Rudolf Koch

Rudolf Koch

Samstag, 30 November 2019 14:13

Es ist Vorweihnacht

Ein Gedicht von Heinz Küting  - langjähriger Ortsheimatpfleger Schwaney

Bei Beginn des 2. Weltkrieges wurde wieder, wie schon im Kriege 1914/18, eine scharfe Bewachung dieses strategisch wichtigen Bauwerks angeordnet. Zu den Wachtposten wurden später Abwehrgeschütze, deren Zahl sich bis auf 30 Rohre steigerte zum Schutze aufgestellt. Als dann die Welle der Luftangriffe auf die Eisenbahnanlagen übergriff, wussten auch die Bewohner des Beketales, dass auch für ihr stolzes Wahrzeichen bald die schwere Stunde kommen würde.

So kam sie dann auch :

An einem Sonntag, dem 26. November 1944 kurz nach dem Hochamt in der kath. Kirche gab es um 11,19 Uhr eine öffentliche Luftwarnung - also Fliegeralarm - und um 11,37 krachten völlig überraschend die Donnerschläge der Bombenexplosionen durch das Tal, rissen die schweren Steinquadern des Viaduktes aus dem Gefüge und brachten Brückenbögen und Pfeiler zum Einsturz. Zwei weitere Pfeiler stürzten nach und ein vierter musste am folgenden Tage wegen Einsturzgefahr von Pionieren gesprengt werden. Eine Lücke von hundert Metern klaffte nun zwischen den starken Gruppenpfeilern, die dem weiteren Einsturz Halt boten. An drei weiteren Gewölben waren schwere Schäden zu verzeichnen, doch hielten sie dem Seitendruck stand. In der Altenbekener Chronik schreibt der damalige Chronist Dr. Heinrich Schulze:

" Als der Angriff vorbei war, sah das „Unterdorf“ einer totalen Verwüstung ähnlich. Der Viadukt war an zwei Stellen getroffen worden. Der Angriff, der nur den Viadukt treffen sollte, hat aber auch das gesamte Unterdorf erfasst. Eine Vernichtungsflut, wie sie unser Eggeort wohl noch nie gesehen hat, war in einer Viertelstunde über uns hinweg gebraust. 12 Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude sind völlig zerstört, 43 schwer und 32 leicht beschädigt. 27 Wohnhäuser waren nicht mehr bewohnbar. 71 Familien mit insgesamt 324 Männern, Frauen und Kindern mussten in das „Oberdorf“ umquartiert werden."

An Toten waren zu beklagen drei Frauen und fünf Kinder. Sie gehörten zur Familie des Lokomotivführers Wilhelm Drewes, die am Alten Kirchweg wohnten. Nur ein Sohn, konnte lebend unter den Trümmern hervorgezogen werden. Auch der Ölmüller Bernhard Claes, dessen Mühle unmittelbar am Fuße des Viaduktes lag, war vermisst. (Die Leiche wurde erst im August 1957gefunden) So zählte man in Altenbeken angesichts der großen Menge abgeworfener Bomben zunächst nur eine verhältnismäßig kleine Zahl von neun Getöteten. Die Leichen wurden nach dem Ende des Angriffs zunächst auf dem Alten Friedhof und dann in der Gastwirtschaft "Westfälischer Hof" aufgebahrt. Nach acht Tagen wurden sie dann kirchlich beerdigt. Mitten in die Aufräumungsarbeiten eines Massenaufgebotes von Arbeitern - unter ihnen viele Kriegsgefangene -  schlug ein weiterer Angriff 3 Tage später (29.11.) dem Viadukt und dem nahen Bahnhof wieder schwere Wunden. Die Flakstellungen erhielten schwere Treffer. Auf der Halde des Kalkwerkes wurden die Geschütze der Flak buchstäblich umgepflügt.  Bei diesem Angriff sind 22 Menschen getötet worden und über 75 schwer verwundet. Unter den Toten befanden sich allein fünfzehn der seit drei Tagen in Altenbeken eingesetzten Arbeiter. Sie wurden mit Autos und der Bahn abtransportiert. Auf den grünen Talwiesen und an den Berghängen reihten sich die tiefen Bombeneinschläge. Auch die jahrhunderte alte Kreuzkapelle teilte das Schicksal des Viaduktes. Der Friedhof erhielt mehrere Volltreffer; Skelette und Sargteile lagen verstreut in der Umgebung. Schwere Grabsteine wurden durch die Bombenexplosionen bis auf den Viadukt geschleudert. Eine Umsteigestelle am Westende der Talbrücke deren Treppe mit ihren 120 Stufen noch manchen Reisenden in unangenehmer Erinnerung bleiben wird, wurde in größter Eile hergerichtet. Wie nach dem ersten Angriff begann man sofort mit den Aufräumung - und Reparaturarbeiten. Die Bevölkerung des Dorfes besserte ihre Häuser aus. Bürgermeister Volkhausen verließ kaum noch sein Gemeindebüro. Es waren vor allen Dachziegel und Teerpappe zu beschaffen, damit die Dächer ausgeflickt werden konnten. Nachbarschaftshilfe - besonders auch Hilfe aus dem Oberdorf - waren an der Tagesordnung. Auch der Wiederaufbau am Viadukt begann und schon am 10. Februar 1945 waren  aus vorbereiteten Stahlkonstruktionen zwei starke Tragpfeiler erbaut und die beiden Fahrbahnen durch je zehn Stahlträger von einen Meter Höhe wieder hergestellt.

Der Verkehr rollte wieder!!

Die Bewohner des Beketales aber kauerten in sicherer Entfernung in Straßenunterführungen, in Wasserdurchlässen und im Rehbergtunnel wohl wissend, dass sobald die erste Lokomotive wieder über den Viadukt dampfen würde, mit einem erneuten Angriff zu rechnen war. Der Viadukt wurde notdürftig wieder befahrbar gemacht.

Bei den Luftangriffen am 26. November 1944 auf den Viadukt mussten auch in Buke und Schwaney Menschen ihr Leben lassen. Hier die Toten aus der heutigen Großgemeinde:

Altenbeken : 9 Tote : Drewes Elisabeth, die Kinder Drewes Karl, Drewes Wilhelm, Drewes Anna, die Verwandten aus Köln Volmari Cilly, Bohnert Maria, Bohnert Marlis, Bohnert Kurt und der Müllermeister Claes Bernhard.

Buke: 16 Tote : Bürgermeister Heinrich Klenke, Anna Klenke mit den 3 Kindern Anna, Ewald, Heinrich und ein Kind, das an dem Tag getauft werden sollte, Konrad Schäfers, Franz Schäfers, Anna Schäfers u. Sohn Ferdinand, Clementine Striewe, Anton Striewe, Clementine Schöttler, Käthe Küpers, Melanie Fiege u. Anna Bielefeld.

Schwaney: 4 Tote: Theresia Bentler, Sohn Josef Bentler, Tochter Theresia Bentler, Evakuierte aus Duisburg: Anna Kothes.

Sonntag, 17 November 2019 17:55

Volkstrauertag in Altenbeken

Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag und gehört zu den so genannten stillen Tagen. Er wird seit 1952 zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen. Auch in Altenbeken wurde eine Gedenkfeier am 17. November 2019 am Ehrenmal  würdevoll von dem Katholischen Pastor Sebastian Schulz gestaltet. Unter Mitwirkung des Bahn-Orchesters und des Männer-Gesangvereins Altenbeken  und Fahnen - Abordnungen der örtlichen Vereine legte der Oberst der St. Sebastian-Schützenbruderschaft einen Kranz nieder. Auch viele Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Gedenkfeier teil, um der Toten zu gedenken, die auch in unserer Heimatgemeinde in den Kriegen ihr Leben lassen mussten. Zu erinnern sei, dass vor 75 Jahren am 26. November 1944 ein Bombenangriff auf den Eisenbahnviadukt stattfand und weitere folgten.

In der Gemeinde - Chronik ist vermerkt:

"Nachfolgende Geschlechter mögen einmal daran denken, was die Bevölkerung in diesem Krieg an banger Sorge und großem Leid erdulden mussten. Die Einwohnerschaft lebte immer in Angst von feindlichen Fliegerverbänden erfasst zu werden. Die Luftschutzsirenen heulten Tag und Nacht. Verneigen wir uns vor den Opfern, und denken wir zurück an die Ereignisse des Krieges. Möge so ein Leid nie wieder über unser Dorf Altenbeken herein brechen".

Samstag, 16 November 2019 10:09

"Die Brasserie" rockte in der Eggelandhalle.

Eine Mischung aus Hip-Hop, Ska, Reggae und Pop begeistern alle Musikbegeisterten am Samstag, den 9. November in der Eggelandhalle. Das Bahn-Orchester Altenbeken hatte anlässlich seines 100jährigen Bestehens die preisgekrönte Brassband aus Friedrichshafen geladen. Bevor die zehn Bläser ab 21,00 Uhr die Bühne betraten sorgte die Blechwerkstadt Paderborn für Einstimmung. Einen gelungener Abend bescherte das Bahn-Orchester seinen Gästen zum Jubiläum.

Donnerstag, 07 November 2019 16:55

Reichspogromnacht

Reichspogromnacht - 9./10. November1938

Foto: Brand Synagoge in Paderborn.

Vor 81 Jahren, am 9. auf den 10. November 1938, brannten die Synagogen. Sie brannten im gesamten Deutschen Reich. Sie brannten in Österreich und in der Tschechoslowakei.

Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren.

Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in Europa.

Donnerstag, 31 Oktober 2019 10:11

Allerseelen

Donnerstag, 31 Oktober 2019 10:05

Der Monat November

Unser Heimatdorf Altenbeken hat sich im Laufe der Jahrzehnte rasch und grundlegend verändert. Manche jahrhundertealte, traditionsreiche Hofstätten und Fachwerkbauten fielen dem Bagger zum Opfer und auch neue Baugebiete veränderten das Ortsbild. Früher weideten hier noch Kühe und Kälber auf grüner Wiese und nun sind hier neue Häuser entstanden. Besonders auf Ansichtskarten kann man einen geschichtlichen Überblick erkennen. Die ersten Ansichtskarten entstanden in der Zeit von 1865 bis 1872 und im Jahre 1885 durften, mit offizieller Genehmigung der Kaiserlichen Reichspost, von privater Seite Ansichtskarten hergestellt und mit der Post verschickt werden. Viele Leute reisten gerne, besonders mit der Eisenbahn und dazu gehörte es auch Ansichtskarten zu schreiben und gleich vom Bahnhof aus zu verschicken. So auch beim "Umsteigen" in Altenbeken, darum sind auch viele Ansichtskarten mit Eisenbahnmotiven ausgestattet. Selbstverständlich konnte man diese Karten auch hier erwerben, denn es war auf dem Bahnhof ein Kiosk eingerichtet. Man kann sich kaum heute in der digitalen Zeit vorstellen, dass die Herstellung von Ansichtskarten eine ungeahnte Blütezeit erfuhren. Die Anschriftenseite war in den Anfangsjahren nur für die Empfängeradresse bestimmt und durfte weiter nicht beschrieben werden. Auf der Bildseite war mehr oder weniger Platz für persönliche Mitteilungen, wie auf verschiedenen Karten zu erkennen ist. Es war auch schon vorgedruckt zum Beispiel: " Gruß aus....". Verschiedene Postkarten sind also laut Poststempel vor 150 Jahren abgeschickt worden - ja die Eisenbahn hat in Altenbeken auch eine solch lange Vergangenheit Um 1905 wurde dann von der Post gestattet die Anschriftenseite zur Beschriftung  frei zugegeben. Einen lieben Verwandten oder Bekannten einen Postkartengruß zu übersenden ist nahezu so alt, wie die Post selbst. Ein solcher Gruß gleicht einen aufgeschlagenen Buch, das uns die ländliche Lebenswelt vorstellt. Alte Ansichtskarten spiegeln ein Stück Geschichte mit der Entwicklung Altenbekens wieder. Es sind wertvolle Beweise aus vergangenen Jahrzehnten und für nachfolgende Generationen unschätzbare Werte.So konnten natürlich auch im Ort Altenbeken in all den Jahrzehnten Ansichtskarten gekauft werden. Zu erinnern sei hier an den Laden Johann Kriwett in der Unteren Sage, der auch viele Fotos "schoss". Da gab es noch keine farbigen Fotos, sondern die Bilder wurden noch in der Dunkelkammer (schwarz/weiß) entwickelt. Man erwarb auch Ansichtskarten im Schreibwarenladen Johannes Claes - später Manfred Hormes, sowie in der  Drogerie Kurt Blaschke. Dieser Familie gebührt an dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön, denn viele Motive stammen von den Drogisten und Hobbyfotografen Kurt Blaschke Senior und seiner Gattin, sowie deren Sohn Kurt. Wie anfangs schon erwähnt, sieht man auf vielen Ansichtskarten Motive der Eisenbahn und unseres Dorfes. Auch besonders die katholische Kirche hat sehr viele Karten drucken lassen, hier sieht man wie sich auch das Gotteshaus ab der Fertigstellung im Jahre 1905 Innen und Außen verändert hat. Heimatgeschichte spiegeln auch Karten von der Gastronomie wieder, die an manch schöne Stunde bei einen Glas Bier erinnern. Die Gemeinde selbst lässt Karten drucken, welche besonders Eisenbahnfreunde beim Viaduktfest, das  alle zwei Jahre seit  dem 150. Jubiläum unseres Wahrzeichens im Jahre 2003  gefeiert wird, erwerben können. Neuere Ansichtskarten , sowie das Buch: Ansichtskarten Früher &Heute sind von mir als Ortsheimatpfleger entworfen worden, die in der Buchhandlung Simone Kuhfuß "bewundert" und gekauft werden können. 

.     Historische Aufnahmen und Federstrichzeichnungen aus ihren Orten haben Altenbekens Ortsheimatpfleger Rudolf Koch und Bukes Ortsheimatpfleger Udo Waldhoff wieder für einen Jahreskalender für das kommende Jahr 2020 zusammengestellt.

Der Altenbekener Jahreskalender zeigt Federstrichzeichnungen aus vergangener Zeit von  Persönlichkeiten wie Adalbert Schmitz, Edmund Schmolke und Stefan Moock. Der Altenbekener Kalender, der nun schon seit 15 Jahren präsentiert wird, zeigt als Titelblatt die Alte Kirche, die in diesem Jahr ihr 350jähriges Jubiläum feiern konnte. Es klappert die Ölmühle am Viadukt, die Spar-und Darlehnskasse um 1924, die ev. Kirche, sowie alte Bauernhäuser und Fachwerkbauten sind u. a. zu bewundern. Ein Ortsbild von Buke aus jüngerer Zeit mit einer historischen Ansichtskarte aus den 60er Jahren zieren das Deckblatt des Buker Heimatkalender. Weitere Aufnahmen des Kalenders spiegeln u.a.  das Dorf- und Vereinsleben  in früherer und neuerer Zeit wieder.Entsprechend der Jahreszeiten können Betrachter alte Aufnahmen der Karnevalsfeiern, der Kinderkommunion, des Schützenfestes, der Husaren Aktivitäten, des EGV´s und des Erntedanks finden.  Die Aufnahmen hat Ortsheimatpfleger Udo Waldhoff aus dem reichhaltigen Archiv von Ortschronist Hans Norbert Keuter und Buker Familien aufgenommen, um der Buker Bevölkerung deutlich zu machen, wie sich das Leben im Dorf und die bauliche Entwicklung in den letzten fast hundert Jahren verändert haben.Die historischen Jahreskalender sind bei den Heimatpflegern, in der Tankstelle AVIA Schwaney, bei Goeken backen im Combi Markt Buke, im Raiffeisen-Markt in Buke und in der Buchhandlung Kuhfuß In Altenbeken für  13,50 Euro zu erwerben.

Der Reinerlös ist wie immer für heimatliche Projekte und Pflegemaßnahmen bestimmt.

 

Das Bild zeigt: v.l. Udo Waldhoff u. Rudolf Koch vor dem Husaren - Denkmal in Buke.

Foto: Norbert Keuter

Dienstag, 01 Oktober 2019 17:26

Oktober-Gedicht

In dem Buch "Im Wandel des Jahres" , das von dem Ortsheimatpfleger und Ehrenbürger Schwaney Heinz Küting im Jahre 1980 herausgegeben wurde, findet man viele Gedichte.Hier eine kleine Kostprobe!

Seite 3 von 29