Früherer Kriegsstollen beim Altenbekener Viadukt ist ein geschütztes Refugium für Fledermäuse.

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Vielfältige Spuren hat der 2. Weltkrieg - auch in der Altenbekener Natur - hinterlassen. Wo in einem 85 Meter langen U-förmigen Luftschutzstollen bei Bombenangriffen auf den Bekeviadukt Schutz gesucht wurde, fühlen sich inzwischen mehrere Feldermausarten sehr wohl, dass der Bunker zu den besonderen Schutzgebieten Europas zählt. Er ist zum Naturschutzgebiet "Egge Nord" eingestuft, welches 3100 Hektar umfasst. Nur wenige Altenbekener kennen diesen Stollen, dessen Zutritt in Kriegszeiten verboten war. In der Nähe war eine Flugabwehr mit Flakgeschützen stationiert und viele Beschäftigte der Bahn, sowie Handwerker und Zwangsarbeiter waren zu dieser Zeit (1944/45) beim Wiederaufbau des Viaduktes beschäftigt. Diesen diente die Stollenanlage im Kalksteingebirge als Schutz vor den Bomben. Die beiden Eingänge lagen ca. 50 Meter auseinander, einer brach in den Nachkriegsjahren ein. Den verbliebenen Eingang am Fuße einer meterhohen Steinbruchwand wurde komplett vom NRW - Umweltamt geschlossen. Hier haben seltene Fledermausarten, wie die Teichfledermaus oder das Große Mausohr sich eingenistet. Die mikroklimatischen Verhältnisse in ihm geben den Fledermäusen einen optimalen Schutz im Winter. Der Zugang zu diesem Gebiet ist deshalb nur diesen seltenen Tieren gestattet und stabile Gitter lassen den Fledermäusen einen Zugang, ansonsten ist der Eingang massiv gesichert.

Nur noch wenige ältere Altenbekener kennen dieses Gebiet, so Hellmut Niggemeier (78), dessen Vater nach dem Krieg als Eisenbahner hier Dienst verrichtete. Wegen des zerstörten Viaduktes mussten am Westende die Reisenden in Richtung Paderborn über 120 Stufen zu den Gleisen und hier in den Zug einsteigen. Da der Stollen nicht weit entfernt war, hat er und viele andere Kinder auch, diesen Bunker erforscht. Heute ist dieser nur auf "Schleichwegen" zu erreichen und das ist gut so, damit hier kein Unfug getrieben werden kann.

(Das Bild zeigt: Hellmut Niggemeier vor dem Eingang des 80 Meter langen Stollens. Er ist jetzt als Natura 2000 - Gebiet ein besonderes Schutzgebiet Europas.)

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