Mittwoch, 27 April 2016 00:00

Entdeckungstour zu den Erinnerungsorten der Weltkriege durch den Kreis Paderborn

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Am Samstag, den 23. April 2016 unternahm zum dritten Mal der Arbeitskreis "Zeit- und Regionalgeschichte des Kreisverbandes Paderborn im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ eine (militär)-historische Entdeckungsfahrt durch den Kreis Paderborn. Die Leitung hatten Hermann-Josef Bentler (als Koordinator des Arbeitskreises), Norbert Ellermann (Historiker und Museumspädagoge), Wilhelm Grabe (Stadt- und Kreisarchivar) und Heinrich Vogt (Geschäftsführer des Kreisverbandes Paderborn).

Der Anfang der mit über 40 Teilnehmenden sehr gut besuchten Tagesfahrt mit dem Bus wurde gemacht in der Eisenbahnergemeinde Altenbeken, wo die Gruppe vom Gemeindeheimatpfleger Rudolf Koch empfangen wurde. Hier galt das Interesse dem Viadukt, der in den Kriegsjahren eine wichtige West-Ost-Verbindung war. Seine Zerstörung galt daher für die Alliierten mit als kriegsentscheidend. Der Heimatpfleger berichtete über die mehrmalige Bombardierung dieses Bauwerks in den Jahren 1944 und 1945, die er noch selbst miterlebte. Am Sonntag, den 26. November 1944 wurde zum ersten Mal der Viadukt zerstört. Während der nachfolgenden Aufräumarbeiten wurden durch einen weiteren Luftangriff am 29. November 1944 der Viadukt und auch der Bahnhof wieder schwer getroffen. Viele Tote waren zu beklagen und das Umfeld glich einer Ruinenlandschaft. Der Viadukt wurde dann mit Stahlkonstruktionen wieder befahrbar gemacht. Aber kaum rollte der Verkehr wieder, kam der nächste Luftangriff am 9. Februar 1945. Die größte Zerstörung durch Bomben mit gewaltiger Sprengkraft erfolgte dann am 22. Februar 1945. Die Busgruppe besuchte in diesem Zusammenhang auch den so genannten Alten Friedhof, auf dem mehrere durch die Kriegsereignisse getötete Zivilisten ruhen. Das besondere Augenmerk galt weiterhin den Gräbern von elf ukrainischen „Fremdarbeitern“, die im Luftschutzstollen im Mühlenberg unterhalb des Viaduktes zusammen mit sieben jungen deutschen Flak-Helfern ihr Leben lassen mussten. Heute erinnert ein Gedenkstein an dieses traurige Ereignis.

Anschießend fuhr die Gruppe nach Paderborn-Mönkeloh, wo der Stadt - und Kreisarchivar Wilhelm Grabe die Geschichte des ehemaligen Flugplatzes vorstellte. Nach einer Mittagspause im Restaurant Wolke 7 am Haxterberg ging es zur ehemaligen Muna Ringelstein, wo der Ortsvorsteher Dirk Nölting die Geschichte der ehemaligen Munitionsanlage der Wehrmachts-Luftwaffe anschaulich sichtbar machte. Nach einer Kaffeepause im Cafe Stilbruch in Büren ging es zurück zum Kreishaus Paderborn.

Foto: Winfried Marx

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