Die Erinnerung an die jüdischen Mitbürger darf nicht enden. Der 27. Januar ist zum internationalen Holocaust – Gedenktag erklärt worden.

geschrieben von 
Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Mit erhobenen Händen werden jüdische Frauen, Männer und Kinder von deutschen SS – Soldaten aus dem brennenden Getto der polnischen Stadt Warschau getrieben. Mit erhobenen Händen werden jüdische Frauen, Männer und Kinder von deutschen SS – Soldaten aus dem brennenden Getto der polnischen Stadt Warschau getrieben.

Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2005 den 27. Januar offiziell zum internationalen Holocaust – Gedenktag erklärt. In Deutschland wird dieser Gedenktag bereits seit 1996 am Jahrestag der Befeiung des Konzentrationslagers Auschwitz 1945 durch die Rote Armee begangen. Auschwitz steht als das größte Vernichtungslager der Nazis symbolhaft für den Völkermord und für die Millionen Menschen, die durch das Nazi – Regime entrechtet, verfolgt, gequält oder ermordet wurden. Der Bundestag begeht den Tag jährlich im Rahmen einer Gedenkveranstaltung. In diesem Jahr berichtete der Zeitzeuge Marcel Reich-Ranicki im Bundestag speziell über seine Erlebnisse im Warschauer Getto. Das Warschauer Getto, von den deutschen Behörden „Jüdischer Wohnbezirk in Warschau“ genannt, wurde im zweiten Weltkrieg von den Nazis für polnische und deutsche Juden errichtet und war das bei weitem größte Sammellager dieser Art. Es wurde Mitte 1940 im Stadtzentrum von Warschau errichtet. Hierher wurden vor allem Juden aus ganz Warschau, aus anderen unter nationalsozialistischer Gewaltherrschaft stehenden polnischen Regionen sowie aus dem deutschen Reichsgebiet und den besetzten Ländern deportiert. Bereits am 2. Oktober 1940 befahlen die Deutschen allen jüdischen Einwohnern der Stadt innerhalb von sechs Wochen den Umzug in ein Gebiet westlich vom Zentrum. Dort mussten die nichtjüdischen Bewohner ihre Wohnungen verlassen. Das Warschauer Getto wurde ab der Nacht vom 15. auf den 16. November 1940 in der Folgezeit mit einer 18 Kilometer langen und 3 Meter hohen Umfassungsmauer hermetisch abgeriegelt und die anfangs 22 Tore von SS-Wachen unter dem Kommando Paul Moders bewacht. Heinz Auerswald, ein deutscher NS-Jurist, wurde als Kommissar über den nun so genannten „Jüdischen Wohnbezirk“ eingesetzt. Das Getto erhielt – wie andere Sammellager im besetzen Europa – eine nur nominelle „Selbstverwaltung“ in Form eines den Deutschen vollkommen unterstellten Judenrats, dem wiederum eine unbewaffnete jüdische „Ordnungspolizei“ unterstand. Die Aufgaben des „Judenrats“, mit Adam Czerniaków als Ältestem, waren vielfältig: sie reichten von der Armenfürsorge über alltägliche Ordnungsdienste, die Einhaltung von Arbeitsbestimmungen bis hin zur „Bereitstellung“ der von den Deutschen geforderten Anzahl an Juden auf dem „Umschlagplatz“ für die Abtransporte nach Treblinka. Trotz Überfüllung wurden immer mehr Menschen in den „jüdischen Wohnbezirk“ Warschaus geschafft. Dessen Bevölkerung lag bei etwa 350.000 Menschen, insgesamt wurden etwa 500.000 Menschen in das Getto verschleppt. Bei einem Aufstand am 16. Mai 1943 wurde das Ghetto von den Nazis dem Erdboden gleichgemacht und seine Bewohner ermordet.

Gelesen 965 mal