Vor 40 Jahren wurde die Altenbekener Dampflok gekauft.

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Wie kam es dazu?

Ab Mai 1976 zum Fahrplanwechsel ging die Ära der Dampflokomotiven zuende. Für die Altenbekener Eisenbahner war dieses schon ein trauriges Ereignis. Im früheren Bahnbetriebswerk Ottbergen wurden dann die Lokomotiven von den Lokschlossern in Teile zerlegt und verschrottet.

Als der frühere Bürgermeister Anton Finke bei der Einweihung einer Freizeitanlage im Driburger Grund anregte für die Kinder auch eine Lok aufzustellen, schlug der Maschinenfabrikant Anton Driller vor, eine ausgemusterte Dampflok zu erwerben und stellte sofort 10.000 DM zur Verfügung. Der damalige Ratsherr und Schriftführer der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) Rudolf Koch weihte sofort seinen Vorsitzenden Franz Wolff ein und in einem Brief an das frühere Zentralamt in Minden mit Datum vom 26. Oktober 1976 erkundigten sie sich über die Kosten. Sie schrieben u. a.

" dass seit mehreren Generationen Lokführer des BW Altenbekens (Lokbetriebswerk) auf der Baureihe 44 Dienst verrichtet haben, die jetzt in der letzten Fahrplanperiode endgültig im Bereich Altenbeken - Ottbergen außer Dienst gestellt worden ist. Die Altenbekener Lokomotivführer hängen derartig an dieser typischen Baureihe, dass sie eine solche Lok sichtbar für Jeden aufstellen möchten, es sind schon 10.000 DM vorhanden. Selbstverständlich haben sich Lokomotivführer bereit erklärt, in Freischichten die Lok aus Ottbergen zu holen und hier für ihre Pflege Sorge zu tragen."

Mit Datum vom 8. November 1976 schrieb das Zentralamt der Deutschen Bundesbahn zurück, dass sie gerne bereit wären den Erwerb einer ausgemusterten Dampflokmotive zu ermöglichen und das der Kaufpreis 14.800 DM zuzüglich 11% Mehrwertsteuer betragen würde, wörtlich dann weiter:

"Dieser äußerst kalkulierte Preis basiert auf den reinen Schrottwert. Die Tatsache, dass sie als Eisenbahner mit dem Kauf der Lok eine dauernde Erinnerung an die Dampflokära in Altenbeken schaffen wollen, wurde bei der Preisermittelung entsprechend berücksichtigt".

In dem Schreiben wurde weiterhin mitgeteilt sich eine Lok in Ottbergen reservieren zu lassen. Die Kosten für den Transport von Ottbergen nach Altenbeken könnte entfallen, da die Überführung von den Lokführern geschehen könnte. Am 1. Dezember 1976 wurde dann die Vertragsurkunde und die Rechnung über Anzahlung zugeschickt. (siehe Beilage) Der Schriftführer Rudolf Koch führte dann ein Gespräch mit Herrn Werner Klahold. (damaliger Leiter der Volksbank) Im Vorstand waren natürlich mehrere Eisenbahner, so auch der Vorsitzende Ferdinand Küting (selbst Lokomotivführer) Sie spendete dann den symbolischen Kaufpreis und somit war Kauf und auch die Materialkosten der Restauration gesichert. Der Kaufvertrag und sonstige Schreiben besonders aber auch die Überweisungsabschnitte der Geldbeträge wurden vom GDL Schriftführer aufbewahrt und geben Zeugnis vom Kauf der heutigen Museumslokomotive: 44- 389.

Die Lok wurde dann im Bahnbetriebswerk unter Leitung von Ferdinand Heinekamp restauriert, vorher wurde sie dann per Vertrag der Gemeinde übertragen. In den nachfolgenden Jahrzehnten bis 2005 wurde sie dann von der "Initiative Museumslokomotivr", die aus früheren Mitarbeitern des Bahnbetriebwerkes Altenbeken bestand, unter der Leitung von Heimatpfleger Rudolf Koch liebevoll gepflegt.

Aus Altersgründen wurden diese Arbeiten aufgegeben, für technische Fragen und Gutachten steht die "Initiative Museumslokomotive" aber weiterhin zur Verfügung.

Das Bild zeigt den Ortsheimatpfleger und damaliges Vorstandsmitglied der GDL Rudolf Koch mit der Vertrags - Urkunde vor der Altenbekener Dampflokomotive.

 

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