100 Jahre Kindergarten in Altenbeken

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Seit dem Jahre 1914 wirken die Schwestern vom "Kostbaren Blut" im Nachbardorf Neuenbeken. Zwei Jahre später - also vor 100 Jahren - im Jahre 1916 eröffneten sie in Altenbeken einen Kindergarten. Der damaligen Pfarrer Franz Ewers hatte zuerst den großen Saal des Jugendheimes zur Verfügung gestellt und später den ehemaligen Turnraum im Untergeschoss, daneben wurde ein kleiner Spielgarten angelegt. Da kein eigenes Schwesternhaus vorhanden war, kamen sie täglich von Neuenbeken zu ihrer Einsatzstelle ins Jugendheim. Erst im Jahre 1929 ließen sich vier Schwestern vom Kostbaren Blut als dauerhafter Konvent in Altenbeken nieder. Sie wohnten im Hause von Martha Meirich in der Ortwaldstraße, hier sind sie am 4. Januar 1929 feierlich von Dompropst Dr. Linneborn eingeführt. Im Mai 1936 konnte das Haus Tegethoff in der Ortwaldstraße erworben und als Schwesternhaus eingerichtet werden. Schwester Kleta als Leiterin und Schwester Blanda haben 80 bis 100 Kleinkinder betreut und damit die Familien erzieherisch unterstützt. Spielzeug gab es noch nicht und auch die Einrichtung war sehr dürftig. Die politische, aber auch die kirchliche Gemeinde waren seinerzeit im ersten Weltkrieg 1914/18 nicht in der Lage die erforderlichen geldlichen Mittel aufzubringen, sogar die Beheizung des Jugendheimes verursachte damals erhebliche Schwierigkeiten und Kosten. Aus diesen Gründen musste der Kindergarten sogar kurz vor Weihnachten 1917 vorübergehend geschlossen werden. Als sich nach den Kriegs - und Inflationsjahren die Verhältnisse wieder besserten, stellte dann die Gemeinde die erforderlichen Geldmittel zur Verfügung und nahm eine geringfügige Gebühr von 0,50 Pfennig - 1,00 Mark. Nach Schwester Blanda, der mehrere Helferinnen zur Seite standen, (siehe Bild aus den Anfangsjahren) wirkten dann in späteren Jahren als Leiterinnen:

Schwester Felicia von 1931 - 1932,

Schwester Regina von 1932 - 1935,

Schwester Felicia und Schwester Johanna von 1936 - 1948.

Schwester Bertram von 1948 bis 1957.

Danach wirkte hier ab 1957 wieder Schwester Felicia bis zum 20. Dezember 1974. Nachfolgerin im Amt war dann Schwester Agatha. Im März 1958 wurde mit dem Bau eines neuen Hause begonnen, die Kosten betrugen 130.000 DM. Am 9. November 1958 ist es vom damaligen Pfarrer Wilhelm Sudhoff feierlich eröffnet worden. Doch Jahre später war auch dieses zu klein und am 16. September 1985 ist dann eine weitere vierte Gruppe in den unteren Räumen des Pfarrheimes eingerichtet. Vier Jahre später war die Kinderzahl, besonders durch den Zuzug von Aus - und Übersiedlern wieder stark angestiegen. Aus diesen Grund ist am 7. August 1989 ein 2. Provisorium in der Pfarrbücherei als 5. Gruppe geschaffen. Dieses konnte jedoch kein Dauerzustand sein, so dass man beschloss, einen zusätzlichen Kindergarten zu bauen. Als Grundstück wählte man die Gärten der früheren Posthäuser an der Adenauerstraße in eine Größe von 2374 Quadratmeter. Am 22. Januar 1991 wurde mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen und am 1. September 1992 konnte der 3gruppige Kindergarten bezogen werden. Die feierliche Schlüsselübergabe durch Architekt Willi Wiemers an Pfarrer Hubertus Wiedeking erfolgte am 17. November 1991. Die Kosten beliefen sich auf ca. 1,1 Millionen DM. Schwester Agatha, die vom Januar 1975 bis zum 31. Juli 2004 den Kindergarten als Leiterin vorstand - also fast 30 Jahre - war die letzte Ordenschwester, die dieses Amt ausführte. So endete die fast 90 Jahre dauernde Erziehungsarbeit der Ordensschwestern. Heute werden die Kindergärten zum 100. Geburtstag von "weltlichen" Kindergärtnerinnen geführt und betreut.          

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