Der zerstörte Viadukt bescherte dem Eisenbahnerdorf Altenbeken vor 75 Jahren eine "Völkerwanderung."

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Der Viadukt und etwa die Hälfte der Häuser in Altenbeken waren zerstört oder beschädigt – vor allem im Unterdorf!

116 Häuser mit 120 Wohnungen zu 15%

20 Häuser mit 28 Wohnungen zu 16 – 40%

12 Häuser mit 23 Wohnungen zu 41 – 60%

38 Häuser mit 51 Wohnungen über 60%

 Insgesamt waren 191 von 420 Häusern betroffen und 222 von 649 Wohnungen!

Die Presse berichtete über den fürchterlichen Angriff auf das Wahrzeichen Altenbekens, der am 22. Februar 1945 stattfand.............doch wie ging es nun weiter. Wie konnten die Reisenden weiterkommen?

Durch Altenbeken nimmt die Völkerwanderung nun zu. Züge von Paderborn endeten vorübergehend an einem provisorischen Bahnsteig vor dem Viadukt. Auf dem Bild erkennt man eine Treppe, die den Reisenden den Aufstieg erleichtern sollte. Diese Völkerwanderung durch Altenbeken vom Bahnhof kommend (auch er war stark beschädigt )  und die 120 Stufen den steilen Berg hinauf, ist noch vielen Reisenden in Erinnerung geblieben. Kinder des Dorfes ( auch der Schreiber dieser Zeilen) stellten für das Gepäck Handwagen zur Verfügung. Später übernahmen die Bauern mit Pferdegespannen diese Aufgabe. Da Geld nichts mehr wert war,  wurde deshalb mit Rauchwaren oder Wertsachen „bezahlt“. In dieser Zeit übernachteten hier oft bis zu 2000 Reisende auf dem Bahnhof und in Privathäusern, Scheunen und auf Heuböden. Als dann am 11. August 1945 das Hochwasser der Beke auch noch die Straßen überflutete, gestaltete sich der Umsteigverkehr noch schwieriger.  

Auf dem Bild erkennt man eine provisorische Treppe die den steilen Berg hinauf zum Einstieg in den Zug hinter den zerstörten Viadukt führte.Man kann sie zum Teil heute noch erkennen. Man kann man auch Eisenbahner erkennen, die hier ab Mai 1945 unter der Aufsicht der Amerikaner wieder Dienst verrichten mussten.

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