Samstag, 21 März 2020 10:32

Pfarrer Georg Kersting zur Coronakrise

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Liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden unseres Pastoralen Raumes An Egge und Lippe,

der Corona-Virus ist auf dem Vormarsch. Die energischen Maßnahmen, die Weiterverbreitung des Virus einzudämmen, haben binnen weniger Tage unser Land und unser Leben verändert. Die allermeisten Mitbürger haben für die getroffenen Anweisungen Verständnis. Nicht wenige verunsichert die neue Situation und sie haben Angst. Als Christen ist hier unser Glaube gefordert. Bei allen Einschränkungen des kirchlichen Lebens, lade ich ein, den Herausforderungen mit Gottvertrauen und Entschlossenheit zu begegnen. Unser Erzbischof spricht uns in dieser schwierigen Lage in einer Videobotschaft Mut zu.

Die getroffenen Maßnahmen haben allerdings weitreichende Auswirkungen auf das kirchliche Leben in unseren Pfarrgemeinden. Die Pfarrheime sind geschlossen. Das Leben der Vereine und Gruppen kommt in den nächsten Wochen zum Erliegen. Zunächst bis zum 19. April (Weißer Sonntag) finden darüber hinaus keine öffentlichen Gottesdienste in unseren Kirchen und Kapellen statt. Auch die Kar- und Ostertage können wir nicht in gewohnter Form feiern. Zum persönlichen Gebet bleiben unsere Kirchen zur gewohnten Zeit geöffnet. Hier liegen, wie gewohnt, auch weiterhin die Pfarrnachrichten aus. Am Fernsehen und über www.pr-ael.de kann man zu Hause Gottesdienste mitfeiern. Die Kirchenglocken unserer Kirchen werden täglich um 19:30 Uhr läuten und alle Zuhause zum persönlichen Gebet einladen. Über die Homepage des Bistums und des Pastoralen Raumes gibt es in der nächsten Zeit vermehrt Angebote zum Geistlichen Leben in der Fasten- und Osterzeit. Ich lade herzlich ein, wer für solche Angebote Ideen und Material hat, uns diese zukommen zu lassen. Die Priester werden in der kommenden Zeit in „privater Form“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit täglich die Heilige Messe feiern. Die für diese Zeit in den Pfarrbüros abgegebenen Messintentionen werden gehalten. Sie finden diese Intentionen für jeden Tag ohne Angabe einer bestimmten Kirche in den aktuellen Pfarrnachrichten. Natürlich können Intentionen auch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Nehmen Sie dazu Kontakt mit dem Pfarrbüro auf. Die Pfarrbüros sind weiterhin zu den bekannten Zeiten besetzt, stehen aber wegen der Infektionsgefahr nicht für den Publikumsverkehr offen. Nehmen Sie per Brief, Telefon oder Internet Kontakt zu unseren Pfarrsekretärinnen auf.

Besonders einschneidend ist, dass die Feier der Erstkommunion und der Firmung nicht zu den festgelegten Zeiten stattfinden können. Dies wird auf die zweite Jahreshälfte verschoben. Näheres muss noch überlegt werden. In einer sehr persönlichen Videobotschaft drückt unser Erzbischof Hans- Josef Becker sein Bedauern aus, dass die schönen religiösen Feste nicht in der nächsten Zeit stattfinden können. Taufen und Trauungen können nur im allerkleinsten Kreis (Täufling, Eltern, Paten bzw. Brautleute und Trauzeugen – und jeweils Zelebrant) stattfinden. Hier empfiehlt sich in der Regel eine Verlegung auf einen späteren Zeitpunkt. Krankenkommunion und Krankensalbung sind möglich, sollten aber auf wirklich dringende Spendungen reduziert werden. Die Priester, Gemeindereferenten und Helferinnen bei der Krankenkommunion sind gerne bereit, telefonisch Kontakt zu den Alten und Kranken aufzunehmen und diesen Kontakt zu halten. Wer dies wünscht, melde sich bitte in den Pfarrbüros. Der Empfang des Bußsakramentes (Beichte) ist weiterhin möglich in der Form des Beichtgesprächs. Wer dies wünscht, möge sich bitte im Pfarrbüro oder direkt bei einem Priester melden. Einschneidende Veränderungen gibt es bei den Beisetzungen. Sie können nur im kleinen Kreis direkt am Grab stattfinden. Seelenämter in den Kirchen und Trauerfeiern in den Friedhofskapellen können zur Zeit nicht stattfinden. Seelenämter können aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus wirksam einzudämmen, sollen alle möglichst auf soziale Kontakte verzichten. Dies trifft manche von uns besonders. Vielleicht benötigen Ältere Hilfe beim Einkaufen. Bei den Tafeln werden Lebensmittelspenden knapp. Wir laden ein, wer Hilfe braucht und wer Hilfe geben kann, sich in den Pfarrbüros zu melden. Wir werden versuchen, bei Bedarf etwas zu organisieren.

Die Coronakrise ist eine große Herausforderung, die wir versuchen wollen, menschlich und geistlich zu bewältigen. Wir begegnen unseren Ängsten, erleben mitunter leichtsinniges oder auch übervorsichtiges Verhalten, müssen uns neu organisieren, haben aber vielleicht auf einmal wieder mehr Zeit, weil Termine ausfallen und entwickeln aus der Situation heraus neue Eigenschaften und Fertigkeiten. Ich wünsche uns, dass wir alle diese Zeit gesund und wohlbehalten überstehen und dass wir uns bei aller räumlichen Distanz als Gemeinschaft verstehen, die einander im Blick hat.

Herzliche Grüße, auch im Namen des Pastoralteams, im Glauben und Gebet verbunden,

Ihr Pfarrer

Georg Kersting

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