Rudolf Koch

Rudolf Koch

Sonntag, 29 März 2015 00:00

Altenbeken und Viadukt im Bombenhagel

Die 2. Auflage des Buches:

"Altenbeken und der Viadukt im Bombenhagel"

von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch

ist erschienen.

Vor 70 Jahren war für Altenbeken ein Schicksalstag.

Spezialbomen zerstörten den Viadukt. Viele Opfer waren zu beklagen.

Zeitzeugen erinnern sich an die schreckliche Zeit.

Der damalige Chronist Dr. Schulze, der Bahnhofsvorsteher Collmann, der Chef des Bahnbetriebswerkes Niggemeier kommen zu Wort.

Der Überfall auf das Forsthaus Klusweide vor 70 Jahren, dokumentiert vom Buker Ortschronisten Norbert Keuter und auch die Einnahme Altenbekens durch die Amerikaner wird hier ausführlich behandelt.

                        Das historische Buch ist bei der örtlichen Buchhandlung Kuhfuß und beim Ortsheimatpfleger zu erwerben.

Es ist nun 25 Jahre her, dass die Lilienhahn - Quelle neben der Schützenhalle im Driburger Grund von den Schützen der Bollerborn - Kompanie eingefasst wurde. Ein Findling mit Hinweisschild, das von Schützenbruder Eduard Klahold gestiftet wurde, erinnert an die Quelle, die im Eggewald entspringt. Das Bild zeigt die Einweihungsfeier mit dem damaligen Hauptmann Alfred Hüsken +(3.v.r.) mit seinen Vorstandskollegen. Rechts im Bild der Stifter Eduard Klahold. Das Egge - Wasser wird von vielen "Wasserholern" sehr geschätzt und es herrscht hier immer reger Betrieb!

Der Viadukt und etwa die Hälfte der Häuser in Altenbeken war zerstört oder beschädigt – vor allem im Unterdorf!

116 Häuser mit 120 Wohnungen zu 15%

20 Häuser mit 28 Wohnungen zu 16 – 40%

12 Häuser mit 23 Wohnungen zu 41 – 60%

38 Häuser mit 51 Wohnungen über 60%

Insgesamt waren 191 von 420 Häusern betroffen und 222 von 649 Wohnungen!

 Durch Altenbeken nimmt die Völkerwanderung nun zu. Züge von Paderborn endeten vorübergehend an einem provisorischen Bahnsteig vor dem Viadukt. Auf dem Bild erkennt man eine Treppe, die den Reisenden den Aufstieg erleichtern sollte. Diese Völkerwanderung durch Altenbeken vom Bahnhof kommend und die 120 Stufen den steilen Berg hinauf, ist noch vielen Reisenden in Erinnerung geblieben. Kinder des Dorfes ( auch der Schreiber dieser Zeilen) stellten für das Gepäck und die Koffer Handwagen zur Verfügung. Später wurden sie von den Bauern vertrieben, damit sie von den Reisenden Geld oder Wertsachen kassieren konnten. Das Geld - die Reichsmark - war zu dieser Zeit nichts wert. Es wurde deshalb auch gerne mit Rauchwaren oder Wertsachen „bezahlt“.

Ein Zeitzeuge der damaligen Zeit war auch der Werkmeister beim Bahnbetriebswerk Altenbeken, Anton Niggemeier, der spätere Ortsheimatpfleger in Altenbeken.

Er hat die Angriffe miterlebt und niedergeschrieben:

Wörtliche Wiedergabe:

Ein schwarzer Tag in der Geschichte Altenbekens.“


All zu leicht werden im wechselnden Geschehen unserer Tage die Drangsale und Nöte jener Zeit vergessen, als in den letzten Kriegsmonaten der Bombenkrieg über unsere engere Heimat hinweg raste. Manche Schreckenstage sind jedoch unauslöschlich in das Gedächtnis unserer Generation eingetragen.

Ein solcher Tag war für Altenbeken der 22. Februar 1945, an dem zwei schwere Angriffe auf den Viadukt und Bahnhof die Bewohner des Eggedorfes in Angst und Schrecken versetzten und Tote, Verletzte, Schutt und Trümmer hinterließen. Der am 26. November 1944 beschädigte Viadukt war wegen seiner großen Bedeutung für den Verkehr unter riesigen Einsatz von Menschen und Material wieder hergestellt und am 10. Februar 1945 in Betrieb genommen. Die Bewohner des Dorfes ahnten und fürchteten , dass die Brücke nicht länger als 14 Tage ihren Zweck erfüllen würde. Schon am Morgen verließen alle, bis auf einige Unentwegte, die Wohnungen, um sich in stark überdeckte Bahnunterführungen und hergerichteten Wasserdurchlässen, im Tunnel oder in den Wäldern in Sicherheit zu bringen. Die Bauern des Unterdorfes hatten ihre bespannten Wagen, auf der Deele stehen, beluden sie mit dem, was ihnen lieb und teuer war, um bei Alarm in rasender Fahrt in Richtung der Wäl-der aus der Gefahrenzone zu entfliehen. Nach-dem am fraglichen Morgen seit acht Uhr Alarm und Entwarnung in ununterbrochener Folge gewechselt hatten, näherte sich nach einem weiteren Vollalarm um 13:15 Uhr Flugzeuggeräusch von Südosten her. Wer noch im Orte war, flüchtete erschreckt in Keller und Schutzräume. Furchtbar war das Krachen und die Erschütterung , welches um 13:30 Uhr die explodierenden schweren Bomben verursach-ten. Dreimal flogen die Fliegerschwärme Dorf und Bahnhof an, dreimal schien die Erde zu bersten. Als das Flugzeuggeräusch leiser wurde, lag über dem Westteil des Bahnhofs und der benachbarten Ortwallstraße eine dichte Staub – und Rauchwolke.

Bald ließ sich der Schaden erkennen:

An der Ortwallstraße hatte der Bombenhagel eine breite Lücke in die Häuserreihen beiderseits der Straße gerissen. Zehn Häuser waren vollständig zerstört. Zahlreiche weitere stark beschädigt, die Straße durch riesige Bombentrichter unterbrochen. Während 24 Menschen im Keller des Schwesternhauses auf fast wunderbarer Weise gerettet werden konnten, verloren unter den Trümmern der Post – Wohngebäude acht Menschen ihr Leben. In der Oberen Sagestraße, in unmittelbarer Nähe der mit hunderten schutzsuchenden Menschen besetzten Bahnunterführung zerschlugen die Bomben zwei Gebäude, worin ein junges Mädchen einen frühen, schrecklichen Tod fand. Das Bahnhofsgelände war im südlichen und westlichen Teil mit Bombentrichtern übersät. Der Westteil bildete ein wüstes Knäuel von zerstörten, brennenden Wagen, zerrissenen Lokomotiven, verbogenen Schienen und Weichen. Mehrere brennende Benzinkesselwagen schickten eine haushohe Lohe und dunkele Rauchwolken in die klare Winterluft. Trümmer von drei Lokomotiven und zwei Dutzend Wagen mussten in tagelanger Räumarbeit beseitigt werden. Aber noch war der Schrecken nicht am Ende. Nach kurzer Entwarnung flogen überraschend gegen 16:11 Uhr schwere Bomber bei klaren Himmel den Viadukt noch einmal vom Süden an. Von den gut gezielten elf schwersten Bomben traf eine das östliche Wiederlager, riss die Brückenbogen ein und zerstörte das Fundament bis in zehn Meter Tiefe. Eine weitere drückte die meterstarken Mauern der altehr-würdigen Wallfahrtskapelle wie ein Kartenhaus ein und warf eine mehrhundertjährige Linde auf den Trümmerhaufen. Eine andere zerschlug einen tiefen Luftschutzstollen am Berghange und begrub darin eine unbekannte Anzahl von Menschen. Trotz anstrengender Rettungsarbeiten unter Einsatz von Bergleuten konnte erst nach acht Tagen ein Lebender geborgen werden. 18 Tote wurden auf dem Alten Friedhof beigesetzt. Das Bekebett war durch die Bomben zerstört und in Teich und Sümpfe verwandelt. Als dann in der Abenddämmerung ein feindlicher Aufklärer in geringer Höhe das Tal überflog, konnte er mit dem Ergebnis des Tages zufrieden sein. Vernichtung von Millionen an Werten und Gütern, frischen Gräber in langen Reihen“.


Mittwoch, 04 März 2015 00:00

Lang, lang ist's her

Historische Anmerkungen über den so genannten Todesstollen.

Es wurde zum 70. Jahrestag ein Erinnerungsstein aufgestellt.

 Als der erste Angriff auf den Viadukt im November 1944 erfolgt war und viele Arbeiter mit dem Wiederaufbau eingesetzt wurden, baute man in den Mühlenberg (heute Stapelsberg) einen u-förmigen Luftschutzstollen. Er wurde gebaut von Bergleuten der Zeche "Hibernia" aus Hamm unter Mithilfe von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Dieser hatte am 22. Februar 1945 einen Volltreffer erhalten und wie man später feststellte, hatte der Detonationspunkt der Tallboy Bombe mit seinem enormen Gewicht kurz über dem Stollenfirst gelegen und in unglücklicher Weise beide Eingänge verschüttet. Die Zahl der Eingeschlossenen gab in der Folgezeit zu vielen Vermutungen Anlass. Man war in Altenbeken der Ansicht, dass doch noch Menschen im Luftschutzstollen wären.Siehe auch Bericht über die Bombardierung in Ordner "Historie". Sogar überörtlich wurde diese Frage immer wieder diskutiert. Dazu gehörten der Volksbund der Kriegsgräberfürsorge, die örtlichen Tageszeitungen oder auch Angehörige von Menschen die im Raum Altenbeken als vermisst gemeldet waren. Diese wollten natürlich Gewissheit haben und schrieben immer wieder Briefe an die Verwaltungsbehörden. Sogar die holländische Regierung wandte sich in dieser Angelegenheit an die Bezirksregierung in Detmold. Auch die Paderborner Kreisverwaltung und der Kreistag musste sich damit befassen. Die Diskussion nahm immer weiter seinen Lauf. Hinzu kam, dass Einwohner des so genannten Unterdorfes herrenlose Koffer nach dem Angriff fanden, die nie abgeholt wurden. Man muss bedenken, dass viele Reisende der Eisenbahn wegen der Bombardierung des Bahnhofs um 13,30 Uhr in Altenbeken weilten und zu Fuß in Richtung Westen gingen. Die Altenbekener waren ratlos und man sprach nur noch von dem "Todesstollen"!! In vielen Tageszeitungen erschienen Berichte , die von 80 bis 100 Unbekannten erzählten, die noch hier ruhen sollten. Das "Große Grab der Unbekannten" oder "Wartesaal der Ewigkeit" nannten die Zeitungen den Altenbekener Luftschutzstollen am Viadukt.Auch ein Gedenkkreuz wurde an dieser Stelle errichtet, das von dem pensionierten Pfarrer Hermann Drewes gestiftet wurde. Der Altenbekener, der im Unterdorf geboren wurde und hier seinen Ruhestand verbrachte, wollte hiermit an die Kriegstoten erinnern.

Endlich bewilligte die Landesregierung in Düsseldorf den Betrag von 25.000 DM und am 19. August 1957 erteilte dann die Kreisverwaltung schließlich den Auftrag zur Freilegung des Stollens. Die Arbeiten, die von einer Spezialfirma durchgeführt wurden gestalteten sich sehr schwierig. Die durch die Bomben aufgelockerten und nachrutschenden Felsmassen bereiteten der Freilegungsfirma immer wieder Probleme. Als der Stollenmund gefunden wurde, ist dann im Tagebau weitergearbeitet worden. Hierfür wurden weitere 60.000 DM zur Verfügung gestellt. Auch die Altenbekener Schüler Gerhard Kurze und Siegmar Sczepan waren in den Ferien mit im Einsatz. (siehe Bilder aus dem Jahr 1957) Am 20. Dezember 1957 , bevor die letzten drei Meter Querstollen geöffnet waren, wurden wegen Arbeitssicherheit durch das Gewerbeaufsichtsamt verfügt, dass die Arbeiten im Januar 1958 fortgeführt werden. Nun kam es zu weiteren Diskussionen und mehreren Besprechungen von Behördenvertretern und einem Sachverständigen. Letzterer schloss jedoch auf Grund von Aussagen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Todesstollen verbliebene Toten aus. Sollte dieses doch der Fall sein, so wurde ausgeführt, dass menschliche Körper durch mechanische Einwirkung, Luft und aggressive Wässer inzwischen weitgehend verwest seien, so dass eine Identifizierung ohnehin nicht mehr möglich sei. Zur Fortführung der Arbeiten schlug man ein Spezialvortriebsverfahren vor, das mit erhöhten Kosten verbunden ist. Sachverständige rieten von einer Fortführung der Arbeiten ab und schlugen vor, den Baggereinschnitt dicht zu verfüllen. Am 15. April 1958 stand dann fest, dass die Arbeiten endgültig eingestellt worden waren und der Einschnitt am Mühlenberg - dem heutigen Stapelsberg - sollte mit einer Planierraupe eingeschoben werden. So geschah es dann auch - aber viele Altenbekener sahen dieses mit Skepsis, dass die Freilegungs - Arbeiten nicht abgeschlossen wurden. Der Name "Todesstollen war bei der Bevölkerung und darüber hinaus weiterhin in aller Munde. Das Kreuz, dass von dem Pfarrer i.R. Hermann Drewes hier aufgestellt worden war und bei den Baggerarbeiten entfernt werden musste, wurde nicht wieder aufgestellt. Auch dieses führte zu Diskussionen, besonders im Unterdorf von Altenbeken.

Im Jahre 1985 genau 40 Jahre später kam es wieder zu Diskussionen um den so genannten Todesstollen. Die jungen Holländer, die man im Krieg beim Viadukt zwangsverpflichtet hatte, besuchten nun als längst erwachsenen Männer Altenbeken. Sie berichteten, dass sie sechs Tage in der Woche am zerstörten Viadukt hätten arbeiten müssen und "wo viele Holländer gestorben sein sollen". Auch sie vermuteten noch Tote und deshalb wurde in den Medien ausgiebig über diesen Besuch, der von dem Holländer Herrn Joop Ruitenbeck organisiert worden war, berichtet. Eines aber ist wohl anzumerken, dass keine große Anzahl (80-100) Menschen hier begraben liegen. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass doch noch einzelne Personen sich in den nicht erforschten Stollenabschnitt aufgehalten haben und hier von den Felsmassen verschüttet worden sind.

Besonders der Landwirt und Müller Johannes Claes sen.+ , in dessen Wiese, nämlich in den Mühlenberg, die Stolleneingänge hineingetrieben wurden, wollte immer schon einen Gedenkstein oder ein Kreuz hier errichten. Nun nach 70 Jahren - am 22. Februar 2015 - dem Tag des Infernos - hat sein Sohn Johannes diesen Wunsch erfüllt. Zusammen mit Ortsheimatpfleger Rudolf Koch, der für die Beschriftung sorgte, wurde er nun auf seinem Grundstück oberhalb eines Stolleneingangs, hier für alle Bürger/Innen und Besucher sichtbar aufgestellt. Die Platte fertigte die heimische Schilderfirma Rene Engels.

Am 22. Februar 1945 – vor 70 Jahren - heulten die Luftschutzsirenen in Altenbeken mehrmals. Gegen 13,30 Uhr wurde ein Angriff auf den Bahnhof geflogen. 12 angreifende B – 26 Marauder Flugzeuge bombardierten den Westteil der Bahnhofsgebäudes. Weitere Zerstörungen wiesen auch die Gleisanlagen auf – schwere Dampflokomotiven waren von den Gleisen gerissen und ein Stellwerk war zusammengefallen. Auch in der Ortwaldstraße, Bahnhofstraße, Sagestraße, am Schwarzen Weg und Bokelweg waren mehrere Häuser eingestürzt oder schwer beschädigt. 10 Tote lagen unter den Trümmern und 100 Personen wurden verwundet. Als die Sirene um 15,09 Uhr Vorentwarnung gab, atmete man auf. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Um 15,36 Uhr gab es schon wieder Fliegeralarm. Die Altenbekener flüchteten wieder in die Keller und Eisenbahnunterführungen. Seit dem 10. Februar 1945 war auch der Viadukt, der bei den Angriffen am 26. und 29. November 1944 zerstört worden war, wieder notdürftig befahrbar. Doch kaum war der erste Zug wieder über das notdürftig geflickte Bauwerk gedampft, wuchs die Angst in der Bevölkerung vor einem erneuten Angriff. Die Alliierten hatten zu diesem Zeitpunkt längst einen erneuten Angriff geplant, der das Schicksal des Beke – Viaduktes nun endgültig besiegeln sollte – und so kamen sie dann auch.17 Lancaster – Bomber drehten am selben Tag ca. 16,00 Uhr von Westen her zum 2. Mal in das enge Beketal ein. Oberhalb der Bomber waren als Geleitschutz 59 Jagdflieger eingeteilt. Genau um 15,54 Uhr brach ein gewaltiges Inferno los, als die erste 5,443 Tonnen schwere Tallboy - Bombe auf das angeschlagene Bauwerk herabstürzte. In regelmäßigen Abständen folgten weitere und mit erdbebenähnlicher Wirkung wurde auch das gesamte Gelände ringsum zerwühlt. Völlig zerschlagen wurden mehrere Brückenbögen. Um 16,13 schlug die sechszehnte und letzte Riesenbombe am Viadukt ein. Nur eine Lancaster – Maschine konnte die Bombe nicht wie vorgesehen, über den Viadukt ausklinken und warf sie auf den östlichen Ausgang des Rehbergtunnels, den sie jedoch nicht traf. (Der Trichter ist heute noch zu sehen).

Die verheerende Wirkung dieser Spezialbomben verursachten aber nicht nur Sachschäden, sondern auch dieser Angriff forderte Menschenleben. Schon vor den früheren Angriffen hatte man damit begonnen, am Fuße der Brücke einen langen Luftschutzbunker in den Mühlenberg zu treiben. Dieser sollte vor allen den Arbeitern Schutz bieten, doch bei diesem Angriff wurde er zur tödlichen Falle. Die sich tief ins Erdreich bohrende Tallboy - Bombe mit ihrer gewaltigen Sprengkraft hielt der mit Eisenbahnschienen und Holz ausgebaute Grubenbau nicht stand. Der Stollenmund, der in einen 17 Meter hohen gewachsenen Fels getrieben war, wurde vollständig zertrümmert und mit meterhohen Geröllmassen überdeckt. Sofort ging man mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln daran den Eingang zum Stollen freizulegen. Mit Hacke und Schaufel kämpften viele Freiwillige mehrere Tage und Nächte lang verzweifelt gegen das immer wieder hereinbrechende Gestein. Erst 11 Tage später gelang es, einen der Hohlräume freizulegen, wo man 18 Tote bergen konnte, darunter sieben junge Flakhelfer und elf ukrainische Arbeiter. Ein schwerverletzter Bergmann aus Russland, der nach acht Tagen gefunden worden war, wurde sofort ins Krankenhaus überführt, wo er jedoch nach vier Tagen verstarb. Vorher berichtete er in allen Einzelheiten über das schlimme Schicksal der Eingeschlossenen, die bis zum Schluss auf ihre Rettung gehofft hatten, dann aber verhungert und verdurstet schließlich an Sauerstoffmangel gestorben waren. Er deute ferner an, dass noch mehr Menschen im Stollen verschüttet wären.

Die Opfer wurden auf dem Alten Friedhof beigesetzt, wo die ausländischen Arbeiter heute noch ruhen. Die Deutschen hat man nach Beendigung des Krieges in die Heimat überführt oder auf den Soldatenfriedhof in Böddecken umgebettet."Der Stollen am Stapelsweg trägt seit dieser Zeit den Namen "Todesstollen" und die Umgebung, wo diese Tragödie geschah, wird diesen Namen für alle Zeiten behalten, solange sich die Menschen an die grausamen Luftangriffe auf unser Heimatdorf erinnern", schreibt der frühere Ortsheimatpfleger Heinrich Neuhäuser + in sein Heimatbuch.

(siehe auch einen Bericht über den "Todesstollen" in Aktuelles !

Auch die Umgebung des Viaduktes bot ein Bild der Verwüstung – die Alte Kirche war nur noch eine Ruine. Die Bombentrichter hatte einen Durchmesser von 30 Meter und waren 10 Meter tief.In den Abendstunden meldete der britische Rundfunk:“ Bomber eines Spezialkommandos zerstörten heute die Eisenbahnbrücke in Altenbeken. Damit wurde eine der wichtigsten Nachschubstrecken zur deutschen Westfront lahmgelegt“!

Zwei über 100jährige gesunde Bäume wurden auf Beschluss des Rates in der Hüttenstraße gefällt. Laubfall und Schatten in unmittelbarer Nähe des Hauses wurde den Anliegern zuviel, so war das Argument. Nun hat der Bauhof der Gemeinde damit begonnen diese ortsbildprägenden Bäume zu beseitigen. Mit Hilfe einer Firma, die sich mit einem Teleskopkran und Greifsäge von der Krone bis zum Stamm Ast für Ast nach unten arbeitet. Sind alle Äste beseitigt, wird der astlose Baum abgesägt. Dieses ist auf den Bildern "geschossen".

Der Januar 2015 verabschiedet sich mit einer schönen Winterlandschaft. Was früher um diese Jahreszeit üblich war, ist in der heutigen Zeit eine Seltenheit geworden. Auch dieses ist einmal wert festgehalten zu werden.

Fotos: Winfried Marx

Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden und Ausdruck des Rassenwahns in der deutschen Geschichte. Am 27. Januar 2015 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 70. Mal. Der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. Der 27. Januar ist kein Feiertag im üblichen Sinn. Er ist ein "DenkTag": Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft. Konzentrationslager - für die braunen Machthaber dienten sie von Anfang an einem simplen Zweck: Hier wurden seit Anfang 1933 alle Andersdenkenden und Gegner des Regimes konzentriert: Kommunisten und Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas, oppositionelle Priester und Pastoren, politisch unliebsame Juden, Sinti, Roma und Homosexuelle. Seit 1941 dienten Konzentrationslager der unfassbaren Vernichtung von Millionen Menschen. Die beste Versicherung gegen Völkerhass, Totalitarismus, Faschismus und Nationalsozialismus ist und bleibt die lebendige Erinnerung an und die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte.

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