Sonntag, 27 Oktober 2019 10:39

Ein Gruß vom Umsteigebahnhof Altenbeken - Neues Buch über Ansichtskarten

geschrieben von
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Unser Heimatdorf Altenbeken hat sich im Laufe der Jahrzehnte rasch und grundlegend verändert. Manche jahrhundertealte, traditionsreiche Hofstätten und Fachwerkbauten fielen dem Bagger zum Opfer und auch neue Baugebiete veränderten das Ortsbild. Früher weideten hier noch Kühe und Kälber auf grüner Wiese und nun sind hier neue Häuser entstanden. Besonders auf Ansichtskarten kann man einen geschichtlichen Überblick erkennen. Die ersten Ansichtskarten entstanden in der Zeit von 1865 bis 1872 und im Jahre 1885 durften, mit offizieller Genehmigung der Kaiserlichen Reichspost, von privater Seite Ansichtskarten hergestellt und mit der Post verschickt werden. Viele Leute reisten gerne, besonders mit der Eisenbahn und dazu gehörte es auch Ansichtskarten zu schreiben und gleich vom Bahnhof aus zu verschicken. So auch beim "Umsteigen" in Altenbeken, darum sind auch viele Ansichtskarten mit Eisenbahnmotiven ausgestattet. Selbstverständlich konnte man diese Karten auch hier erwerben, denn es war auf dem Bahnhof ein Kiosk eingerichtet. Man kann sich kaum heute in der digitalen Zeit vorstellen, dass die Herstellung von Ansichtskarten eine ungeahnte Blütezeit erfuhren. Die Anschriftenseite war in den Anfangsjahren nur für die Empfängeradresse bestimmt und durfte weiter nicht beschrieben werden. Auf der Bildseite war mehr oder weniger Platz für persönliche Mitteilungen, wie auf verschiedenen Karten zu erkennen ist. Es war auch schon vorgedruckt zum Beispiel: " Gruß aus....". Verschiedene Postkarten sind also laut Poststempel vor 150 Jahren abgeschickt worden - ja die Eisenbahn hat in Altenbeken auch eine solch lange Vergangenheit Um 1905 wurde dann von der Post gestattet die Anschriftenseite zur Beschriftung  frei zugegeben. Einen lieben Verwandten oder Bekannten einen Postkartengruß zu übersenden ist nahezu so alt, wie die Post selbst. Ein solcher Gruß gleicht einen aufgeschlagenen Buch, das uns die ländliche Lebenswelt vorstellt. Alte Ansichtskarten spiegeln ein Stück Geschichte mit der Entwicklung Altenbekens wieder. Es sind wertvolle Beweise aus vergangenen Jahrzehnten und für nachfolgende Generationen unschätzbare Werte.So konnten natürlich auch im Ort Altenbeken in all den Jahrzehnten Ansichtskarten gekauft werden. Zu erinnern sei hier an den Laden Johann Kriwett in der Unteren Sage, der auch viele Fotos "schoss". Da gab es noch keine farbigen Fotos, sondern die Bilder wurden noch in der Dunkelkammer (schwarz/weiß) entwickelt. Man erwarb auch Ansichtskarten im Schreibwarenladen Johannes Claes - später Manfred Hormes, sowie in der  Drogerie Kurt Blaschke. Dieser Familie gebührt an dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön, denn viele Motive stammen von den Drogisten und Hobbyfotografen Kurt Blaschke Senior und seiner Gattin, sowie deren Sohn Kurt. Wie anfangs schon erwähnt, sieht man auf vielen Ansichtskarten Motive der Eisenbahn und unseres Dorfes. Auch besonders die katholische Kirche hat sehr viele Karten drucken lassen, hier sieht man wie sich auch das Gotteshaus ab der Fertigstellung im Jahre 1905 Innen und Außen verändert hat. Heimatgeschichte spiegeln auch Karten von der Gastronomie wieder, die an manch schöne Stunde bei einen Glas Bier erinnern. Die Gemeinde selbst lässt Karten drucken, welche besonders Eisenbahnfreunde beim Viaduktfest, das  alle zwei Jahre seit  dem 150. Jubiläum unseres Wahrzeichens im Jahre 2003  gefeiert wird, erwerben können. Neuere Ansichtskarten , sowie das Buch: Ansichtskarten Früher &Heute sind von mir als Ortsheimatpfleger entworfen worden, die in der Buchhandlung Simone Kuhfuß "bewundert" und gekauft werden können. 

Gelesen 79 mal Letzte Änderung am Sonntag, 27 Oktober 2019 16:31