Vor 70 Jahren war der Viadukt wieder befahrbar

geschrieben von
Artikel bewerten
(1 Stimme)

Der Viadukt in Altenbeken ist wieder befahrbar.

 

Vor 70 Jahren - am 1. Mai 1946 - konnte der in den Kriegsjahren zerstörte Viadukt wieder befahren werden. Somit hatte die „Völkerwanderung“ durch Altenbeken ihr Ende gefunden. Nach Kriegsende genoss der Wiederaufbau des Beke – Viadukts höchste Priorität. Züge aus Paderborn endeten vorrübergehend an einem provisorischen Bahnsteig vor der Brücke. Die 120 Stufen zu diesem Bahnsteig und der beschwerliche Fußweg durch das Bekedorf zum Bahnhof wird noch manchen   Reisenden lange Jahre im Gedächtnis geblieben sein.

Um den Viadukt wieder befahrbar zu machen, waren ernorme Anstrengungen erforderlich. Es standen kaum Arbeitskräfte zur Verfügung und auch die Versorgung mit Baustoffen war mit größten Problemen verbunden. Zuerst einmal wurde auf die alten stählerne Behelfskonstruktion zurück gegriffen. Nach dem Richten und Vervollständigen der einzelnen Bauteile wurde Anfang 1946 mit dem Wiederaufbau zwischen die noch vorhandenen Reste des Bauwerks begonnen. Ausgeführt wurden die Arbeiten von den Firmen Backhaus, Paderborn, C.H. Jucho, Dortmund, welche die Stahlbauarbeiten erstellte und der Firma Wolfsholz aus Düsseldorf. Die Bauleitung lag in den Händen von Dr. Ing. Gerhard Mecklenburg. Bevor aber der Viadukt wieder – wenn auch nur mit 20 km/h – befahren werden konnte, wurde einen Tag vorher am 30. April 1946 mit zwei schweren Dampflokomotiven der Baureihe 44 eine Belastungsprobe durchgeführt. Eine dieser Lokomotiv - Typen steht jetzt am Eggemuseum und wurde von der Gewerkschaft der Lokomotivführer Ortsgruppe Altenbeken erworben. Der mutige Lokomotivführer war seinerzeit Edmund Schmolke vom Bahnbetriebswerk Altenbeken (siehe Foto), der sogar dafür mit einer Flasche Branntwein und mit einer Kiste guter Zigarren belohnt wurde. Das Bild zeigt dieses historische Ereignis.

Gelesen 1343 mal