Die Sage von der Kriegskasse Napoleons im Eggemuseum.

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Das Bergdorf Buke, dessen urkundlichen Erwähnung aus dem Jahre 1231 stammt, kann auf eine bewegte Geschichte zurück blicken. Die ersten Ansiedlungen waren im Schutze der großen Bodensenkung vor dem Eggegebirge mit seinen am Westhange gelegenen ausgedehnten Buchenwaldungen. Daher war auch die älteste Bezeichnung von Buke: "To den Buken" (bei den Buchen). Auch die alte Heerstraße führte mitten durch das Dorf und somit hatte Buke mit allerlei ungebetenen "Gästen" zu kämpfen. Als das Hochstift Paderborn von den Franzosen besetzt wurde, und Napoleon seinen Bruder Bonaparte als König von Westfalen einsetzte, war auch hier eine schwere Zeit angebrochen. Im Jahre 1809 waren die Einwohner durch hohe Steuern und Militäraushebungen sehr stark belastet und als sie 1812 zusätzlich noch 600 Taler aufbringen mussten, schürte dieses natürlich den Hass gegen die französischen Machthaber. Als dann Napoleon in den Weiten Rußlands im Krieg geschlagen wurde und sein Heer den Rückzug antreten musste, brach die Not erst richtig aus. Buke hatte durch Einquartierungen napoleonischer Soldaten hart zu kämpfen.

Eines Nachts - so ist überliefert - mitten im Winter des Jahres 1813 kam wieder ein Trupp französischer Soldaten ins Dorf Buke. Vorne weg - mehrere Pferdeschlitten mit Offizieren, die sofort in den größten Anwesen Quartier nahmen und die Bauernfamilien auf die Straße setzten. Voller Hass und Bitterkeit beobachteten sie das Treiben der fremden Soldaten und sahen, wie man eine große, schwere Kiste in eines ihrer Häuser trug. Auch Napoleon, so glaubt man, sei aus einer der Kutschen gestiegen. "Dieser Korse lag nun in ihren Betten und ließ es sich gut gehen, während ihre Söhne für ihn verblutet und erfroren waren. Viele waren noch vermisst, würden sie ihr Bergdorf Buke jemals wieder sehen", so fragten sie sich!

Am Morgen schallten mehrere Schüsse durch das stille Dorf. Ein Standgericht war abgehalten worden, denn man hatte die Posten, die Wache halten sollten, volltrunken aufgefunden. Es herrschte eine große Aufregung unter den fremdländischen Soldaten, denn die große, schwere Kiste, die sich als Kriegskasse Napoleons bei den Verhören der Buker herausstellte, war spurlos verschwunden. Die Bergdörfler aber schwiegen hartnäckig und da aber russische Kosaken den Franzosen auf den Fersen waren, zogen sie unter heftigen Verwünschungen aus Buke ab.

Einige Buker Bauern aber lachten sich insgeheim ins Fäustchen, hatten sie doch den Posten heimlich "Selbstgebrannten" zugesteckt, um sie außer Gefecht zusetzen. Nun hatten sie es dem Korsen heimgezahlt, für die Not und das Elend welches er ihnen gebracht hatte. Die Mehrzahl der Buker Bürger aber, die von dem Vorfall nichts erfahren hatten, wunderten sich , dass ein paar Bauern plötzlich über einen großen Reichtum verfügten.

150 Jahre später tauchte sie wieder auf - die alte Kriegskasse Napoleons. Man schenkte sie dem damaligen Bürgermeister des Nachbardorfes Altenbeken für sein Museum. Hier steht sie heute noch und ist Anlass für diese "sagenhafte" Geschichte.

 Das Bild zeigt: Herrn Franz Kurze + damaliger Direktor des Egge-Museums in Altenbeken, bei der Kriegskasse, um die sich diese besondere Geschichte rankt. 

 Rudolf Koch, Ortsheimatpfleger Altenbeken

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