Rudolf Koch

Rudolf Koch

Donnerstag, 26 Mai 2016 00:00

Fronleichnam

Ein herrlicher und künstlerisch liebevoll gestalteter Blumenteppich war auf dem Kirchplatz in Buke zu bewundern.

Zur Fronleichnamprozession haben acht Buker Damen dieses Schmuckstück zur Ehre Gottes in vielen Stunden gestaltet. (Fotos: Winfried Marx)

 Siehe auch ein Gedicht von Therese Beine, Schwaney aus dem Jahre 1958


Fronleichnam !

Fest der höchsten Lieben,

wo der Herr im Sakrament

verlässt des Tabernakels Zelle,

Lob und Dank ihm ohne End.

Er durchwandert unsere Straßen,

die geschmückt mit Birkengrün,

Fähnlein flattern in dem Winde,

viele tausend Blumen blüh’n.

In geweihten Priesterhänden

funkelt golden die Monstranz,

in der Brotsgestalt verhüllet

ist der ewigen Gottheit Glanz.

Hell ertönt das Silberglöckchen,

feierlich der Glocken Klang,

Böllerschüsse dröhnen mächtig,

fromm ertönet Lobgesang.

Weihrauch erfüllt die Lüfte,

Frieden atmet die Natur,

Gott im Sakramente segnet

Menschen, Tiere, Feld und Flur.

Kreis Paderborn (krpb). Ihnen liegt die Natur- und Kulturlandschaft sowie das kulturelle Leben in der Region besonders am Herzen: Den Ortsheimatpflegerinnen und – heimatpfleger sowie Ortschronistinnen und Ortschronisten im Kreis Paderborn. Im Frühjahr und Herbst tagen sie auf Einladung des Kreisheimatpflegers Michael Pavlicic, tauschen sich aus und präsentieren ihren Heimatort. In diesem Frühjahr hieß Ortsheimatpfleger Vinzenz Heggen die Gäste im Paderborner Ortsteil Sande willkommen. Der Lippesee und die Geschichte des Ortes standen dabei im Fokus der Tagung. Der Einsatz für den Lippesee in der Vergangenheit habe sich gelohnt, so Heggen. Das rund zehn Hektar große Gebiet habe sich zu einem herausragenden Lebensraum für charakteristische und zum Teil gefährdete Tier- und Pflanzenarten entwickelt.In seiner Funktion als stellvertretender Landrat überbrachte Heggen anschließend auch die Grüße des Kreises Paderborn sowie Überraschungsglückwünsche an den „Chef“ in der Runde: Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic wurde kürzlich zum neuen Vorsitzenden des Verwaltungsrates im Westfälischen Heimatbund gewählt. „Seine 24-Stunden-Tage hatten wohl noch eine kleine Lücke“, schmunzelte Heggen, der Pavlicic auch für diese Aufgabe eine „glückliche Hand“ wünscht. „Wenn alle zusammenkommen, das ist Heimat.“, betonte anschließend Paderborns Bürgermeister Michael Dreier, der selber in Sandes Nachbarort Anreppen aufgewachsen ist und das Dorfleben zu schätzen weiß. Äußerst wichtig sei die Arbeit der Heimatpfleger. Denn Zukunft brauche Herkunft und Geschichte, die für nachfolgende Generation mit Leben gefüllt werden müsse. Es gelte, dieses Wissen weiterzugeben und zu erhalten, so Dreier. Heimatpflege ist auch Ortsbildpflege. Wie sich das Ortsbild von Sande entwickelt hat, stellte Vinzenz Heggen am Nachmittag dar. In den vergangenen 25 Jahren habe sich die Bevölkerung dort verdoppelt. Lebten 1970 noch 2.288 Einwohner in Sande, sind es heute mehr als 6.000. „Das Gesicht des Ortes hat sich völlig verändert“, sagte Heggen und zeigte Fotos und Karten. Ein Blick aus der Vogelperspektive bot ein 6-minütiger Film, der mit einer Drohne aufgenommen worden war.

 Neben der Erforschung und Dokumentation historischer und kultureller Sachverhalte setzen sich die Heimatpfleger und Ortschronisten für den Schutz der Landschaften, die Erhaltung der Bauwerke und Überlieferung der Bräuche ein.  Im Kreis Paderborn ist das Kulturamt mit Sitz in Büren Ansprechpartner für die Heimatpfleger. 

Bei der Rehberghütte im Eggewald oberhalb von Altenbeken hatte ein Sturm großen Schaden angerichtet. Ein Baum zerstörte die Wandertafel, die hier stand. Auch die historischen Aufzeichnungen und die Hinweistafel über die frühere optische Telegrafenstation wurden zerstört bzw. beschädigt. Ortsheimatpfleger Rudolf Koch, welcher sich um die Pflege dieser historischen Stätte in all den Jahren kümmerte, konnte nur noch die übrig gebliebenen Überreste in Gewahrsam bringen. Der Ortsheimatpfleger setzte sich sofort dafür ein, dass hier eine neue Wandertafel errichtet wurde. Er informierte die Landesstelle für Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge Herrn Scholz der ihm die Finanzierung zusagte. Hauptwegewart des Eggegebirgsvereins, Herr Josef Jakob, hat es sich als eine der letzten Amtshandlungen in seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit nicht nehmen lassen, sich auch um die Wiedererstellung dieser historischen Stätte zu verwenden. Nun steht sie wieder am angestammten Platz im Eggewald und gibt auch u.a. Zeugnis von den preußischen Telegrafisten in den Jahren 1833 - 1849. Die Kosten beliefen sich auf ca. 3.500 Euro. Selbstverständlich sind auch Hinweise über Wanderwege in der Egge angebracht. Die Bilder und Grafiken sind digital gedruckt, graffitiresident und gegen UV-Strahlen geschützt. Die Tafel steht nur wenige Meter vom Standort der alten Station entfernt. Hier wurde im Jahr 1992 ein Erinnerungsstein auf Initiative des Ortsheimatpflegers aufgestellt.

 

Das Bild zeigt die neu errichtete Hinweiswegetafel bei der Rehberghütte Altenbeken.

Mittwoch, 04 Mai 2016 00:00

Neuer Maibaum in Schwaney

Bei strahlendem Sonnenschein stellte der Löschzug   Schwaney am Maifeiertag den neuen Maibaum (Vereinsbaum) der Öffentlichkeit   vor. Der Baum besteht, wie schon berichtet, nicht mehr aus Holz, sondern aus   Metall, ist zwölf Meter hoch und stattliche 420 Kilogramm schwer.   Löschzugführer Markus Knoke und der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft und   Ortsvorsteher Hermann Striewe bedankten sich bei den Kameraden Josef Striewe,   Björn Böddeker, Andre Koch, Heinrich Striewe, Jörg Oldenettel sowie Patrik   Benstein, die den Baum in unzähligen Arbeitsstunden  hergerichtet haben.   Ein großes Dankeschön sprach Hermann Striewe auch dem Spender des Baumes   Markus Finke aus.  Lob und Anerkennung ging an alle anderen Kameradinnen   und Kameraden sowie den anderen Vereinen, die zum Gelingen des Festes   beigetragen haben. Im Anschluss wurde kräftig bei gekühlten Getränken sowie   bei Kaffee und Kuchen gefeiert. Für die Unterhaltung der kleinen Gäste war   mit einigen Aktionen bestens gesorgt.

Unter Federführung des Bahnorchesters (BOA) wurde auch in diesem Jahr der Maibaum wieder aufgestellt. Angeführt mit dem Flügelrad an der Spitze, richtete ihn das Bahnorchester mit Emblemen auf den Marktplatz auf. Das Flügelrad ist das Wahrzeichen der Eisenbahn und steht für Innovation, Geschwindigkeit und Moderne. Dieses hat sich auch das BOA für die nächste Zeit auf ihre Fahne geschrieben und stellte auch in diesem Jahr seine musikalische Qualität unter Beweis.

 

Samstag, 30 April 2016 00:00

Der Monat Mai

Maienglück

 

Am Wege buhlt ein Apfelbaum,

ein alter windzerzauster Recke,

im neuen Wams aus Blütenschaum

mit einer weißen Schlehdornhecke.

 

Es blüht an Busch und Baum und Strauch,

soweit die blanken Augen schauen,

nun blüht der erste Flieder auch

in meiner Heimat grünen Gauen.

 

Zwei Menschen wandern Hand in Hand,

vor lauter Glück wie traumverloren,

in`s weite, weiße Blütenland,

das uns der junge Mai geboren.

 

Um Wald und Feld und Flur und Hag

fließt weihevolles, tiefes Schweigen,

und farbenfroh versinkt der Tag

in einem Meer von Blütenzweigen.

Am Samstag, den 23. April 2016 unternahm zum dritten Mal der Arbeitskreis "Zeit- und Regionalgeschichte des Kreisverbandes Paderborn im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ eine (militär)-historische Entdeckungsfahrt durch den Kreis Paderborn. Die Leitung hatten Hermann-Josef Bentler (als Koordinator des Arbeitskreises), Norbert Ellermann (Historiker und Museumspädagoge), Wilhelm Grabe (Stadt- und Kreisarchivar) und Heinrich Vogt (Geschäftsführer des Kreisverbandes Paderborn).

Der Anfang der mit über 40 Teilnehmenden sehr gut besuchten Tagesfahrt mit dem Bus wurde gemacht in der Eisenbahnergemeinde Altenbeken, wo die Gruppe vom Gemeindeheimatpfleger Rudolf Koch empfangen wurde. Hier galt das Interesse dem Viadukt, der in den Kriegsjahren eine wichtige West-Ost-Verbindung war. Seine Zerstörung galt daher für die Alliierten mit als kriegsentscheidend. Der Heimatpfleger berichtete über die mehrmalige Bombardierung dieses Bauwerks in den Jahren 1944 und 1945, die er noch selbst miterlebte. Am Sonntag, den 26. November 1944 wurde zum ersten Mal der Viadukt zerstört. Während der nachfolgenden Aufräumarbeiten wurden durch einen weiteren Luftangriff am 29. November 1944 der Viadukt und auch der Bahnhof wieder schwer getroffen. Viele Tote waren zu beklagen und das Umfeld glich einer Ruinenlandschaft. Der Viadukt wurde dann mit Stahlkonstruktionen wieder befahrbar gemacht. Aber kaum rollte der Verkehr wieder, kam der nächste Luftangriff am 9. Februar 1945. Die größte Zerstörung durch Bomben mit gewaltiger Sprengkraft erfolgte dann am 22. Februar 1945. Die Busgruppe besuchte in diesem Zusammenhang auch den so genannten Alten Friedhof, auf dem mehrere durch die Kriegsereignisse getötete Zivilisten ruhen. Das besondere Augenmerk galt weiterhin den Gräbern von elf ukrainischen „Fremdarbeitern“, die im Luftschutzstollen im Mühlenberg unterhalb des Viaduktes zusammen mit sieben jungen deutschen Flak-Helfern ihr Leben lassen mussten. Heute erinnert ein Gedenkstein an dieses traurige Ereignis.

Anschießend fuhr die Gruppe nach Paderborn-Mönkeloh, wo der Stadt - und Kreisarchivar Wilhelm Grabe die Geschichte des ehemaligen Flugplatzes vorstellte. Nach einer Mittagspause im Restaurant Wolke 7 am Haxterberg ging es zur ehemaligen Muna Ringelstein, wo der Ortsvorsteher Dirk Nölting die Geschichte der ehemaligen Munitionsanlage der Wehrmachts-Luftwaffe anschaulich sichtbar machte. Nach einer Kaffeepause im Cafe Stilbruch in Büren ging es zurück zum Kreishaus Paderborn.

Foto: Winfried Marx

Der Viadukt in Altenbeken ist wieder befahrbar.

 

Vor 70 Jahren - am 1. Mai 1946 - konnte der in den Kriegsjahren zerstörte Viadukt wieder befahren werden. Somit hatte die „Völkerwanderung“ durch Altenbeken ihr Ende gefunden. Nach Kriegsende genoss der Wiederaufbau des Beke – Viadukts höchste Priorität. Züge aus Paderborn endeten vorrübergehend an einem provisorischen Bahnsteig vor der Brücke. Die 120 Stufen zu diesem Bahnsteig und der beschwerliche Fußweg durch das Bekedorf zum Bahnhof wird noch manchen   Reisenden lange Jahre im Gedächtnis geblieben sein.

Um den Viadukt wieder befahrbar zu machen, waren ernorme Anstrengungen erforderlich. Es standen kaum Arbeitskräfte zur Verfügung und auch die Versorgung mit Baustoffen war mit größten Problemen verbunden. Zuerst einmal wurde auf die alten stählerne Behelfskonstruktion zurück gegriffen. Nach dem Richten und Vervollständigen der einzelnen Bauteile wurde Anfang 1946 mit dem Wiederaufbau zwischen die noch vorhandenen Reste des Bauwerks begonnen. Ausgeführt wurden die Arbeiten von den Firmen Backhaus, Paderborn, C.H. Jucho, Dortmund, welche die Stahlbauarbeiten erstellte und der Firma Wolfsholz aus Düsseldorf. Die Bauleitung lag in den Händen von Dr. Ing. Gerhard Mecklenburg. Bevor aber der Viadukt wieder – wenn auch nur mit 20 km/h – befahren werden konnte, wurde einen Tag vorher am 30. April 1946 mit zwei schweren Dampflokomotiven der Baureihe 44 eine Belastungsprobe durchgeführt. Eine dieser Lokomotiv - Typen steht jetzt am Eggemuseum und wurde von der Gewerkschaft der Lokomotivführer Ortsgruppe Altenbeken erworben. Der mutige Lokomotivführer war seinerzeit Edmund Schmolke vom Bahnbetriebswerk Altenbeken (siehe Foto), der sogar dafür mit einer Flasche Branntwein und mit einer Kiste guter Zigarren belohnt wurde. Das Bild zeigt dieses historische Ereignis.

Dienstag, 26 April 2016 00:00

Gedenkstein für Kriegstote beschädigt

Gedenktafel auf historischen Grabstein erinnert an die Ziviltoten des Krieges.

 

Man schrieb das Jahr 1944/45. Das waren traurige und schmerzhafte Jahre für die Eisenbahnergemeinde Altenbeken. Bei der Bombardierung des Viaduktes und bei der Einnahme Altenbekens durch die Siegermächte mussten 25 Bürgerinnen und Bürger ihr Leben lassen. Ein großer Teil von ihnen fand die letzte Ruhestätte auf dem "Alten Friedhof", da der Gottesacker am Anfang des Dorfes bei den Angriffen auf den Viadukt von den Bombengeschwadern verwüstet worden war. Aus diesem Anlass wurde hier ein auf Veranlassung von Ortsheimatpfleger Rudolf Koch ein historischer Grabstein mit einer Gedenkplatte aufgestellt.         Dieser wurde nun am Dienstag, den 19. April 2016 erheblich beschädigt. Die Gemeindeverwaltung (Bauamt) will aber den Schaden von einen Bildhauer wieder in Ordnung bringen lassen. Hierüber wird dann noch zu berichten sein.

Freitag, 15 April 2016 00:00

Der "Todesstollen".

Unterhalb des Viaduktes wurde ein Luftschutzbunker während des Krieges 1944/45 in den Stapelsberg gegraben. Hierin fanden 18 Menschen bei Bombenangriffen auf das Bauwerk - darunter 7 junge Flakhelfer und 11 ukrainische Arbeiter - den Tod. Ein russischer Bergmann lebte noch, als man nach 11 Tagen Freilegungsarbeiten, die Verschütteten fand. Er deutete an, dass noch mehr Tote im Berg verschüttet wären. Die Altenbekener nennen deshalb diesen Bunker heute noch: "Todesstollen". Ein Gedenkstein erinnert an diesen schrecklichen Schicksalstag im Schatten des Viaduktes. Foto: Winfried Marx.