Der Försterfriedhof in Altenbeken.

geschrieben von
Artikel bewerten
(1 Stimme)

Im Zuge der Neuordnung der Verwaltung des Königreiches Preußen wurde im Jahre 1830 die Oberförsterei vom Wilhelmsberg bei Neuhaus in die Domaine Durbeke nach Altenbeken verlegt. Erster Chef in Durbeke war von 1830 bis 1833 der Oberförster Schilling. Es folgten dann die Oberförster Erdmann (1833 – 1839), Brüggemann (1839 – 1845), Rintelen (1845 – 1865), Wellenberg (1865 – 1868), und Schliekmann (1868 – 1874).

Am 1. Juli 1874 kam dann der Königliche Oberförster Wilhelm Huber in das idyllisch gelegene Forsthaus Durbeke nach Altenbeken. Dieser hat sichtbare Spuren hinterlassen, denn er ließ auf dem „Kleinen König“, einen bewaldeten Hügel – westlicher Ausläufer des Stapelsberges – einen kleinen Privatfriedhof anlegen. Dieses zeigt, dass er evangelisch war und seine Angehörigen auf dem Friedhof in Altenbeken nicht beerdigen wollte oder konnte.

Er ließ dort nämlich zwei seiner Kinder beerdigen und man liest auf den Grabplatten:

  1. Hier ruht Wilhelm Huber

           geboren am 11. Oktober 1875

           gestorben am 27. Februar 1884.

  

  1. Hier ruht Friedrich Karl Huber

geboren am 7. Mai 1878

gestorben am 17. Mai 1878

 

Auch Angehörige des Oberförsters Dautz (1886 – 1893 wurden hier bestattet. Es sind aber keine Grabplatten vorhanden

Von 1893 bis 1905 wirkte dann der Forstamtsleiter Steuber in der Oberförsterei. Er hatte 1903 seine Frau auf dem „Försterfriedhof“ beigesetzt., sie aber nach seiner Versetzung 1905 exhumiert und nach seinen neuen Wirkungsort nach Cludow bei Landberg an der Warthe überführen lassen.

Die Friedhofbepflanzung besteht aus alten Eiben und einen immergrünen Efeu – Teppich und der Hügel selbst weist einen vielfältigen Baumbestand auf. Er war in früheren Jahren als Lehrwald der Förster angelegt worden.

Der kleine Friedhof wurde in all den Jahren immer instand gehalten und gepflegt, hier war besonders Förster Walter Thiele immer sehr aktiv. Nach seinem Tod drohte er zu verwahrlosen, aber auf Antrag des Ortsheimatpflegers beim Forstdirektor Franz Lödige wurde er gründlich renoviert.

Es wurden von Revierförster Marten und seinen Forstbetriebswirten auf Anweisung des Staatlichen Forstamtes die Denkmäler und Einfassungen durch einen Steinmetz restauriert und der Friedhof mit einen neuen Zaun eingefriedigt.

Der sogenannte Försterfriedhof in Altenbeken stellt ein Kulturdenkmal der damaligen Zeit dar und erinnert an das protestantisch/Preußische Beamtentum.

Nach dem Oberförster Steuber residierten dann im Forsthaus Durbeke von 1905 bis 1932 der Forstleiter Kamlah und von 1932 bis 1937 Oberförster Stubbe. Von 1937 bis 1956 waren dann die heute noch vielen Altenbekenern bekannten Forstmeister Havestedt und bis zur Auflösung im Jahre 1972 Forstmeister Wiemer als Chef’s der Forstverwaltung tätig.

Dieses idyllisch gelegene Fachwerk – Kleinod wurde von den Eheleuten Prof. Hans Walter Wichert und seiner Ehefrau Dr. Ursula Wichert/Pollmann erworben und ist somit als geschichtsträchtiges Haus der Eggegemeinde Altenbeken erhalten geblieben

 

 

Gelesen 1348 mal