Lebenslauf von Baurat Henz, der die Eisenbahn über Altenbeken plante

geschrieben von  Rudolf Koch
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Dem Vorsitzenden der Königlichen Westfälischen Eisenbahndirektion Regierungs – und Baurat Ludwig Benjamin Henz ist es mit zu verdanken, dass die Streckenführung über Altenbeken gewählt wurde. Der preußische König schenkte ihm ein Gemälde, welches den Viadukt zeigt. Es schmückt heute das Konferenzzimmer des Rathauses. Er entstammte der Berner Waffen – und Messerschmiedefamilie Henz. Er wurde am 23.Mai 1798 in Magdeburg als Sohn des Waffen – und Messerschmiedes Ludwig Benjamin Henz geboren, der sich auf die Anfertigung chirurgischer Instrumente und orthopädischer Maschinen spezialisiert hatte. Nach Tätigkeiten im väterlichen Betrieb und einjähriger Dienstzeit beim 27. Infanterie – Regiment ging Henz 1818 nach Berlin, wo er am 19. März 1819 das Feldmesser – Examen ablegte. Von Juli bis November 1820 machte Henz , weitgehend zu Fuß mit seinen Freunden Mellin, Puppe und Wullstein eine Kunstreise. Ostern 1821 ging Henz zur Regierung in Magdeburg, wo er zwei Jahre Feldmesser und Nivellements – Arbeiten unter Mellin ausführte. 1843 wurde er examiniert und ging nach Westfalen. 1825 wurde er zum Wasserbaumeister an der oberen Ruhr ernannt. 1834 arbeitet er einen Plan für eine Eisenbahn von Köln zur belgischen Grenze bis Eupen aus. Zur endgültigen Ausführung kam allerdings eine Linie von Köln über Aachen zur belgischen Grenze unter Leitung von Ober – Ingenieur Pickel. Für Bemühungen um die Niederschlesisch Märkische Eisenbahn erhielt Henz am 27. Januar 1845 den Falkenorden von Großherzog von Weimar und vom Herzog von Gothe den Sachsen – Ernestinsichen Hausorden verliehen. 1846 wurde Henz wegen seiner Verdienste um den Viadukt bei Bunzlau zum Baurat befördert. 1848 ging Henz als Mitglied des Eisenbahn – Commissariats in Köln zunächst nach Paderborn um die Cöln – Minden – Thüringer Verbindungsbahn zu untersuchen und Vorlagen und Berechnungen für den Ankauf der Bahn durch den Staat zu erarbeiten. Am 23. Dezember 1848 wurde der Kaufvertrag abgeschlossen und Henz 1849 die Verwaltung der angekauften Bahn übertragen. 1849 – 1850 wurde unter Henz das Anschlussstück von Lippstadt nach Hamm gebaut. Bei der Errichtung der Königlichen Eisenbahndirektion der Westfälischen Eisenbahn wurde er zum Vorsitzenden bestimmt. Nach Fertigstellung der Strecke Paderborn – Hamm wurde der Direktionssitz wieder nach Paderborn verlegt. Er erhält den roten Adlerorden III. Klasse mit Schleife und wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die Westfälische Eisenbahn am 15. Mai 1852 der Charakter als Geheimer Regierungsrat verliehen. Am 21. Juli 1853 wurde die Verbindung Paderborn – Altenbeken - Warburg der Westfälischen Eisenbahn feierlich durch den König eröffnet. Bei Eröffnung der Strecke bis nach Warburg wurde Henz das Patent als Rat III. Klasse verliehen. Ferner bekam er vom König ein Ölgemälde geschenkt, das den Altenbekener Viadukt zeigt. Dieses Bild wurde später von der Gemeinde erworben und schmückt heute das Konferenzzimmer des Rathauses. Seinen Ruhestand verlebte Henz in Münster. Für seine Verdienste bekam er noch das Commandeurkreuz II. Klasse des hannoverschen Guelphen – Ordens. Am 15. Januar 1860 starb Ludwig Benjamin Henz in Berlin. Entnommen mit freundlicher Genehmigung des Verfassers aus: Vom Streckenbau zum Schnellausbau :Die Baugeschichte der Eisenbahnstrecke Hamm – Paderborn von Prof. Dipl.-Ing. Hans Walter Wichert

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