Rheinprovinzen zu bekommen, ließ die preußische Regierung Berlin in den Jahren 1832 bis 1834 die optische Telegrafenlinie zwischen Berlin und Koblenz errichten. Die ca. 700 km lange Strecke bestand aus 62 Telegrafen-stationen. Sie war eine militärische Einrichtung, daher wurde sie auch von Soldaten bedient. Jede Station war mit zwei Mann besetzt. Vermittelt wurden nur Nachrichten, die staatlicher oder dienstlicher Art waren. Sie konnten in Berlin, Köln oder Koblenz in dem Büro der Linie aufgegeben werden, aber nur von solchen Personen oder Behörden, die vom König das Recht dazu verliehen worden war. Die Nachrichten waren häufig verschlüsselt, so dass sie nur von wenigen Personen verstanden und an ihrem Empfangsort wieder entschlüsselt werden mussten. Die Durchführung war nur Offizieren vorbehalten. Die gesamte Anlage der 62 Stationen kostete ca. 170.000 Taler und die jährliche Unter-haltung 53.400 Taler. Ein Telegrafen-haus für zwei Familien kostete 1700 Taler und die technische Einrichtung ca. 650 Taler. Der Obertelegrafist verdiente im Jahr 312 Taler und der Unter-telegrafist 212 Taler. An Miete wurden 5% des Gehaltes abgezogen. Im oberen Stockwerk jedes Hauses befand sich das Wachzimmer, indem sich die Besatzung aufhielt. Hier befand sich das untere Ende eines Mastes, der durch die Raum-decke hindurch ging und noch sechs Meter darüber hinaus ragte. An ihm waren drei weithin sichtbare, bewegliche Holz-doppelarme angebracht, ca 175 cm lang und ca. 35 cm breit. Sie waren gitter-artig durchbrochen, damit sie dem Wind möglichst wenig Widerstand boten. Die Arme waren durch ein Seil mit einer Kurbel im Wachzimmer verbunden, von wo aus sie durch Drehungen an der Kurbel in verschiedene Stellungen gebracht werden konnten. Hierdurch konnten 4096 verschiedene Zeichen gebildet werden. Wurde bei der Nachbarstation ein Zeichen eingestellt, so teilte der Spähtelegraf dieses dem Kurbeltelegraf mit, der die Arme dann auch dementsprechend ein-stellte und so wurde dieses der nächsten Station weitergegeben. Man brauchte für die Weitergabe eines mittleren Satzes von Berlin bis Koblenz ca. 90 Minuten. Historisches zur Station 33 [Altenbeken] An der Südseite des 427 m hohen Reh-berges in der Egge bei Altenbeken ent-stand auf einem 88 Quadratruten [ca.: 1250 m²] großen Grundstück für 3.309 Taler die Station Nr. 33. Von Juli bis September 1833 bezog Zimmermeister Todt aus Herste aus dem Königlichen Walde, Oberförsterei Altenbeken, 1330 Kubikfuß Eichen – Nutzholz [ca. 41 m³] und 27 Stück Nadelholztannen zum Aufbau des Telegraphengebäudes auf dem Rehberg. Noch im Jahre 1833 wurde die Linie betriebsfertig. Am 32. März 1849 ging die Telegrafendirektion aus dem Bereich des Kriegsministers in das Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten über. Schon am 24. März 1849 beantragten die Erben des Eisenhütten-faktors Langen in Altenbeken, Simmers-bach, bei der Forstinspektion Paderborn die Abgabe des Telegrafen-hauses an sie und boten Tausch-grundstücke an. Ver-wenden wollten sie das Haus als Wohnung für den Steiger am Antoniusschacht, der ganz in der Nähe lag. Sie brauchten das Fachwerkhaus auch als Ersatz des 1843 wegen Baufälligkeit abgerissenen Steiger-hauses. Bis zur Entscheidung über die endgültige Nutzung wurde das Haus sogar durch den Wächter Bartels bewacht. Wenn auch die Königliche Telegrafen-direktion in Berlin am 6. August 1849 der Regier-ung in Minden die Abgabe der Station 33 Altenbeken (Rehberg) gegen Zahlung des Kaufpreises als Wohnung für den Steiger des Eisenhammers vorschlägt, scheinen doch die Bedenken der Forst-inspektion Paderborn den Ausschlag gegeben haben, die bei Abgabe von Gebäuden im oder am Königlichen Walde durch dauernde Wünsche der Käufer um zusätzliche Landverpach-tungen oder Landverkauf eine stetige Belästigung des Dienstbetriebes voraus-sah. Am 23. Oktober 1850 wurde die Telegrafen-direktion benachrichtigt, dass die Station 33 Altenbeken Rehberg für 330 Taler zur Unterbringung eines Forst-schutzbeamten gekauft und vom königlichen Finanzminister genehmigt war. Durch Ministerialregskript vom 17. September 1852 wurde die Forstaufseherei Schwaney aufgehoben und in Altenbeken auf dem Rehberg mit 1449 Morgen neu gebildet. Der Forstaufseher erhielt das vom Militärfiskus erworbene ehemalige Telegrafenhaus als Dienst-wohnung. Im Jahre 1852 wird als Schutzbeamter zu Rehberg ein Mohr genannt. Als Unter-mieter wohnt Forstaufseher und Kriegs-Reserve-Jäger Ludoviecus Großkopf, verheiratet mit Ludovica Schlüter bei Förster Mohr, dessen Nachfolge er bei dessen Pensionierung zum 1. November 1853 interimistisch übernimmt. Diese Stelle behält er bis zu seiner Ver-setzung als Förster nach Vlotho. Nach-folger auf dem Rehberg wird vom 1. Oktober 1855 an Forstaufseher Menke aus Hakenberg bis zu seiner Pensionierung am 1. Januar 1859. Zum 1. April 1859 wurde Oberjäger von der Beck vorübergehend mit dem Forst-schutz Rehberg betraut. Ab 1. April 1859 übernahm Forst-Hilfsaufseher Fiege bis zum 1. Mai 1864 die Stelle. Ihm folgte dann Hilfsaufseher Ernst Rudolph Knothe aus Schmechten. Dieser war vorher Ober-jäger beim 1. Schlesischen Jäger Bataillon Nr. 5 gewesen. Ab 1. Oktober 1866 wurde die Försterstelle Rehberg aufgelöst und der Bezirk nach Buke, Bollerborn und Kempen zugewiesen. Förster Knothe wurde zur Oberförsterei Hardehausen versetzt. Das Haus kaufte der Graf von Mengersen zu Rheder, dem das Gut Himmighausen gehörte. Durch Vertrag vom 20. Oktober 1870 wurde zwischen dem Forstfiskus und dem Grafen von Mengersen ein Flächen-tausch abgeschlossen. Das Fachwerk-gebäude wurde in Himmighausen wieder aufgebaut und diente dort weiter als Forsthaus. So wohnte dort noch 1952 der pensionierte Förster Diethelm. Im Winter 1966/67 verkaufte der damalige Besitzer des Gutes Himmighausen, Jesko von Puttkamer dieses Haus an die Familie Zölfl, in deren Besitz es noch heute ist. Diese alte Telegraphenstation, im Dorf auch Hexenhaus genannt, steht also auch heute noch. Zu erwähnen sei noch, dass die Telegrafen sogar eine Köchin hatten. So wird eine aus dem Sauerland stammende Gertrud Volpert erwähnt. Diese heiratete später den hiesigen Gastwirt Conrad Daum, dem das zur Zeit des Eisen-bahnbaues gutgehendes Hotel - nämlich der Teutoburger Hof - gehörte. Zur Erinnerung an die optische Telegrafen-station wurde am Standort auf dem Rehberg auf Initiative des Orts-heimatpfleger Rudolf Koch ein Erinnerungsstein aufgestellt Dieser wurde am 27. September 1992 von der Abteilung des Altenbekener Eggegebirg-vereins Altenbeken eingeweiht.

Ein Natursteinbauwerk mit der über 150jährigen Vereins – Geschichte der St. Dionysius Schützen ist nun auf dem Schützenplatz in Buke eingesegnet worden. Der ehemalige Kulturwart des Schützenvereins und Buker Ortschronist Norbert Keuter gab den Anstoß hierzu. Dieses ist auch ein Stück Heimatgeschichte, gibt diese Tafel doch auch den Gästen, die Buke besuchen, einen Überblick über das Buker Schützenwesen. Dank der finanziellen Unterstützung der heimischen Sparkasse und der materiellen Unterstützung der Firma „Finke Formbau“ konnte dieses Bauwerk erstellt werden.

Vor 75 Jahren am 14. Juli 1935 wurde die heutige evangelische Kirche feierlich eingeweiht. Spenden hatten des Neubau des Kirchenneubaues ermöglicht. Ortspfarrer Harre von Bad Driburg hielt damals die Festpredigt. Bei der Nachfeier im benachbarten Hotel Hoeschen betonte der katholische Pfarrer Goller das gute Verhältnis der beiden Konfessionen in Altenbeken. Vor 75 Jahren wurde die neue Kirche eingeweiht, nachdem ein Brand die alte Kirche bis auf die Mauern zerstörte hatte. Vermutlich war im Kamin der Brandherd, der die kleine Kirche zerstört hat. Die erste Kirche der evangelischen Christen in Altenbeken wurde am 14. November 1901 durch Generalsuperintendent D. Nebe eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Doch drei Jahrzehnte später brach ein großes Unglück über die evangelische Kirchengemeinde herein. Am 22. März 1934 brach in dem aus roten Ziegelsteinen gebauten Gotteshaus ein Brand aus, der den gesamten Dachstuhl zerstörte. Doch lesen wir einen Ausschnitt aus der Chronik: „Eine Stunde nach dem letzten Passionsgottesdienstes bricht Feuer durch das Dach. Zweifellos ist die Ursache im Kamin zu suchen, ob Rußbrand oder undichte Fugen als Beweismittel angesehen werden, können, vermag nicht mit Bestimmtheit gesagt werden....... Zwei Spritzen versuchen das tückische Flammenspiel zu löschen, Hin und wieder wimmert das Glöckchen im feurigen Turm, der jeden Augenblick einzustürzen scheint............“ Nach dem Brand wurde über den Wiederaufbau beraten, da die Außenwände erhalten geblieben waren und man glaubte, einen vollständigen Neubau nicht finanzieren zu können. Als dann die freiwilligen Spenden aus allen Bevölkerungskreisen kamen, entschloss man sich, ein größeres, schöneres und moderneres Gotteshaus zu errichten. Dem Architekten Wilhelm Heidemann aus Bielefeld wurde der Auftrag erteilt, außer den Kirchenraum für 250 Personen ein Versammlungsraum für kirchliche Zusammenkünfte im gleichen Gebäude vorzunehmen. Bei der Ausführung waren nur heimische Handwerksmeister eingesetzt ( siehe Bild)und die Steine der Außenwände stammten aus Altenbekener Brüchen. Die Dampfheizung ist seinerzeit von einem Gönner der Gemeinde gestiftet worden. Da der alte Lattenzaun an der Straße nicht mehr zu der neuen Kirche passte, wurde er mit Hilfe der politischen Gemeinde durch eine Bruchsteinmauer ersetzt. Nach der Fertigstellung des am 11. November 1934 begonnenen Kirchenbaus wurden die bei dem Brand geretteten Kirchenbänke wieder aufgestellt

Donnerstag, 18 Dezember 2014 00:00

Historie von Schwaney

Schwaney kann auf eine mehr als 1000jährige Geschichte zurückblicken. Erstmalige Erwähnung fand der Ort unter der Bezeichnung "Ecwardeshusen" im Corveyer Samtregister um das Jahr 970. Anfang des 14. Jahrhunderts befanden sich nachweislich 10 kleine Siedlungen auf der Schwaneyer Gemarkung, die sich zum Schutz vor Überfällen zusammenschlossen. Der Paderborner Bischof Balduin sprach im Jahre 1344 von Suanecghe, aus dieser Bezeichnung entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der Name Schwaney. Die Herkunft des Ortsnamens Suanecghe konnte bis heute nicht endgültig geklärt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Bezeichnung aus zwei Begriffen aus der mitteldeutschen Sprache zusammensetzt. Er lässt sich wie folgt übersetzen: "Wasserloch am Bergrücken".

Gerade das Jahr 1344 war für Schwaney von großer Bedeutung. So erhielt der Ort das Stadtrecht und der Bischof ließ am östlichen Dorfausgang ein Wasserschloss bauen. Schon damals befand sich um die damals junge Stadt ein Wehrgürtel aus Mauer , Wall und Graben. Auch stammt aus dieser Zeit noch das Recht auf Deputatholz, so dass auch heute noch viele Schwaneyer ihr Holz aus dem Egge-Wald bekommen.

Schwaney verlor relativ schnell wieder Schloss und Stadtrechte. Bereits im Jahre 1409 wurde Schwaney wieder als Dorf bezeichnet. Ursache dürften Fehden und Kriege der damaligen Zeit sein und auch das Schloss fiel einen Brand zum Opfer.

Einfach hatten es die Schwaneyer nicht. Die Böden waren karg und die Ernte nicht üppig. Strenge lange Winter mit wasserreicher Schneeschmelze und sommerliche Unwetter zerstörten oft die Arbeit eines ganzen Jahres in kurzer Zeit. Auch von Seuchen und Epidemien blieb der Ort in früheren Jahren nicht verschont. Ebenfalls starben zahlreiche Bürger in den Kriegen der vergangenen Jahrhunderte.

Der letzte Großbrand im Mai 1895 veränderte das Ortsbild dramatisch. Neben der Kirche und der Pastorat fielen 42 Wohnhäuser, mehrere Scheunen und Schafställe den Flammen zum Opfer. Wie durch ein Wunder wurde niemand getötet. Die meisten Gebäude wurden neu errichtet, allerdings wurde bei der Planung auf eine Auflockerung des Dorfbildes geachtet.

Auf einer Bodenfläche von 30.938 qkm erstreckt sich der Ort Schwaney, davon ist ein großer Teil bewaldet. Dieser und der Eggewanderweg, der an Schwaney vorbei führt macht den Ort auch für Urlauber und Wanderer interessant.

Die höchsten Erhebungen in den Gemarkungen Schwaney`s sind der Brockberg mit 368 m und der Ziegen - und Klusenberg mit 395 m.

Seit der Kommunalreform im Jahre 1975 ist die bis dahin selbständige Gemeinde ein Ortsteil der Großgemeinde Altenbeken.

Historische Daten von Heinz Küting + früherer Ortsheimatpfleger Schwaney.

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