Sonntag, 25 Oktober 2020 16:20

Große Ehre für den letzten Bürgermeister von Buke

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Johannes Tofall hat die Gemeinde Buke bis zur Gebietsreform 1975 beispielhaft geprägt. Jetzt wird eine Straße nach ihm benannt. Um in das neue Kleingewerbegebiet zu fahren, fährt man ab sofort über die Johannes-Tofall-Straße. „Es könnte keinen besseres Namen dafür geben“ sind sich Ortsheimatpfleger Udo Waldhoff und Ortschronist Hans Norbert Keuter einig. Kaum jemand hat das Dorf nach dem Krieg so geprägt und für die Zukunft entwickelt, wie es Johannes Tofall getan hat. Von 1945 bis zur Gebietsreform 1975 war der Landwirt und passionierte Jäger Bürgermeister des Eggedorfes. „In den sechziger und siebziger Jahren hat er sich maßgeblich dafür eingesetzt, dass in Buke ein Industriegebiet entstand und sich große namenhafte Firmen ansiedeln konnten. „So wurden vor Ort für die hier lebenden Menschen zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen“ so Waldhoff. Als Landwirt, Schwarzbunte-Holstein- und Schafzüchter vermittelte Johannes Tofall seinerzeit zwischen Gemeinde und Landwirten, die daraufhin Flächen für das Industriegebiet zur Verfügung stellten. Auch als Kommunalpolitiker hat sich Johannes Tofall über Jahrzehnte für die positive Strukturentwicklung des Dorfes eingesetzt. Von 1945 an war er Bürgermeister und bekleidete dieses verantwortungsvolle Amt bis zur Gebietsreform 1975. Danach übernahm Tofall die Aufgaben des Ortsvorstehers bis zu seinem Tod 1979. Unter seiner Federführung entstand Anfang der siebziger Jahre die Freizeitanlage am Spring, sowie drei neue Wohngebiete für Neubürger. Ferner wirkte er wesentlich beim Bau der Hauptschule Egge und des Hallenbades in Altenbeken mit und initiierte die Grundsteinlegung des Jagdparcours Buke in den Jahren 1969/70 im Dunetal. Dieser hat sich mittlerweile zu einer der beliebtesten Schießanlagen der Bundesrepublik für Jäger und Sportschützen entwickelt. Johannes Tofall war Mitbegründer der CDU-Ortsunion Buke im Jahre 1946, Kreistagsabgeordneter, Amtsbürgermeister und Ratsmitglied. Für den landwirtschaftlichen Berufsstand wirkte er ehrenamtlich in zahlreichen Gremien und Organisationen und vertrat dort die Interessen seiner Berufskollegen.Darüber hinaus bekleidete der passionierte Jäger 30 Jahre das Amt des Oberst der St. Dionysius Schützenbruderschaft Buke. Die Anerkennung seiner außergewöhnlichen Verdienste im Schützenwesen fand sichtbaren Ausdruck durch die Verleihung des St. Sebastianus Ehrenkreuzes durch den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Die grüne Uniform war sein Ehrenkleid. Zudem war Johannes Tofall 40 Jahre Mitglied des Kirchenvorstandes der St. Dionysius Pfarrgemeinde Buke und davon 15 Jahre stellv. Vorsitzender. „Trotz seiner zahlreichen ehrenamtlichen Verpflichtungen stand seine Haustür für die Bürger von Buke und darüber hinaus immer offen“, so Udo Waldhoff bei der Vorstellung der Johannes-Tofall-Straße.

Alle Angelegenheiten die das Dorf betrafen, liefen über seinen Schreibtisch. Nach dem Krieg hat sich Johannes Tofall selbstlos, tatkräftig und uneigennützig für die Unterbringung und Verpflegung der Flüchtlinge und Vertriebenen aus den Ostgebieten Deutschlands in Buke eingesetzt. Er kümmerte sich aufopferungsvoll um Nahrung und Kleidung für die Menschen und sorgte für deren Unterbringung bei Familien im Dorf. Später verhalf er den Menschen etwas Land zu erhalten, um in Buke eine neue Existenz zu gründen und Heimat zu finden. In Anerkennung seiner überaus großen Verdienste um das Gemeinwohl wurde Johannes Tofall im Jahre 1974 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Am 1. Juli 1979 verstarb Johannes Tofall im Alter von 80 Jahren. Mit der Benennung der Straße im neu erschlossenen Kleingewerbegebiet Buke schließt sich für die Familie Tofall, für Udo Waldhoff und Hans Norbert Keuter ein Kreis. „Johannes Tofall hat sich um das Dorf Buke und seine Bewohner außerordentliche Verdienste erworben“ so Udo Waldhoff. Nun werde die Verkehrsstraße im neuen Areal, dass sich in Sichtweite des Schützenplatzes der von Tofall so geliebten St. Dionysius Schützenbruderschaft befindet, seinen Namen tragen. Zur Einweihung der Johannes-Tofall-Straße sind (v.l.) neben Udo Waldhoff und Hans Norbert Keuter auch Familienangehörige des Namensgebers gekommen.

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