Rudolf Koch

Rudolf Koch

Kreis Paderborn (krpb). Ihnen liegt die Natur- und Kulturlandschaft sowie das kulturelle Leben in der Region besonders am Herzen: Den Ortsheimatpflegerinnen und – heimatpfleger sowie Ortschronistinnen und Ortschronisten im Kreis Paderborn. Im Frühjahr und Herbst tagen sie auf Einladung des Kreisheimatpflegers Michael Pavlicic, tauschen sich aus und präsentieren ihren Heimatort. In diesem Frühjahr hieß Ortsheimatpfleger Vinzenz Heggen die Gäste im Paderborner Ortsteil Sande willkommen. Der Lippesee und die Geschichte des Ortes standen dabei im Fokus der Tagung. Der Einsatz für den Lippesee in der Vergangenheit habe sich gelohnt, so Heggen. Das rund zehn Hektar große Gebiet habe sich zu einem herausragenden Lebensraum für charakteristische und zum Teil gefährdete Tier- und Pflanzenarten entwickelt.In seiner Funktion als stellvertretender Landrat überbrachte Heggen anschließend auch die Grüße des Kreises Paderborn sowie Überraschungsglückwünsche an den „Chef“ in der Runde: Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic wurde kürzlich zum neuen Vorsitzenden des Verwaltungsrates im Westfälischen Heimatbund gewählt. „Seine 24-Stunden-Tage hatten wohl noch eine kleine Lücke“, schmunzelte Heggen, der Pavlicic auch für diese Aufgabe eine „glückliche Hand“ wünscht. „Wenn alle zusammenkommen, das ist Heimat.“, betonte anschließend Paderborns Bürgermeister Michael Dreier, der selber in Sandes Nachbarort Anreppen aufgewachsen ist und das Dorfleben zu schätzen weiß. Äußerst wichtig sei die Arbeit der Heimatpfleger. Denn Zukunft brauche Herkunft und Geschichte, die für nachfolgende Generation mit Leben gefüllt werden müsse. Es gelte, dieses Wissen weiterzugeben und zu erhalten, so Dreier. Heimatpflege ist auch Ortsbildpflege. Wie sich das Ortsbild von Sande entwickelt hat, stellte Vinzenz Heggen am Nachmittag dar. In den vergangenen 25 Jahren habe sich die Bevölkerung dort verdoppelt. Lebten 1970 noch 2.288 Einwohner in Sande, sind es heute mehr als 6.000. „Das Gesicht des Ortes hat sich völlig verändert“, sagte Heggen und zeigte Fotos und Karten. Ein Blick aus der Vogelperspektive bot ein 6-minütiger Film, der mit einer Drohne aufgenommen worden war.

 Neben der Erforschung und Dokumentation historischer und kultureller Sachverhalte setzen sich die Heimatpfleger und Ortschronisten für den Schutz der Landschaften, die Erhaltung der Bauwerke und Überlieferung der Bräuche ein.  Im Kreis Paderborn ist das Kulturamt mit Sitz in Büren Ansprechpartner für die Heimatpfleger. 

Bei der Rehberghütte im Eggewald oberhalb von Altenbeken hatte ein Sturm großen Schaden angerichtet. Ein Baum zerstörte die Wandertafel, die hier stand. Auch die historischen Aufzeichnungen und die Hinweistafel über die frühere optische Telegrafenstation wurden zerstört bzw. beschädigt. Ortsheimatpfleger Rudolf Koch, welcher sich um die Pflege dieser historischen Stätte in all den Jahren kümmerte, konnte nur noch die übrig gebliebenen Überreste in Gewahrsam bringen. Der Ortsheimatpfleger setzte sich sofort dafür ein, dass hier eine neue Wandertafel errichtet wurde. Er informierte die Landesstelle für Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge Herrn Scholz der ihm die Finanzierung zusagte. Hauptwegewart des Eggegebirgsvereins, Herr Josef Jakob, hat es sich als eine der letzten Amtshandlungen in seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit nicht nehmen lassen, sich auch um die Wiedererstellung dieser historischen Stätte zu verwenden. Nun steht sie wieder am angestammten Platz im Eggewald und gibt auch u.a. Zeugnis von den preußischen Telegrafisten in den Jahren 1833 - 1849. Die Kosten beliefen sich auf ca. 3.500 Euro. Selbstverständlich sind auch Hinweise über Wanderwege in der Egge angebracht. Die Bilder und Grafiken sind digital gedruckt, graffitiresident und gegen UV-Strahlen geschützt. Die Tafel steht nur wenige Meter vom Standort der alten Station entfernt. Hier wurde im Jahr 1992 ein Erinnerungsstein auf Initiative des Ortsheimatpflegers aufgestellt.

 

Das Bild zeigt die neu errichtete Hinweiswegetafel bei der Rehberghütte Altenbeken.

Mittwoch, 04 Mai 2016 00:00

Neuer Maibaum in Schwaney

Bei strahlendem Sonnenschein stellte der Löschzug   Schwaney am Maifeiertag den neuen Maibaum (Vereinsbaum) der Öffentlichkeit   vor. Der Baum besteht, wie schon berichtet, nicht mehr aus Holz, sondern aus   Metall, ist zwölf Meter hoch und stattliche 420 Kilogramm schwer.   Löschzugführer Markus Knoke und der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft und   Ortsvorsteher Hermann Striewe bedankten sich bei den Kameraden Josef Striewe,   Björn Böddeker, Andre Koch, Heinrich Striewe, Jörg Oldenettel sowie Patrik   Benstein, die den Baum in unzähligen Arbeitsstunden  hergerichtet haben.   Ein großes Dankeschön sprach Hermann Striewe auch dem Spender des Baumes   Markus Finke aus.  Lob und Anerkennung ging an alle anderen Kameradinnen   und Kameraden sowie den anderen Vereinen, die zum Gelingen des Festes   beigetragen haben. Im Anschluss wurde kräftig bei gekühlten Getränken sowie   bei Kaffee und Kuchen gefeiert. Für die Unterhaltung der kleinen Gäste war   mit einigen Aktionen bestens gesorgt.

Unter Federführung des Bahnorchesters (BOA) wurde auch in diesem Jahr der Maibaum wieder aufgestellt. Angeführt mit dem Flügelrad an der Spitze, richtete ihn das Bahnorchester mit Emblemen auf den Marktplatz auf. Das Flügelrad ist das Wahrzeichen der Eisenbahn und steht für Innovation, Geschwindigkeit und Moderne. Dieses hat sich auch das BOA für die nächste Zeit auf ihre Fahne geschrieben und stellte auch in diesem Jahr seine musikalische Qualität unter Beweis.

 

Samstag, 30 April 2016 00:00

Der Monat Mai

Maienglück

 

Am Wege buhlt ein Apfelbaum,

ein alter windzerzauster Recke,

im neuen Wams aus Blütenschaum

mit einer weißen Schlehdornhecke.

 

Es blüht an Busch und Baum und Strauch,

soweit die blanken Augen schauen,

nun blüht der erste Flieder auch

in meiner Heimat grünen Gauen.

 

Zwei Menschen wandern Hand in Hand,

vor lauter Glück wie traumverloren,

in`s weite, weiße Blütenland,

das uns der junge Mai geboren.

 

Um Wald und Feld und Flur und Hag

fließt weihevolles, tiefes Schweigen,

und farbenfroh versinkt der Tag

in einem Meer von Blütenzweigen.

Am Samstag, den 23. April 2016 unternahm zum dritten Mal der Arbeitskreis "Zeit- und Regionalgeschichte des Kreisverbandes Paderborn im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ eine (militär)-historische Entdeckungsfahrt durch den Kreis Paderborn. Die Leitung hatten Hermann-Josef Bentler (als Koordinator des Arbeitskreises), Norbert Ellermann (Historiker und Museumspädagoge), Wilhelm Grabe (Stadt- und Kreisarchivar) und Heinrich Vogt (Geschäftsführer des Kreisverbandes Paderborn).

Der Anfang der mit über 40 Teilnehmenden sehr gut besuchten Tagesfahrt mit dem Bus wurde gemacht in der Eisenbahnergemeinde Altenbeken, wo die Gruppe vom Gemeindeheimatpfleger Rudolf Koch empfangen wurde. Hier galt das Interesse dem Viadukt, der in den Kriegsjahren eine wichtige West-Ost-Verbindung war. Seine Zerstörung galt daher für die Alliierten mit als kriegsentscheidend. Der Heimatpfleger berichtete über die mehrmalige Bombardierung dieses Bauwerks in den Jahren 1944 und 1945, die er noch selbst miterlebte. Am Sonntag, den 26. November 1944 wurde zum ersten Mal der Viadukt zerstört. Während der nachfolgenden Aufräumarbeiten wurden durch einen weiteren Luftangriff am 29. November 1944 der Viadukt und auch der Bahnhof wieder schwer getroffen. Viele Tote waren zu beklagen und das Umfeld glich einer Ruinenlandschaft. Der Viadukt wurde dann mit Stahlkonstruktionen wieder befahrbar gemacht. Aber kaum rollte der Verkehr wieder, kam der nächste Luftangriff am 9. Februar 1945. Die größte Zerstörung durch Bomben mit gewaltiger Sprengkraft erfolgte dann am 22. Februar 1945. Die Busgruppe besuchte in diesem Zusammenhang auch den so genannten Alten Friedhof, auf dem mehrere durch die Kriegsereignisse getötete Zivilisten ruhen. Das besondere Augenmerk galt weiterhin den Gräbern von elf ukrainischen „Fremdarbeitern“, die im Luftschutzstollen im Mühlenberg unterhalb des Viaduktes zusammen mit sieben jungen deutschen Flak-Helfern ihr Leben lassen mussten. Heute erinnert ein Gedenkstein an dieses traurige Ereignis.

Anschießend fuhr die Gruppe nach Paderborn-Mönkeloh, wo der Stadt - und Kreisarchivar Wilhelm Grabe die Geschichte des ehemaligen Flugplatzes vorstellte. Nach einer Mittagspause im Restaurant Wolke 7 am Haxterberg ging es zur ehemaligen Muna Ringelstein, wo der Ortsvorsteher Dirk Nölting die Geschichte der ehemaligen Munitionsanlage der Wehrmachts-Luftwaffe anschaulich sichtbar machte. Nach einer Kaffeepause im Cafe Stilbruch in Büren ging es zurück zum Kreishaus Paderborn.

Foto: Winfried Marx

Der Viadukt in Altenbeken ist wieder befahrbar.

 

Vor 70 Jahren - am 1. Mai 1946 - konnte der in den Kriegsjahren zerstörte Viadukt wieder befahren werden. Somit hatte die „Völkerwanderung“ durch Altenbeken ihr Ende gefunden. Nach Kriegsende genoss der Wiederaufbau des Beke – Viadukts höchste Priorität. Züge aus Paderborn endeten vorrübergehend an einem provisorischen Bahnsteig vor der Brücke. Die 120 Stufen zu diesem Bahnsteig und der beschwerliche Fußweg durch das Bekedorf zum Bahnhof wird noch manchen   Reisenden lange Jahre im Gedächtnis geblieben sein.

Um den Viadukt wieder befahrbar zu machen, waren ernorme Anstrengungen erforderlich. Es standen kaum Arbeitskräfte zur Verfügung und auch die Versorgung mit Baustoffen war mit größten Problemen verbunden. Zuerst einmal wurde auf die alten stählerne Behelfskonstruktion zurück gegriffen. Nach dem Richten und Vervollständigen der einzelnen Bauteile wurde Anfang 1946 mit dem Wiederaufbau zwischen die noch vorhandenen Reste des Bauwerks begonnen. Ausgeführt wurden die Arbeiten von den Firmen Backhaus, Paderborn, C.H. Jucho, Dortmund, welche die Stahlbauarbeiten erstellte und der Firma Wolfsholz aus Düsseldorf. Die Bauleitung lag in den Händen von Dr. Ing. Gerhard Mecklenburg. Bevor aber der Viadukt wieder – wenn auch nur mit 20 km/h – befahren werden konnte, wurde einen Tag vorher am 30. April 1946 mit zwei schweren Dampflokomotiven der Baureihe 44 eine Belastungsprobe durchgeführt. Eine dieser Lokomotiv - Typen steht jetzt am Eggemuseum und wurde von der Gewerkschaft der Lokomotivführer Ortsgruppe Altenbeken erworben. Der mutige Lokomotivführer war seinerzeit Edmund Schmolke vom Bahnbetriebswerk Altenbeken (siehe Foto), der sogar dafür mit einer Flasche Branntwein und mit einer Kiste guter Zigarren belohnt wurde. Das Bild zeigt dieses historische Ereignis.

Dienstag, 26 April 2016 00:00

Gedenkstein für Kriegstote beschädigt

Gedenktafel auf historischen Grabstein erinnert an die Ziviltoten des Krieges.

 

Man schrieb das Jahr 1944/45. Das waren traurige und schmerzhafte Jahre für die Eisenbahnergemeinde Altenbeken. Bei der Bombardierung des Viaduktes und bei der Einnahme Altenbekens durch die Siegermächte mussten 25 Bürgerinnen und Bürger ihr Leben lassen. Ein großer Teil von ihnen fand die letzte Ruhestätte auf dem "Alten Friedhof", da der Gottesacker am Anfang des Dorfes bei den Angriffen auf den Viadukt von den Bombengeschwadern verwüstet worden war. Aus diesem Anlass wurde hier ein auf Veranlassung von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch ein historischer Grabstein mit einer Gedenkplatte aufgestellt.         Dieser wurde nun am Dienstag, den 19. April 2016 erheblich beschädigt. Die Gemeindeverwaltung (Bauamt) will aber den Schaden von einen Bildhauer wieder in Ordnung bringen lassen. Hierüber wird dann noch zu berichten sein.

Freitag, 15 April 2016 00:00

Der "Todesstollen".

Unterhalb des Viaduktes wurde ein Luftschutzbunker während des Krieges 1944/45 in den Stapelsberg gegraben. Hierin fanden 18 Menschen bei Bombenangriffen auf das Bauwerk - darunter 7 junge Flakhelfer und 11 ukrainische Arbeiter - den Tod. Ein russischer Bergmann lebte noch, als man nach 11 Tagen Freilegungsarbeiten, die Verschütteten fand. Er deutete an, dass noch mehr Tote im Berg verschüttet wären. Die Altenbekener nennen deshalb diesen Bunker heute noch: "Todesstollen". Ein Gedenkstein erinnert an diesen schrecklichen Schicksalstag im Schatten des Viaduktes. Foto: Winfried Marx.

Freitag, 15 April 2016 00:00

Bergbau und Eisenverhüttung

Bergbau und Eisenverhüttung reicht im

Altenbekener Raum weit zurück.

 

Ein kleiner Rückblick von : Ortsheimatpfleger Rudolf koch

Im Raum Altenbeken reichen der Abbau von Eisenerz und die Verarbeitung von Roheisen weit zurück. Ja - bis in das Mittelalter hinein, geben zahlreiche Schlacke- und Abraumhalden - die so genanten Pingen - Zeugnis aus der damaligen Zeit. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1392. Einen Eisengehalt von 25 - 36 % hatte das abgebaute Erz und es verfügte auch aufgrund des hohen Kalkgehaltes über günstige Eigenschaften bei der Verhüttung. Dieses im Tagebau gewonnene Eisenerz wurde direkt vor Ort in offenen Herdfeuern oder in niedrigen Schachtöfen zu Roheisen geschmolzen. Später ging man dazu über eine Verlagerung der Roheisenproduktion in den Ort Altenbeken zu verlegen. Dieses ist erstmals nachweislich in einer schriftlichen Urkunde überliefert. So steht aus dem Jahr 1578 geschrieben:

"Innerhalb des Dorfes bewegt (die Beke) Wasserräder, durch deren Antrieb auf maschinelle Weise Hämmer das Eisen schlagen, dessen Rohmaterial an benachbarten Orten gefördert und geschmolzen wird. Es werden auf gleiche Weise Blasebälge bewegt, durch deren Wind sich das Eisen im Feuer verflüssigt."

Die Verarbeitung nahm zu und es wurden immer größere Produktionsmengen verarbeitet. Doch man musste in immer tiefere Schichten vorstoßen, was erheblichen Kosteneinsatz abverlangte. Das erste Hüttenwerk musste wohl deshalb den Betrieb vor 1600 eingestellt haben. Erst im Jahre 1607 wurden die Herren Heistermann und Ludwig mit der Förderung von Eisenerz vom damaligen Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg belehnt. Wenige Jahre später war ausreichend Eisenerz gefördert worden, so dass die Gewerke ab 1910 einen Hochofen betreiben konnten und im Jahre 1614 ein Hammerwerk. Diese Werke waren bedeutende Arbeitgeber für Altenbeken, bis sie gegen Ende des 30jährigen Krieges in finanzielle Schwierigkeiten gerieten und an Hermann Bernhard von Schildern aus Himmighausen verkauft wurden. Dieser ließ einen neuen Stollen anlegen und die Werke florierten mit großem Erfolg. Doch nach 1670 wurde nur noch unregelmäßig Eisenerz gefördert, welches wohl auf das Grubenwasser zurück zuführen ist. Dadurch wurden die Stollen in größeren Tiefen überflutet. Erst durch die Übernahme der Schilderschen Güter durch Reichshofrat von Donop im Jahre 1715 wurden neue Initiativen zur Instandsetzung des Betriebes gestartet. Zuerst errichtet er mehrere Wohn - und Hüttengebäude und so steht geschrieben, er brachte es "zum guten stande". Er baute zuerst für 2000 Taler im Jahre 1730 einen neuen Stollen, der zwei Jahre Bauzeit benötigte.

Danach verpachtete er seinen Betrieb an zwei Harzer Gewerke, die bis 1738 gusseiserne Öfen in großer Zahl und bester Qualität produzierten. Jahre später jedoch gingen die Donopschen Werke in Konkurs und wurden von einem Konkursverwalter geführt. Es kamen immer wieder neue Pächter, bis dann das Berg- und Hüttenwerk im Jahre 1749 an Dr. Ulrich aus Brilon verpachtet wurde. Dieser baute für 7.000 Reichstaler einen neuen Stollen und es war dadurch möglich das Hüttenwerk dauerhaft mit Eisenstein zu versorgen. Nach dem Tod Ulrichs im Jahre 1755 wurde das Berg- und Hüttenwerk von seinem Bruder Ludwig Ulrich bis 1774 weitergeführt. Es begann weiter eine Blütezeit und statistische Angaben sagen aus, dass große Mengen Eisenstein von großer Qualität gefördert wurden, die im Hochofen zu Roheisen verarbeitet werden konnten. Der Gesamtwert der Anlagen wurde mit 60.000 Reichstalern veranschlagt.

Im Jahre 1767 wurde die Bedeutung der Eisenwerke Altenbeken durch die Anlage eines zweiten Berg- und Hüttenwerkes noch gesteigert. Als der Sohn des Hüttenbesitzers von der Hofkammer die Erlaubnis erhielt, einen Stollen (Antoniusschacht) an Köhlerberg anzulegen, wurde 1778 ein neuer Hochofen in Betrieb genommen. Gegen die Errichtung dieses Bergwerks legte von Donop klage ein, da er auf dem Standpunkt stand, das ganze Revier seinerzeit vom Fürstbischof konzessioniert bekommen zu haben. In einem über 20jährigen Verfahren wurde jedoch vom Reichskammergericht die Erteilung zum Bau eines Stollens von Anton Ulrich für rechtmäßig erklärt. Im Jahre 1803 kam es wegen hoher Schulden der Donopschen Güter zu einem Verkauf der Altenbekener Eisenwerke und sie gingen in den Besitz des Konkurrenten Anton Ulrich über. Dieser ließ sein Werk abbrechen ( Standort Ecke Bollerbornstraße heute Haus Spieker) und ließ die Donopschen Anlagen modernisieren.

Im Jahre 1823 verkaufte Ulrich sein Werk in Altenbeken an den Regierungsrat Langen, der es dann bedeutend vergrößerte. Nach seinem Tod wurden die Erben Adolf Langen, Witwe Wilhelmine Hillebrand und Heinrich Moors Besitzer. Im Jahre 1906 wurde dann das Werk an die Firma Kropff aus Olsberg verkauft. Als der neue Besitzer früh starb und die Witwe den Geheimrat Federath heiratete war sie Besitzerin bis sie dann Anfang 1919 den Betrieb an die Frankschen Eisenwerke verkaufte. Im Jahre 1926 wurden dann die Tore dieses jahrhunderte alten Eisenwerkes geschlossen, das vielen Generationen in Altenbeken "Arbeit und Brot" gegeben hatte.Heute erinnern noch das alte Herrenhaus (Gasthaus Friedenstal) und das alte Hammerhaus unterhalb des Viaduktes, sowie die Straßenbezeichnungen "Hüttenstraße" und "Am Hammer" an die Eisenindustrie. Auch nach den Besitzern und Pächter sind mehrere Straßen und Wege benannt. 

Hüttenanlage in Altenbeken im Jahre 1839 im Bild                         Federzeichnung von Franz Josef Brand.

Seite 20 von 27