Die Währungsreform vor 70 Jahren.

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Am 18. Juni 1948 geben die Militärregierungen der Westmächte über alle Rundfunksender bekannt, dass am Sonntag, dem 20. Juni 1948 die Durchführung der Währungsreform stattfindet. Von der Bank Deutscher Länder werden die in den USA gedruckten und in Frankfurt eingelagerten Banknoten verteilt. Zunächst können nur 40,00 D –Mark „Kopfgeld“ umgetauscht werden. Weitere 20,00 DM wurden dann im August ausgegeben. Löhne, Gehälter und Mieten werden 1:1, Sparguthaben 10:1 umgewertet.

Kühe geben plötzlich wieder Milch, Kartoffeln wachsen wieder. Es ist wie Zauberei in diesem Sommer des Jahres 1948:

Von einem Tag zum anderen füllen sich die Schaufenster der Geschäfte wieder mit Waren. Die Leute stehen davor und wundern sich – besonders auch über die hohen Preise. Sie schimpfen über die Warenhortung, auf die Schieber und ihre „krummen Geschäfte“.

Im Kölner Karneval entsteht das Lied:

„Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Pinkepinke, wer hat soviel Geld“.

Bei der Währungsumstellung werden über Nacht die kleinen Sparer ihres Vermögens beraubt. Die Hälfte des Geldes wird zudem auf ein Festgeldkonto blockiert, davon werden später noch einmal 70% gestrichen. Besitzer von Sachwerten gehören zu den Gewinnern der Reform. Die „Hamsterfahrten aufs Land“ sind vorbei. Der Schwarzhandel ist Vergangenheit.

In der Sowjetischen Besatzungszone erfolgte die Währungsreform am 23. Juni 1948. Da das neue Geld noch nicht gedruckt ist, werden die alten Reichsmarkscheine zunächst mit Coupons beklebt. Die Bürger erhalten 70,00 Mark sofort ausbezahlt. Hier verbessert sich der Lebensstandart jedoch nicht wesentlich, da die Zwangsbewirtschaftung beibehalten wird.

In den Westländern entfällt die Preisbildung und Bewirtschaftung – Ludwig Erhard setzt die Marktwirtschaft durch.

Hier sehen wir einen 50-DM-Schein der neuen, in den drei Westzonen und in Westberlin gültigen Währung.

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