Vor 70 Jahren Hochwasser in Altenbeken

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" Ab Mittwoch, den 9. Februar 1946 setzte starker Regen ein, der bis zum 14. des Monats anhielt. Da das Regenwasser wegen starken Frost nicht in die Erde eindringen konnte, schwollen die Bäche im Beketal stark an ," so schreibt der damalige Chronist Dr. Heinrich Schulze in die Dorfchronik. Schulze weiter:" Die Beke überflutete die Brücke bei der Volksschule, so dass der Unterricht beendet werden musste, damit die Schulkinder unbeschadet nach Hause konnten."

Auch der Schreiber dieses Zeilen kann sich als damals 10jähriger Junge an dieses Hochwasser noch erinnern, denn im Bekebach neben der katholischen Volksschule hatten sich große Kiesmassen angesammelt, sodass der Bach durch die Kreisstraße floss. Die Schäden waren sehr groß und manche Häuser waren tagelang umflutet. Die Pflasterung der Kreisstraße und auch die Gehwege wurden durch die Fluten mitgerissen. Viele Lebensmittel - wie Kartoffeln und Eingemachtes, die ja in dieser Zeit sehr knapp waren, sind durch das Wasser verdorben, da es in die Keller eingedrungen war.

"In der Zeit kurz nach Beendigung des Krieges war dieses besonders schlimm", so schrieb auch der Chronist. In der Nähe des Eisenbahnviaduktes überquert hohes Wasser die Straße. Da der Viadukt noch nicht wieder befahrbar war, mussten die Reisenden in langen Reihen vom Bahnhof Altenbeken kommend, bereitgestellte Fuhrwerke der heimischen Bauern benutzen, um "Altenbeken West" zu erreichen damit sie dort in einen Zug einsteigen konnten. Manche Last musste mühsam die 120 Stufen der Treppe, die hier notdürftig angelegt war, hinaufgeschleppt werden. "Dieses", so der Chronist weiter," wird wohl manchen Reisenden von Rhein und Ruhr noch lange in Erinnerung bleiben."

Es war die größte Überschwemmung, die Altenbeken erlebt hat. Die Gemeinde zahlte für die Schäden damals 7.000 Reichsmark an die Anlieger der Beke. Am 14. Februar 1946 konnte das Unterdorf wieder betreten werden, so dass das ganze Ausmaß der Katastrophe zutage trat. Der Chronist schreibt dann den Schlusssatz in die Gemeindechronik:

"In diesem traurigen Nachkriegsjahr ist diese Überschwemmung für alle sehr tragisch, aber trotz dieser Naturgewalten werden wir mit Gottes Hilfe auch dieses meistern."

 

Repros: Rudolf Koch

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