Als vor 70 Jahren der Regierungspräsident Heinrich Drake die Altenbekener von einer Kuriosität befreite.

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Eine Kuriosität, die viele Jahrzehnte die Gemüter der Altenbekener Bürgerinnen und Bürger erhitzte war, dass sich der Verwaltungsamtssitz des „Amtes Altenbeken“ in Bad Lippspringe befand. Als Anfang des 18. Jahrhunderts das Amt Lippspringe gegründet wurde, gehörten hierzu die Gemeinden: Benhausen, Marienloh, Neuenbeken, Buke, Schwaney und Altenbeken. Am 28. Januar 1921 schied Lippspringe als selbständige Stadt aus dem Amtsverbund aus und die übrigen Gemeinden bildeten das Amt Altenbeken. Amtsbürgermeister – also Verwaltungschef – war seinerzeit (bis 1939) Amtmann Peter Hachmann. Da Altenbeken die Räumlichkeiten fehlten und auch von der Amtsverwaltung keinerlei Anstrengungen unternommen wurden, blieb der Amtssitz in Lippspringe. Mehrere Vorstöße der Altenbekener Gemeindevertretung das Amt in den Eggeort zu bekommen, scheiterten. Auch während der Nazizeit wurden mehrere Eingaben und Anträge unternommen, durch den Weltkrieg blieb es dann aber dabei. Erst nach dem Zusammenbruch (1945) ging man endlich resoluter daran, den Amtssitz nach Altenbeken zu verlegen. In einer Sitzung vom 28. Dezember 1946 hatte Amtsbürgermeister Claes die Mitglieder der Amtsvertretung eingeladen und es wurde mit 13 Stimmen dafür und 4 Neinstimmen der Verlegung nach Altenbeken zugestimmt. In der gleichen Sitzung wurde als neuer Amtsdirektor Dr. Josef Rose gewählt. Dieser löste Amtsdirektor Peter Hachmann ab, der im 3. Reich pensioniert und dann von der Militärregierung wieder eingesetzt wurde, obschon er schon das 70. Lebensjahr erreicht hatte. Dem neuen Amtdirektor wurde die Bedingung gestellt auch seinen Wohnsitz in Altenbeken zu nehmen und einer Amtsverlegung mit allen Mitteln zu unterstützen. Es wurde ferner eine Arbeitsgemeinschaft der politischen Parteien, kurz ARGE genannt, gebildet, dessen Ziel es war, den Beschluss der Amtsvertretung auf höherer politischer Ebene zu vertreten.

Die Bemühungen waren Anfang 1947 erfolgreich !!

Es wurden ab Anfang des Jahres energische Schritte unternommen - die Bezirksregierung Minden wurde konsultiert und am 13. April waren die Spitzen der Verwaltung Regierungspräsident Heinrich Drake aus Minden, Oberkreisdirektor Wilhelm Gerbaulet aus Paderborn, sowie der Landrat Josef Büssemeier gekommen, um sich an Ort und Stelle von den Anliegen der Altenbekener ein Bild zu machen – und es klappte. Der Regierungspräsident entschied, dass einer Verlegung des Amtssitzes nach Altenbeken nichts mehr im Wege stehe.

Drake sagte wörtlich: (laut Niederschrift Gemeindeangestellter Leifeld)

„Nachdem der Kampf nun 27 Jahre gedauert hat, freut es mich, dass ich der Gemeinde endlich zu ihrem Recht verhelfen kann. Ich sehe die Nöte ein und kann mit diesem Beschluss eine rege Arbeit in ihre Hände legen“.

Nach dieser Zusage musste schnellstens gehandelt werden !

Von dem damaligen Kreistagsmitglied Bernhard Wittmann, der als Initiator der Aktion erwähnt werden muss, wurden sechs Lastkraftwagen und die dazu gehörigen Hilfskräfte organisiert, und in aller Eile – man konnte ja nie wissen – wurde das „Amt“ nach Altenbeken geholt. ( siehe auch alte Rechnung über den Umzug im Anhang).

Die Bediensteten waren von dem Umzug völlig überrascht. Die Akten wurden auf Wagen verladen, Schreibtische und Aktenschränke ebenso und die Straße vor der Amtsverwaltung war total blockiert von Lastkraftwagen und Bauernfuhrwerken.

„In Altenbeken fanden wir ein Chaos vor“ so ein früherer Verwaltungsbeamter, „ die Akten waren ohne vorher gebündelt zu sein, auf der Kegelbahn des „Westfälischen Hofes“ in Altenbeken abgeladen und wir hatten monatelang zu tun, die Sache wieder in den Griff zu bekommen“. Die Verwaltung selbst wurde zunächst in einer Etage des Hotels untergebracht, bis dann die frühere „Alte Schule“ notdürftig für die Verwaltungsarbeit umgebaut wurde.              

So hatte ein jahrzehnte langer Kampf endlich zum Erfolg geführt – Altenbeken war Amtssitz!! Später wurde dann ein eigenes Gebäude - das heutige Rathaus - gebaut.

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