Rudolf Koch

Rudolf Koch

Dienstag, 29 Mai 2018 00:00

Fronleichnam

Fest der höchsten Lieben,

wo der Herr im Sakrament

verlässt des Tabernakels Zelle,

Lob und Dank ihm ohne End.

Er durchwandert unsere Straßen,

die geschmückt mit Birkengrün,

Fähnlein flattern in dem Winde,

viele tausend Blumen blüh’n.

In geweihten Priesterhänden

funkelt golden die Monstranz,

in der Brotsgestalt verhüllet

ist der ewigen Gottheit Glanz.

Hell ertönt das Silberglöckchen,

feierlich der Glocken Klang,

Böllerschüsse dröhnen mächtig,

fromm ertönet Lobgesang.

Weihrauch erfüllt die Lüfte,

Frieden atmet die Natur,

Gott im Sakramente segnet

Menschen, Tiere, Feld und Flur.

Therese Beine, Schwaney 1958

Samstag, 26 Mai 2018 00:00

Die Altenbekenner Verbindungskurve

Vor 60 Jahren wurde sie dem Verkehr übergeben und die Einweihung fand am 30. Mai 1958 statt.

Wegen Überlastung der Nord – Südstrecken u.a. zwischen Hannover – Eichenberg kam es zu erheblichen Engpässen im Zugverkehr. Es wurde deshalb eine Entlastung für die Strecke gesucht und man entschied sich, die Züge vermehrt in Richtung Kassel über Altenbeken zu leiten. Sehr umständlich erwies sich jedoch, dass die Züge im Bahnhof Altenbeken die Fahrtrichtung ändern mussten (Kopfmachen). Dieser umständliche Betriebsablauf veranlasste die DB eine eingleisige Verbindungskurve zwischen der Strecke Altenbeken – Kassel und dem Westportal des Rehbergtunnels hinter den Häusern am Hang des Sagetals zu bauen.

Im Jahr 1956 begann die DB dann mit den Vorbereitungen dieser Altenbekener Verbindungskurve (Gleis 200) und es wurden umfangreiche Bodenuntersuchungen vorgenommen. Auch mit den Eigentümern der Häuser musste verhandelt werden, denn verschiedene Dächer hatten noch Hohlziegel und mussten deshalb wegen Feuergefahr neu eingedeckt werden, denn die Züge wurden zu dieser Zeit noch überwiegend mit Dampflokomotiven befördert. Nachdem dann die Arbeiten ausgeschrieben waren, begann man am 18. Juni 1957 mit den Ausschachtungsarbeiten. Rund 115.000 cbm Fels und Bodenmassen mussten mit LKW, später auch mit Hilfe von Bauzügen u. a. nach Langeland, Buke und Kreiensen abgefahren werden. Der Aushub wurde u.a. zur Verstärkung von Bahndämmen und Aufschüttung ausgefahrener Forstwege verwendet. Sogar für die Trockenlegung und Höherlegung des Altenbekener Sportplatzes wurde das Steinmaterial verwandt. Es wurde mehr festerer Felsen vorgefunden, als man erwartet hatte. Doch trotz der schwierigen Bodenverhältnissen konnte die 1.147 Meter lange „Kurve 200“ oder „Abzweig 200“ genannte Gleisverbindung fristgerecht am 30. Mai 1958 – also vor 60 Jahren – dem Verkehr übergeben werden. Hierzu kam extra der Präsident der Bundesbahndirektion Hannover mit einen Sondertriebwagen angereist.

Für die Anbindung an die Streckengleise in Richtung Kassel und Hannover mussten die beiden Stellwerke Altenbeken Tunnel (At) und Altenbeken Süd (As) eingerichtet werden.

Zu erwähnen sei noch, dass in der Altenbekener Kurve nach der Inbetriebnahme verstärkt Lokpersonalwechsel stattfand. Hierzu hatte man extra mehrere kleine Unterkunftshütten aufgestellt, die mit Heizung und Telefonanschluss ausgerüstet waren. Vom nahen Bahnbetriebswerk war eine fußläufige Verbindung entlang der Gleise geschaffen worden.

Mittwoch, 16 Mai 2018 00:00

Pfingsten

Die Ortsheimatpflegerinnen und –pfleger vor der St. Michaelskirche in Kirchborchen, Bürgermeister Reiner Allerdissen (links), stellvertretender Landrat Vincenz Heggen (erste Reihe, 4. von rechts) und Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic (erste Reihe, 5. von rechts) (Foto: Romana Papenkordt, Kreis Paderborn)

In zwei kleinen Nebentälern der unteren Alme und nur durch einen Bergrücken getrennt, liegen die Dörfer Nordborchen und Kirchborchen. In Kirchborchen trafen sich jüngst auf Einladung von Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic rund 40 Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger und Ortschronistinnen und -chronisten. Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst tauschen sie sich aus und stellen sich gegenseitig ihre Heimatorte vor.
Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen und der stellvertretende Landrat Vinzenz Heggen betonten bei der Eröffnung, dass es wichtig sei, sich kontinuierlich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Nur so sei es möglich, einen klaren Blick auf die Zukunft zu bekommen. Sie bedankten sich bei allen Heimatpflegern und allen Ortschronisten für ihre Arbeit. Ortsheimatpfleger Konrad Lüke stellte den Anwesenden die Geschichte des Ortes vor. Kirchborchen habe seinen Namen der Kirche in seinem Zentrum zu verdanken. Für die umliegenden Orte wie Nordborchen, Alfen und den Gutsbezirk Hamborn war der Ortstteil einst kirchlicher Mittelpunkt und somit wurde der Name „Kirchborchen“ schon früh im Zusammenhang mit dem Dorf gebraucht. Davor trug der Ortsteil den Namen Südborchen - seiner südlichen Lage nach.Lüke führte die Gruppe zunächst durch die örtliche Kirche. 1015 ließ Bischof Meinwerk dort bereits eine Holzkirche errichten, die er dem Abdinghofkloster übergab. 1043 ließ Abt Wolfgang diese durch ein steinernes Gotteshaus ersetzen, das Bischof Rotho noch im selben Jahr dem heiligen St. Gallus weihte. Um 1200 entstand schließlich daraus die heutige romanische Kirche, die dem heiligen Michael geweiht wurde und seither den Namen St. Michael trägt. Willi Schmitz zeigte den Anwesenden anschließend das örtliche Heimatmuseum. Die Teilnehmer erlebten dort eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit mit vielen interessanten Museumsstücken. Diese zeigen unter anderem das Leben in den Haushalten in Kirchborchen um 1900. Die Heimatpfleger bestaunten außerdem alte Bilder des Dorfes, eine alte Schmiede, eine Schusterwerkstatt und eine ehemalige Schmiede.
Bei der anschließenden Tagung erfuhren die Ortsheimatpfleger und Ortschronisten Neues aus dem Bereich der allgemeinen Heimatpflege. Michael Pavlicic berichtete über derzeit aktuelle Themen, u.a. auch über die neue EU-Datenschutzverordnung.
Diese alljährlichen Tagungen dienen dazu, Wissen auszutauschen und Probleme und Anregungen zu besprechen.

Sonntag, 06 Mai 2018 00:00

Schützenfest Schwaney

Vor 70 Jahren gründeten sangesfreudige Altenbekener den Kirchenchor der Heilig Kreuz Gemeinde. Dieses war natürlich Anlass diesen runden Geburtstag gebührend zu feiern.

So schallten den zahlreichen Besuchern bereits festliche Orgelklänge entgegen, denn der leitende Kirchenmusiker des Pastoralen Raumes Egge-Vorland , Reinhold Ix aus Bad Lippspringe, oblag es, den Orgelpart zu übernehmen. Der trefflich vorbereitete Chor unter der Leitung von Meinolf Ludwig hatte die vierstimmige Festmesse von Mensink ausgewählt und zeigte sängerische Kompetenz. Festlichen Glanz erhielt der Gesang durch die Mitwirkung eines homogen agierenden Bläserquartetts des heimischen Blasorchesters. Pfarrer Georg Kersting hatte die Leitung der Messfeier übernommen und wies in seiner Predigt auf die Bedeutung des Gesanges in der Eucharistiefeier hin.

Zum anschließenden Empfang im Pfarrheim konnte vie Vorsitzende Ursula Knipping zahlreiche Ehrengäste begrüßen.

Foto: Alfons Struck

Dienstag, 01 Mai 2018 00:00

Der Mai ist gekommen...........

Hermann Aufenanger wurde am 7. Januar 1901 in Willegassen geboren. wo sein Vater als Lehrer tätig war. Er studierte später Theologie und wurde am 8. August 1926 in Paderborn zum Priester geweiht. Zuerst war er Vikar in Esbeck bei Lippstadt und von 1930 bis 1936 in Altenbeken, wo er sich besonders für die Jugendarbeit einsetzte. Nach weiteren Vikarstellen wurde er dann 1951 Pfarrer in Erkeln bei Brakel, doch 1953 musste er wegen Krankheit diese Stelle aufgeben und wurde Einsiedler.

Viele Altenbekener kennen ihn noch, als er als Einsiedlerpfarrer in einer Klause wohnte. Ferner leben in Altenbeken noch mehrere Verwandte auch mit den Namen Aufenanger und Bekannte, deshalb soll er auf dieser Heimatseite veröffentlicht werden. Eine ausführliche Dokumentation über Bruder Hermann, wie er genannt wurde - ist in der Osterausgabe 2018 der Heimatzeitschrift die warte von Hermann Josef Sander aus Beverungen zu lesen.

Am 2. September 1946 kam ein Transport Heimatvertriebener , ca. 70 Personen, zumeist aus Riegersdorf (Schlesien) in Altenbeken an. Mit den wenigen Habseligkeiten wurden sie in dem teilweise zerbombten Saal des Hotels Hoeschen geleitet. Hier fand die Registrierung der Ankommenden und die Verteilung auf die noch vorhandenen unterbelegten Wohnhäuser statt. Es war natürlich, dass die Ankömmlinge von den jeweiligen Haus - oder   Wohnungsinhabern nicht immer mit Freuden empfangen wurden. Wohltuend war, dass im Saal Hoeschen durch das Rote Kreuz und der Caritas eine kräftige Haferflockensuppe ausgegeben wurde. Dieses, so schrieb der Chronist, wird uns stets in Erinnerung bleiben.

Über die Einzelschicksale zu berichten, würde den Rahmen dieser Aufzeichnungen sprengen, doch im Laufe der Jahre wurde ihnen Altenbeken zur neuen Heimat, obschon viele ihre Hoffnung auf Rückkehr mit in`s Grab nahmen. Nach Kommunalwahlen im Jahre 1948 hatten nun auch Ostvertriebene Sitz und Stimme in den Gemeinde - und Stadträten. In Paderborn wurde der frühere Breslauer Gustav Zogol Stadtrat und kurz darauf entstand in Paderborn der Verein: "Interessenvereinsgemeinschaft der Ostvertriebenen".

Auch in den Gemeinden des Kreisgebietes kam es zur Gründung von Ortsverbänden.

In Altenbeken wurde im Mai 1948 auf Veranlassung des Kreisvorsitzenden der Interessengemeinschaft der Ostvertriebenen (IdO) Herrn Fabianek und seinem Kreisgeschäftsführers Herrn Scarabis in der Gaststätte Westfälischer Hof der Ortsverband Altenbeken gegründet. Als erster Vorsitzender wurde Herr Rektor Georg Kürschner (Bild) gewählt. Schriftführer wurde Herr Lehrer Wygasch und Kassierer Herr Mescheder.

Von den im Beruf stehenden Mitgliedern erwartete man einen Monatsbeitrag von 50 Pfennig, Rentner und Witwen errichteten 30 Pfennig. Zum Aufbau und Erhaltung einer arbeitsfähigen Kreisgeschäftsstelle sollten die Ortsverbände 70% ihrer Einnahmen an den Kreis abführen.

Diese Interessengemeinschaft der Ostvertriebenen bemühte sich bei den Behörden durch Rücksprache und schriftliche Eingaben bestehende Schwierigkeiten , besonders in Angelegenheiten des Wohnraumes so gut es ging zu helfen. Dabei war Frau Wygasch als Schreibmaschinenkraft behilflich und wertvoll. Sehr oft saß der Vorstand mit ihr in der Zweizimmerwohnung in der ersten Etage des Alten Schulgebäudes bis in die späten Nachtstunden zusammen, um die Eingaben der Bittsteller abgabereif zu fertigen. Die Arbeit im Ortsverband, welcher inzwischen in "Bund der Vertriebenen eV" umbenannt wurde, ging weiter. Viele gut besuchte Veranstaltungen, Busfahrten, usw. wurden getätigt aber das Hauptaugenmerk richtete sich selbstverständlich auf die Pflege ostdeutschen Kulturgutes. Auch hierin sei dem Herrn Kürschner ein Denkmal gesetzt, denn als Leiter der Katholischen Volksschule in Altenbeken brachte er seinen Schülern die Bedeutung des Ostens im Unterricht bei.

Nun wurde diese Interessengemeinschaft, die nur noch aus sechs Mitgliedern bestand, nach langen Jahrzehnten am 29. November 2012 aufgelöst. Letzter Vorsitzender (siehe Bild rechts) war seit 2003 Joseph Lammers.

Am 2. September 1946 kam ein Transport Heimatvertriebener , ca. 70 Personen, zumeist aus Riegersdorf (Schlesien) in Altenbeken an. Mit den wenigen Habseligkeiten wurden sie in dem teilweise zerbombten Saal des Hotels Hoeschen geleitet. Hier fand die Registrierung der Ankommenden und die Verteilung auf die noch vorhandenen unterbelegten Wohnhäuser statt. Es war natürlich, dass die Ankömmlinge von den jeweiligen Haus - oder   Wohnungsinhabern nicht immer mit Freuden empfangen wurden. Wohltuend war, dass im Saal Hoeschen durch das Rote Kreuz und der Caritas eine kräftige Haferflockensuppe ausgegeben wurde. Dieses, so schrieb der Chronist, wird uns stets in Erinnerung bleiben.

Über die Einzelschicksale zu berichten, würde den Rahmen dieser Aufzeichnungen sprengen, doch im Laufe der Jahre wurde ihnen Altenbeken zur neuen Heimat, obschon viele ihre Hoffnung auf Rückkehr mit in`s Grab nahmen. Nach Kommunalwahlen im Jahre 1948 hatten nun auch Ostvertriebene Sitz und Stimme in den Gemeinde - und Stadträten. In Paderborn wurde der frühere Breslauer Gustav Zogol Stadtrat und kurz darauf entstand in Paderborn der Verein: "Interessenvereinsgemeinschaft der Ostvertriebenen".

Auch in den Gemeinden des Kreisgebietes kam es zur Gründung von Ortsverbänden.

In Altenbeken wurde im Mai 1948 auf Veranlassung des Kreisvorsitzenden der Interessengemeinschaft der Ostvertriebenen (IdO) Herrn Fabianek und seinem Kreisgeschäftsführers Herrn Scarabis in der Gaststätte Westfälischer Hof der Ortsverband Altenbeken gegründet. Als erster Vorsitzender wurde Herr Rektor Georg Kürschner (Bild) gewählt. Schriftführer wurde Herr Lehrer Wygasch und Kassierer Herr Mescheder.

Von den im Beruf stehenden Mitgliedern erwartete man einen Monatsbeitrag von 50 Pfennig, Rentner und Witwen errichteten 30 Pfennig. Zum Aufbau und Erhaltung einer arbeitsfähigen Kreisgeschäftsstelle sollten die Ortsverbände 70% ihrer Einnahmen an den Kreis abführen.

Diese Interessengemeinschaft der Ostvertriebenen bemühte sich bei den Behörden durch Rücksprache und schriftliche Eingaben bestehende Schwierigkeiten , besonders in Angelegenheiten des Wohnraumes so gut es ging zu helfen. Dabei war Frau Wygasch als Schreibmaschinenkraft behilflich und wertvoll. Sehr oft saß der Vorstand mit ihr in der Zweizimmerwohnung in der ersten Etage des Alten Schulgebäudes bis in die späten Nachtstunden zusammen, um die Eingaben der Bittsteller abgabereif zu fertigen. Die Arbeit im Ortsverband, welcher inzwischen in "Bund der Vertriebenen eV" umbenannt wurde, ging weiter. Viele gut besuchte Veranstaltungen, Busfahrten, usw. wurden getätigt aber das Hauptaugenmerk richtete sich selbstverständlich auf die Pflege ostdeutschen Kulturgutes. Auch hierin sei dem Herrn Kürschner ein Denkmal gesetzt, denn als Leiter der Katholischen Volksschule in Altenbeken brachte er seinen Schülern die Bedeutung des Ostens im Unterricht bei.

Nun wurde diese Interessengemeinschaft, die nur noch aus sechs Mitgliedern bestand, nach langen Jahrzehnten am 29. November 2012 aufgelöst. Letzter Vorsitzender (siehe Bild rechts) war seit 2003 Joseph Lammers.