Rudolf Koch

Rudolf Koch

Die römisch-katholische legte den ersten Sonntag im Oktober als Festtermin fest, ohne diese Festlegung für alle Gemeinden verbindlich auszusprechen. Dennoch ist der Brauch des Dankes für eine gute Ernte seit langem auch in vielen römisch-katholischen Gemeinden - so auch in Altenbeken - üblich geworden. Er wird gefeiert als „Dank für die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit“ auf dem von Erntedank-Gaben umgebenen Altar. (siehe Foto )

Donnerstag, 30 September 2021 18:08

Nun ist Oktober

Der Schwaneyer Ehrenbürger, langjähriger Ortsheimatpfleger und Chronist hat viele Gedichte verfasst. Aus dem Buch "Im Wandel des Jahres" herausgegeben im Jahre 1980 ist natürlich auch der Monat Oktober aufgeführt. Das Bild zeigt das Dorf Schwaney im Monat Oktober. Fotograf Rudi Koch, Ortsheimatpfleger Altenbeken

Der Ossensteg wird in diesem Jahr ausgebaut - auch das "Innenleben" wird erneuert.

Zuerst wurde an der Einmündung Winterbergstraße angefangen............nun geht es von der Kuhlbornstraße in den Ossensteg. (siehe Bilder) Die Arbeiten führen zu Unannehmlichkeiten für die Anlieger, denn die Einfahrten der betroffenen Grundstücke können nicht befahren werden.

Im Juli dieses Jahres wurde die Aussichtsplattform durch Brandstiftung zerstört. (siehe Bericht auch auf dieser Seite). Sie wurde nun in diesen Tagen vom Bauhof wieder aufgebaut und es können Wanderer, Eisenbahnfreunde und Fotografen die Aussicht auf den imposanten Eisenbahnviadukt wieder genießen. Eine schöne Sitzgruppe ist wieder aufgestellt worden, die ja auch durch das gelegte Feuer so sehr beschädigt wurde, dass sie ausgewechselt werden musste.

Flüchtlingsprobleme ? Wie sah es vor 75 Jahren aus. Das Jahr1946 in Deutschland und in Altenbeken.

von: Rudolf Koch, Ortsheimatpfleger

 Es wird viel diskutiert über Flüchtlinge, die nach Europa und vor allen Dingen nach Deutschland kamen. Auch das Paderborner Land und unsere Gemeinde Altenbeken waren natürlich gefordert. Doch dieses ist alles schon einmal da gewesen - besonders nach dem Krieg, als viele Menschen aus den Ostgebieten vertrieben wurden. Ungeachtet ihres Schicksals wurden sie zuerst Flüchtlinge genannt. Einer von ihnen - der spätere Schriftführer des  Bundes der Heimatvertriebenen Ortsverband Altenbeken - Josef Dörfler schreibt in seine Chronik:

" Wer diese Vertreibung nicht selbst erlebte, kann sich dieses grausame Schicksal nicht vorstellen Von Ostpreußen bis zum Sudetenland bewegte sich ein Millionenheer mit ihrer letzten armseligen Habe, hungernd, frierend und verzweifelt westwärts, um irgendwo eine Bleibe zu finden." In Altenbeken waren im Frühjahr erst vereinzelt diese Menschen gekommen aber bis zum Herbst wurden es immer mehr.

Es wurde ein Flüchtlingsausschuss in Altenbeken gebildet. Ihm gehörten an:

Der kath. Pfarrer Greinemann, der ev. Pastor Wensky, Bauer Driller, Lokführer Georg, Haumeister Brockmann, Bauer Schrader, Kaufmann Freitag und Bäckermeister Torbohm.

"Schon jetzt sind es 100 Personen, die hier Unterkunft gefunden haben", schreibt der damalige Chronist.

Am 2. September 1946 - also vor 75 Jahren -  kam ein großer Eisenbahn - Transport Schlesier - etwa 70 Personen. Sie wurden im Saal des Bahnhofshotel Höschen untergebracht, verpflegt und dann in zugewiesene Notwohnungen weitergeleitet. Die meisten dieser Menschen kamen aus Riegersdorf. "Wohltuend war, dass durch das "Rote Kreuz" und der "Caritas" eine kräftige Haferflockensuppe ausgegeben wurde. Dieses wird uns stets in guter Erinnerung bleiben, " so Josef Dörfler.  Vom Rektor der  früheren Volksschule wurden auch die Altenbekener Kinder angewiesen mit Handkarren das Gepäck  zu den Quartieren zu transportieren. Es waren meist Frauen und Kinder. Die meisten Männer waren im Krieg gefallen oder noch in Gefangenschaft. Selbstverständlich wurde auch eine Familie, auf Wunsch des Pfarrers Greinemann, im Pfarrhaus untergebracht, wo sie lange Jahre wohnten.   Viele Häuser im so genannten Unterdorf beim Viadukt waren zerstört oder unbewohnbar. Auch diese Familien (Evakuierte) mussten versorgt und erst einmal unterkommen - also besonders in Altenbeken - waren große Schwierigkeiten zu überwinden.  Die Einheimischen selbst waren nicht gerade feudal eingerichtet. Badezimmer gab es nicht und das "Plumsklo" war Gemeingut. Auch die Küche wurde gemeinsam benutzt. In Altenbeken standen auch noch mehrere Holzhäuser - Baracken genannt -, die in den Kriegsjahren von Wachsoldaten und Handwerkern  bewohnt waren, die den Viadukt wieder aufbauten und nach dem Krieg leer standen. Viele standen auf dem Turnplatzgelände und auf Selkers Wiese. Selbstverständlich wurde die Turnhalle selbst als Wohnung eingerichtet.

Zimmermeister Christian Lammers, der hier ein Sägewerk besaß, stellte neue "Holzbaracken" her, die dann im Gemeindegebiet aufgestellt wurden. Eine dieser Notunterkünfte steht heute noch unbewohnt im Frankental. Sie wurde von dem damaligen Bewohner im Laufe der Jahre mit Backsteinen ausgemauert..  Natürlich wurde in den meisten Häusern eine Ziege im Stallanbau gehalten, ein Schwein wurde gefüttert und Hühner und Gänse gehörten ebenfalls dazu. Die Schlesier integrierten sich schnell in Altenbeken. Besonders die Kinder in der Schule und in der Nachbarschaft schlossen schnell Freundschaften. Auch bei den Erwachsenen gab es keine Schwierigkeiten Mehrere Ehen zwischen Heimatvertriebenen und Einheimischen wurden geschlossen. Im Gemeinderat waren sie später vertreten und in Vereinen und anderen Körperschaften waren sie willkommen und bekleideten hier Vorstandsposten.

Ein paar Zahlen aus der Statistik:

Drei Jahre nach Kriegsende Ende Dezember 1948 hatte Altenbeken:

3654 Einwohner - davon waren: 453 Heimatvertriebene und 357 Evakuierte.

Die Bilder zeigen:

Auf dem früheren Turnplatz stand eine Turnhalle ferner waren hier mehrere "Holzbaracken" ( im Bild ganz unten links) errichtet.

Diese frühere "Holzbaracke" steht heute noch als Ruine im Frankental. Sie wurde von Zimmermeister Christian Lammers und seinen Mitarbeitern hier aufgestellt. Später wurde sie mit Ziegelsteinen ummauert und verputzt.  Die Familie wohnte hier mehrere Jahrzehnte.

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