Montag, 08 November 2021 21:48

Gemeindeheimatpfleger Rudolf Koch gestorben

geschrieben von Timo Faulborn
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Ortsheimatpleger Rudolf Koch auf einer im Sommer 2019 aufgestellten Bank am Sommerberg Ortsheimatpleger Rudolf Koch auf einer im Sommer 2019 aufgestellten Bank am Sommerberg Foto: Uwe Müller

Mit Leib und Seele seiner Heimat verbunden

Mit Leib und Seele seiner Heimat und der Region verbunden hat Rudolf Koch über viele Jahrzehnte die Entwicklung des Ortes mitgeprägt. Für den gebürtigen Altenbekener war es stets ein großes Anliegen, sich für die Belange der Heimatpflege einzusetzen und an vielen Plätzen im Ort eine Möglichkeit des Verweilens, Innehaltens und Erinnerns zu etablieren. Auf seine Initiative entstanden in Altenbeken zahlreiche Mahnmale, Gedenk- und Erinnerungssteine, so z. B. für das Jubiläum des Rehbergtunnels, die Kriegsgefallenen und nicht zuletzt die während der NS-Zeit ermordeten jüdischen Mitbürger. Darüber hinaus kümmerte er sich um die Restaurierung & Pflege verschiedener Kulturdenkmäler wie der optischen Telegrafenstation am Rehberg oder das Bahnwasserwerk am Sommerberg.

Bis weit über die Ortsgrenzen hinaus wurde der ehemalige Lokomotivführer für seine Kenntnisse der Eisenbahngeschichte geschätzt und konnte mit seinen Artikeln und Vorträgen viele Leser und Zuhörer begeistern. Mit unzähligen Postkarten, Kalendern und heimatkundlichen Büchern erleichterte er über viele Jahre dem ein oder anderen Altenbekener die jährliche Auswahl der Weihnachtsgeschenke. Eine zentrale Rolle spielte dabei häufig die Altenbekener Museumslokomotive, die er - nach seiner Beteiligung an dem Erwerb im Jahre 1977 - über 25 Jahre gemeinsam mit ehemaligen Eisenbahnern und Heimatfreunden gepflegt hat. Seinen großen Wunsch, den 80. Geburtstag der Museumslokomotive und ihr 44-jähriges Jubiläum als Denkmal gebührend zu feiern, durfte er in diesem Jahr noch miterleben. Bei der vorangegangenen Restaurierung erfreute er die tatkräftige Restauratorin und ihr Team mit er ein oder anderen Anekdote aus seiner Zeit als Lokbetriebsinspektor und allerlei Informationen zur Altenbekener Eisenbahngeschichte.

Zuletzt für seine 26-jährige Arbeit als stellvertretender Kreisheimatpfleger geehrt, war Rudolf Koch nicht nur wegen seiner Arbeit in der Bewertungskommission des Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ bis weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Innerorts konnte er in diesem Jahr auf seine 32-Jährige Arbeit als Ortsheimatpfleger zurückblicken und war weiterhin mit viel Initiative im Ort aktiv. Dafür wurde er bereits im Jahr 2014 vom damaligen Landrat Manfred Müller ausgezeichnet. Von 1975 bis 2004 hat er zusätzlich die Interessen der Altenbekener Bürger im Gemeinderat vertreten. Zudem wirkte er von 1989 bis 2004 als stellvertretender Bürgermeister bei der politischen Gestaltung der Gemeinde mit.

Des Weiteren war er Mitglied in den meisten Altenbekener Vereinen, von denen ihm besonders der Schützenverein am Herzen lag. In seine über 60-Jährige Mitgliedschaft fallen mehrere Prinzenwürden sowie Ehrungen mit dem silbernen Verdienstkreuz und dem hohen Bruderschaftsorden. Bereits 1954 wurde er Jungschützenkönig und 1963 Schützenkönig der St. Sebastian Schützenbruderschaft.

Er hat die Erinnerungskultur und Heimatpflege der Gemeinde geprägt wie selten jemand.
Ohne das Wirken von Rudolf Koch wäre Altenbeken ein Stück ärmer.

Die Heimatpfleger & Chronisten

Hans-Norbert Keuter,
Stefanie Klüter,
Hans Josef Knoke,
Rita Prigge &
Udo Waldhoff

und Heimatfreund
Timo Faulborn

Gelesen 142 mal Letzte Änderung am Freitag, 12 November 2021 17:56

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