Am 8. Mai 1945 - vor 70 Jahren - war der 2. Weltkrieg vorbei

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Das Bild zeigt die Unterzeichnung der Kapitulation - Urkunde. Endlich befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Als der Krieg zu Ende war, befanden sich in Altenbeken noch viele Kriegsgefangene und Fremdarbeiter. Sie hatten nun durch den Einmarsch der Amerikaner ihre Freiheit zurück erhalten. Um sich Lebensmittel und Kleidung zu beschaffen waren Einbrüche an der Tagesordnung. Auch Überfälle auf offener Straße waren an der Tagesordnung. Gerne wurden auch alleinstehende Bauerhöfe und sonstige Gebäude heimgesucht. Die deutsche Bevölkerung durfte daraufhibn eine unbewaffnete Bürgerwehr aufstellen, die dann mit mehreren Männern für Schutz sorgte. Erst im August 1945 wurde es etwas ruhiger, da die Fremdarbeiter zusammengezogen wurden und in Kasernen nach Pderborn einquartiert wurden. Für die Zivilbevölkerung war auch ab 22,00 Uhr Polizeistunde, die von der Militärpolizei überwacht wurde.Am 1. Oktober 1945 konnten die Kinder wieder die kath. Volksschule in Altenbeken besuchen. Fast ein Jahr war der Unterricht nur bedingt erfolgt.Im Unterdorf sah es sehr schlimm aus. Hier stand fast kein unbeschädigtes Haus mehr. Die Kreuzkapelle war nur noch eine Ruine und auf dem Friedhof sah es sehr schlimm aus. Da es kein Glas gab, waren die meisten Fernster mit Pappe oder Holz abgedichtet. Auch die Leitungen für Licht und Wasser waren stark beschädig. Die Umgebung des Viaduktes war mit vielen Bombentrichtern, die meist mit Wasser vollgelaufen waren übersäht. Die Kreisstraße und der alte Kirchweg waren nur bedingt passierbar. Auch auf vielen landwirtschaftlichen Felder, besonders auf dem Rühenfeld und Wienacken, reihte sich Trichter an Trichter. Kohle gab es nicht – so ging man in den nahen Eggewald, um sich Holz zu besorgen. Eine gute Adresse war auch das Bahnbetriebswerk in Altenbeken. Hier wurden die Dampflokomotiven entschlackt.. Manches gute Stück landete dann auf die mitgebrachte Kastenkarre. Wenn man Glück hatte, konnte man als Kind auch mehrere Stücke Lokkohle ergattern. In Altenbeken waren auch noch viele Gerätschaften, wie Werkzeuge, die bei der Reparatur des Viduktes gebraucht worden waren, viel Heeresgut und auch Baracken der Organiesation Todt (OT) sowie Gerätschaften der Flacksoldaten. Diese wurden schnell von vielen Altenbekener in Beschlag genommen.Jahre später mussten dann die Vermögensverhältnisse geklärt werden. Ein gefährliches Spiel war es auch, wenn die Kinder mit zurückgelassener Munition spielten. Der Schreiber dieser Zeilen, kann sich noch genau erinnern, dass Flakpatronen in Feuer zur Explosion gebracht wurden. Das hier nichts passiert ist, grenzt an ein Wunder. Eine große Freude war es, als die ersten CARE- Pakete aus Amerika ankamen. Die Hilfsorganisation hatte den Namen: Cooperative for American Remittances to Europe - abgekürzt CARE. Bei den Kindern waren die Süßigkeiten sehr beliebt und der Bohnenkaffee, statt dem "Mukkefuck" für die Damen ein "Geschenk Gottes" !

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