Dienstag, 08 Dezember 2020 17:29

Spritzenhausbank der Altenbekener Feuerwehr zum 100jährigen Jubiläum erneuert.

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Nun wurde auf dem Platz, wo sich das erste Spritzenhaus (Aufbewahrungsort für die Schläuche etc.) befand, die marode Bank vom Ortsheimatpfleger Rudolf Koch (Mitte) ausgewechselt und mit der Aufschrift "Spritzenhausbank" versehen. Ferner wurde ein Schild angebracht, das an die Historie der Feuerwehr, die vor 100 Jahre in der Eggegemeinde gegründet wurde, erinnert. Die neue Sitzgruppe wurde nun dem Leiter der Feuerwehr Altenbeken Rainer Hartmann, (links) sowie seinen Brandoberinspektor Sebastian Kaiser (rechts) übergeben. Gesponsert wurde sie durch einen Heimatscheck des Landes NRW. Auch der Platz und das Umfeld soll im nächsten Jahr renaturiert  werden. Leider kann wegen der Corona Krise dieses 100jährige Jubiläum in diesem Jahr nicht gebührend gefeiert werden.

Darum hier ein paar Daten:

Schon zu allen Zeiten hat der „Rote Hahn“ die Bürger in Stadt und Land in Schrecken versetzt, zumal die Häuser vor Jahrhunderten noch aus Holz und Lehm gebaut und mit Stroh gedeckt waren. Oft fielen bei Ausbruch eines Brandes ganze Stadtteile und Dörfer der Feuersbrunst zum Opfer. Organisierte Feuerwehren gab es noch nicht. Jede Familie war verpflichtet, bei einem Brand eine „Mannsperson“ zu stellen, die sich mit dem in jedem Hause vorzuhaltenden ledernen Feuereimer an der Brandstelle einzufinden hatte. Doch diese Helfer waren in den meisten Fällen wegen der mangelnden Ausrüstung nicht in der Lage eine Feuersbrunst wirksam zu bekämpfen. So sind auch in Altenbeken im Laufe der letzten Jahrhunderte bei Ausbruch eines Brandes zumeist mehrere Häuser vollständig abgebrannt. Als der damalige Bürgermeister von Altenbeken Ignaz Claes (siehe Bild), am 22. Februar 1920 die Bürger des Ortes aufrief, sich zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung zu stellen, folgten 63 Männer seinem Ruf.  Zur Aufbewahrung der Schläuche und sonstiger Gegenstände wurde ein Gebäude, das auch als Arrestlokal diente, zur Verfügung gestellt. Der erste Wehrführer war der Zimmermeister Christian Lammers, der den verantwortungsvollen Posten 16 Jahre bekleidete. Zweiter Brandmeister wurde Johann Tilly, Schriftführer Ferdinand Tegethoff und Kassierer Anton Bülling. Als Jahresbeitrag wurde eine Mark festgelegt.Die Wehr hat in all den Jahren die gestellten Verpflichtungen mit Bravour gemeistert und als das alte Spritzenhaus hier an dieser Stelle zur Aufbewahrung der Ausrüstungen nicht mehr ausreichte, errichtete die Gemeinde 1928 an der Kuhlbornstraße ein größeres Feuerwehrgerätehaus mit einem Turm für Trocknung der Schläuche. Das alte „Spritzenhaus" wurde fortan nur noch als Arrestlokal und zur Unterbringung von „Landstreichern“ und Obdachlosen verwendet. Im Jahre 1955 wurde es abgebrochen. Das Gerätehaus an der Kuhlbornstraße wurde im Jahre 1968 abgerissen, heute steht hier das Vikariegebäude der kath. Kirchengemeinde. Seit 1967 ist das heutige Feuerwehrhaus auf dem früheren alten Bessenhof (Driller) das Domizil der Feuerwehrkameraden. Chef des Löschzuges Altenbeken ist zur Zeit Hauptbrandmeister Sebastian Kaiser .

100 Jahre ehrenamtliche Arbeit zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger , dieses ist einen Dank wert.

( Das Foto von der Bank ist von Winfried Marx - Die historischen Bilder : Archiv: Heimatpflege)

Gelesen 230 mal Letzte Änderung am Dienstag, 08 Dezember 2020 18:34