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Bergbau und Eisenverhüttung reicht im Altenbekener Raum weit zurück.

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Im Raum Altenbeken reichen der Abbau von Eisenerz und die Verarbeitung von Roheisen weit zurück. Ja - bis in das Mittelalter hinein, geben zahlreiche Schlacke- und Abraumhalden - die so genanten Pingen -  Zeugnis aus der damaligen Zeit.

Eggestein

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1392. Einen Eisengehalt von 25 - 36 % hatte das abgebaute Erz und es verfügte auch aufgrund des hohen Kalkgehaltes über günstige Eigenschaften bei der Verhüttung. Dieses im Tagebau gewonnene Eisenerz wurde direkt vor Ort in offenen Herdfeuern oder in niedrigen Schachtöfen zu Roheisen geschmolzen. Später ging man dazu über eine Verlagerung der  Roheisenproduktion in den Ort Altenbeken zu verlegen. Dieses ist erstmals nachweislich in einer schriftlichen Urkunde überliefert. So steht aus dem Jahr 1578 geschrieben:
"Innerhalb des Dorfes bewegt (die Beke) Wasserräder, durch deren Antrieb auf maschinelle Weise Hämmer das Eisen schlagen, dessen Rohmaterial an benachbarten Orten gefördert und geschmolzen wird. Es werden auf gleiche Weise Blasebälge bewegt, durch deren Wind sich das Eisen im Feuer verflüssigt."
Die Verarbeitung nahm zu und es wurden immer größere Produktionsmengen verarbeitet. Doch man musste in immer tiefere Schichten vorstoßen, was erheblichen Kosteneinsatz abverlangte. Das erste Hüttenwerk musste wohl deshalb den Betrieb vor 1600 eingestellt haben. Erst im Jahre 1607 wurden die Herren Heistermann und Ludwig mit der Förderung von Eisenerz vom damaligen Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg belehnt. Wenige Jahre später war ausreichend Eisenerz gefördert worden, so dass die Gewerke ab 1910 einen Hochofen betreiben konnten und im Jahre 1614 ein Hammerwerk. Diese Werke waren bedeutende Arbeitgeber für Altenbeken, bis sie gegen Ende des 30jährigen Krieges in finanzielle Schwierigkeiten gerieten und  an Hermann Bernhard von Schildern aus Himmighausen verkauft wurden. Dieser ließ einen neuen Stollen anlegen und die Werke florierten mit großem Erfolg. Doch nach 1670 wurde nur noch unregelmäßig Eisenerz gefördert, welches wohl auf das Grubenwasser zurück zuführen ist. Dadurch wurden die Stollen in größeren Tiefen überflutet. Erst durch die Übernahme der Schilderschen Güter durch Reichshofrat von Donop im Jahre 1715 wurden neue Initiativen zur Instandsetzung des Betriebes gestartet. Zuerst errichtet er mehrere Wohn - und Hüttengebäude und so steht geschrieben, er brachte es "zum guten stande". Er baute zuerst für 2000 Taler im Jahre 1730 einen neuen Stollen, der zwei Jahre Bauzeit benötigte.
Danach verpachtete er seinen Betrieb an zwei Harzer Gewerke, die bis 1738 gusseiserne Öfen in großer Zahl und bester Qualität produzierten. Jahre später jedoch gingen die Donopschen Werke in Konkurs und wurden von einem Konkursverwalter geführt. Es kamen immer wieder neue Pächter, bis dann das Berg- und Hüttenwerk im Jahre 1749  an Dr. Ulrich aus Brilon verpachtet wurde. Dieser baute für 7.000 Reichstaler  einen neuen Stollen und es war dadurch möglich das Hüttenwerk dauerhaft mit Eisenstein zu versorgen. Nach dem Tod Ulrichs im Jahre 1755 wurde das Berg- und Hüttenwerk von seinem Bruder Ludwig Ulrich bis 1774 weitergeführt. Es begann weiter eine Blütezeit und statistische Angaben sagen aus, dass große Mengen Eisenstein von großer Qualität gefördert wurden, die im Hochofen zu Roheisen verarbeitet werden konnten. Der Gesamtwert der Anlagen wurde mit 60.000 Reichstalern veranschlagt. Im Jahre 1767 wurde die Bedeutung der Eisenwerke Altenbeken durch die Anlage eines zweiten Berg- und Hüttenwerkes noch gesteigert. Als der Sohn des Hüttenbesitzers von der Hofkammer die Erlaubnis erhielt, einen Stollen (Antoniusschacht) an Köhlerberg anzulegen, wurde 1778 ein neuer Hochofen in Betrieb genommen. Gegen die Errichtung dieses Bergwerks legte von Donop klage ein, da er auf dem Standpunkt stand, das ganze Revier seinerzeit vom Fürstbischof konzessioniert bekommen zu haben. In einem über 20jährigen Verfahren wurde jedoch vom Reichskammergericht die Erteilung zum Bau eines Stollens von Anton Ulrich für rechtmäßig erklärt. Im Jahre 1803 kam es wegen hoher Schulden der Donopschen Güter zu einem Verkauf der Altenbekener Eisenwerke und sie gingen in den Besitz des Konkurrenten Anton Ulrich über.  Dieser ließ sein Werk abbrechen ( Standort Ecke Bollerbornstraße heute Haus Spieker) und ließ die Donopschen Anlagen modernisieren.
Im Jahre 1823  verkaufte Ulrich sein Werk in Altenbeken an den Regierungsrat Langen, der es dann bedeutend vergrößerte. Nach seinem Tod  wurden die Erben Adolf Langen, Witwe Wilhelmine Hillebrand und Heinrich Moors Besitzer. Im Jahre 1906 wurde dann das Werk an die Firma Kropff aus Olsberg verkauft. Als der neue Besitzer früh starb und die Witwe den Geheimrat Federath heiratete war sie Besitzerin bis sie dann Anfang 1919 den Betrieb an die Frankschen Eisenwerke verkaufte. Im Jahre 1926 wurden dann die Tore dieses jahrhunderte alten Eisenwerkes geschlossen, das vielen Generationen in Altenbeken "Arbeit und Brot" gegeben hatte. Heute erinnern noch das alte Herrenhaus (Gasthaus Friedenstal)  und das alte Hammerhaus unterhalb des Viaduktes, sowie die Straßenbezeichnungen "Hüttenstraße" und "Am Hammer" an die Eisenindustrie.
Auch nach den Besitzern und Pächter sind mehrere Straßen und Wege benannt.eisen
Hüttenanlage in Altenbeken im Jahre 1839. Federzeichnung von Franz Josef Brand.

Hüttenarb

Vor der Schließung der Werke im Jahre 1926 stellten sich die Hüttenarbeiter dem Fotografen. Das untere Bild zeigt die Eisenhütte um 1900.

Eisenh

 

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