Rudolf Koch

Rudolf Koch

Dienstag, 19 Januar 2016 00:00

Der Försterfriedhof in Altenbeken.

Im Zuge der Neuordnung der Verwaltung des Königreiches Preußen wurde im Jahre 1830 die Oberförsterei vom Wilhelmsberg bei Neuhaus in die Domaine Durbeke nach Altenbeken verlegt. Erster Chef in Durbeke war von 1830 bis 1833 der Oberförster Schilling. Es folgten dann die Oberförster Erdmann (1833 – 1839), Brüggemann (1839 – 1845), Rintelen (1845 – 1865), Wellenberg (1865 – 1868), und Schliekmann (1868 – 1874).

Am 1. Juli 1874 kam dann der Königliche Oberförster Wilhelm Huber in das idyllisch gelegene Forsthaus Durbeke nach Altenbeken. Dieser hat sichtbare Spuren hinterlassen, denn er ließ auf dem „Kleinen König“, einen bewaldeten Hügel – westlicher Ausläufer des Stapelsberges – einen kleinen Privatfriedhof anlegen. Dieses zeigt, dass er evangelisch war und seine Angehörigen auf dem Friedhof in Altenbeken nicht beerdigen wollte oder konnte.

Er ließ dort nämlich zwei seiner Kinder beerdigen und man liest auf den Grabplatten:

  1. Hier ruht Wilhelm Huber

           geboren am 11. Oktober 1875

           gestorben am 27. Februar 1884.

  

  1. Hier ruht Friedrich Karl Huber

geboren am 7. Mai 1878

gestorben am 17. Mai 1878

 

Auch Angehörige des Oberförsters Dautz (1886 – 1893 wurden hier bestattet. Es sind aber keine Grabplatten vorhanden

Von 1893 bis 1905 wirkte dann der Forstamtsleiter Steuber in der Oberförsterei. Er hatte 1903 seine Frau auf dem „Försterfriedhof“ beigesetzt., sie aber nach seiner Versetzung 1905 exhumiert und nach seinen neuen Wirkungsort nach Cludow bei Landberg an der Warthe überführen lassen.

Die Friedhofbepflanzung besteht aus alten Eiben und einen immergrünen Efeu – Teppich und der Hügel selbst weist einen vielfältigen Baumbestand auf. Er war in früheren Jahren als Lehrwald der Förster angelegt worden.

Der kleine Friedhof wurde in all den Jahren immer instand gehalten und gepflegt, hier war besonders Förster Walter Thiele immer sehr aktiv. Nach seinem Tod drohte er zu verwahrlosen, aber auf Antrag des Ortsheimatpflegers beim Forstdirektor Franz Lödige wurde er gründlich renoviert.

Es wurden von Revierförster Marten und seinen Forstbetriebswirten auf Anweisung des Staatlichen Forstamtes die Denkmäler und Einfassungen durch einen Steinmetz restauriert und der Friedhof mit einen neuen Zaun eingefriedigt.

Der sogenannte Försterfriedhof in Altenbeken stellt ein Kulturdenkmal der damaligen Zeit dar und erinnert an das protestantisch/Preußische Beamtentum.

Nach dem Oberförster Steuber residierten dann im Forsthaus Durbeke von 1905 bis 1932 der Forstleiter Kamlah und von 1932 bis 1937 Oberförster Stubbe. Von 1937 bis 1956 waren dann die heute noch vielen Altenbekenern bekannten Forstmeister Havestedt und bis zur Auflösung im Jahre 1972 Forstmeister Wiemer als Chef’s der Forstverwaltung tätig.

Dieses idyllisch gelegene Fachwerk – Kleinod wurde von den Eheleuten Prof. Hans Walter Wichert und seiner Ehefrau Dr. Ursula Wichert/Pollmann erworben und ist somit als geschichtsträchtiges Haus der Eggegemeinde Altenbeken erhalten geblieben

 

 

Samstag, 09 Januar 2016 00:00

Altenbekener Sternsinger

Freitag, 18 Dezember 2015 00:00

Heimat

Mittwoch, 16 Dezember 2015 00:00

Das Paradies auf Erden ist Buke

Eine schöne Reklame macht das Bergdorf Buke.........weiter so !!

Diese Tradition ist bis heute erhalten geblieben.

Nach dem Krieg fand am 6. Dezember 1948 zum ersten Mal die weit über die Grenzen Altenbekens bekannte Nikolausfeier statt. Über die Organisation dieser Feier lesen wir im Protokollbuch folgende Eintragung: 

„Auf der Sitzung am 23. November 1948 im Unterrichtsraum des Bahnhofs wurde beschlossen: Die Beschaffung von drei Zentner Weizen für die Spekulatien wird Johann Freitag übertragen zum Preis von dreißig Mark der Zentner. Das Mehl und die Zutaten werden dem Bäckermeister Cramer geliefert. Die Musik für den Zug stellt die Reichsbahn Sozialwerk- Kapelle Altenbeken gratis. Den Eselwagen stellt Johannes Volkhausen und das Auto zum Transport der Tüten die Firma Josef Rudolphi. Als Festplatz wird der Marktplatz bestimmt und die Anlage der Beleuchtung übernimmt die Firma Kriegesmann. Für Sicherheit und Ordnung sorgt die Bahnpolizei und den Schimmel für St. Nikolaus stellt der Bauer Heinrich Schrader.

Die Anfahrt des Sonderzuges erfolgt von der „Kippe“ nach Gleis 6 Süd bei Eintritt der Dunkelheit. Aufstellung der Kinder am Bahnhofsvorplatz, dann Abmarsch des Zuges durch das Unterdorf zum Marktplatz. Dort ist dann die Feier und Bescherung.“

Über die erste Nikolausfeier selbst lesen wir dann u.a.:

„Am 6. Dezember um 16,45 Uhr startete die Feier. Die Kinder hatten sich mit brennenden Fackeln auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt und ganz Altenbeken war auf den Beinen. Groß war der Jubel als St. Nikolaus mit seinem hellerleuchteten Zug und der funkensprühenden und laut pfeifenden Dampflokomotive in den Bahnhof einfuhr. Die Musik spielte das Nikolauslied und die Kinder sangen alle mit......“

Der Gedanke, in Zeiten der Not und Entbehrungen den Kindern eine Freude zu machen, hat mit dieser Feier ihren Ursprung   bis heute erhalten. Das Amt des Nikolaus bekleideten in den ersten Jahren Josef Hüsken, ihm folgte Friedrich Marx ( diese waren auch im Anfang die Initiatoren der Nikolausfeier),ferner Willi Seboth und Walter Knabe. Besonders Ferdinand Küting, (er bekleidete dieses Amt 35 Jahre) ist den Altenbekener noch gut in Erinnerung. Ihm folgte dann Ferdinand Vahle und nun erfreut unsere Kinder als hl. Nikolaus Horst Lendeckel.

Auch in diesem Jahr kam St. Nikolaus in unsere Eggegemeinde. Wie in all den Jahren spielte als Nachfolgerin der Reichsbahn Sozialwerk Kapelle immer noch das heutige Bahnorchester Altenbeken. Der Nikolaus reitet zwar keinen Schimmel mehr – aber ca. 1000 Altenbekener und Gäste ob groß oder klein erwarteten den „heiligen Mann“ am Bahnhof - wie in den Anfangsjahren.

Heute wird der Nikolaus mit Fackeln zum Kirchplatz geleitet, wo dann die große Bescherung für die Kinder war. Ausrichter ist das Bahn Orchester unter der Regie des rührigen Vorsitzenden Ferdinand Heinekamp.

Den Verantwortlichen – und auch dem Nikolaus (Horst Lendeckel) - an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön im Namen der Kinder aus nah und fern.

Das Archivbild zeigt den Nikolaus, als er mit dem Schimmel noch vom Bahnhof zum Marktplatz ritt.                                        

 

Repro: Rudolf Koch

Mittwoch, 09 Dezember 2015 00:00

Idylle am Stapelsberg in Altenbeken

Der Stapelsberg - schön gelegen mit Blick auf den Altenbekener Viadukt - ist auch ein Vogelparadies. Selbstverständlich werden hier auch in den Wintermonaten die Vögel liebevoll gefüttert. Dieses lockt natürlich auch andere Tiere an und so staunte Heimatfreund Erich Aufenanger über den Besuch eines Eichhörnchens, das nun als Dauergast sich an den Köstlichkeiten in seinem Garten am Vogelhäuschen labt.

Foto: Erich Aufenanger.

Für die Bewachung der hiesigen Bahnanlagen in Altenbeken, besonders des Viaduktes und des Tunnels im 1. Weltkrieg, wurden 220 Soldaten vom Landwehr-Infanterieregiment aus Münster in Privathäusern einquartiert. Die Soldaten waren Tag und Nacht im Einsatz. Auch die Eisenbahnunterführungen wurden bewacht, wie hier am Hossengrund zu erkennen ist. Eine schöne Aufnahme zeigt die Soldaten mit einer großen Kinderschar vor der Eisenbahnbrücke. (siehe Bild)

Landrat Manfred Müller fordert staatliche Vollfinanzierung: „Flüchtlingskosten sind staatliche, nicht kommunale Kosten"

Die Unterbringung von immer mehr Flüchtlingen und ihre Integration bringen die Kommunen an die Grenzen der Belastbarkeit. Auf der Herbsttagung der Heimatpfleger und Ortschronisten in Büren-Hegensdorf betonte Landrat Manfred Müller, dass es in der aktuellen Situation erst einmal darum gehe, den Flüchtlingen Zuflucht zu gewähren. Bislang seien weit über 3000 Menschen in den Kreis Paderborn gekommen. „Wir dürfen jedoch nicht überfordert werden“, unterstrich der Landrat. Die Kommunen und Hilfsverbände und die vielen ehrenamtlichen Helfer bewiesen gerade eine Stärke, die vorbildlich sei.
Doch auch das gehe nicht ewig so weiter, auch der ganz normale Alltag wolle bewältigt werden. Die Frage der Bleibeperspektive müsse dringend geklärt werden. „Kriegsflüchtlinge oder politisch Verfolgte nehmen wir, nicht zuletzt auch aufgrund der christlich-humanitären Tradition unserer Heimat, auf“, so Müller. Asylsuchende aus sicheren Herkunftsländern müssten jedoch konsequent zurückgeführt werden. Sonst fehle angesichts der großen Zahl die Kraft für die wirklich Bedürftigen.
Zusätzlich zu den Unterbringungskosten kämen dann noch die enormen Kosten der Integration hinzu. Es sei beim Arbeitslosengeld II bereits in 2016 mit deutlichen Kostensteigerungen zu rechnen. Diese Kosten fielen bei den Kreisen an „Das alles übersteigt die Finanzkraft der Kreise, Städte und Gemeinden. Diese Defizite müssen voll ersetzt werden“, fordert Müller. Zu den immensen Anstrengungen dürfe nicht noch die finanzielle Sorge hinzukommen. "Flüchtlingskosten sind staatliche, nicht kommunale Kosten!" so Müller.
Rund 50 Heimatpfleger und Ortschronisten aus dem Kreis Paderborn waren zur Herbsttagung in die Kirche St. Vitus nach Hegensdorf gekommen. Müller dankte den Heimatpflegern und Ortschronisten für ihre „unverzichtbare Arbeit“. Viele junge Gesichter seien in ihren Reihen zu entdecken. Diese Mischung sei gut und wichtig. Und auch die zuziehenden Flüchtlinge mit Bleiberecht müssten in der Region künftig ein Zuhause finden. „Auch das ist Heimatpflege“, sagte Müller.
Auf der Tagesordnung stand die Vorstellung des Dorfes Hegensdorf mit anschließender Besichtigung der Kirche und Heimatstube. Der Ort wurde erstmals in 975 urkundlich erwähnt. Damit gehört die etwa 1000 Einwohner zählende Gemeinde zu den ältesten Ortschaften im Bürener Stadtgebiet. Nach der Begrüßung durch Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow und Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic skizzierte Ortsheimatpfleger Heinz Lummer die 1000-jährige Baugeschichte der St. Vitus Kirche. Das Besondere an der Hegensdorfer Kirche sei ein Kreuz, vielfach Heiliges Kreuz genannt. Über seinen Ursprung berichtet eine Legende, die Ortsheimatpfleger Lummer auf der Tagung vortrug.
Anschließend besichtigten die Gäste die Heimatstube des Heimat- und Verkehrsvereins. Der Verein und besonders sein Vorsitzender Heinz Lummer hatten es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte von Hegensdorf aufzuarbeiten, Funde und Relikte aus vergangenen Zeiten zu sammeln und der Öffentlichkeit in der Heimatstube zugänglich zu machen.

Das Bild zeigt die rund 50 Heimatpfleger und Ortschronisten aus dem Kreis Paderborn vor der Hegensdorfer Kirche. Mit dabei waren Bürgermeister Burkhardt Schwuchow neben ihm Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic und Heimatpfleger Vincenz Heggen, Kulturdezernent Ingo Tieman. Es fehlt Landrat Manfred Müller.

Foto und Text: Kreisverwaltung Paderborn

Hier ein paar Fakten aus dem Jahre 1940.

Auf Veranlassung des Ortsbürgermeisters wurde die Ortschronik dem Rektor Alfred Orlinski übertragen, da der frühere Chronist Lehrer Poschmann nach Schlagenthin (Westpreußen) versetzt wurde.

Die Einwohnerzahl in Altenbeken ist als Folge des Krieges von 2 705 im Vorjahr auf 2 588 zurückgegangen, während die Zahl der Haushalte von 624 auf 637 anstieg. Das Standesamt verzeichnete für 1940 insgesamt 62 Geburten (29 männliche und 33 weibliche), 33 Sterbefälle, (20 männliche und 13 weibliche) 17 Eheschließungen waren zu verzeichnen.

An Neubauten sind zu nennen: das Siedlungshaus des Forstarbeiters Uhle am Bollerborn und das von der Firma des Sägewerkbesitzers Christian Lammers in der Kuhlbornstraße (heute Schleef). Außerdem ließ die Gemeinde an der Schwimmanstalt (jetzt Tennisanlage) Umkleideräume und eine Brücke errichten.

In der Chronik ist weiter zu lesen (wörtlich) :" Dem Chronikschreiber war es leider nicht vergönnt, lange seines Amtes zu walten. Nachdem er mehr als 17 Jahre die hiesige Volksschule als Rektor geführt hat, wurde er durch Ministerialerlass zur weiteren Dienstleistung in den Regierungsbezirk Kattowitz abgeordnet. Er schließt seine Eintragungen mit den besten Wünschen für eine glückliche Zukunft der Gemeinde Altenbeken."

Hiernach übernahm dann der Zahnarzt Dr. Heinrich Schulze die Führung der Ortschronik. Dr. Schulze beginnt: " Nun wurde mir die Weiterführung der Ortschronik übertragen. Wie zu lesen hat Herr Rektor Orlinski unseren Ort verlassen. Es war neben seinen Beruf als Schulleiter auch Ortsheimatpfleger in unserer Gemeinde. Genau wie Lehrer Poschmann hat er unseren Ort zu früh verlassen müssen. Beide Lehrpersonen haben ihr Können für die Erziehung unsere Jugend und für die Förderung der Heimatpflege gegeben. Als Weiterführung der Ortschronik möchte ich ihnen ein herzliches "Lebewohl" nachrufen. Möge es mir vergönnt sein, die Chronik bestens weiter zu schreiben, damit in der jetzigen Kriegszeit keine Stockung eintritt und spätere Generationen sehen können , dass es immer auch bei uns Leute gegeben hat, die sich für ihre Heimat eingesetzt haben."

Der Zahnarzt Dr. Schulze führte die Chronik bis zum Ende des Jahres 1946. Nachfolger wurde der Rendant der hiesigen Volksbank Christian Rotermund.

Montag, 09 November 2015 00:00

Novemberpogrom 1938

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 organisierten SA-Truppen und Angehörige der SS gewalttätige Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung. Mehrere hundert Synagogen wurden in Brand gesetzt, mindestens 8000 jüdische Geschäfte zerstört sowie zahllose Wohnungen verwüstet. Zwischen 90 und 100 Juden wurden erschlagen, niedergestochen oder zu Tode geprügelt. In den Tagen darauf wurden im ganzen deutschen Reich etwa 30000 jüdische Männer verhaftet und in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt. Die antisemitischen Ausschreitungen waren von der nationalsozialistischen Führung organisiert, die die Diskriminierung und Verfolgung jüdischer Bürger seit der "Machtergreifung" Hitlers 1933 systematisch vorantrieb. Die Nacht des 9. Novembers 1938 ging als Reichspogromnacht in die Geschichtsbücher ein. Opfer dieser permanenten Indoktrination war am 13. November 1938 auch die Familie Ikenberg in unserer Gemeinde Altenbeken geworden. Gegen 3 Uhr nachts drangen mehrere Männer gewaltsam in ihr Haus ein. Sie demolierten Möbel, warfen Lebensmittel auf die Erde und beschmierten Tapeten mit Blut, das aus Schnittwunden beim Zerschlagen der Fensterscheiben herrührte. Die Familienangehörigen flüchteten in ihren Nachtgewändern zu ihrem Garten auf dem Brande und suchten Zuflucht in einer auf dem Grundstück stehenden kleinen Bretterbude. Der Großteil der Familie wurde später von den Nazis ermordet.

Im Jahre 2006 beschloss der Rat der Gemeinde aufgrund eines Antrages der Historikerin Dr. Margit Naarmann und dem Ortsheimatpfleger Rudolf Koch der ermordeten Mitglieder der Familie Ikenberg an der Stelle, wo das ehemalige Wohnhaus stand, sichtbar zu erinnern.

Nun wird jedes Jahr am 9. November mit einer Kranzniederlegung der jüdischen Mitbewohner Ikenberg gedacht.

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