Eine Geschichte über die alte Dorfkirche in Buke

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Arm wie das Dorf -  war auch sein Kirchlein, das inmitten des stillen Friedhofes am
Berghange stand. Hart vorbei führte der alte Postweg, der sich heute noch recht deutlich verfolgen lässt und hier einst als schlechteste Strecke auf der Reiseroute Paderborn-Bad Driburg galt. Wohl wegen seiner Armut hat dieses Gotteshaus eine Reihe von Jahrhunderten überdauert, harte Zeiten mit Fehden, Glaubenswirren und Kriegen. Werte oder Schätze barg es nicht. Mit dem Pastor Hermann Tylen wurde Buke schon 1510 als Pfarrdorf erwähnt. Turm und Dach der kleinen Kirche trugen ursprünglich wohl Stroh und Schindeln. Erst viel später deckte man den Turm  mit Schiefer, während das Dach Docken mit Holzziegeln erhielt. Aus dem Stein der Heimat gefügt und innen roh verputzt, hatte die Kirche nur sehr kleine Fenster, sicherlich eine Fortbildung von früheren Schießscharten. 1842 ersetzte man das Steinpflaster vor dem Hochaltare durch Kalkguss, und wenige Jahre später stellte man in der Kirche eine kleine Kommunionbank auf, die man aus zwei großen Stühlen anfertigen ließ. Der kleine Altar war in dieser Zeit so morsch geworden, dass er durch einen neuen ersetzt werden musste. Von der großen inneren Dürftigkeit des Gotteshauses tief beeindruckt, soll sich ein Paderborner Bischof, der anlässlich der Firmung in Buke weilte, geäußert haben, dass es sich wirklich nicht um eine Kirche, sondern um einen Stall handele. Jedenfalls war und blieb dieser ärmliche und verwitterte Bau für das weit ärmere Bergdorf Buke Jahrhunderte lang der überragende Mittelpunkt des Dorfes, die stille Stätte des Glaubens, der Andacht und der Gnade. In den Augen der schlichten, bäuerlichen Einwohnerschaft schien es immer noch weit prächtiger und prunkvoller, als einst der dürftige Stall von Bethlehem. Gewiss, das Kirchlein war dumpf, dunkel und kalt und nicht zuletzt viel zu klein. Diese Frage wirkte sich doppelt drückend aus, als dann Altenbeken, das Dorf der Hütten - und Hammerarbeiter, nach der Abpfarrung von Neuenbeken auch noch diesem Bergkirchlein zugewiesen wurde. Wie der Volksmund erzählte, erfror in der Strenge des Winters einst ein Kind, das man zur Taufe nach Neuenbeken trug. Daraufhin baten die Altenbekener ihren Bischof um Überweisung nach Buke, weil es näher an Buke lag. So diente die alte Buker Pfarrkirche zwei Gemeinden, obschon sie kaum eine Gemeinde fassen konnte. Kurz vor der Jahrhundertwende um 1890 befand sich das Gotteshaus in derart schlechtem Zustand, dass sich die Buker Pfarrgemeinde entschloss, den Grundstein zu einer neuen Kirche am Standort des Pastorats zu legen. Nach der Bauzeit von 1894-1896 weihte der Paderborner Bischof Dr. Hubertus Simar die neu erbaute Kirche. ( siehe Bild) Daraufhin wurde das alte Kirchlein abgerissen. Sie hatte ihre Zeit mehr schlecht als recht erfüllt.

Gefunden in alten Unterlagen von: Ortschronist Norbert Keuter

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